Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

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Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Anjana am Sa Mai 16, 2015 1:00 am

An dieser Stelle möchte ich noch mal etwas über das Plotten, und die Art wie ich es angehe, schreiben. (Dank der Arbeit in einer Plotgruppe ist mir zumindest das inzwischen klar geworden^^)

Der Plot und das Plotten selbst ist immer wieder Thema unter Autoren und nur selten herscht allgemeine Einigkeit über Sinn und Unsinn dieses Arbeitsschrittes.
Ich persönlich habe sehr lange ohne Plot geschrieben, vor allem ohne systematisches Plotten mit Struktur und Verstand. Inzwischen scheint es mir, dass es nicht nur unterschiedliche Herangehensweisen (3- und 5-Aktstrukturen, Heldenreise, Schneeflocke oder die 3 Ws) gibt, sondern vor allem auch unterschiedliche Ebenen auf denen das Plotten abläuft oder ablaufen kann.


  • Da sind zum einen die Figuren, die von manchen sehr detailliert ausgearbeitet werden.
  • Dann die (Fantasy-)Welten, die mit kompletten Gesellschaftsstrukturen, Evolutionen und Stammbäumen ausgestatt werden können.
  • Natürlich gehören die Konflikte dazu, die sich aus der Prämisse ergeben.
  • Und nicht zu vergessen, der Spannungsbogen.
  • Zu guter Letzt darf der konkrete Handlungsverlauf in dieser Liste natürlich nicht fehlen.


Meine Erfahrung ist, dass nicht jeder Autor jede Ebene gleich stark gewichtet. Ich beispielsweise investiere bei Romanprojekten keinerlei Zeit in die Charakterentwicklung. Ich arbeite auch keinen Handlungsbogen aus und sogar die äußere Struktur ist mir zunächst mal völlig egal.

Was ich aber tatsächlich plotten muss um die Geschichte und Figuren zu einem Ende zu bringen, sind die Hintergründe. Ich muss meine Welt sehr gut kennen und die verborgenen Fäden und Zusammenhänge, die Auswirkungen auf den Plot haben können. (Welche am Ende im Buch transparent werden, zeigt aber erst die Geschichte selbst.)
Und ich muss den Hauptkonflikt, bzw. das grundlegende Genre mit seinen Besonderheiten kennen.
Hilfreich ist dann bei Beginn des Schreibens auch die Motivation der Figuren, aber sie ist nicht zwingend im Vorfeld schon notwendig.

Dieses Wissen über die Hintergründe und Zusammenhänge meiner Welt/Gesellschaft und dem konkreten Setting innerhalb der Welt bietet mir einen ausbruchsicheren Rahmen für die Handlungen meiner Figuren. Obwohl sie ihre eigenen Wege gehen und ich ihre Geschichte mit ihnen zusammen entdecke, legen die Hintergründe den eingegrenzten Bereich fest, in dem sie sich frei entfalten können.
Der Weg der Figuren durch diesen Korridor, der schließlich zum Ziel führt, gleicht dann eher einer Schnitzeljagd, als einer Fahrt mit Navigationssystem.
Ich lege Schnitzel/Zwischenziele aus, die auf dem Weg erreicht, überwunden, geklärt und gemeistert werden müssen. Und diese Schnitzel/Zwischenziele werden während des Schreibprozesses natürlich immer dichter und beziehen sich zunehmend aufeinander, weil immer mehr einzelne Fäden aufgenommen werden und das Setting auch beim Schreiben immer noch konkreter wird. All das geschieht aber innerhalb des Rahmens, den ich zuvor für mich entwickelt und festgelegt habe.

Mich würde jetzt folgendes interessieren:
Ist das halbwegs nachvollziehbar?
Seht ihr dieselben Ebenen auf denen geplottet werden kann oder habe ich welche vergessen?

Und natürlich interessiert mich, welche Ebenen ihr besonders gewichtet oder ob alle gleich wichtig für euch sind.


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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  magico am Do Jun 25, 2015 1:15 am

Hallo Anjana,

ich verfahre da genau so wie du.

Da ich momentan hauptsächlich historische Geschichten schreibe (irgendwie habe mich auf das 19. Jahrhundert eingeschossen), gibt es für mich meist (mindestens) ein zentrales Ereignis. Um dieses wird die Geschichte gestrickt. Natürlich lege ich einen groben Ablauf und Zwischenziele fest. Auch die Beweggründe der einzelnen Figuren müssen im Vorfeld klar sein. Die eigentliche Geschichte entsteht jedoch beim Schreiben, da die Charaktere ihr Eigenleben entwickeln und einen oftmals mit noch viel besseren Ideen überraschen. Allerdings muss ich auch aufpassen, dass die Geschichte dann nicht zu sehr mit Nebensächlichkeiten aufgebläht wird oder völlig ins Nichts läuft. Auf jeden Fall finde ich das die spannendste Art zu schreiben.


