Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

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Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Wordhunter am Mi 17 Jul 2013 - 22:16

Meine lieben Schreibwütigen. :winken: 

So, nun bin ich mal gannnnz neugierig. Jawoll. Smile 
Wie geht ihr mit Liebesszenen in euren Manus um? Es heißt ja: Sex sell´s, aber wie weit kann man da gehen, ohne das es pornographisch rüberkommt?
Also, meine Frage an euch: Was seid ihr für ein Typ?

Seit ihr A: Der-und-sie-küssten-sich-Typ und Ende aus?

Oder B: Der-ich-haue-voll-auf-die-Sahne-und-lasse-den-Leser-die-Seiten-vollsabbern-Typ?

Oder seid ihr C: Ich-halte-gar-nichts-von-erogenen-Liebesgeflüster-in-meinem-Manu-Typ.

Also, ich halte die Variante B. Aber: Nicht pornographisch (ala Freuchtgebiete :roll: ) sondern erotisch. Ist schon ein Unterschied. 
So, nun bin mal auf eure Meinung gespannt. Smile 

Glg Ulli flower


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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Gast am Do 18 Jul 2013 - 9:24

Ich halte es da ganz wie Ken Follet, der irgendwann mal im Interview sagte: Machen Sie nicht vor der Schlafzimmertür ihrer Protagonisten Schluss.

Ich mag erotische Liebeszenen und ich finde, gerade er hat die immer sehr gut gelöst. Nicht pornografisch aber auch nicht so auf die Art: Knutsch, Knutsch und Licht aus.
Es kommt aber auch sehr darauf an, ob es zur Geschichte passt. Ich laß neulich einen Thriller und da wurde es auch nur angedeutet und das war völlig in Ordnung. In einer Geschichte, wie in meiner könnte ich mir vorstellen, weiter zu gehen. Gerade weil die Liebe hier auch ein Thema ist und weil ich als Leser wissen wollte, wie meine Protas damit umgehen. Das sagte Ken Follett ebenfalls, dass es sehr spannend ist, mitzuerleben wie die Charas ihre Liebe erleben. Gerade wenn man einen dabei hat, der wenig Erfahrung hat oder wenn irgendein Konflikt zwischen beiden hängt usw.

Ich würde also generell nicht einfach das Licht ausschalten, sondern durchaus noch weiterspicken. Je nach Anlass eben.

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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Anjana am Do 18 Jul 2013 - 10:10

Puh, das ist gar keine so einfache Frage^^Es kommt in jedem Falle auf die Geschichte an. Da ich ja überwiegend Urbanfantasy lese, bin ich ständig mit Sexszenen konfrontiert. Und ehrlich gesagt, finde ich 90% überflüssig und ausserdem wirklich schlecht beschrieben.
In meiner Trilogie wird es keinen Sex geben. Es gibt Gefühle, es kommt auch in Band 2 zu mindestens einem Kuss, aber Sex sehe ich da nicht vor. Ich finde aber auch, dass eine Geschichte auch ohne Sex funktionieren sollte. Diese Schnulzen, in denen sie auf jeder zweite Seite im Bett landen, hasse ich wie die Pest. Da kann ich auch gleich ein Erotik-Buch kaufen^^ (Leider sind solche Bücher auch 90% meines Lieblingsgenres, sodass ich verdammt selten neue Autoren für mich entdecke. :( )
Wenn der Sex allerdings wichtig und innerhalb der Handlung logisch ist und auch Auswirkungen auf eben diese hat, dann finde ich gut geschriebene Sexszenen auch in Ordnung. Für mich wäre auch ein Abblenden okay, weil die meisten derartigen Szenen einfach nicht originell geschrieben sind, aber die Szenen stören mich dann auch nicht.
Bei mir würde es allerdings nur dann vorkommen, wenn in der Szene selbst etwas unerwartetes bzw. handlungsrelevantes vorkommt, oder gegebenenfalls wenn ein Lektor es fordert.
Allerdings finde ich Sexszenen auch verdammt schwer zu schreiben. (wie ichbei einer Übunggemerkt hab) Vor allem wenn man es nicht auf Heftromanniveau machen will. Sollte ich irgendwann derartige Szenen schreiben müssen, werde ich wohl meine Bücher nach guten Beispielen durchstöbern müssen^^
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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  summergirl am Do 18 Jul 2013 - 14:02

Hi, ihr Lieben!
(und diesmal speichere ich es vorher ab - ALLES FUTSCH!)
 
