Sexszenen

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Sexszenen

Beitrag  Kelpie am Mi Jul 15, 2015 5:10 am

So, ich habe dir ja gerade geschrieben, @Anjana, dass ich das Thema vertiefen möchte.

Für alle, die ansonsten nicht im Bilde sind - es ging um die sehr exzessiven Sexszenen bei Jean Auels Erdenkindern, bei denen - Zitat @Bibiane - das Vorspiel bis zu neun Seiten dauern kann. Habe gerade nicht nachgezählt, aber gefühlt kann das durchaus stimmen Smile

Tja, dann sagte Anjana weiter, dass sie findet, gut 99.9% aller Sexszenen seien überflüssig. (Ich habe es ganz allgemein verstanden, aber gerade frage ich mich, ob du nur die bei Auel meinst?)

Jedenfalls stelle ich mir nun die Frage: Ab wann ist sie nicht mehr überflüssig?
Vermutlich, wenn sie einen Zweck erfüllt. Allerdings tun das m.E. die meisten Sexszenen, auch wenn ich sie häufig durch und durch misslungen finde. Wie hoch muss dieser Zweck also erachtet werden?

Bzw. ist der Zweck immer notwendig? Warum sollte man Sex anders behandeln als andere Themen? Wie Essen z.B.: Einmal beschreibt man es eben mal genauer, einmal geht man darüber hinweg, indem man es geraed mal andeutet (sind sowas schon Sexszenen)?


Ich selbst schreibe sowas nicht unbedingt gerne, aber es ist mir auch nicht so verleidet, dass ich dem aus dem Weg gehen würde. Bei vielen Liebesgeschichten läuft es zwangsweise darauf hinaus.
Bei meinem Wolfsroman war es irgendwie notwendig, da ich glaube, dass die gewaltsame Sexszene am Anfang der Ehe eher für die Schwierigkeit der Ehe sensibilisiert, als es etwas anderes gekonnt hätte.
Auch jetzt bei meinem Roman "mit dem Protagonist mit dem unaussprechlichen Namen" (xD) bin ich in Gedanken schon bei dieser Szene angelangt. Vom Gefühl er wollte ich sie unbedingt vermeiden, weil es mir seltsam erschien, einen unnahbaren Charakter ausgerechnet beim Sex über die Schulter zu schauen (bzw. nicht nur das, eigentlich schlüpft man ja direkt in ihn ... das klingt jetzt blöd, aber ihr wisst, was ich meine). Aber da ich ja weiß, dass es für ihn eine (kleine) emotionale Wende geben wird und diese zwangsläufig mit seiner Ehefrau zusammenhängt, erscheint es mir irgendwie falsch, ausgerechnet die Hochzeitsnacht zu überspringen, ála "ihr wisst ohnehin alle, was da passiert". Weil man es eben nicht weiß.
Klar, ganz sachlich, der Mann führt seinen Penis in die Scheide der Frau ein (ich hoffe, ich verstoße mit dieser Einführung in die Sexualkunde nicht gegen einen Jugendschutz, sonst gerne editieren und zensurieren Wink ). Aber wenn es nur darum ginge, dann würde wohl jedes Buch ohne Sexszene auskommen.
Tatsächlich fand ich ja die Sexszene nur solange uninteressant, solange ich meinen Charakter noch nicht richtig kenne. Nun kenne ich ihn, nun bin ich in ihn hineinversetzt, ich weiß, mit welchen Augen er seine Zukünftige ansieht. Und da wird es für mich spannend. Wie soll er diese Pflicht "Ehefrau betten" erfüllen?
Das hat mich schon beim Wolfsroman irgendwie fasziniert. Je nachdem welche zwei Charaktere man da hat, verläuft es unterschiedlich. Und dabei geht es wirklich nicht um Stellungen oder ein Feuerwerk der Gefühle.

Ist diese Sexszene irrelevant? Vielleicht ja. Aber irgendwie erscheint es mir falsch, sie zu übergehen. Ich finde es immer schrecklich gekünstelt, wenn ein Autor auf das hinarbeitet und dann einfach ausweicht, als würde er es nicht wagen, die Hürde zu nehmen. Natürlich soll man sich nicht dazu zwingen, aber oftmals merkt man das als Leser einfach.

Okay, ich habe zwar das Gefühl, schon viel zu lange zu schreiben, aber hier noch ein letzter Gedanke. In meiner Raubritter-Geschichte gibt es solche Szenen auch. Witzigerweise (und das ist nicht geplant, sondern entsteht bei mir wie immer zufällig) meistens zwischen den beiden gleichen. Nicht, weil sie mich besonders reizen, sondern weil es häufiger darauf hinausläuft als bei anderen. Mitunter erfüllen diese Szenen (die ich übrigens niemals über 9 Seiten erstrecke, das möchte ich an dieser Stelle einfach loswerden  Laughing) keinen tieferen Zweck; die Beziehung verändert sich nicht, es passiert tatsächlich nichts Großartiges, mit viel gutem Willen könnte man einmal vielleicht behaupten, es dient zur Darstellung, dass sich zwischen ihnen nichts geändert hat ... wie auch immer. Und dennoch habe ich mir die Szenen alle mal angeschaut und festgestellt - wenn ich sie lösche, fehlt etwas.