Grüße - magico

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Anjana am Do Jun 25, 2015 9:48 am

Allerdings muss ich auch aufpassen, dass die Geschichte dann nicht zu sehr mit Nebensächlichkeiten aufgebläht wird oder völlig ins Nichts läuft. Auf jeden Fall finde ich das die spannendste Art zu schreiben.
Ja, das ist dabei eine Gefahr. Deswegen fällt es mir vermutlich auch so schwer, Einteiler zu schreiben^^
Aber ich möchte auch nicht viel eingegrenzter Schreiben. Denn für mich ist das auch die schönste Art zu schreiben. In der Überarbeitung kann man dann mit Distanz draufschauen, aber das Schreiben muss ein Abenteuer bleiben^^
Obwohl dann gute Betas wirklich wichtig sind.
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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  magico am Do Jun 25, 2015 11:05 pm

@Anjana schrieb:Obwohl dann gute Betas wirklich wichtig sind.

Und Alphas. (mit denen ich sehr gerne arbeite)

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Anjana am Do Jun 25, 2015 11:25 pm

Die Bezeichnung Alphaleser habe ich ehrlich gesagt außer in der Schreibwerkstatt noch nie irgendwo gehört und empfinde ihn daher als gekünstelt. Für mich ist der Betaleser der, der die Geschichte nach dem Autor und in unfertigem (Überarbeitungs)Stadium zu Gesicht bekommt. In welchen Stadium genau und mit welchen Aufträgen ist unterschiedlich, weil natürlich eine Rohfassung andere Kritik braucht, als ene Endfassung. Dennoch sind sie eben alle Betaleser.
Danach gibt es noch den Testleser, der aber nur noch allgemeines Feedback gibt. Und bei den Profis gibt es nach eventuellen Betalesern natürlich noch die Lektoren. Wink

Aus dem Grund kann ich mit dem Begriff Alphaleser nichts anfangen und verwende ihn auch nicht. Nur, damit du dich nicht wunderst, dass wir hier im TK eigentlich nur von Beta- und Testlesern sprechen. Wink


Zuletzt von Anjana am Fr Jun 26, 2015 9:40 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Tachadenn am Fr Jun 26, 2015 7:43 am

Hi,

Die eigentliche Geschichte entsteht jedoch beim Schreiben, da die Charaktere ihr Eigenleben entwickeln und einen oftmals mit noch viel besseren Ideen überraschen.
Ich plotte auch nicht, allerdings habe ich einen Handlungs-Rahmen, der grob besteht, bevor ich Prolog und Epilog schreibe - sozusagen Start und Ende des Bandes.

Ich mache mir Gedanken über meine(n) Protagonisten und habe eine Liste mit Ideen, was ihnen alles so zustößt, was sie zu erledigen haben. Aber diese Liste hat große Lücken und läßt viel freien Raum, den ich beim Ausformulieren nutze. Über alles stülpe ich eine große schwarze Krake (Prämisse?), die versucht, meine Protagonistin ins Verderben zu ziehen. Aber diese ist nur in meinem Kopf. Ich formuliere sie nicht aus oder schreibe sie nieder - doch ist diese Krake stabil und ändert sich nicht mehr, wenn ich mit dem Roman anfange.
Allerdings muss ich auch aufpassen, dass die Geschichte dann nicht zu sehr mit Nebensächlichkeiten aufgebläht wird oder völlig ins Nichts läuft. Auf jeden Fall finde ich das die spannendste Art zu schreiben.
Das passiert mir weniger, da ich eine Prota habe, die die Geschichte treibt. Und weil der Epilog schon geschrieben ist, wenn ich mit Kapitel Eins beginnt Wink

Ich habe versucht zu plotten, aber die Sache ist so schnell unübersichtlich geworden, dass sich es gelassen habe. Erstens habe ich zuviele "Karten" bekommen (bei meinem letzten Versuch über 200) oder der Plott ist zu grob geraten. Ich schreibe lieber frei: das macht mehr Spaß drunken


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Zuletzt von Tachadenn am Sa Jun 27, 2015 4:37 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : rs)
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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Anjana am Fr Jun 26, 2015 9:37 pm

habe eine Liste mit Ideen, was ihnen als so zustößt, was sie zu erledigen haben.
Das hab ich auch. Manchmal mit völlig unpassenden Szeneideen, die dann irgendwie eingebaut werden. *g*
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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Herzeloyde am Mo Jun 29, 2015 9:06 pm

So, jetzt komm ich doch auch endlich dazu, hier meinen Senf dazu zu geben.