Ich kann euch eigentlich nur zustimmen. Das Wichtigste ist die Ausgewogenheit zwischen Zeigen und Abblenden. Man sollte doch dem Leser auch ein bisschen Platz für die eigene Fantasie lassen.
Was ich völlig unrealistisch finde, dass sind Sexszenen in Büchern, die von Frauen geschrieben wurden und die IMMER alle nur mehr und härter und ... wollen.
Wo sind denn die Frauen, die auch mal sagen: "Hey, das tut weh! Lass das!"? Oder soll ich ernsthaft glauben, dass die superharten Machotypen so einfühlsam sind und nie etwas tun, was die Frauen nicht wollen? Das ist unglaubwürdig.
 
Klar kann sich ein Autor von Vampirgeschichten darauf berufen, dass der Vampirmann ja spürt, was sie spürt und weiß, was sie denkt. Und das ist meiner Meinung auch der Grund für den Vampirhype. Eine Stelle aus Twillight beschreibt das - find ich - am besten.
Bella ist gerade verwandelt und sie und Edward hatten zum ersten Mal "richtigen" Sex. Sie sagt: "Wir müssen nicht essen, uns nicht waschen, müssen nicht aufs Klo. Wie sollen wir nur je aufhören?"
Männer, die immer können und Frauen, die's aushalten. Mensch, was willst du mehr? No

Was aber den größten Unterschied für mich zwischen Erotik und Porno ausmacht, ist die Wortwahl. Ich muss das Buch mal raussuchen, wo mir das am schlimmsten aufgefallen ist. Es war eigentlich ein nett geschriebener Liebesroman. Nix allzu dramatisches, leichte Lektüre eben. Endlich fallen sich die beiden in die Arme. Was dann aber kam, war grausam. Abgesehen davon, dass ich weder genaueste Anleitungen brauche oder will, noch so genau von den Begierden und Abgründen eines anderen erfahren möchte, war schon nach wenigen Worte jede Romantik unter den derbsten Ausdrücken begraben. Zwischendurch stammelte die verzückte Protagonistin doch tatsächlich: "Oh, du bist so gut. Ich liebe dich so sehr." Und er antwortete mit, von seinen Gefühlen belegter Stimme: "Ich liebe dich auch." Danach ging's weiter im Text.  
Genau genommen sind es eben trotzdem die Worte, die es ausmachen. Welche und wie viel ist wichtig.

Für mich selber hab ich leider noch nicht wirklich die richtige Mischung gefunden. Im Moment tendiere ich eher zu Abblende. Und wenn ich es doch versuche, gefällt es mir nicht.

Das sagte Ken Follett ebenfalls, dass es sehr spannend ist, mitzuerleben wie die Charas ihre Liebe erleben. Gerade wenn man einen dabei hat, der wenig Erfahrung hat oder wenn irgendein Konflikt zwischen beiden hängt usw.
Das passt perfekt in meine neue Geschichte, werde ich mir gleich vormerken. Danke, Jess!

Anis Idee mit den "guten" Büchern klingt auch vielversprechend. Muss jetzt nur noch welche finden.

@Ulli: Bin schon echt gespannt, was von dir zu lesen.

So, jetzt hab ich alles dreimal abgespeichert, hoffe, es geht nicht wieder verloren.  

Wünsch euch noch einen schönen Nachmittag und viel Inspiration.

GlG Birgit

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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Wordhunter am Do 18 Jul 2013 - 20:06

Das sind ja mal ganz interessanten Ansichten. 
Natürlich muss es in die Geschichte passen - ist Vorraussetzung. Da habe ich mich womöglich umständlich ausgedrückt.
 


Jess: Ich halte es da ganz wie Ken Follet, der irgendwann mal im Interview sagte: Machen Sie nicht vor der Schlafzimmertür ihrer Protagonisten Schluss.

Ganz genauso sehe ich das auch, liebe Jess. :2thumbs:  Nee, nee, Tür zu und Schluß ist - nicht bei mir. Laughing 
Die richtige Mischung machts, so wie Birgit schon geschrieben hat. Liebe kann Konflikte bringen. Also, ich lese gerne Bücher, wo es auch mal knistert.

Jess schrieb:Das sagte Ken Follett ebenfalls, dass es sehr spannend ist, mitzuerleben wie die Charas ihre Liebe erleben.

