Scheiß auf die Perspektive!

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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Herzeloyde am Do Okt 29, 2015 1:34 am

Einen großen Unterschied zwischen der Ich-Perspektive sowie einer nahen personellen finde ich die Option, dass ich in dritter Person mehrere POV haben kann. Bei der Ich-Perspektive normalerweise eher nicht.

Das dachte ich bisher auch, hab aber in den letzten Wochen mindestens drei Beispiele gelesen, die das so machen wollen. Ich habe abgeraten, aber offenbar ist da ein Trend im Kommen. Dann frage ich mich allerdings wirklich, wo noch groß ein Unterschied sein soll.

Du meinst, die Ich-Perspektive abwechseln mit personaler?  Ich finde das auch sehr gewöhnungsbedürftig. Evil or Very Mad Oder meinst du mehrere Ich-Perspektiven? Das sind dann typischerweise die Bücher, in denen die Szenen mit den Namen der Protas überschrieben sind. Das kann schon gelingen, aber da kommt es m.M.n sehr darauf an, starke, unverwechselbare Erzählstimmen zu etablieren. (Das Thema hatten wir schon mal, ich geh mal den Link suchen)
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  DrJones am Do Okt 29, 2015 1:34 am

Ist die Ich-Perspektive nicht eine extreme personale Perspektive?


Zuletzt von DrJones am Sa Nov 26, 2016 4:15 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Julestrel am Do Okt 29, 2015 1:38 am

Für mehrere Ich-Perspektiven kenne ich kein gutes Beispiel und bis jetzt der Meinung, dass die Perspektive dafür auch nicht wirklich geeignet ist.

Die Mischung der Ich- und personellen Perspektive hatte ich schon in einem Buch umgesetzt. "Ich" war die weibliche Protagonistin, an der man nah dran war und alle Emotionen mitbekommen hat. "Er" der männliche Protagonist, wo ein gewisser Abstand und ein bisschen auch Neutralität erzeugt wurde. Das hatte wunderbar gepasst, aber klar, die ersten ein oder zwei Kapitel ist es ein bisschen gewöhnungsbedürftig Smile


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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  DrJones am Do Okt 29, 2015 1:40 am

@Julestrel

Doch dafür gibt es Beispiele, das habe ich erst letztens gehört. Muss ich aber raus suchen. Den Unterschied macht da die Erzählerstimme, also die Sprechweise usw.
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Herzeloyde am Do Okt 29, 2015 1:43 am

Für mehrere Ich-Perspektiven kenne ich kein gutes Beispiel

Ich kenne bisher auch nur eins, das mich überzeugt hat. Das ist ein Jugendbuch von Christine Nöstlinger "Sowieso und überhaupt" heisst es. Da ist die Scheidung der Eltern aus der Sicht der drei Kinder erzählt. Aber eben, sie etabliert sehr starke Figurenstimmen.
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  DrJones am Do Okt 29, 2015 1:58 am

Ich sage es ganz offen: Ich bin kein Freund der Ich-Perspektive - aber
auch kein direkter Feind. Ich habe leider schon viele Beispiele gelesen,
wo diese Perspektive verkehrt bzw. unüberlegt angewandt wurde.
Wenn ich in der Ich-Form schreibe, dann immer so, als würde ich meinen
Freunden abends eine Anekdote zum besten geben.
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Anjana am So Nov 08, 2015 2:26 am

So da ihr die ganze interessante Diskussion geführt habt, als ich keine Zeit hatte mitzumischen, hole ich den Thread jetzt wieder hoch. Dass habt ihr nun davon^^

Mehrere Ich-Perspektiven habe ich auch in einem Projekt, dass generell experimentell ist. Da hat sich auch gezeigt, dass die Erzählstimme der Knackpunkt ist, an dem es hängt, ob das in einem schnellen Wechsel funktioniert. Es ist aber auch eine Chance, seine Figur noch einzigartiger zu machen, weil die Abgrenzung zu den anderen Figuren noch stärker sein muss. Die Filter "Wahrnehmung der Figur" und "Persönlichkeit" müssen hier also noch viel engmaschiger sein. Für einen Roman halte ich das auch für sehr gewagt, aber eine Szene zur Übung von zwei Ich-Perspektiven durchleuchten zu lassen, könnte durchaus manchmal hilfreich sein, um noch tiefer in die Figur schauen zu können.

Wie sieht es dann mit Mimik aus? Ein Lächeln spürt man ja bzw tut man es bewusst, aber wenn zum Beispiel das Gesicht bei einer Bemerkung unbewusst zuckt, dann darf ich das ja gar nicht erwähnen (bzw muss seine Gefühle dazu heranziehen)?
@DrJones und @ESchen haben es ja schon angesprochen: Das muss nicht immer ein Perspektivbruch sein, denn Menschen gehen durchaus manchmal auf eine Metaebene. Die Kunst ist eben, das unterschwellig als Begründung zwischen den Zeilen zu haben.
Ich habe es zum Beispiel mal erlebt, dass ich ein Lächeln erwiedert habe, ohne dass ich das absichtlich getan hab. Ich saß damals wirklich da und dachte "Ich lächel?? Wieso lächel ich den an?" (Mein Gott sieht "lächel" geschrieben doof aus Laughing )
Auch wenn wir eine Reaktion vortäuschen oder bewusst machen, um etwas zu erreichen, ist diese Metaebene präsent.
Bei unbewussten Reaktionen würde ich tatsächlich sagen, dass man sie in der Ich-Perspektive nicht einfach so benennen darf. Da würde ich eher die Innenschau nehmen, die ja für die Figur viel stärker ist als die unbewusste Gestik oder Mimik. Wenn ich allerdings aus der Figur herausschreibe, komme ich persönlich auch gar nicht auf die Idee, solche unbewussten Dinge schreiben zu wollen. Das passiert mir nur, wenn ich die Kamera außerhalb der Person positioniere und auf die Figur schaue, statt durch ihre Augen zu schauen.

@DrJones
Ist die Ich-Perspektive nicht eine extreme personelle Perspektive?
Ja, das ist sie Wink

Für mich hat es sich bewährt, immer auf die Kamera zu schauen, wo steht sie und wie manifestiere ich diesen Standpunkt im Text?

@Ankh schrieb:ich hab schon Bücher gelesen, wo mich Perspektivfehler unglaublich genervt haben, in anderen stört es mich überhaupt nicht. Allerdings muss ich mir erst klarwerden, woran das liegt, um festzustellen, wie ich das anwenden kann.
Das ist eine gute Frage. Ich würde jetzt mal ins blaue hinein vermuten, dass es einer logischen Wahrnehmungsrichtung des Lesers folgt, wenn es gut gemacht ist.
In dem letzten Buch, das ich gelesen habe (Tanya Huff "Blutzoll", Vorlage für die Serie Bloodties) wurde bei fast jeder Figur, die auftrat in den Kopf geschaut. Kaum gab es eine Reaktion, wurde sie durch den Blick in den Kopf erklärt. Ich persönlich fand es richtig schlecht und störend, insbesondere, weil dadurch alles irgendwie flach blieb. ABER es wurde immer so eingeleitet, dass die Aufmerksamkeit des Lesers durch die Handlung eben schon bei der anderen Figur war. Wäre diese Technik auf die beiden Hauptfiguren beschränkt geblieben, hätte ich es vielleicht sogar akzeptiert. (Wobei ich sowas absolut gar nicht mag, nicht mal mehrere Perspektivstränge lese ich freiwillig, deswegen würde ich es wohl nie als gelungen bezeichnen^^). Gut, in dem Buch kam auch noch dazu, dass ständig Schauplätze und Perspektivplätze wechselten und das Konzept einfach nur die simpelste Lösung für den Autor dargestellt hat. Aber einem einfachen Leser wäre das kaum aufgefallen, weil er sich keine Gedanken darüber macht, wie schwierig es ist, Informationen rüberzubringen, wenn man nicht einfach den Schauplatz oder den POV wechseln kann.

Da liegt möglicherweise auch noch ein wichtiger Punkt verborgen, der mMn bei jedem handwerklichen Kniff das Wichtigste ist (wenn man es analysieren und bewusst nutzen will, natürlich nur). Ist es für den Autor bloß einfacher oder hat es einen besonderen Grund, dass er die Perspektive bricht?


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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Samira-Jessica am So Aug 28, 2016 8:01 am

Ich glaube, hier bin ich mit meinem Anliegen richtig...

Heute habe ich mir im Zuge meiner Recherche zu den Bausteinen einer Geschichte/eines Romans das Thema Erzählperspektiven vorgenommen. Leider bin ich nicht mal dazu gekommen, den Text dazu anzufangen. Denn als ich mir sowohl in Vickie`s Blogeintrag Perspektive als auch in Mara Laues Ratgeber Von der Idee zum fertigen Text die Beschreibungen zum auktorialen und personalen Erzähler durchgelesen und überflogen hab (die Kapitel von Mara Laue sind sehr lang [aber gut und ausführlich und mit tollen Beispielen]), hat sich Verwirrung in mir breitgemacht.

Ich kann nämlich keinen klaren Unterschied zwischen den Beiden erkennen...
Beide kennen die Gedanken und Pläne der Protagonisten und wissen was sie fühlen, sehen, riechen,...

Vielleicht könnt Ihr mir da ja weiterhelfen?!
Auch frage ich mich, wenn diese so augenscheinlich so ähnlich sind, ob die Untscheidung so wichtig ist, für´s Schreiben...

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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Earu am So Aug 28, 2016 8:13 am

Da gibt es schon einen wichtigen Unterschied, was das Ergebnis betrifft. Auktorial bedeutet, du kennst und schreibst über alles, was alle deine Charaktere betrifft und gerade wichtig ist. Du bist trotzdem irgendwie weiter weg, weil du "nur" über sie schreibst. Personal schreibst du nur das, was du aus Sicht des Charakters wissen kannst, auf dem gerade der Fokus liegt. Effektiv erzählt deine Figur, was passiert, nur nicht aus der Ich-Perspektive. Wenn du also aus Annas Sicht erzählst, kannst du nicht wissen, was Max gerade denkt. Du kannst nur Vermutungen äußern, aber die können auch (bewusst) falsch sein. Wenn du mit Sicherheit erzählen willst, was in Max vorgeht, musst du die Perspektive wechseln.

Mir ist die Unterscheidung insofern wichtig, dass ich meiner Linie treu bleiben will. Wenn ich dazwischen hin und her wechsle, wird der Leser am Ende auch verwirrt sein. Bevor er deshalb meine Geschichte frustriert weglegt, bleibe ich bei dem, für das ich mich entschieden habe. Deshalb überlege ich auch, welche Perspektive meiner Geschichte hilft, richtig zu wirken.

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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Samira-Jessica am Mo Aug 29, 2016 1:04 am

confused Argh, ich steig einfach nicht durch, hab mal wieder ein Brett vorm Kopf!

Auf dem erstem Blick, wann immer ich Erklärungen zu beiden Perspektiven lese, sieht es für mich so, als würde der auktoriale Erzähler alles außer die Gedanke und Pläne der Charaktere wissen und der personale eben schon, aber das ist es nicht... Ich steh auf dem Schlauch...

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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Evra am Mo Aug 29, 2016 1:11 am

Der personale Erzähler schaut durch die Augen des Prota. Er sieht was er sieht, kennt die Gedanken usw.

Der auktoriale Erzähler kann durch die Augen des Protas schauen (mit Gedanken einsehen usw.) oder aber "von oben" auf den Prota schauen (Gedanken aussparen, obwohl er sie kennt).

Zusätzlich kann der auktoriale Erzähler aber auch alles andere wissen. Was andere Charaktere denken u.ä., er kann auch genauso gut in die Zukunft sehen ...

(Leider kann ich aus Zeitmangel gerade nicht ausführlicher schreiben. Ich hoffe, das hilft wenigstens ein bisschen aufzuklären)
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Ankh am Mo Aug 29, 2016 1:14 am

@Samira-Jessica:

Der Personale Erzähler weiß nur, was im Kopf EINER Person vorgeht,, nämlich dem des Perspektivcharakters. Er beschreibt auch nur, was dieser sehen, hören und wissen kann. Im Grunde ist es ähnlich wie eine Ich-Perspektive, nur halt mit anderem Pronomen (und ein bisschen anderem Schwerpunkt).

Der Auktoriale Erzähler weiß ALLES. Er kann die Gedanken aller Figuren lesen, er kennt die größeren politischen Zusammenhänge, er weiß, wie die Geschichte ausgeht. Natürlich klatscht er das dem Leser nicht einfach hin, sonst wäre ja die Spannung flöten, und man sollte auch vermeiden, wie ein Grashüpfer von einem Kopf zum nächsten zu springen, aber der auktoriale Erzähler kann eben z.B. von dem Schatten erzählen, der in der Nische dort mit gezogenem Dolch auf den Prota wartet, von dem der Prota nichts ahnt.
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Samira-Jessica am Mo Aug 29, 2016 1:27 am

@Ankh schrieb:@Samira-Jessica:

Der Personale Erzähler weiß nur, was im Kopf EINER Person vorgeht,, nämlich dem des Perspektivcharakters. Er beschreibt auch nur, was dieser sehen, hören und wissen kann. Im Grunde ist es ähnlich wie eine Ich-Perspektive, nur halt mit anderem Pronomen (und ein bisschen anderem Schwerpunkt).

Der Auktoriale Erzähler weiß ALLES. Er kann die Gedanken aller Figuren lesen, er kennt die größeren politischen Zusammenhänge, er weiß, wie die Geschichte ausgeht. Natürlich klatscht er das dem Leser nicht einfach hin, sonst wäre ja die Spannung flöten, und man sollte auch vermeiden, wie ein Grashüpfer von einem Kopf zum nächsten zu springen, aber der auktoriale Erzähler kann eben z.B. von dem Schatten erzählen, der in der Nische dort mit gezogenem Dolch auf den Prota wartet, von dem der Prota nichts ahnt.
Ah ok, jetzt wird mir der Unterschied klarer, danke @Ankh!

Das heißt der Personale Erzähler weiß nichts von dem Schatten in Nische? Hab ich das richtig verstanden?

Und der Personale Erzähler kann in die Köpfe der anderen handelnden Personen springen, richtig? Hab da was gelesen, beim Überfliegen in Mara Laues Buch...

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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Earu am Mo Aug 29, 2016 1:30 am

@Samira-Jessica schrieb:Das heißt der Personale Erzähler weiß nichts von dem Schatten in Nische? Hab ich das richtig verstanden?
Das hast du richtig verstanden. Smile
@Samira-Jessica schrieb:Und der Personale Erzähler kann in die Köpfe der anderen handelnden Personen springen, richtig? Hab da was gelesen, beim Überfliegen in Mara Laues Buch...
Und hier hast du in der Eile vermutlich das falsche Wort benutzt. Es handelt sich um den auktorialen Erzähler, der in die Köpfe springen kann. Smile

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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Samira-Jessica am Mo Aug 29, 2016 2:04 am

@Earu schrieb:
@Samira-Jessica schrieb:Und der Personale Erzähler kann in die Köpfe der anderen handelnden Personen springen, richtig? Hab da was gelesen, beim Überfliegen in Mara Laues Buch...
Und hier hast du in der Eile vermutlich das falsche Wort benutzt. Es handelt sich um den auktorialen Erzähler, der in die Köpfe springen kann. Smile
Öhm, nein.. Eigentlich nicht. Ich dachte, der Personale sitzt in den Köpfen? confused

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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Ankh am Mo Aug 29, 2016 2:19 am

@Samira-Jessica schrieb:
@Earu schrieb:
@Samira-Jessica schrieb:Und der Personale Erzähler kann in die Köpfe der anderen handelnden Personen springen, richtig? Hab da was gelesen, beim Überfliegen in Mara Laues Buch...
Und hier hast du in der Eile vermutlich das falsche Wort benutzt. Es handelt sich um den auktorialen Erzähler, der in die Köpfe springen kann. Smile
Öhm, nein.. Eigentlich nicht. Ich dachte, der Personale sitzt in den Köpfen? confused
Er sitzt in EINEM Kopf. Wenn du in einen anderen Kopf springen willst, dann musst du eine neue Perspektive einführen, nämlich die der Person, in dessen Kopf du für diese Szene sein willst. Dann kannst du aber wiederum nur beschreiben, was Perspektivcharakter B sieht, hört und weiß, du kannst nicht einfach Wissen dazunehmen, das nur Perspektivcharakter A hat.

Wenn dir das immernoch unklar ist, kann ich mal ein Beispiel schreiben, das müsste aber bis heute Abend warten.


Zuletzt von Ankh am Mo Aug 29, 2016 2:29 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Evra am Mo Aug 29, 2016 2:24 am

Vielleicht hilft dir auch, zusätzlich zu Ankhs Angebot, diese Erklärung weiter:
(Ist mit Grafik, dadurch evtl. anschaulicher)



http://schriftzeit.de/archives/1810

EDIT: Außerdem haben wir hier: http://tintenklecks.forumieren.com/t494-erzahler-und-erzahlperspektiven?highlight=Erz%C3%A4hler#4099 darüber diskutiert.
Gleich der erste Link im ersten Post hat mir sehr geholfen das Thema zu verstehen.
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Samira-Jessica am Mo Aug 29, 2016 3:28 am

@Ankh schrieb:
@Samira-Jessica schrieb:
@Earu schrieb:
@Samira-Jessica schrieb:Und der Personale Erzähler kann in die Köpfe der anderen handelnden Personen springen, richtig? Hab da was gelesen, beim Überfliegen in Mara Laues Buch...
Und hier hast du in der Eile vermutlich das falsche Wort benutzt. Es handelt sich um den auktorialen Erzähler, der in die Köpfe springen kann. Smile
Öhm, nein.. Eigentlich nicht. Ich dachte, der Personale sitzt in den Köpfen? confused
Er sitzt in EINEM Kopf. Wenn du in einen anderen Kopf springen willst, dann musst du eine neue Perspektive einführen, nämlich die der Person, in dessen Kopf du für diese Szene sein willst. Dann kannst du aber wiederum nur beschreiben, was Perspektivcharakter B sieht, hört und weiß, du kannst nicht einfach Wissen dazunehmen, das nur Perspektivcharakter A hat.

Wenn dir das immernoch unklar ist, kann ich mal ein Beispiel schreiben, das müsste aber bis heute Abend warten.
Sorry für die Verwirrung, hab das eben mit der wechselnden personalen Perspektive verwechselt.

Setzt mich gerade eben nochmal mit dem Kapitel auseinander und steig jetzt auch endlich durch.
Trotzdem vielen Dank für eure Hilfestellungen!

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Auktoriale Perspektive

Beitrag  DrJones am Mo Aug 29, 2016 6:09 am

Ich lese gerade  "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss, das zumindest in den ersten Kapiteln
in der auktorialen Perspektive geschrieben ist. Später wechselt es in die Ich-Perspektive, die mir
eigentlich nicht liegt. Das soll hier aber nicht Thema sein.  No

Es ist schon für mich wieder eine Eingewöhnung in die auktoriale Perspektive. Viele Bücher sind ja in der
personalen Perspektive geschrieben oder in der Ich-Perspektive. In der auktorialen Perspektive
z. B. finde ich Formulierungen befremdlich wie: 'Er ging die Straße hinunter und bemerkte nicht,
wie ihm jemand folgte." oder auch 'Eine Begrüßung, wie sie in dieser Gegend von alters her üblich war.'
Ich stelle mir da immer den "Märchenonkel" vor, der da aus seinem Buch vorliest. Käpt'n Blaubär sozusagen.  Laughing
Dieser Märchenonkel versperrt mir teilweise die Sicht auf und aus meinen Protagonisten. Ich denke oft an
diesen Erzähler, stelle ihn mir vor: faltig, buschige Augenbrauen, eine Lesebrille auf der krummen Nase ...
bzw. dick, blau, roter Pulli, Kapitänsmütze ... Smile was die Figuren weiter in den Hintergrund rückt.

Soweit zu den von mir empfundenen Nachteilen der auktorialen Perspektive...
Die Vorteile sind für mich, dass ich nicht an einem Prota pro Szene klebe, sondern, nach belieben, hier und dort
hingehen kann, zeitlich wie räumlich. Ich kann die Kamera weit oben aufstellen, um mir einen Überblick zu
verschaffen, oder auch ganz nah herangehen, um ein Detail einzufangen. Ich kann in den Kopf von Prota A
springen, sogar unter seine Zunge, wo ein Kaugummi liegt (wie in "Früchte des Zorns") oder in den Kopf
von Prota B und seinen Gedanken lauschen und diese sogar kommentieren.
In der personalen Perspektive ist all dies auch - unter bestimmten Einschränkungen - möglich, aber doch
ein deutlich größerer Akt.
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Samira-Jessica am Sa Sep 03, 2016 10:35 am

Hm, gerade ist mir ein Gedanke zu geschichtliche, politischen Ereignissen gekommen...

Der Vorteil des auktorialen Erzählers ist ja, dass er diese alle weiß und beliebig in die Handlung miteinbringen kann, ohne darauf achten zu müssen, ob die Charaktere selbst davon wissen.

Das hingegen ist der Nachteil des personalen (wechselnd, schwebenden) Erzählers, denn der weiß ja nur soviel wie die Charaktere, in dessen Köpfen er sitzt.

Ist der personale Erzähler dann vielleicht doch ein wenig hinderlich, wenn man sich jetzt eine ausführliche Vorgeschichte und Erklärung zu seiner Welt ausdenkt. Also ich meine, ist es dann nicht schwieriger, dies dem Leser mitzuteilen?

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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Ankh am Sa Sep 03, 2016 10:43 am

Im Grunde ist es doch meist so, dass der Protagonist auch wenig bis gar nichts weiß und erst im Laufe der Zeit alles wichtige erfährt, wie z.B. Harry Potter, der anfangs weder Hogwarts noch Voldemort kennt noch zaubern kann oder sonst irgendetwas über die Welt der Zauberer weiß. Das ist sogar hilfreich, weil er da sozusagen den Leser an die Hand nehmen kann, und während Harry diese Welt entdeckt und erklärt bekommt, lernt der Leser im selben Moment ebenfalls alles Wichtige.

Und das, was der Protagonist nicht im Laufe der Geschichte erfährt, sein wir mal ehrlich, das ist auch nicht wichtig für die Geschichte. Es ist gut, wenn du als Autor da ein bisschen mehr Hintergrund kennst, aber das musst du nicht alles den Lesern aufs Brot schmieren. Es ist immer schön, wenn die Ränder ein bisschen im Dunkeln verschwimmen, weil der Leser dann das Gefühl bekommt, da ist mehr und die Welt ist nicht nur ne Kulisse, die zwei Zentimeter neben dem Szenenausschnitt aufhört.
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  DrJones am Sa Sep 03, 2016 11:17 am

Sa-Je schrieb:Ist der personale Erzähler dann vielleicht doch ein wenig hinderlich, wenn man sich jetzt eine ausführliche Vorgeschichte und Erklärung zu seiner Welt ausdenkt. Also ich meine, ist es dann nicht schwieriger, dies dem Leser mitzuteilen?

Kommt darauf an, was man alles aus der Vorgeschichte und der Welt mit einfließen lassen möchte. Wenn die Vorgeschichte komplett erzählenswert ist, dann könnte man dafür ja auch ein eigenes Buch schreiben, wo es dann wieder eine Vorgeschichte gäbe. Die Katze beißt sich da also irgendwo in den Schwanz ...

Ich sehe auf der anderen Seite auch kein großes Problem mit "personaler Erzähler" und "Vorgeschichte". Man bringt ja nur die Dinge aus der Vorgeschichte ein, die für die Handlung relevant sind. Das Aufdecken der Vorgeschichte gehört auch zu den Aufgaben des Protagonisten, was z. B. im Krimigenre der Fall ist, wenn der Kommissar den Fall nach und nach löst. Die Vorgeschichte sollte, mMn, organisch über die Geschichte verteilt, preisgegeben werden. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie etwa, wenn der Prota über einen Gegenstand nachdenkt und diesen zeitlich und räumlich einordnet. Dann sind auktoriale Einleitungen zu Szenen möglich, auch bei der personalen Perspektive. Es ist also nicht verboten, am Anfang quasi einen Anflug auf die Szenerie zu machen und einen kleinen Abriss der "Historie" zu bringen. Wenn man dann mitten in der Szene ist, halte ich auktoriale Parts allerdings für verkehrt.
Kommentare des auktorialen Erzählers zur Handlung oder zu Figuren darin finde ich nach wie vor total befremdlich. Das erinnert mich dann immer an "Oliver Twist": 'Konnte dieser arme Junge denn etwas für seine Herkunft? Was hatte er nur für ein schweres Los!'

So in dem Sinne befremdlich.
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Samira-Jessica am So Sep 04, 2016 8:54 am

@Ankh: Ich hab Harry Potter ehrlich gesagt nur geschaut aber nie gelesen, weiß daher gar nicht in welcher Erzählperspektive er geschrieben ist ... Bzw. hab ich den ersten Band mal angefangen, aber der war so kindlich geschrieben irgendwie, das hat mir gar nicht gefallen. Und damals hatte ich mich auch noch nicht mit Erzählperspektiven und dergleichen beschäftigt.

Offtopic: Frage am Rande: Kann es sein das es von Harry Potter zwei Versionen gibt, eine für Kinder und Jugendliche, und eine für Erwachsene? confused 


@DrJones schrieb:Ich sehe auf der anderen Seite auch kein großes Problem mit "personaler Erzähler" und "Vorgeschichte". Man bringt ja nur die Dinge aus der Vorgeschichte ein, die für die Handlung relevant sind. Das Aufdecken der Vorgeschichte gehört auch zu den Aufgaben des Protagonisten, was z. B. im Krimigenre der Fall ist, wenn der Kommissar den Fall nach und nach löst. Die Vorgeschichte sollte, mMn, organisch über die Geschichte verteilt, preisgegeben werden. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie etwa, wenn der Prota über einen Gegenstand nachdenkt und diesen zeitlich und räumlich einordnet. Dann sind auktoriale Einleitungen zu Szenen möglich, auch bei der personalen Perspektive. Es ist also nicht verboten, am Anfang quasi einen Anflug auf die Szenerie zu machen und einen kleinen Abriss der "Historie" zu bringen. Wenn man dann mitten in der Szene ist, halte ich auktoriale Parts allerdings für verkehrt.
Kommentare des auktorialen Erzählers zur Handlung oder zu Figuren darin finde ich nach wie vor total befremdlich. Das erinnert mich dann immer an "Oliver Twist": 'Konnte dieser arme Junge denn etwas für seine Herkunft? Was hatte er nur für ein schweres Los!'

Ja, stimmt, nicht alles ist für die eigentliche Geschichte relevant. Aber genau deswegen frage ich mich, ob es dann nicht irgendwie ein bisschen sinnlos ist, wenn man sich davor xxx Seiten zur Vorgeschichte und zum Weltenbau u.a. erarbeitet...

Diese zwei Sätze verwirren mich gerade; ich denke, die Erzählperspektive darf nicht gewechselt werden?

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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Ankh am So Sep 04, 2016 9:02 am

Es ist jetzt nicht wichtig, ob du es gelesen hast, es ging mir eher darum, wie der Leser/Zuschauer Dinge über die Welt erfährt; und das tut er durch die Augen von Harry. Auch im Film gibt es keinen Erzähler, der über die Bilder hinweg irgendwas von seiner Vorgeschichte erzählt oder erklärt, wer Voldemort ist; diese Informationen sind in die Handlung eingeflochten, und du erfährst sie genau dann, als Harry sie auch erfährt. Man muss seine Perspektive also nicht verlassen, um irgendetwas wichtiges über die Welt zu lernen, weil Harry es sowieso auch lernen muss, um in seinem Plot voranzukommen.
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Re: Scheiß auf die Perspektive!

Beitrag  Samira-Jessica am So Sep 04, 2016 9:15 am

Also in der personalen?!

Jetzt versteh ich, was du meinst. In diesem Sinne ist der personale Erzähler vielleicht sogar am besten geeignet...

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Re: Scheiß auf die Perspektive!

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