Zunächst mal, danke für die Aufstellung der verschiedenen Ebenen des Plottens. Ich hab mir das so noch nie überlegt und finde das absolut schlüssig. Vor allem den Teil, dass eben jeder die einzelnen Möglichkeiten des Plottens unterschiedlich gewichtet - was einem fast zu der Schlussfolgerung verleiten könnte, dass auf irgendeiner dieser Ebenen jeder Autor ein Plotter ist. 

Ich habe für mich festgestellt, dass ich beim Schreiben am besten über die Figuren funktioniere. Dabei müssen sie nicht unbedingt bei Schreibstart schon fertig ausgearbeitet sein. Aber sie müssen einen starken Konflikt mitbringen von dem aus sich ihr Charakter dann quasi fächerförmig im Lauf der Geschichte ergibt. Ich lege auch zu Beginn fest, auf was die Geschichte im Groben hinauslaufen soll (Prämisse?). Der Weg dahin, also der Handlungsverlauf, ergibt sich aber aus den Figuren - dein Bild der Schnitzeljagd, Ani, finde ich dabei sehr treffend.

Das Setting ist im Fall von Zodiak (Fantasy) mit der Überarbeitung dazu gekommen. Das hat diesmal funktioniert. Allerdings sehe ich das im Fall eines historischen Romans nicht so plastisch, weil die Figuren da viel stärker von der Gesellschaft und den Umständen beeinflusst werden. D.h. in diesem Fall muss die Recherche grösstenteils vorher stattfinden, weil sie die Charaktere und ihr Handeln beeinflusst.

Der Spannungsbogen ergibt sich für mich aus dem Konflikt der Figur(en) und ist für mich auch etwas, was sich im Nachhinein noch justieren lässt, falls er zu kurz oder zu lang geraten ist.
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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  magico am Mo Jul 13, 2015 2:28 am

@Anjana schrieb:Die Bezeichnung Alphaleser habe ich ehrlich gesagt außer in der Schreibwerkstatt noch nie irgendwo gehört und empfinde ihn daher als gekünstelt. Für mich ist der Betaleser der, der die Geschichte nach dem Autor und in unfertigem (Überarbeitungs)Stadium zu Gesicht bekommt.

Vielleicht ist sie gekünstelt, aber für mich gibt es einen klaren Unterschied. Meine Alpha-Leser begleiten den Schreibprozess, lange bevor das Buch fertiggeschrieben ist. Beta-Leser bekommen es erst vor die Nase gesetzt, wenn das (vorerst) letzte Wort getippt ist.

Aber im Grunde kann jeder seine Testleser nennen wie er möchte. Ich unterscheide sie eben nach Bearbeitungs- bzw. Überarbeitungsphasen.


Grüße - magico

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  bibiane am Mo Jul 13, 2015 7:41 pm

Also ich handhabe es wie magico - es gibt Alphaleser und Betaleser, und Alphas kriegen WIP, Betas hingegen Textstücke erst, wenn die magischen vier Buchstaben drunter stehen.

Die Rollen wechseln von Manuskript zu Manuskript. Wer im einen Alpha war, kann im nächsten Beta sein.

Ganz krass lief es bei meinem aktuell abgeschlossenen Projekt. 
Da hatte ich zunächst nur die zündende Idee für den Wendepunkt der Geschichte in der Mitte des Buches, von dessen Plot ich nur ganz rudimentär Ahnung hatte, wie der laufen sollte.

Diese Szene habe ich meiner Freundin vor die Nase geklatscht - und nur, weil sie sagte: Ja, schreib das, steht heute das Manuskript.

Was ich dabei gelernt habe ist folgendes:

Lies Schreibratgeber, informiere dich über verschiedene Arten, zu plotten - und dann wirf alles über Bord und plotte und schreibe so, wie es deine Inspiration von dir verlangt.
Dein Bauch ist in vielem weiser als dein überzüchtetes Hirn. Hab Vertrauen in dich.

Schöne Grüße
Bibi


Zuletzt von bibiane am Sa Jul 18, 2015 4:02 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  magico am Mo Jul 13, 2015 8:10 pm

Bibi schrieb:Dein Bauch ist in vielem weiser als dein überzüchtetes Hirn. Hab Vertrauen in dich.

Amen! (auch wenn ich nicht religiös bin, außer vielleicht die Religion der Literatur Cool )

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Anjana am Mo Jul 13, 2015 11:28 pm

Den Tipp, Ratgeber zu lesen oder sich anderweitig Fachwissen anzueignen und dann schlussendlich sein eigenes Ding daraus zu basteln, kann ich nur unterschreiben. So handhabe ich das auch. Obwohl ich immer neugierig bleibe, wie andere das umsetzen und ob es bestimmte Tipps und Tricks geben kann, die mir oder anderen weiterhelfen können. Und dabei finde ich immer viel spannender, was die Leute sich selbst überlegt haben, als das nachplappern von Ratgebern. Aber ich denke da sind wir uns definitiv einig^^
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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Earu am Mo Nov 09, 2015 3:53 am

Ich ziehe das hier mal wieder hoch, weil ich das Thema spannend finde. Es ist in meinen Augen der erste bewusste Schritt zum fertigen Roman. Vorher hat jeder von uns sich schon so seine Gedanken gemacht, aber hier kommt zum ersten Mal Stift und Papier oder die Tastatur zum Einsatz. Was geschrieben wird, kann gelöscht werden, aber es ist ein anderer Prozess, als es nur im Kopf durchzugehen.

Ich schreibe immer erst eine Zusammenfassung meiner Geschichte. Bei einem Roman, der mindestens 100 Normseiten hat, findet sich dann auf wenigen Word-Seiten noch genug Platz, um die Geschichte mit Handlung und "Anekdoten" zu füllen. Die Charaktere entwickele ich auch nicht mehr so richtig. Ich habe einmal die Schneeflockenmethode probiert und ich empfand sie als ein überaus lästiges Konstrukt, das aus einer Mücke (Ein-Satz-Zusammenfassung) ganz langsam einen Elefanten (den Roman) entstehen lässt. Nur dass dazwischen noch die Maus (Zusammenfassung mit wenigen Sätzen) und die Hunde (Charakterbögen) kommen. Den mit der Schneeflockenmethode gebastelten Roman habe ich bis heute nicht beendet. Ob das an dieser Form des Plottens liegt, kann ich nicht sagen. Aber mein Erstlingswerk wie auch mein letzter Roman sind beide mit der beschriebenen Zusammenfassung entstanden, also beendet. Bei meinem letzten Roman habe ich nur im Excel noch eine kleine Beschreibung des Charakters hinzu gefügt, was ich auch bei meinem NaNo-Roman getan habe. Nur dass ich dieses Mal auch testweise die Motivation der Hauptfiguren ausgearbeitet habe. Mal sehen, ob das was bringt. Ich bin in der Testphase.  Cool

Wie handhaben das denn die anderen Neuankömmlinge? Sind ja innerhalb der letzten Wochen sehr viele dazu gekommen, die sich hierzu noch nicht geäußert haben. Ich wüsste gerne, wie ihr das macht. Vielleicht finde ich eine bessere Möglichkeit zu plotten. Smile

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Wolfgang Meilenstein am Mo Nov 09, 2015 4:36 am

@Earu schrieb:Wie handhaben das denn die anderen Neuankömmlinge? Sind ja innerhalb der letzten Wochen sehr viele dazu gekommen, die sich hierzu noch nicht geäußert haben. Ich wüsste gerne, wie ihr das macht.
Gar nicht Smile
Ich plotte in der Regel nicht. Wenn ich vorher alles schon genau durchplane, geht mir der Spaß verloren und das Schreiben verkommt zu einer reinen Fleißarbeit. Bei mir beginnt es mit einem Gedanken oder einer Idee, und dann fange ich an zu schreiben. Während ich eine Szene schreibe, fällt mir dann ein, wie es weitergehen kann usw.
Unprofessionell, wa? Wink

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Earu am Mo Nov 09, 2015 4:55 am

Wenn du damit Erfolg hast, dann ist es nicht unprofessionell. Unprofessionell ist, wenn du selbst mit durchdachtem Plot den Roman nicht fertig kriegst. Finde ich jedenfalls. Smile

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Bautsen am Mo Nov 09, 2015 6:29 am

Ich bin zwar schon ne Weile hier, aber ich antworte trotzdem mal.

Meinen ersten Roman hab ich genauestens durchgeplottet. Ich habe erst die Story grob ausgearbeitet, dann die Charaktere, und dann den Plot nochmal an die Charaktere angepasst. Danach habe ich dann Kapitel für Kapitel ausgearbeitet, also zu jedem eine Zusammenfassung geschrieben.

Jetzt bin ich grade beim 3. Überarbeitungsvorgang, wo ich wieder einiges ändern muss. Ich weiß nicht wirklich, ob es daran lag, dass ich geplottet habe, oder eher an der Findungsphase lag (der Roman war wirklich der erste, den ich geschrieben habe, habe auch erst 2013 angefangen).

Ich denke, es hängt mit beidem zusammen.

Bei meinem zweiten Roman, der hoffentlich noch dieses Jahr fertig wird, habe ich wie ich schon in einem anderen Thread erwähnt habe, nur grob den Anfang und das Ende ausgearbeitet, dazu ein paar "Eckpunkte" auf dem Weg vom Anfang zum Ende.

Darüberhinaus musste ich aber noch die Welt ausarbeiten, da die Geschichte 200 Jahre nach einer Pandemie spielt.

Die Charaktere hatte ich schon vorher im Kopf. Charakterbögen habe ich mir diesmal gespart, nur die wichtigsten Sachen dazu aufgeschrieben.

Und dazu habe ich Ideen gesammelt, was zwischendrin alles passieren kann. Diese habe ich in einer Zeitleiste geordnet. Vor jedem Kapitel, das ich schreibe, schaue ich, welche der Ideen ich für dieses Kapitel gebrauchen kann, kopier sie rüber, baue sie dann ggf. ein, lösche sie, wenn ich sie nicht mehr brauche, oder kopiere sie wieder ins Ideen Dokument.

Das lässt mir beim Schreiben viele Freiheiten und dadurch macht das Schreiben viel mehr Spaß. Manchmal spürt man ein Kribbeln im Bauch, wenn man aus den Ideen wieder eine neue Idee rausholt und sich der Weg zum Ziel ändert, noch besser als man es vorher dachte. Das ist ein tolles Gefühl.

So werde ich es ab sofort immer machen, denke ich.
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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  ESchen am Mo Nov 09, 2015 9:33 am

Unprofessionell, wa?

Wolfgang, wieso unprofessionell? Es gibt viele Autoren, die so schreiben. Ich glaube, auch King war dabei.

Ich handhabe es ein wenig wie Bautsen bei seinem neuen Projekt. Allerdings erstelle ich mit der Schneeflockenmethode eine Zusammenfassung der Handlung und der einzelnen Charaktere in Bezug zur Handlung, aber nur bis zum Punkt von je ca. 5 kleinen Absätzen. Danach funktioniert die Methode für mich nicht mehr. Dann erstelle ich ein grobes Kapitelgerüst, das die Handlung abdeckt und ich so einschätzen kann, wie gross das Ganze etwa wird.

Ausserdem notiere ich mir Argumente, die Bautsen bei sich vermutlich als Ideen bezeichnet. Für mich sind das Pro und Contra Argumente, z.Bsp. als ich meinen Konzern designt habe, musste ich wissen, in wie fern ein Konzern positiv aber auch negativ wirken kann. Die Argumente übersetze ich dann in tatsächliche Handlung und Geschehnisse.

Wenn ich dann aber schreibe, halte ich mich meistens nicht genau an diesen Plot, sondern weiche immer davon ab. Ich glaube, das ist auch gut so, denn den Plot brauche ich nur um Anzufangen und ein grosses Ganzes im Blick zu haben. Am Ende kommt es sowieso anders raus.
Ich habe auch aufgehört, den Plot ständig anzupassen. Bei Blaufeuer habe ich das getan und sicher 10 verschiedene Plots erstellt. Völlig unnötige Arbeit, wenn die Rohfassung einmal steht.

Bei dem neuen Projekt nummeriere ich nicht einmal mehr die Kapitel (Scrivener) sondern schiebe sie manchmal sogar chaotisch herum. Irgendwie gefällt mir das, weil ich mich dann so frei fühle. Ich denke, wenn ich die Rohversion schnell runter schreibe, habe ich vieles im Kopf und brauche keinen nieder geschriebenen Plot.

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Tachadenn am Mo Nov 09, 2015 8:25 pm

Hi,

ich habe bisher auch nach Lust und Laune geschrieben und eine schöne Szene an die andere gereiht. Als ich dann das Exposee - zuerst Band I und dann Band II meiner Druidin - verfasst habe, spürte ich, dass die Geschichte keinen einheitlichen Bogen hat, dass ich tolle Chancen, das Ganze spannender zu machen, verschenkt hatte. Daher werde ich habe jetzt mit dem Exposee anfangen und von diesem aus, den Plot grob vorgeben.

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Earu am Mo Nov 09, 2015 8:58 pm

@Bautsen
Wie erstellst du denn deine Zeitleiste? Machst du das auf einem großen Blatt Papier oder hast du dazu ein Programm? In meiner aktuellen Geschichte muss ich tierisch aufpassen, weil ein junger Fuchs von der Geburt an begleitet wird und ich dessen Entwicklung nicht durcheinander geraten lassen will. Eben, dass er erst mit 12 Tagen die Augen öffnet, mit etwa 6 Wochen der Fellwechsel von eher grau ins bekannte rot-braun durch ist usw. Im Moment "hängt" bei mir in Papyrus ein Notizzettel mit "10. Tag" neben meinem Schreibfeld, damit ich weiß, dass er aktuell 10 Tage alt ist. Aber da muss ich immer dran denken, die Tage anzupassen, damit nichts durcheinander gerät. Ich glaube, ich bin froh, wenn er endlich unkontrolliert wächst, weil der Mondgott seine Finger im Spiel hat. glaskugel

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Anjana am Mo Nov 09, 2015 9:14 pm

Dabei fällt mir ein, ich habe ganz zu Anfang auch mal mit einem Kalender "geplottet". Also einfach einen Din A5 Kalender gekauft und in die Tage da geschrieben, was in meiner Geschichte passieren wird. Als schönen Nebeneffekt hatte ich dadurch auch immer die Wochentage präsent.
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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Tachadenn am Mo Nov 09, 2015 9:19 pm

Hi Earu,

bei mir hat jede Szene einen Kopf, in dem Datum, Uhrzeit und Dauer stehen.
Parallel dazu habe ich ein Dokument mit einer Liste aller Szenen, die davor
Datum und Uhrzeit tragen. So habe ich in Band II die letzten 4 Monate der Schwangerschaft meiner Protagonistion kontolliert (u.a.).

Und die Wochentage natürlich auch (danke Anjana). Am Sonntag haben die Läden nicht auf.

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  ESchen am Mo Nov 09, 2015 10:32 pm

Oh ja, das mit den Wochentagen ist ein guter Hinweis, da verheddere ich mich auch ab und zu, eben, weil Sonntags die Läden geschlossen haben.

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Handlungs- und Charakterplot

Beitrag  Samira-Jessica am Fr Nov 13, 2015 5:54 am

Im Moment treiben mich ein paar Fragen herum und hindern mich daran weiterzumachen...

Vor einiger Zeit habe ich mich über die Plotarten informiert und mir sowohl einen Handlungs- als auch einen Charakterplot übersetzt, die ich für mein Projekt als gut verwendbar ansehe.
Nun stellt sich mir folgende Frage:

Sind das zwei ganz unterschiedliche Schemen oder gehe ich recht in der Annahme, dass man den Charakterplot sozusagen im Handlungsplot ... integrieren?
Ich weiß nicht wie ich das erklären soll...


Zuletzt von Samira-Jessica am Sa Nov 14, 2015 2:42 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  magico am Fr Nov 13, 2015 10:23 am

Erstens heißt es Schemata (Schemen sind etwas anderes), zweitens, was soll "integrierent" für ein Wort sein (?) und drittens, gibt es dazu im Werkzeugkasten bereits einen Thread.

Grundsätzlich lässt sich das oftmals aber nicht klar trennen. Es geht hauptsächlich darum, ob deine Geschichte vom Charakter/der Figur oder eben von der Storyline lebt.

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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

Beitrag  Ankh am Fr Nov 13, 2015 11:17 am

Na, was hast du denn genau drüber gelesen?

Ich weiß nicht, was ein "Charakterplot" sein soll. Wenn es um die Charakterentwicklung geht, die sollte Hand in Hand mit dem "Handlungsplot" (ist das nicht doppelt gemoppelt?) gehen: Der Charakter wächst an seinen Erfahrungen, und durch seine Weiterentwicklung ist er schließlich fähig, das Problem seines Hauptplots zu bewältigen.
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Re: Der Plot - ein Buch mit 7 Siegeln und ganz unterschiedichen Schlüsseln

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