Guter Tipp! Es geht ja auch um Gefühle, die man gut transportieren kann.Smile 


Anjana: In meiner Trilogie wird es keinen Sex geben. Es gibt Gefühle, es kommt auch in Band 2 zu mindestens einem Kuss, aber Sex sehe ich da nicht vor. Ich finde aber auch, dass eine Geschichte auch ohne Sex funktionieren sollte. Diese Schnulzen, in denen sie auf jeder zweite Seite im Bett landen, hasse ich wie die Pest.

Wieso eigentlich nicht? Würde eine gehörige Portion Würze in die Story bringen. :D  Hey, ich habe auch nicht mit meinem Post andeuten wollen, dass sie gar nicht mehr aus den Betten kommen sollen - nee, dass muss ich auch nicht haben. Schmalztriefende Schnulzen mag ich auch nicht. Da muss auch schon eine spannende Handlung hinter stehen. Natürlich würde auch eine Geschichte ohne Sex funktionieren.


Anjana: Allerdings finde ich Sexszenen auch verdammt schwer zu schreiben. (wie ichbei einer Übunggemerkt hab) Vor allem wenn man es nicht auf Heftromanniveau machen will. Sollte ich irgendwann derartige Szenen schreiben müssen, werde ich wohl meine Bücher nach guten Beispielen durchstöbern müssen^^

Okay, ich muss zugeben, zu Anfang trug ich da auch eine große Hemmschwelle in mir. So nach dem Motto: Nee, dass kannste so nicht schreiben. Mittlerweile habe ich schon Sachen in meinem Leben gelesen, wo ich mir letztendlich gesagt habe: Warum nicht? Ist die natürlichste Sache der Welt. So weltoffen bin ich mittlerweile in meinen Manus. Smile



Summergirl: Was aber den größten Unterschied für mich zwischen Erotik und Porno ausmacht, ist die Wortwahl. Ich muss das Buch mal raussuchen, wo mir das am schlimmsten aufgefallen ist.

Kennst Du zufällig Das Delta der Venus?
Ja, alter Schwede. Smile


@Summergirl schrieb:Zwischendurch stammelte die verzückte Protagonistin doch tatsächlich: "Oh, du bist so gut. Ich liebe dich so sehr." Und er antwortete mit, von seinen Gefühlen belegter Stimme: "Ich liebe dich auch." Danach ging's weiter im Text.

rofl Ich schmeiß mich weg. Ja, und zuletzt muss er dann noch einmal nachfragen: "War ich gut?" Oder: "Wie war ich?"rofl



@Summergirl schrieb:@Ulli: Bin schon echt gespannt, was von dir zu lesen.

*fg*

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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Anjana am Fr 19 Jul 2013 - 10:00

Wieso eigentlich nicht? Würde eine gehörige Portion Würze in die Story bringen. Very Happy Hey, ich habe auch nicht mit meinem Post andeuten wollen, dass sie gar nicht mehr aus den Betten kommen sollen - nee, dass muss ich auch nicht haben. Schmalztriefende Schnulzen mag ich auch nicht. Da muss auch schon eine spannende Handlung hinter stehen. Natürlich würde auch eine Geschichte ohne Sex funktionieren.
Ich weiß nicht, ich brauche einfach keine Bettszenen in meinen Geschichten. Ich mag es auch grundsätzlich lieber, wenn es während der Geschichte zwischen den Figuren knistert, als eine Bettszene zu lesen.
Es gibt zwar auch schöne Sexszenen, deine zum Beispiel fand ich wirklich gut, aber für mich ist ein Flirt in all seinen Varianten das spannendere.

Vielleicht bin ich auch einfach nur zu genervt davon, dass ständig überall Sex eingebaut wird. Sei es nun in Büchern und Geschichten oder in der Werbung, oder in jedem zweiten Film. Selbst in Teeniefilmen gibt es doch kaum noch andere Themen.
Klar, Sex ist eine tolle Sache, aber für mich ist sie nicht das einzige, was eine Geschichte interessant macht. In der Wirtschaft scheint es aber immer stärker zu dem einzigen Motiv zu werden, dass genutzt wird.
Für mich sind solche Bücher echte Perlen, die ohne Sexszenen auskommen. Nicht zwangsläufig ohne Gefühle, Flirt und Knistern dürfen schon vorkommen, aber ich brauche es einfach nicht, dass ich die Figuren auch im Bett beobachte, wenn es eh nur eine 0815-Sexszene ist.
Die Würze sind für mich einfach eher die Irrungen und Wirrungen, die dem Sex selbst vorausgehen. Und die gibt es in meiner Geschichte ja durchaus. Wink
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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Gast am Fr 19 Jul 2013 - 10:30

@summergirl schrieb:Hi, ihr Lieben!
(und diesmal speichere ich es vorher ab - ALLES FUTSCH!)
 