So, das hier soll nun natürlich keine Rechtfertigung sein, weil ich das Gefühl habe, ich müsste diese Sexszenen vor der Stellungnahme "99,9% seien überflüssig" verteidigen. Wie anfangs gesagt, sehe ich das ja generell etwas anders.

Dennoch würde mich interessieren, was ihr so über Sexszenen denkt? Wenn sie einen Zweck erfüllen sollen, wo beginnt "Zweck", wo hört er auf? Was sind absolute No-Go's bei Sexszenen, wo verdreht ihr die Augen? Ab wann wird's zu viel (Länge einer Szene, Häufigkeit im Roman)? Was ist das Wichtigste? Wie schreibt ihr's? Was auch immer euch dazu einfällt Wink


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Re: Sexszenen

Beitrag  Wordhunter am Mi Jul 15, 2015 8:16 am

Huhu meine liebe Kelpie.

Mhm, interessante Aspekte, die Du aufgeführt hast.
Und ja, ich habe die "Ayladinger" auch gelesen - ist aber schon ... O, Gott, wie lange ist das her ... Shocked


Dennoch würde mich interessieren, was ihr so über Sexszenen denkt? Wenn sie einen Zweck erfüllen sollen, wo beginnt "Zweck", wo hört er auf? Was sind absolute No-Go's bei Sexszenen, wo verdreht ihr die Augen? Ab wann wird's zu viel (Länge einer Szene, Häufigkeit im Roman)? Was ist das Wichtigste? Wie schreibt ihr's? Was auch immer euch dazu einfällt

Mir machen Sexszenen nichts, darf auch detailgetreu sein. Laughing  Aber viel schöner finde ich es, wenn die Gefühle mehr hervorgehoben werden, als der eigentliche Akt.

Was mich aber richtig abnervt, manche Bezeichnungen für diverse Geschlechtsteile.
Lanze, Speer, Phallus, Liebesgrotte, Liebeshöhle usw. ... Schmeiß ich mich weg.
Mensch, Autor XYZ, gib dem Kind doch den richtigen Namen. Twisted Evil 

Der Zweck: Mmmm, ich denke, das muss jeder Autor für sich entscheiden, wann solch eine Szene notwenig ist und ob sie in dem Moment ihren Sinn ergibt. Schwierig. scratch

Was mich ebenso abnervt sind die auf-Biegen-und-Brechen-unbedingt-jetzt-sofort- herbeigeführte Sexszenen.
Beispiel: Frau wird von einer Freundin überredet einen Wanderausflug zu machen. Natürlich muss sie die ganz plötzlich allein machen, weil Freundin einen ganz dringenden Termin hat (oder was auch immer) und nicht mitwandern kann. Und ganz zufällig trifft Wanderin ihren Schwarm, der eine Autopanne am Wald hat. (so was aber auch Laughing )
Na ja, und weil sie ihm beim Hochbocken des Auto helfen muss, ist er dann so dankbar, dass er sie gleich auf der Motorhaube knallt. Sorry.  Laughing  Ich hasse Sexszenen, die "künstlich" herbeiführt werden.

Länge: Keine 10 Seite Sexorgie. Zwei oder Drei Seiten sind für mich okay, dürfen auch vier sein. Und sollte es mehrere Sexszenen in dem Buch geben, will ich nicht immer lesen, dass er sein ... in ihre ... steckt. (Bezeichnung s.o)

Wie ich es schreibe?
Wie es ist. Keine blumige Sprache, keine Liebesgrotte oder Lanzending. Laughing  Ich versuche, Sexszenen mehr vom Gefühl zu beschreiben, weil, wenn ich den Akt an sich beschreiben würde, wäre es mir zu roh, zu gefühllos.
Ich denke, wenn es knistert, ist die Szene viel besser, als wenn man voll ins Detail geht.

Meine 2cent  für heute Abend. Smile

Lg Ulli


Zuletzt von Wordhunter am Do Jul 16, 2015 7:59 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

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Re: Sexszenen

Beitrag  Anjana am Mi Jul 15, 2015 8:54 am

Huhu @Kelpie eine ausführliche Antwort kommt erst später, ich bin heute zu ko drunken

Es nur auf Sexszenen zu beschränken war vielleicht zu kurz gegriffen, mir gehen einfach diese ganzen Lovestorys auf den Keks. Gerade in meinem Genre muss immer irgendwo auf Biegen und Brechen ne Lovestory eingebaut werden, natürlich immer inkl. Sex, auch wenn es der Story nicht unbedingt gut tut. Von der ganzen Romantasy mal abgesehen.

Sexszenen sind okay, wenn sie einen echten Mehrwert bringen. So wie bei deinem unnahbaren zum Beispiel. Aber wenn es nur um die Darstellung geht, weil Sex eben verkauft, dann sind sie überflüssig. Und sehr oft eben auch einfach zu platt und zu lang. Und das scheinen mir 99% der Sexszenen zu sein, die ich lese.
Klar, im LiRo ist das was anderes, aber sowas lese ich ja auch nicht.
Es gibt auch kaum Sexszenen, die ich gelungen finde. Eine von Ulli, die ich mal lesen durfte, zählt dazu und 1-2 in Büchern fand ich auch gelungen (wenn ich auch nicht mehr weiß welche Bücher das waren).

Ich finde Freundschaften ein mindestens so interessantes Thema, das wird aber sehr oft völlig stiefmütterlich behandelt. Klar sind Liebe und Sex wichtige Bestandteile im Leben, aber müssen sie immer überall soviel Raum einnehmen? Können nicht auch einfach mal die eigentlichen Geschichten und Erlebnisse im Vordergrund stehen? So wie bei Supernatural beispielsweise, auch wenn das jetzt eine TV-Serie ist. Da wird Sex und sogar Liebe nicht komplett ausgeschlossen, aber sie nimmt nur sehr wenig Raum ein. Ein Punkt, den ich an der Serie absolut liebe!

Bei Sina gibt es auch eine Liebesgeschichte. Ich kann sie auch nicht rausnehmen und eine Kussszene gibt es bereits und vielleicht wird es da auch mal eine Sexszene geben, ich glaube es zwar eher nicht, aber bevor Teil 3 nicht geschrieben ist, kann ich das nicht 100%ig sagen.
Aber bei DT beispielsweise wird es keine Lovestory geben. Und auch bei den Völkern nicht, oder nur zu einem sehr kleinen Teil.

Ich bin da mit meiner Anti-Lovestory-Haltung also vermutlich wirklich die falsche Person um darüber zu diskutieren. Embarassed
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Re: Sexszenen

Beitrag  bibiane am Mi Jul 15, 2015 6:15 pm

Dumme Frage (ja, ich weiß, ich bin darauf anscheinend abonniert ...):
Ist der Bereich hier öffentlich oder nicht? Weil @Kelpie das eingangs erwähnt hat.

Über solche Themen kann ich nicht auf dem Marktplatz reden.

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Re: Sexszenen

Beitrag  Anjana am Mi Jul 15, 2015 9:01 pm

Ja, der Bereich ist für Gäste lesbar.
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Re: Sexszenen

Beitrag  Kelpie am Mi Jul 15, 2015 9:14 pm

Soll ich deinen Namen rausnehmen, Bibi?

Oder - kann man das Thema für Gäste unsichtbar machen? (Wenn von anderer Seite erwünscht)
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Re: Sexszenen

Beitrag  bibiane am Mi Jul 15, 2015 9:19 pm

Nein, musst du nicht ;-) Aber ich suche mir lieber eine andere Stelle um über das zu reden.

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Re: Sexszenen

Beitrag  Herzeloyde am Mi Jul 15, 2015 10:18 pm

Hallo Kelpie


Bzw. ist der Zweck immer notwendig? Warum sollte man Sex anders behandeln als andere Themen? Wie Essen z.B.: Einmal beschreibt man es eben mal genauer, einmal geht man darüber hinweg, indem man es geraed mal andeutet (sind sowas schon Sexszenen)?
Das ist tatsächlich eine interessante Frage, hab ich mir noch nie überlegt.
Natürlich eingebettet (was nicht natürlich eingebettet heisst, hat Ulli ja schon bestens beschrieben - danke Ulli, hab mich sehr amüsiert) spricht tatsächlich nichts dagegen, Sexszenen wie Essen zu behandeln. Problematisch wird es ja nur, wenn es sich häuft.
Aber etwas alltägliches Häufen, das geht auch bei anderen Themen nur, wenn es in der Figur begründet ist.
Ich fand zum Beispiel in Noah Gordons Medicus sehr schön, wie der Bader sein Essen zubereitet. Da wird jede Mahlzeit bis ins Detail beschrieben - weil es eben der Figur wichtig ist. Soviel zur Häufigkeit.
Aber dann ist da ja auch noch die Länge der Szene. Diese Mahlzeiten haben trotz allem höchstens eine Seite eingenommen (Erinnerungswert) und sind mir darum nicht lästig gefallen - zumal sie zum historischen Kolorit beigtragen haben.
Lange und häufige Sexszene finde ich dagegen immer ziemlich ... ätzend. Das Einmalige, das Gefühl für den Moment, das Ulli beschrieben hat (was ich auch den interessantesten Teil finde), geht dabei flöten. Sex ist dann einfach Programm. Und dann stört es mich.
Eine Ausnahme wäre für mich ein gewisser Variantenreichtum. Wenn eine Figur den Sex gefühlsmässig(!) sehr unterschiedlich erlebt. Das wäre auch wieder berechtigt, sofern es zur Geschichte beiträgt. Und zwar in dem Sinne, dass sich die Figur weiterentwickelt.

Als Faustregel, als Leserin und als Autor, würde ich mich darum schon darauf abstützen, wie wichtig es für die Figur ist: Egal ob Essen oder Sex.

indem man es geraed mal andeutet (sind sowas schon Sexszenen)?
Nö. Angedeutet Essensszenen sind ja auch keine Essensszenen, sondern transportierte Info. Sie haben jetzt einen vollen Bauch.
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Re: Sexszenen

Beitrag  Kelpie am Fr Jul 17, 2015 3:13 am

Entschuldigt, dass ich erst jetzt darauf antworte, dabei habe ich das doch längst alles gelesen :S

@Bibiane, auch deinen Beitrag habe ich gelesen, aber ich finde ihn nicht mehr  affraid

@Wordhunter,
ich musste so lachen bei deinem Beitrag. Sowohl wegen der Spitznamen für Geschlechtsteile (das ist für mich auch ein absolutes No-Go - wenn ich bei einer Sexszene lachen muss, weil es der Autor vermasselt, dann ist jegliches Mitfiebern mit den Charakteren weg und die ganze Stimmung im Eimer), als auch wegen deines Beispiels. Ich glaube, oft ist es gar nicht mal so schwer, akzeptable Zufälle zu erfinden, aber irgendwie gehen Autoren gerne (da nehme ich mich vielleicht nicht mal aus; ist ja oft so ne Art Betriebsblindheit) um etliche Ecken anstatt geradeaus.

Und sollte es mehrere Sexszenen in dem Buch geben, will ich nicht immer lesen, dass er sein ... in ihre ... steckt.

Ich glaube, das hat mich bei Ayla tatsächlich angeödet. Meinetwegen soll sie ihre Szenen schreiben, aber - wenn ich mich recht entsinne, gibt es vier, die ziemlich ausgelastet sind. Und irgendwie macht Jondalar jedes Mal exakt das Gleiche. Und nota bene, es sind allerdings drei verschiedene Frauen. Einmal hat es sich sogar innerhalb einer Sexszene wiederholt (detaillierte Brustmassage, Verirrung in tiefere Gefilde ... detaillierte Brustmassage).


@Anjana,
Gerade in meinem Genre muss immer irgendwo auf Biegen und Brechen ne Lovestory eingebaut 

Mir fällt gerade auf, dass ich gar nicht genau weiß, welches Genre du schreibst  Shocked Ich kenne zwar den Titel, Sina, aber ... war das Fantasy?

Ich finde Freundschaften ein mindestens so interessantes Thema, das wird aber sehr oft völlig stiefmütterlich behandelt. 

Ich frage mich, woran das liegt. Ich würde sogar behaupten, das Freundschaften ein Thema sind, worin sich wirklich jeder auskennen sollte; das ist bei Sex und Beziehungen schon schwieriger.
Aber sind Freundschaften vielleicht auch zu "einfach"? Mit Freunden sollte man ja reden können und die schwierigsten Freundschaftsverhältnisse, die ich kenne, sind die, in der dann wieder die Liebe ins Spiel kommt. Das klassische "wenn beste Freunde sich verlieben" eben Wink Vielleicht denke ich gerade aber auch einfach nur zu sehr in eine Richtung.

@Herzeloyde,
Diese Mahlzeiten haben trotz allem höchstens eine Seite eingenommen (Erinnerungswert) und sind mir darum nicht lästig gefallen - zumal sie zum historischen Kolorit beigtragen haben. 
Lange und häufige Sexszene finde ich dagegen immer ziemlich ... ätzend. 
Liegt vielleicht auch daran, dass, selbst wenn man Sexszenen charaktertechnisch häufen muss, es bei einer Seite eher lieblos wirken könnte. Bei Sexszenen spielt die Atmosphäre und charakterliche Harmonie ja eine andere Rolle als beim Essen; insofern sind sie eigentlich schon auf eine gewisse Mindestlänge angelegt. Es sei denn, man deutet sie eben nur an oder unterbricht sie.

Nö. Angedeutet Essensszenen sind ja auch keine Essensszenen, sondern transportierte Info.
Stören dich (oder euch) also solche angedeuteten Szenen nicht, auch wenn die eher gehäuft vorkommen? Oder erntet das dann auch eher einen Augenverdreher - "Der Autor kann wohl nicht ohne"?  Laughing
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Re: Sexszenen

Beitrag  Herzeloyde am Fr Jul 17, 2015 3:44 am

Stören dich (oder euch) also solche angedeuteten Szenen nicht, auch wenn die eher gehäuft vorkommen? Oder erntet das dann auch eher einen Augenverdreher - "Der Autor kann wohl nicht ohne"? 

Doch, die stören mich je nachdem auch. Aber weniger, als wenn es jedes Mal ausformuliert wird. Ich glaub, was mir wichtig ist, ist warum die ins Bett hüpfen. Diana Gabaldon ist ja so ein Fall. Im ersten Buch sind die Sexszenen absolut redundant. Aber gut. Es ist für die Beziehung zwischen den beiden wichtig, da sie sich letztlich über den Sex näher kommen. In den späteren Bänden ist es dann nicht mehr so exzessiv beschrieben, was ich weit angenehmer finde. Es macht die Charaktere aus, dass sie über den Sex auch in schwierigen Zeiten wieder zusammen finden. Darum braucht es die Info, aber wirklich nicht jedes Mal in epischer Breite.

Dass eine Sexszene eine gewisse Länge braucht ... einverstanden. Aber immer gleich drei Seiten? Könnte man nicht einfach ein Detail hervorheben, das die Stimmung transportiert, ohne dass man gleich alles beschreibt? Das ist jetzt eine ernst gemeinte Frage. Ich bin in solchen Szenen nicht so beschlagen, hab erst eine geschrieben.
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Re: Sexszenen

Beitrag  Evra am Fr Jul 17, 2015 5:42 am

Schreibtechnisch hab ich bis jetzt noch keinerlei Erfahrung. Romantische Szenen mittlerweile schon, aber da merke ich, dass das Gefühl noch nicht so im Vordergrund steht, wie ich das eigentlich selbst gerne lesen würde, sondern noch das, „was man sieht“ – die pure Handlung.

Die Auel-Bücher habe ich, bis auf das letzte, auch gelesen. Generell stören mich Sexszenen nicht bzw. lese ich sie gerne Wink – gerade wenn es darum geht, Gefühl zu transportieren, die Charaktere davon „beeinflusst“ werden (klassisches Beispiel: Plötzlich ist es nicht mehr nur reine körperliche Anziehungskraft, sondern mehr … Gefühl, Liebe, wie auch immer).
Bei den Auel-Büchern allerdings war es mir zu viel Fluktuation. Irgendwann war es reine Wiederholung und das auch noch über mehrere Seiten hinweg. Und das hat mich dann genervt.

Egal um was es geht, ob Sexszene oder einfaches Denken über einen Sachverhalt: Wenn es zuuu ausführlich wird und sich über mehrere Seiten erstreckt empfinde ich das als ermüdend.
Ist bei Filmen nicht anders: Action sollte dir eigentlich das Adrenalin hochpumpen und im Sitz aufrichten. Wenn aber der Film komplett mit Action durchsetzt ist und es keine „ruhigen“ Momente gibt, lässt die Spannung bei mir nach und ich fange an mich zu langweilen, obwohl ja gerade das Gegenteil gewollt ist.
Und so ist es auch bei mir bei Sexszenen. Die können prickelnd sein, müssen aber durch „in der Kürze liegt die Würze“ überzeugen Wink

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Re: Sexszenen

Beitrag  Anjana am Fr Jul 17, 2015 7:59 am

@Bibiane, auch deinen Beitrag habe ich gelesen, aber ich finde ihn nicht mehr  affraid
Der wurde, unter anderem auf ihren Wunsch hin gelöscht.


Mir fällt gerade auf, dass ich gar nicht genau weiß, welches Genre du schreibst  Shocked Ich kenne zwar den Titel, Sina, aber ... war das Fantasy?
Ich schreibe Urban/ Contemporary Fantasy. Sprich, bei mir gibts Vampire und Werwölfe in unserer Zeit. (Zumindest bei Sina) DT ist eine Jägergeschichte à la Supernatural.
Leider wird in Deutschland fast nur noch Romantasy/ Fantasy Romance verlegt. Und selbst wenn es mal nicht vorrangig um ein Liebespaar geht, muss irgendwo am Ende noch eins eingebaut werden.


Ich frage mich, woran das liegt. Ich würde sogar behaupten, das Freundschaften ein Thema sind, worin sich wirklich jeder auskennen sollte; das ist bei Sex und Beziehungen schon schwieriger.
Aber sind Freundschaften vielleicht auch zu "einfach"? Mit Freunden sollte man ja reden können und die schwierigsten Freundschaftsverhältnisse, die ich kenne, sind die, in der dann wieder die Liebe ins Spiel kommt. Das klassische "wenn beste Freunde sich verlieben" eben Wink Vielleicht denke ich gerade aber auch einfach nur zu sehr in eine Richtung.
Ich weiß nicht, ich habe sehr viele unterschiedliche Freundschaften. Auch viele zu Männern. Je älter ich werde, desto mehr verschwimmen Freundschaften und verwandschaftliche Beziehungen in ihrer Ausgestaltung. Aber ich finde ja Gruppendynamiken generell sehr spannend und da bieten sich so viele Möglichkeiten auch außerhalt der Liebesgeschichte. Und nicht in jeder Männer-Frau-Freundschaft verliebt sich der eine. Klar, das kann passieren und gerade beim besten Freund/Freundin ist das nicht selten, aber es ist eben nicht immer so. Und mir scheint, dass sich ab 25-30 die Geister der Freundschaft scheiden. Ich kenne sehr viele, die nur noch sehr wenige Freunde haben, weil der eine Teil wegbricht, weil nur noch die Partnerschaft zählt, weil die Lebenswege auseinandergehen und weil man vielleicht auch sorgfältiger aussucht, wer zum Freundeskreis gehört. Klar es gibt dann immer noch oft die Nutzclique, die sich aufgrund äußerer Umstände zusammenfindet, aber echte Freundschaften dünnen sich dann oft sehr aus.
Und auch Freundschaften bestehen nicht einfach so. Auch in sie muss man investieren, muss man Phasen überwinden, in denen man sich vielleicht von einander entfernt usw.
Dazu gibt es in meinem Genre kaum etwas zu lesen. Es muss ja nicht ausgetauscht werden, aber etwas mehr Vielfalt wäre einfach schön. Und wenn die Geschichte selbst im Vordergrund steht, eine Aufgabe, ein Abenteuer, was auch immer, dann braucht es auch keinen Sex um zu fesseln.


Stören dich (oder euch) also solche angedeuteten Szenen nicht, auch wenn die eher gehäuft vorkommen? Oder erntet das dann auch eher einen Augenverdreher - "Der Autor kann wohl nicht ohne"? 
Angedeutet finde ich völlig in Ordnung, wenn der Sex eben keine weitere Bedeutung hat. Meinetwegen auch noch mit ein bisschen Vorspiel/Plänkelei. So flirty Szenen finde ich auch viel schöner zu lesen. Der Akt selbst ist eben meist auch nicht gut umgesetzt und nur selten wirklich individuell gezeigt. Das miteinander der Paare, wie sie sich necken, welche gemeinsamen Muster und Rituale sie haben, das lese ich auch ab und zu gerne. Und wenn es nicht gradlinig läuft. Okay, das ist vielleicht meins, weil ich da auch oft viel hin und her erlebt habe. Aber wenn in einigen Reihen, die ich auch gerne lese, das Hauptpaar als Nebenplot sich immer wieder näher kommt um dann wieder Hürden nehmen zu müssen (die natürlich plausibel wirken müssen) finde ich das deutlich prickelnder als eine Sexszene. Zumal ich einfach denke, wer Sexszenen lesen will, kann das in der Erotik oder bei den LiRos tun. Muss es in 90% der anderen Genre auch so verbreitet sein?
Essensszenen werden bei mir auch oft angedeutet. Meist um eine Szene einzuleiten oder zu beenden. Die beschreibe ich dann aber nicht ausführlich, sondern schreibe eben nur etwas wie: "Ich rief den Pizzadienst. MIt Piza konnte man nie was verkehrt machen." oder "Ich trank gerade meine zweite Tasse Kaffee als ... hereinkam, sich das letzte Brötchen schnappte."
Beim Essen finde ich gehört das mit in ein Buch. Nicht ellenlang, aber als Basis für Gespräche oder Gedanken. Und dann auch mal einen Abwasch zu erwähnen, das Putzen eines Zimmers und ähnliches. Wenn die Geschichte beispielsweise viel in einer Wohnung spielt. Dann hat man auch direkt ein Kopfkino beim Leser, denn jeder kann sich einen Pizzabend und ein Frühstück vorstellen.
Ist die Story sehr actionreich und spielt draußen, wo nicht gegessen wird, bringe ich es aber auch nicht auf biegen und brechen rein.


Aber immer gleich drei Seiten? Könnte man nicht einfach ein Detail hervorheben, das die Stimmung transportiert, ohne dass man gleich alles beschreibt? Das ist jetzt eine ernst gemeinte Frage. Ich bin in solchen Szenen nicht so beschlagen, hab erst eine geschrieben.
ich denke schon, dass das funktionieren kann. Aber es ist schwierig. Zumindest deutlich schwieriger, als eine Sexszene aus einem anderen Buch in dem Genre abzukupfern. (Was mir oft so vorkommt, weil die Szenen oft einfach so austauschbar sind)
Es wäre ein Versuch wert, meine lieben LiRo-Schreiber Wink
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Re: Sexszenen

Beitrag  Wordhunter am Fr Jul 17, 2015 8:29 am

@Kelpie schrieb:Sowohl wegen der Spitznamen für Geschlechtsteile (das ist für mich auch ein absolutes No-Go - wenn ich bei einer Sexszene lachen muss, weil es der Autor vermasselt, dann ist jegliches Mitfiebern mit den Charakteren weg und die ganze Stimmung im Eimer), als auch wegen deines Beispiels. Ich glaube, oft ist es gar nicht mal so schwer, akzeptable Zufälle zu erfinden, aber irgendwie gehen Autoren gerne (da nehme ich mich vielleicht nicht mal aus; ist ja oft so ne Art Betriebsblindheit) um etliche Ecken anstatt geradeaus.

Ich finde solche Bezeichnungen einfach nur schrecklich. Habe ich schon öfter in Bücher gelesen. Klar, ist dann der Funke weg, wenn ich mich wegschmeiße. Laughing  Das Buch lege ich dann auch weg, hat sich für mich erledigt.
Ja, die Betriebsblindheit ... Tüdelü ... drunken 

Und in dem Aylading waren wirklich sehr viele Sexszenen, dass es sogar mich irgendwann angenervt hat. Herrgott, hatte er nichts anderes zutun, als ständig ein Rohr zu verlegen? Laughing 
Aber na ja, in der Steinzeit gab es nicht viel Beschäftigung. Und so ein Säbelzahntiger kam auch nicht alle Tage vorbei, um sich wenigstens mal im Kampf zu messen.
Ja, die Bücher habe ich auch ganz schnell abgeschossen bzw. Mülltonne.

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Re: Sexszenen

Beitrag  Rabenschrei am So Nov 01, 2015 9:59 pm

Moieeen,

*mal ein altes Thread aus der Versenkung hol*

Ich kenn diese "Ayla" Buchreihe, oder generell Fantasy nicht. Das erstmal vorne weg. tongue 

Ich les vorwiegend (Histo)Romancen, gerne auch mal die etwas ... dunkleren Ecken, der "Roman Branche". Da lernt man das ein oder andere & liest eben auch viele erotische Szenen. Ob sie nützlich / brauchbar sind, oder einfach nur ne Existenzberechtigung haben, hängt für mich immer von der einzelnden Szene ab. Eine Hochzeitsnacht, wo der Kontext weniger auf "dieser besonderen Nacht", als vielmehr auf dem Geschehen DABEI abzielt, ist natürlich wesentlich nützlicher, brauchbarer und effektiver, als einfach nur eine "Wir haben geheiratet, jetzt mach die Beine breit Weib" - Szene. 

Vllt. kennt der ein oder andere von euch die Serie "Outlander" (Buch: Feuer und Stein).
In der Hochzeitsnacht von Jamie und Claire gings in erster Linie darum, den Zwiespalt zwischen den beiden zu reduzieren. Claire ist in einem anderen Jahrhundert verheiratet & hat ein riesiges Problem damit, mitm anderen Mann zu schlafen. Zumal beide Parteien mehr oder weniger mit dieser "Zwangsheirat" überrumpelt wurden (...). Wie genau das jetzt im Buch aussah, weiß ich nicht mehr, das ist schon ein paar Jährchen her, dass ichs gelesen hab.
In der Serie sah es so aus, dass die beiden sich nach der Hochzeit, nachdem es dann ins Kämmerchen ging, ewig lang unterhalten haben. Sich gegenseitig ihre Lebensgeschichte erzählt (...) & erst dann durchn ganz blöden Zufall, kams zum Koitus. (Kurz und knackig. Im Buch warens glaube auch ein paar Seiten. Laughing ) Das wirkt natürlich seeehr viel besser, als wie das "Bruno haben Sex wollen. Jetzt. *grunz*", mit der zarten Jungfrau Maria, die schlotternd ine Ecke steht und sich das dünne Nachthemd vorm Leib hält.

Bezgl der "Spitznamen", des männlichen Geschlechtsorgan.
Das liegt am Schamgefühl des jeweiligen Autors. Sex ist immer eine sehr intime & private Sache. Als Autor / Schriftsteller steht man indirekt neben den Figuren und "sieht" ihnen beim Akt zu. Das ist nicht für jederman angenehm, weil man sich wie ein Voyeur fühlt. Um diesen "Spanner Eindruck", dieses "Spanner Gefühl"... loszuwerden, verniedlichen viele die Körperteile. Das braucht auch viel Übung und Fingerspitzengefühl - letzteres besonders, wenn man kein plumpes Körperteil Puzzle schreiben will.
Andererseits muss man dazu sagen, dass viele selbst in RL Probleme haben, die Dinge beim Namen zu nennen. Da wird ausm Penis mal ganz schnell ein Döddel (...). Laughing

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Re: Sexszenen

Beitrag  unkompliziert am So Nov 01, 2015 11:31 pm

Meine Schwierigkeit bei Sexszenen ist es Beispiele für eine gute Sprache zu finden.
Zumindest wenn es um die primären Geschlechtsorgane geht Wink
Gezwungenermaßen müsste ich da immer ausblenden, denn die eine Gruppe Wörter ist
zu niedlich, die andere zu klinisch biologisch und die nächste klingt abwertend.

Ich selber bin kein Maßstab, denn zu biologisch, zu niedliche oder zu blumig finde ich es nie.

Es gibt wohl keinen anderen Weg, als sich durch ein paar Dutzend Bücher meines Genres zu blättern und
wie ein Teenie nach Sexszenen zu suchen, damit ich herausfinde, wie da so der Vokabelknigge ist?

Ich finde Sexszenen nur interessant, wenn darin wirklich ein Konflikt oder eine Entwicklung einer
Figur passiert.
Wie jemand duscht oder frühstückt würde man ja auch nur beschreiben, wenn etwas Besonderes daran ist.

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Re: Sexszenen

Beitrag  Ankh am Mo Nov 02, 2015 12:14 am

Ich finde Sexszenen dann interessant, wenn das, was dabei geschieht, auch relevant ist für die Geschichte. Also wie die beiden aufeinander zugehen, wie sie miteinander umgehen etc. Je nachdem, was ich mit der Szene vermittelt will, fällt dan die Szene selbst aus. Wenn sie für eine Figur ein einschneidendes Erlebnis ist kann das durchaus detailliert sein. Wenn die einzige Info, die ich rüberbringen will ist "die beiden haben jetzt Sex", dann deute ich das an und lasse den beiden dann ihre Privatsphäre Wink

Wenn es primär um die Gefühle zwischen den beiden geht, braucht man mMn auch gar keine Ausdrücke für die Geschlechtsorgane; wenn man eine Szene über Essen schreibt beschreibt man ja auch nicht detailliert, was Zähne, Gaumen und Zunge gerade tun. Das finde ich es schöner, wenn man die Gedanken beschreibt, keine technischen Einzelheiten. Wenn dagegen technische Einzelheiten irgendwie wichtig oder interessant sind (wie der Zwerg mit der Orkin oder so ...), dann kann man das natürlich auch schreiben.

Wichtig finde ich vor allem, dass sich die Stimmung in der Beschreibung spiegelt. Geht es grob gesagt nur ums ficken, dann würde ich derbe, knappe Beschreibungen benutzen. Geht es um behutsamen ersten Sex, dann sollte die Sprache genauso behutsam sein. Man kann Humor mit reinbringen, Leidenschaft, Ekel, was immer den Sex ausmacht. Und manchmal ist es vielleicht auch spannender zu sehen, wie die beiden danach miteinander umgehen, als mittendrin Wink
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Re: Sexszenen

Beitrag  Anjana am Mo Nov 02, 2015 1:07 am

Im Grunde kann ich deinem Post nur zustimmen, @Ankh.

Ich persönlich bin zwar Fan von Geschichten, in denen Sex nicht vorkommen braucht, aber wenn es zur Geschichte gehört, dann würde ich das auch genauso sehen. Der Fokus muss wirklich nicht immer auf den Geschlechtsteilen und der Technik liegen.
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Re: Sexszenen

Beitrag  DrJones am Mo Nov 02, 2015 8:31 pm

@Ankh

Ja richtig, die Sexszenen sollten eine Relevanz für die Geschichte haben - sofern man
literarisch schreibt. Beim Genre Pornografie  (ist das überhaupt ein Genre?) hat
der Sex ja nur einen Zweck - Selbstzweck. Was ich aber in literarischen Werken
interesssant finde, ist, wenn durch eine Sexszene ganz andere Dinge erzählt
werden, wie etwa das Machtverhältnis zwischen zwei Protagonisten. Auch lassen
sich durch die Beschreibung des Verhaltens während des Sex sehr schön
tieferliegende Persönlichkeitsschichten offenlegen. Wie ist die Person wirklich?
Legt sie eine Maske ab?


Zuletzt von DrJones am Mo Nov 02, 2015 9:29 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Sexszenen

Beitrag  Rabenschrei am Mo Nov 02, 2015 9:26 pm

DrJones: Jap, nennt sich in diesem Falle nur "Erotik". (Viele Bücher in dem Bereich kann man aber ganz locker unter Pornographie einordnen. Da ists einfach nur blindes gerammel, ohne viel Story.)

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Re: Sexszenen

Beitrag  DrJones am Mo Nov 02, 2015 9:31 pm

Hallo Rabenschrei,

Ja, "Erotik". Der Begriff fiel mir nicht gleich ein...

(Ich habe mal spontan mein Profilbild geändert,
da mir im realen Leben ein dummer Fehler unterlaufen
war.)
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