Charakterentwicklung im Vorfeld

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Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Anjana am Fr Jul 19, 2013 9:25 pm

Diesmal habe ich eher eine Frage, weil ich mit der Entwicklung von Figuren vor dem eigentlich Schreiben noch mal experimentieren möchte.

Wie sieht eure Charakterentwicklung aus? Welche Möglichkeiten (Interview, Lebenslauf, Steckbrief ...) nutzt ihr, bzw. habt ihr schon ausprobiert?
Und wie sind eure Erfahrungen mit den jeweiligen Möglichkeiten?


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#Figur
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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Anjana am So Aug 25, 2013 8:54 pm

Hallo ihr Lieben,

ich pushe das Thema mal aus dem Anlass, dass ich mich damit stärker beschäftigen möchte.

Gibts hier überhaupt User, die im Vorfeld den Charakter entwickeln?

lg
Ani
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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Wordhunter am So Aug 25, 2013 9:39 pm

Huhu liebe Ani.

Damals bei Martin und Tom (Dämonen) habe ich einen kleinen "Steckbrief" (Charakterzüge, Ticks usw.) erstellt, was aber im nachhinein irgendwie ins Höschen ging. In der Urfassung sollte eigentlich der raue Typ Tom sein ... nun ja, war wohl nix. Laughing 

Bei der Lügengeschichte habe ich keinen mehr gefertigt. Da flutschte es so. Ich weiß nicht, ob ich in Zukunft wieder solche "Steckbriefe" erstellen werde.
Ist bei mir wie mit dem plotten ...  :shit1:

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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Anjana am So Aug 25, 2013 11:00 pm

Ja, so Fragebögen oder Steckbriefe sind für mich auch nichts. Aber ich werde es jetzt auch mal mit einem Lebenslauf probieren. Solange ich nur einen Prota habe, denke ich, ist es auch nicht so wichtig, weil die Figuren sich genug unterscheiden. Zumindest bei Sina haben sich die Figuren ja sehr individuell ergeben.
Aber gerade bei den vielen Stimmen der DdV ist es doch gut, wenn da jeder eindeutig unterschiedlich ist. Vielleicht funktioniert das tatsächlich erst, wenn ich mich unabhängig von den Episoden in die Vergangenheit der jeweiligen Figuren versetze.

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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Tachadenn am Di Aug 27, 2013 5:11 am

Hi,

bei meinen zwei Werken, die ich geschrieben habe, entwickelte ich die Figuren parallel zum Werk. Immer, wenn ich an einer Stelle auf die Vergangenheit der Person gestoßen bin, habe ich deren Vergangenheit dokumentiert. Dabei ist schon Mal eine aufwändigere Backgroundstory entstanden.

Die zentrale Figur bzw. im ersten Werk die beiden Figuren, sind zusammen mit der Idee gewachsen. Zu Beginn waren sie blass, bestanden hauptsächlich aus äußeren Merkmalen.

@Anjana: Als ich angefangen habe, die Druidin von Sidhun zu schreiben, war meine einzige Idee, dass ein junges Mädchen als Fremde wo hinreist und sich behaupten muss. Eine Fremde, die die sozialen Regeln nicht kennt, die abgelehnt wird - etwas, das man erleben kann, wenn man zb (wie in meiner Zeit) das erste Mal ins Jugendhaus geht, alleine ohne Freunde, die einen mitnehmen und einführen. Daraus entwickelte sich die Figur, die inzwischen einen Familienstamm mit fünf Vorfahren hat und eine Geschichte, die Jahrhunderte in die Vergangenheit reicht. Ihre Feinde wuchsen dabei mit. Aus diesem Gefühl fremd zu sein, wurde ein Kampf um Leben und Tod - was ich nie vorausgesehen hatte, als ich die Geschichte anfing.

Alle meine wichtigen Figuren haben schon zu Beginn besondere Eigenschaften oder Interessen. Aber wie sie genau aussehen, was sie daraus machen, hab ich nicht von Anfang an herausgearbeitet. Ich arbeite gerne mit "Material", das ich für den Zweck erst forme, wenn ich genau weiß, was ich damit machen will. Das liegt möglicherweise daran, dass mit die besten (kleinen) Ideen erst beim Schreiben kommen. Etwa die kleine Katze, die in Band I Kapitel 3 auftaucht und deren Tod in Band II ihre Entscheidung für den Wendepunkt 1 herbeiführt; deren Nachfolgerin in 3. Band die Verschiedenheit zwischen Mutter und Tochter andeutet. Mal sehen, wie ich die kleine Katze in IV und V einbaue Wink  Eigentlich sollte sie einmal nur zeigen, dass Madelaine ein sanftes Händchen für ein kratziges Biest hat.

Charaktere zu kneten ist eine Herausforderung, die mich reizt :boing: 

Kenavo
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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Anjana am Di Aug 27, 2013 8:06 pm

Hmm, wir scheinen tatsächlich alle eher die Bauchschreiber zu sein^^

Ich entwickle normalerweise die Figuren ja auch erst beim schreiben. Bzw. entwickeln sie sich dabei selbst.
Die Sache mit dem Lebenslauf in Ich-Form habe ich jetzt zwar mal angefangen, aber so ganz richtig finde ich da bis jetzt auch nicht rein. Aber das kommt vielleicht noch.

Zur Not wird es einfach so laufen, dass es sich über die Episoden entwickelt und ich dann eben die ersten im Nachhinein anpassen muss.

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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Tachadenn am Di Aug 27, 2013 8:57 pm

Hi Anjana,


Hmm, wir scheinen tatsächlich alle eher die Bauchschreiber zu sein^^

Bzw. entwickeln sie sich dabei selbst.
Jein. Wichtige Eigenschaften meiner Personen liegen schon zu Beginn fest (Aussehen - unwichtig; Alter - wichtig; Beruf - wichtig).
  Ändern kann sich die Rolle, Fähigkeiten können hinzukommen.
  Bei mir entsteht das letztes Kapitel - dorthin wo die Geschichte gehen soll - normalerweise zuerst oder zusammen mit dem ersten. Bisher hab' ich den Inhalt dieser Kapitels nicht ändern müssen. Damit lege ich auch das Ende der Entwicklung der Hauptperson, manchmal auch der Nebenpersonen fest.
  Der Weg vom ersten Kapitel dort hin windet sich wie Serpentinen durch die Nacht den Berg hinauf, wird mir erst klar, wenn ich den Personen folge. Gut, ich kenne ein paar Rasthäuser, in denen sie absteigen, aber die Erlebnisse geschehen auch zum Teil für mich überraschend - zum Teil kristallisieren sie sich direkt vor den Worten: just in time drunken

  Etwa hatte ich einen Bischof in Rente, der sich bei seinem ersten Auftreten riesig gefreut hatte, als er die Drudin traf, die weiße Druidin und hat sie vor der Kritik alter Weiber verteidigt.
  Später im Roman (miss)brauchte ich ihn, um die Druidin unter Druck zu setzen. Da auf einmal zeigte er Härte, die ich zuvor nicht geplant hatte: Ich änderte seinen Charakter von einem kauzigen alten Mann, der Legenden niederschrieb, in einen Geistlichen der seine Berufung nicht vergessen hatte und jetzt seine Macht nutzte im Sinne der Kirche. Dieser Charakterzug war nicht geplant und entwickelte sich beim Schreiben dieser Szene.

Ich habe mir schon überlegt, ob diese Vorgehensweise nicht den Autor zu stark einfließen lässt. Aus-dem-Bauch-heraus-Entscheidungen sind Entscheidungen die in der Person des Schreibers liegen. Mit dieser Gefahr kann ich noch nicht umgehen. vermutlich kann ich auch keine Charaktere nutzen, die mir zuwider sind. Meine Bösen sind nicht so richtig böse. Ich kämpfse schon damit, dass meine beiden Adligen in Band III entsprechend herrisch mit ihren Angestellten umgehen. Vielleicht liegen in solchen besonderen Charakteren die Probleme :keineahnung: 

Skrivet brao
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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Anjana am Mi Aug 28, 2013 9:24 pm

Huhu Tachadenn,

ein Gerüst wie du es beschreibst, habe ich für meine Geschichten auch. Ebenso für die Figuren, ohne Alter, Beruf und Familienstand sofort festzulegen, lässt sich ja eine Geschichte gar nicht schreiben. Wink
Auch das Ziel der Geschichte weiß ich meist recht schnell. Zumindest bei meinen klassischen Romanprojekten. Bei den Episodenprojekten weniger. Die sind eher wie eine Soap angelegt^^

Die Interviews helfen mir momentan schon ganz gut. Vor allem, da ich die Figuren hier innerhalb der Welt erstellen muss, weil auch zu diesen Hintergründen gefragt wird. Dadurch entfaltet sich bei mir recht schnell eine Assoziationskette. Es kann natürlich sein, dass ich da mal auf Logikfehler oder Lücken stoße, aber bislang konnte ich alle ziemlich problemlos stopfen.

Schwierig finde ich es tatsächlich bei Charakteren, die ganz anders sind, als ich selbst. Vor allem, wenn ich sie aus der Ich-Perspektive zeichnen soll. Denn von außen kennt man solche Menschen ja meist, nur schaut man eben nie in ihre Köpfe.
Also ja, ich denke auch, dass in den Figuren, die dem eigenen Charakter fremd sind, die größten Schwierigkeiten liegen.
Dazu kommt, dass es mir schwerfällt, von ihrer jetzigen Persönlichkeit auf die Auslöser in der Vergangenheit zurückzuschließen. Ich glaube, das kann ich auch nur, dadurch, dass ich sie selbst quasseln lasse. Von außen konstruieren funktioniert nicht. Es in ihrer eigenen Stimme zu schreiben, hilft natürlich auch, die Emotionen schon mal mitzunehmen. Also nicht nur die einschneidenden Stationen an sich zu klären, sondern auch wie sie diese Stationen erleben. Folgt Verbitterung, traurigkeit, freude, glück ... (okay, irgendwie überwiegen die negativen Erlebnisse, aber das ist im realen Leben ja oft genauso^^)

Momentan ist für mich also das Interview die hilfreichste Methode. Denn im Grunde ist es wie ein warmschreiben im Text, nur dass die Inhalte vorgegebener sind, weil die fragen es eben vorgeben. (Die gefahr droht allerdings, dass man Dinge beantworten will, die die Figur vielleicht gar nicht weiß. Aber da kommt dann direkt eine Notiz in den Hintergrundordner Wink )
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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Schnuddel am Do Aug 29, 2013 12:36 am

Also, ich finde zuerst den Charakter, d.h. sein Alter, und wie er sein soll. Daraus resultiert sein Aussehen, auch auf die Gefahr hin, dabei Klischees zu bedienen.

Alter, Bildung, Aussehen.
Dazu kommen dann die Erfahrungen, die er seit frühester Jugend gemacht hat und die wesentlich seine Handlungen beeinflussen werden. In welcher Familie ist er aufgewachsen, wurde er umhegt, oder eher belogen, traute man ihm viel zu, oder wurde er bevormundet. Das alles spielt eine wesentliche Rolle für die spätere Figur.

Im Grunde müsste ich für alle, wirklich alle handelnden Personen eine ganze Biographie anlegen.

Für ein Romanprojekt hatte ich das mal angefangen.

Erst für die Person, die in meinem Roman vorkommen soll. Das ganze Paket. Alter, Figur, Familie, Bildung, Umfeld.
Sollte es in der Familie Schwierigkeiten geben, dann hat das auch einen Grund.
Also weiter: die Mutter hat sich so oder so verhalten. Warum?
Daraus folgte eine Biographie der Mutter ... dann der Großmutter. Des Vaters .... des Nachbarn...
Bis ich das Ganze schreiend in die Ecke geschmissen habe. Laughing 

Ich traue mich aus eben diesem Grund immer noch nicht an einen Roman heran, weil diese Arbeit in meinen Augen mindestens 50 % der gesamten Arbeit in Anspruch nimmt. Aber ich denke, erst, wenn man alle wirklich durch und durch kennt, kann man sie glaubwürdig beschreiben und sogar Verständnis für ihre Handlungsweise haben.


Also ja, ich denke auch, dass in den Figuren, die dem eigenen Charakter fremd sind, die größten Schwierigkeiten liegen.
Ich habe festgestellt, wenn man nur tief genug gräbt, findet man auch das sogenannte Böse tief in sich drin. Die Frage ist, ob man wirklich wissen will, wozu man unter den gegebenen Umständen fähig wäre. Aber lest euch doch nur mal die Zeitung durch, da findet ihr Charaktere noch und nöcher.

Was mag Assad in Syrien bewogen haben, Giftgas einzusetzen? Ich bin ganz sicher, aus seiner persönlichen Sicht heraus handelt er folgerichtig und normal. Jeder 'Böse', jeder Psychopath wähnt sich im Recht.


Meine Bösen sind nicht so richtig böse.
Kommt immer darauf an, wie man Böse definiert.

Ich spiele mal den Advocatus diaboli.

War Vlad Tepes (das Vorbild für Dracula) böse, als er 20 000 türkische Soldaten pfählen ließ? Wirklich eine der grausamsten Todesarten, die man sich vorstellen kann.
Er wurde als Kind von seinem eigenen Vater als Geisel an die Moslems ausgeliefert. Wahrscheinlich gequält und misshandelt. Ein kleines Kind allein in der Fremde, bei den Feinden. Wenn das nicht traumatisch ist.
Als er in seiner Heimat Feldherr war und den Auftrag hatte, den Ansturm der Muslime auf Europa zu stoppen, flossen mit Sicherheit seine Kindheitserfahrungen in die Behandlung der Gefangenen mit ein. War er deshalb böse?


Wolf Larson im Seewolf hat darüber sogar eine eigene Philosphie entwickelt. Er leitet seine Handlungen aus der schlichten Tatsache ab, dass er stärker ist als seine Männer. Und die Natur sieht nun einmal vor, das die Starken gewinnen und die Schwachen ausgemerzt werden. Seine Handlung ist für ihn eine logische Folge seiner Lebenseinstellung - und eine Folge der Lebensbedingungen, unter denen er aufwuchs. Ist der Mann böse?


Ist Hannibal Lecter böse? Der die Unfähigkeit und Dummheit seiner Mitmenschen nicht erträgt und daher selbstherrlich bestimmt, wer leben und wer sterben darf?
Jeder Psychopath trifft für sich genau diese Entscheidung, und fühlt sich im Recht. Man muss nur mal versuchen, die Standpunkte dieser Leute genau zu verstehen, dann findet man das Böse in jedem Menschen.

Wie oft fluchen wir, wenn wir einen Idioten am Steuer vor uns haben? Ich bin eine sehr, sehr entspannte Fahrerin, aber selbst mir rutschen manchmal Dinge raus, da bin ich froh, alleine im Auto zu sein.
Wo fängt das Böse an? Verbal? In der Einstellung? Oder erst, wenn man ein Beil in der Hand hat?

Sind wir nicht alle nur Menschen?

Und damit zu allem fähig?

Das war mein kleiner Beitrag zum sogenannten Bösen. Gibt übrigens ein Buch von Konrad Lorenz darüber. Laughing 

Lg Renate

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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Anjana am Do Aug 29, 2013 1:05 am

Also bösartige Figuren zu entwerfen und zu schreiben fällt mir nicht schwer. Allerdings habe ich sie bislang auch nur von außen beschrieben. Ich hatte noch keinen Ich-Erzähler, der bösartig ist. Ich glaube aber, dass ich das durchaus meistern könnte.
Schwieriger ist eine ganz normale Persönlichkeit, die aber einfach völlig anders denkt, als ich. Oder eine Figur, die eben nicht menschlich ist und/oder denkt. Obwohl mir das laut Betas ganz gut gelungen ist, obwohl ich nie ein richtiges Gefühl für diese Figur bekommen habe.

Ich glaube, mein Hauptproblem liegt tatsächlich darin, aus einer mir fremden Person heraus zu erzählen. Also darin, dass sich die Stimmen der Figuren stark genug unterscheiden, was ich mMn nur erreiche, in dem ich mich auf ihre Eigenheiten konzentriere und diese stark einfließen lasse. Innerhalb unterschiedlicher Projekte gelingt mir das auch. Aber bislang einfach nicht innerhalb einer Geschichte. Zumal bei den dunklen Völkern die Ich-Erzähler im Grunde mmer demselben Handlungsstrang folgen. Ich trenne sie vielleicht manchmal, aber es sind eben keine mehr oder weniger chronologisch erzählten Einzelstränge, die sich aufeinander zu bewegen und sie sollen es auch gar nicht sein. Hier innerhalb derselben Settings 5 Stimmen ausreichend zu variieren stellt für mich wohl das größte Problem dar.

Vielleicht mache ich dazu aber noch mal einen eigenen Thread auf, weil das doch noch etwas anderes ist, als die "normale" Charakterentwicklung für einen Text.

Edit: Diese Biografien entwickeln sich bei mir allerdings eher beim Schreiben. meine Figur verhält sich plötzlich auf eine bestimmte Weise und dann forsche ich quasi nach, was die ursache ist und meist taucht es dann einfach auf. Manchmal muss ich frühere stellen dann minimal anpassen, aber bislang war das noch nie gravierend. Für den weiteren Verlauf habe ich das dann aber auch auf dem Schirm. Das gehört dann zu dem Gefühl, dass ich zu der Figur habe. Dieses Gefühl entwickle ich aber nie, wenn ich vorher schon die Biografie plane. Vielleicht sind die Menschen zu beneiden, die das können^^
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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Herzeloyde am Fr Sep 20, 2013 7:17 am

Hallo ihr Lieben,

falls jemand den Kurs zur Chrakterentwicklung und namentlich den Charakterbogen (nach Teil 15 im Kurs) von Jackie noch nicht kennt. Hier ist er zu finden: http://www.schriftsteller-werden.de/charakterentwicklung/charaktere-erschaffen/

Er ist zwar sehr ausführlich, aber ich finde, für den Hauptprotagonisten lohnt sich die Mühe schon.

Viel Spass damit
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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

Beitrag  Mina Solena am Sa Aug 30, 2014 4:04 am

Ich krame den Thread hier mal wieder raus, weil das wahrscheinlich für mich demnächst sehr interessant sein wird. Ich will mein Projekt ja komplett neu starten und werde deshalb nochmal von vorne, also mit der Charakterentwicklung, anfangen.

Da ich bisher erst ein größeres Projekt begonnen hatte, kann ich nur davon berichten.

Ich habe mir damals einfach eine Szene in der meine Hauptfigur eine Rolle spielte, überlegt und einfach darauflos gesprochen. Dabei hatte ich dann natürlich auch Aussehen, Alter usw. vor Augen, habe es aber innerhalb der Szene beschrieben. Das war sehr interessant, weil dabei Ideen aufkamen, an die ich vorher gar nicht gedacht hatte...

Entstanden ist das ganze damals innerhalb des Schreibkurses, den ich zu der Zeit gemacht habe.

Steckbriefe, Lebensläufe usw. habe ich auch mal versucht, aber irgendwie kann ich mich damit nicht anfreunden. Ist mir irgendwie zu langweilig.

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Re: Charakterentwicklung im Vorfeld

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