Ich kann euch eigentlich nur zustimmen. Das Wichtigste ist die Ausgewogenheit zwischen Zeigen und Abblenden. Man sollte doch dem Leser auch ein bisschen Platz für die eigene Fantasie lassen.
Was ich völlig unrealistisch finde, dass sind Sexszenen in Büchern, die von Frauen geschrieben wurden und die IMMER alle nur mehr und härter und ... wollen.
Wo sind denn die Frauen, die auch mal sagen: "Hey, das tut weh! Lass das!"? Oder soll ich ernsthaft glauben, dass die superharten Machotypen so einfühlsam sind und nie etwas tun, was die Frauen nicht wollen? Das ist unglaubwürdig.
 
Bei mir auch alles futsch :( Ich hatte so schön ausführlich geantwortet und dann war es weg. Menno.

Naja, ich wollte dir eigentlich nur zustimmen und ich finde es schön, wenn das mal auch jemand so sieht. Es ist vollkommen unrealistisch, dass eine Unschuld vom Lande sich dem harten Kerl so hingibt und nicht einmal dabei denkt "Autsch!".

Und zu Anjana wollte ich eigentlich sagen (oder habe es gesagt aber jetzt ist es nicht mehr da :( ) dass es für den Leser auch schön ist, wenn er eine Belohnung bekommt. Wenn dir Liebesszenen bisher nie so gefallen haben, kannst du das ja vielleicht als Anlass nehmen eine schöne zu schreiben. Ich persönlich finde es zwar auch super, wenn es knistert usw. aber ich mag dann auch das Ergebnis sehen, sonst bekomme ich Frust. Das ist dann so an der langen Leine zappeln gelassen.

So, jetzt speicher ich halt auch ab und schicke es nochmal ... grummel.

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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Zauberfeder am Fr 19 Jul 2013 - 19:54

Wahrscheinlich bin ich jetzt wieder einmal die Ausnahme, aber ich bin Typ C. In meinem Manuskript kommt definitiv kein Sex vor. Ganz einfach deshalb, weil da nicht mal Liebe drin vorkommt, zumindest bis jetzt nicht. Es werden sich nur zwei erwachsene Personen finden, die aber eh nur Nebenfiguren sind. Ansonsten sind meine Protas vier Mädels, die zwar alt genug sind, um ihre erste Liebe zu finden, aber ganz andere Probleme haben und ich einfach den Aspekt der Freundschaft in meiner Geschichte viel, viel wichtiger finde als Liebe. Ich lese auch nicht gerne irgendwelche Liebessachen in Büchern, auch wenn in meiner liebsten Buchreihe durchaus Liebe vorkommt und ich auch die Edelsteintrilogie gelesen habe (auch Twilight, aber das zähl ich nicht, weil ich das nur einmal lesen kann, danach ist es einfach nur zum Einschlafen).

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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Wordhunter am Sa 20 Jul 2013 - 13:16

@Anjana schrieb:Ich weiß nicht, ich brauche einfach keine Bettszenen in meinen Geschichten. Ich mag es auch grundsätzlich lieber, wenn es während der Geschichte zwischen den Figuren knistert, als eine Bettszene zu lesen.


An diesem Punkt muss ich Jess zustimmen: das Endergebis des ganzen Geknisters. Smile 
Weißt Du, es soll ja auch knistern, die Buchseiten müssen brennen, aber ... wenn darauf nichts folgt, fühle ich mich als Leser verarscht. Ich erwarte es, dass da etwas passiert. Der große Höhepunkt (ups - Zweideutig Laughing ). Na, Du weißt, was ich meine.


@Anjana schrieb:Es gibt zwar auch schöne Sexszenen, deine zum Beispiel fand ich wirklich gut, aber für mich ist ein Flirt in all seinen Varianten das spannendere.

Danke schön. :knuddel: 
Oha, dann darf Du die bei den Lügengeschichten gar nicht lesen. Ich glaube, da habe ich ein wenig übertrieben. Na ja, mal abwarten.:lol!:


@Anjana schrieb:Sei es nun in Büchern und Geschichten oder in der Werbung, oder in jedem zweiten Film. Selbst in Teeniefilmen gibt es doch kaum noch andere Themen.

So ist es aber. Sex sell´s. Es verkauft sich aber. Cool 
Schau Dir das Buch "Feuchtgebiete" an. Das Ding ging weg wie nix. Jetzt wird das Buch sogar verfilmt - gehts noch? :roll: 
Du siehst also, je pornograhischer und schlüpfriger die Sache ist, umso besser verkauft es sich. Ehrlich gesagt, wüsste ich nicht, wie ich ein Buch füllen sollte, dass sich nur um Sex dreht. Okay, ein oder zwei Szenen würden mir schon noch einfallen, aber ein ganzes Buch? Ich weiß nicht. scratch 

So, jetzt gibt es selbstgemacht Hot dogs bei uns. :D 

Glg Ulli:flower:

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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Anjana am Sa 20 Jul 2013 - 15:31

Klar verkauft sich Sex. Aber es ist nicht das einzige, was sich verkauft. Harry Potter hat sich auch verkauft und kommt ohne Sexszenen aus. Bei Twilight gab es auch erst ganz am Schluss eine.
Für mich ist diese Fixierung, die ich in unserer Medienwelt erlebe einfach nichts, das ich gut finde. Zumal ich auch gerade bei Jugendlichen feststelle, dass sie nicht nur vollkommen verklärte Bilder von Sex und Beziehungen im Kopf haben, sondern dass die Aufklärung erschreckend gering ist. Wirklich erschreckend.

Natürlich muss der Flirt irgendwann zu einem Höhepunkt führen. Entweder zum endgültigen schlussstrich oder eben in eine Beziehung oder meinetwegen auch nur einen ONS. Aber ich brauche es nicht, dass ich diese Szene dann noch lesen muss.
Wenn ich Sex lesen will, kaufe ich mir Erotikbuch. Aber in meinem Genre kaum noch Bücher zu finden, in denen mal kein Sex vorkommt, finde ich schon sehr schade.
Okay, momentan kann ich die Szenen auch gut überblättern, sie nerven höchstens ein bisschen, aber es gab auch Zeiten, nach einer sehr tiefen Verletzung, zu der ich alles was mit Gefühlen und Sex zutun hatte, einfach nicht sehen oder lesen wollte. Lesen konnte ich damals fast nichts, weil es keine Geschichten mehr gab, die nicht Liebe als einen Haupt- oder Nebenstrang hatten. Das war wirklich sehr frustrierend und hat bei mir vermutlich die Abneigung gegen Sex als Selbstzweck in Büchern noch verstärkt.
Dabei denke ich auch, dass beispielsweise Freundschaft ein ähnlich wichtiges Element in unserer Gefühlswelt darstellt. Und ich lese wirklich sehr gerne von besonderen Freundschaften. Letzendlich sind meine ursprünglichen Hauptfiguren auch in einem Freundschaftsverhältnis miteinander verbunden.
Ich meine, es darf ja jeder Sex in seiner Geschichte vorkommen lassen, wenn er will.
Ich persönlich finde es halt nur dann wirklich gut gelungen, wenn es eben essentiell für die Geschichte ist, dass ich diese Szene lese. Aber auch dann ist für mich das ungewöhnliche eben das was ich lesen will. Die Sexszene an sich brauche ich nicht. Ansonsten sollte für mich ruhig abgeblendet werden. Wenn ich mir das dann vorstellen will, kommt eh kein Text an meine Vorstellung heran und wenn ich es aber eben nicht will, werde ich auch nicht "gezwungen" es zu lesen. Ich werde ja auch nicht gezwungen jede Mahlzeit oder jeden Toilettengang zu lesen. Und Sexszenen, die nur drin sind, weil Sex sich nun mal verkauft, haben für mich höchsten solch einen Stellenwert. Eher einen noch niedrigeren. Mich törnen solche Szenen auch nicht an oder lösen sonst irgendwas in mir aus, weswegen ich sie jetzt lesen will. Das was bei mir etwas auslöst, liegt, wie gesagt, eher ausserhalb des Schlafzimmers.
Aber wohlgemerkt, ich schreibe hier von einem Genre, dass nicht die Liebe als Hauptthema hat. In einem Liebesroman kann man oft nicht ohne Sexszenen auskommen, (wobei ich da auch schon welche gelesen habe, bei denen ich mich jetzt an keine ausführliche Sexszenen erinnern kann. Die Frau des Zeitreisenden/ Diese Geschichte mit dem Geist der Komapatientin, Schlaflos in Seattle (Film), Gut gegen Nordwind z.B.) alleine deswegen, weil Leserinnen es erwarten, aber zu diesem Genre greife ich ja auch nicht freiwillig.
Und ich freue mich wirklich immer wie ein Schneekönig, wenn ich Reihen finde, die im Urbanfantasygenre spielen und in denen keine Sexszene vorkommt. Und es eben auch nicht die typische Liebesgeschichte im fantastischen Mantel ist.
Okay, ich lese sowas auch, aber vor allem, weil einfach kaum Alternativen vorhanden sind. Und dann bitte mit viel Irrungen und Wirrungen und dem Schwerpunkt auf dem knisternden Flirt. Wenn ich dann beim letzten Kuss weiß, dass sie alle DIfferenzen umschifft haben, ist das für mcih genug. Alles andere kann ich mir denken wenn ich will, oder eben auch nicht^^

Also bei Sina weiß ich definitiv: Verlangt ein Verlag da Sex, wird es zu 99,99999% in der Schublade bleiben. 0,00001% Spielraum lasse ich mir, weil man niemals nie sagen soll^^
Auch die anderen haben im Grunde keinen Platz für Sex: Maggie hat die falsche Zielgruppe und da ist geschlechtliche Liebe kein Thema, meine dunklen Völker haben auch eher einen anderen Hintergrund und bei den anderen Projekten ist Liebe auch kein wichtiger Handlungsstrang.

Und abschließend: Wenn schon Sexszenen, dann so wie ihr schon sagt: Nicht immer nur schneller und härter, sondern wirklich gefühlvoll. Und vielleicht auch mal nicht ganz so perfekt, denn das ist es im eigenen Schlafzimmer ja auch nicht immer. Vielleicht würde ich Sexszenen dann sogar wieder interessant finden ...


Zuletzt von Anjana am Sa 20 Jul 2013 - 15:51 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Zauberfeder am Sa 20 Jul 2013 - 15:51

@Anjana schrieb:Dabei denke ich auch, dass beispielsweise Freundschaft ein ähnlich wichtiges Element in unserer Gefühlswelt darstellt.

 Ganz deiner Meinung, aber das habe ich ja in meinem Beitrag weiter oben schon erwähnt. Ich finde überhaupt das Thema Freundschaft viel interessanter, weil ... ich weiß nicht. Es ist einfach auch eher das zentrale Thema in meinem Leben und ich finde es total toll, Freundschaften zu erleben, die durch dick und dünn gehen, die füreinander ins Feuer gehen und so. Ich finde so etwas viel faszinierender, als zu lesen, wie sich irgendwer in irgendwen verliebt und sie dann ihre Liebesprobleme zu meistern haben. Freundschaft gibt meiner Meinung nach viel mehr her als das Thema Liebe. Wobei das natürlich Geschmackssache ist, weil beide Themen realistisch betrachtet genauso viel hergeben können, für mich ist Freundschaft aber einfach wesentlich interessanter, weshalb ich eben in meinem Roman auch genau dieses Thema beschreibe.

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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Anjana am Sa 20 Jul 2013 - 15:54

Es ist einfach auch eher das zentrale Thema in meinem Leben
Ich denke auch, dass die eigenen, zentralen Lebensthemen bei den Vorlieben auch schon eine Rolle spielen.
Zumindest merke ich das bei mir selbst auch Wink
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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Literia am So 4 Aug 2013 - 20:14

Klasse, zum Antworten erst einmal die Typen vergessen :roll:

Aber ich glaub, ich bin bei meinem Projekt Typ A, zwar mache ich nicht die Schlafzimmertür zu, sondern blende "nur" das Licht aus.
Dafür gibt es bei mir mehrere Gründe:

Einer wurde bereits hier schon ausdiskutiert.

@Anjana schrieb:Klar verkauft sich Sex. Aber es ist nicht das einzige, was sich verkauft. Harry Potter hat sich auch verkauft und kommt ohne Sexszenen aus. Bei Twilight gab es auch erst ganz am Schluss eine.
Für mich ist diese Fixierung, die ich in unserer Medienwelt erlebe einfach nichts, das ich gut finde. Zumal ich auch gerade bei Jugendlichen feststelle, dass sie nicht nur vollkommen verklärte Bilder von Sex und Beziehungen im Kopf haben, sondern dass die Aufklärung erschreckend gering ist. