Plots immer zu kompliziert?

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Plots immer zu kompliziert?

Beitrag  Goldenfeather am Do Nov 28, 2013 7:04 am

Hallo!

Meine erste Frage hier Smile

Also, ich hoffe, das ich hier richtig bin.

Mein Problem: Derzeit habe ich fünf Projekte, ich arbeite mal an dem, mal an dem. ich weiß, die meisten raten mir davon ab aber ich habe es komischerweise nicht eilig ein Manuskript fertig zu stellen o.0
So. Dort sind ALLE Plots wahnsinnig kompliziert. Also auf den ersten Eindruck nicht, aber letzten Endes kommen dann noch tausend Aspekte hinzu, die Welten sind so surrealistisch und es gibt so viel zu erzählen, das ich immer wieder das Feedback bekomme "man, ist das alles kompliziert".
Zufällig bin ich auf so einen Vorschlag für einen Plot gestoßen:

Der Böse könnte dem Mädchen etwas gestohlen haben. Wenn sie es nicht bis Vollmond zurück holt, wird sie Meerfrau. Aber sie will ihr Menschsein nicht aufgeben.
Vielleicht macht sie während der Geschichte dann sogar eine Entwicklung durch und merkt, welche schönen Erlebnisse das Mehrjungfrauendasein mit sich bringt und als sie am Ende das Gestohlene nicht mehr zurück bekommt, hat sie sich im Grunde schon damit abgefunden, Meerjungfrau zu sein.


Finde ich zum Beispiel eine richtig klasse Idee und es hat einen roten faden, um den sich alles schlinget. Aber ich traue mich jetzt nicht, auf diesem Vorschlag etwas aufzubauen, weil ich nicht weiß, ob das geht, weil
1) es stammt ja nicht von mir.
2) wird es bestimmt wieder in wahnsinniger Kompliziertheit enden
3) Weltenbau ist bei mir ein ganz schwieriges Thema, also damit tue ich mich ganz schwer, von daher habe ich den Grad noch nicht hingekriegt, zwischen Fantasygenug und dennoch nicht zu unlogisch -.-

Also wie ihr seht hapert es an einigen Stellen. Aber ich will jetzt nicht hören, wie ich einen einfachen Plot hinkriege, ich glaube das ist bei mir vergebene Mühe. ich habe schon so oft mit einer einfachen Idee angefangen. Aber Schlichtheit scheint mir anscheinend nicht zu liegen.
Also daher möchte ich eher von euch wissen, ja gute Frage eigentlich, wohl eher trifft es ganz gut, das ich jetzt nicht weiß, was ich machen soll. Wie ich weiter machen soll mit den Projekten, mit einem neuen Projekte vielleicht usw. usw. ...

Vielleicht hat ja irgendjemand einen Rat? Smile

Liebe Grüße
Goldenfeather


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Re: Plots immer zu kompliziert?

Beitrag  Anjana am Do Nov 28, 2013 7:26 am

Huhu Goldenfeather,

also so ganz schlau werde ich aus deiner Fragestellung nicht. Laughing 

Ich versuche das mal für mich zu entwirren.
Eine Frage bezieht sich darauf, ob du die Plotidee verwenden darfst, richtig? (Die stammt aus der SW, oder? Wink )
Grundsätzlich kann ich dazu nur sagen: Dass Figur A durch etwas verzaubert wird und auf der Suche danach erkennt, dass die Verzauberung gar nicht unbedingt schlecht ist, ist eine Grundidee, die es schon tausendfach geben dürfte. Im Grunde sehe ich hier also kein Problem. Deine Ausarbeitung dürfte sich von jeder anderen weit genug unterscheiden, dass es nicht dieselben Geschichten werden. Die ganzen kleineren und größeren Konflikte, die eine Geschichte ausmachen, musst du ja noch dazu dichten.

Die nächste Frage, die ich raushöre, ist, dass du nicht weißt, ob du überhaupt noch ein weiteres Projekt anfangen solltest, oder nicht.
Dazu kann dir wohl kaum jemand etwas konkretes raten, denn es kommt ja darauf an, was du erreichen willst. Wenn es dir einfach Spass macht, an den vielen Projekten zu arbeiten und du nicht primär das Ziel hast, eines fertig zu schreiben, dann spricht doch nichts dagegen. Wenn du aber ein Projekt zu Ende bringen willst, also Ende drunter schreiben und dann evtl. noch ein paar Mal überarbeiten, dann würde ich eher davon abraten, weil es eben sonst sehr lange dauert, bis man ein Projekt fertig bekommt. Falls man es dann je schafft. Aber das musst du für dich entscheiden. Letztlich sollte das Schreiben vor allem Spass machen, denn es ist doch in erster Linie ein Hobby. Wink

Und drittens lese ich da noch eine Frage zum Thema Plotten an sich heraus, die du aber selbst für dich noch nicht ganz klar hast. Mir scheint, dass dir deine eigenen Plots über den Kopf wachsen, du aber innerlich schon resigniert hast, da was dran zu ändern. Mich würde in dem Zusammenhang interessieren, wie genau du plottest. Einfach in Stichpunkten? Oder schreibst du Zusammenfassungen? Oder in irgendeiner Grafik?
Und daneben stellt sich die Frage: werden es so viele Nebensträngem oder wird der Hauptstrang so kompliziert?
Je nachdem, wo deine Kreativität so wild wächst, gibt es unterschiedliche Ansatzpunkte, sie zu entwirren und auch zu beschneiden.
Aber auch hier gilt: Du brauchst doch nur dann etwas zu ändern, wenn es dich stört, wie es momentan läuft.

Ich hoffe, ich habe deinen Post jetzt richtig verstanden und entwirrt. Wink

Wenn du zum Thema zu komplizierter Plot noch mal brainstormen möchtest, sag einfach Bescheid. Ansonsten hoffe ich, hilft dir der Rest wenigstens weiter.

lg
Ani
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Re: Plots immer zu kompliziert?

Beitrag  Goldenfeather am Do Nov 28, 2013 7:55 am

Hallo anjana! danke für deine Antwort!

ja, ich bin mir selbst nicht so ganz sicher, was meine Fragen sind. Glaube viele auf einmal^^

Ja, die ist aus der SW Wink

Wie gesagt, ich habe es nicht eilig mit dem Schreiben. Im Gegenteil. mit der zeit hat das schreiben bei mir einen immensen Stellenwert und die Leidenschaft dafür verloren. von daher ist es bei mir zu einem nebenbeischreiben mutiert, ohne großartigen Stellenwert. Natürlich will ich ein Ende unter alle Projekte setzten, aber ich dafür glaube ich nicht verbissen genug.

Ja, genau so ist es!
Ich plotte teilweise in Stichpunkten, manchmal werden zwar ganze Sätze daraus, aber es ist kein zusammenhängender Text. Für solche Sachen wie Stundenplan oder Tagesablauf erstelle ich dann Grafiken.

Mhh..gute Frage..im Grunde beides... Also ich liebe Drama und Intrigen, bei mir stehen immer sehr viel die Charaktere im Vordergrund. Bzw meine Fantasywelten sind meist extrem surrealistisch. Im Grunde habe ich dann zum Beispiel drei Charaktere und dann wird die Welt immer komplexer, und im Grunde ist eigentlich kein einfacher Hauptplot vorhanden sondern tausend Ereignisse, die alle zusammentreffen. hach, das ist schwer zu sagen. Also meist gefällt mir die Idee dann nach einiger Zeit nicht mehr und ich baue was dazu. das da zugebaute wird dann aber so komplex, das es fast schon ein eigenes buch in Anspruch nehmen könnte. das habe ich auch ab und zu gemacht, aber immer ist das nicht möglich. oder zum Beispiel ist ein Projekt das Leben nach dem Tod. An sich ein einfache Grundidee, aber sie wächst und wächst und wächst. 
Puh, ich hoffe, ich habe das jetzt halbwegs verständlich rüberbringen können.

Wenn ich ehrlich sein soll, stört es mich schon, weil ich so langsam echt den Überblick verliere bzw ich nicht kurz den Inhalt erklären kann, weil es ja so viele andere noch dazugehörende zusammenhänge gibt.

und ja, zum Thema komplizierter Plot würde ich doch gerne nochmal brainstormen!

Ganz liebe grüße, Goldenfeather Wink

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Re: Plots immer zu kompliziert?

Beitrag  Anjana am Do Nov 28, 2013 8:27 am

Huhu Smile

na, dann will ich doch mal meine Gedanken dazu in den Pott schmeißen.

In der SW wurde aktuell über Erzählformen gesprochen. Deine Beschreibung erinnert mich an das, was dort als epische Erzählung beschrieben wird. Es werden immer wieder neue Ereignisse aneinander gehängt, aber es wird nicht auf ein konkretes Ziel hingeschrieben. Da ein Ende zu finden und sich nicht zu verzetteln halte ich für ausgesprochen schwer, wenn nicht sogar unmöglich.
Ich hätte zwei Ideen, mit denen du dich ja mal auseinandersetzen kannst. Zum einen solltest du dir klar darüber werden, was dein Haupthandlungsstrang ist und ob es einer mit Anfang, Höhepunkt und Ziel sein soll. Hast du dich schon mal mit Pitch und Prämisse beschäftigt? Ich denke, das könnte dir helfen, den roten Faden einer Geschichte festzulegen. Pitch bedeutet, die Handlung der Geschichte in 1-2 Sätzen zusammenzufassen. Dabei wird jeder Konflikt ausgeklammert, es geht nur um den Grundkonflikt: Detektiv XY gerät auf der Suche nach einem Serienmörder in ein Netz aus Intrigen, deren Anfänge in seiner eigenen Vergangenheit liegen. Oder: Tanja steht vor den Trümmern ihres Lebens und muss sich nach ihrer Scheidung eine ganz neue Existenz aufbauen.
Damit gibst du dir selber das Ende vor, auf das du hinschreiben willst.
Die Prämisse dagegen ist eine Art Botschaft der Geschichte. Eine Erfahrung oder ein Lehrinhalt. "Wer sich nicht unterkriegen lässt, wird am Ende sein Glück finden" könnte eine Prämisse zu Tanja sein. Es ist also eine Botschaft, die der Autor mit der Geschichte vermittelt. Es ist der Subtext der gesamten Geschichte.
Damit kannst du bei deinen bestehenden Geschichten evtl. schon mal abklopfen, wo du deinem Hauptstrang folgst und wo du abschweifst.
Bei mehreren Perspektivträgern gibt es natürlich mehrere rote Fäden, die nach und nach aber ein einziger werden sollten.
Beim Plotten selbst würde ich an deiner Stelle vermutlich so anfangen, dass ich mit Pfeilen arbeite. Damit kannst du erstens sicherstellen, dass die Inhalte auf einanderfolgen und aus sich heraus entstehen und nicht einfach von außen aufgestülpt werden und du erkennst, wann ein Nebenstrang zu viele abzweigende Pfeile aufweist und du kannst schauen, wo du ihn kappen kannst. Falls es dir schwerfällt, ihn ganz wegzuschmeißen, sie diese Fäden entweder als Möglichkeiten für weitere Bücher oder aber als Stoff für Kurzgeschichten, die so eine Art Bonusmaterial sein können.
Manchen hilft auch die Schneeflockenmethode. Ich kann damit allerdings gar nichts anfangen.
Und dann hilft irgendwann nur noch die Disziplin, Ideen wirklich zu prüfen, ob sie den hauptstrang stützen, oder ob sie in eine Ideenkiste gehören, um für weitere Projekte zur Verfügung zu stehen.
Das wären jetzt mal spontan meine Ideen um an deine Plots heranzugehen und sie mal genauer anzuschauen.

Vielleicht kannst du was damit anfangen. Wink

Zum Thema Weltenbau: Meine Welten waren bislang eng an die Realität angelehnt. Momentan entwickel ich ein Projekt in einer eigenen Welt. Ich bin schon gespannt, ob und wie ich das hinkriegen werde. (Da ich allerdings nciht so der Plotter bin, werde ich wohl fürs erste einfach drauf losschreiben^^)

lg
Ani

Edit: Ich verschiebe das mal in die Plotwerkstatt, weil es ja doch eher um das Plotten an sich geht und nicht um konkrete Fragen zu einem bestimmten Plot.
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Re: Plots immer zu kompliziert?

Beitrag  Goldenfeather am Mo Dez 02, 2013 2:24 am

@Anjana schrieb:
 Pitch bedeutet, die Handlung der Geschichte in 1-2 Sätzen zusammenzufassen.

Die Prämisse dagegen ist eine Art Botschaft der Geschichte.
Bei mehreren Perspektivträgern gibt es natürlich mehrere rote Fäden, die nach und nach aber ein einziger werden sollten.

Danke Anjana für deine liebevolle, mühevolle Antwort! cheers :anbet: 

Ja, das mit dem empirischen Erzählen merke ich mittlerweile auch, das ich damit immer mehr Probleme habe🇳🇴 👎 

Das witzige ist gerade, das ich Pitch und Prämisse tatsächlich schon gemacht habe:shock: Laughing Also nicht bei allen Projekten und ich war mir dem nicht so extrem bewusst, aber ich habe schon mal versucht, meine Projekte in ein bis zwei Sätzen zusammenfassen, was mir aber nicht bei allen möglich war. Und das mit der Prämisse, da hat mich mal ein Beta nach gefragt, von daher habe ich das auch bei der Hälfte gemacht. Das werde ich also auf alle Fälle bei allen machen! Smile

Ansonsten herzlichen Dank für deine tollen dabei gelieferten Beispiele! Und das mit den Pfeilen ist tatsächlich ein super Idee, werde ich auf alle Fälle mal verfolgen Wink

Ganz liebe Grüße, dir auch viel Erfolg mit dem Weltenbau^^

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Re: Plots immer zu kompliziert?

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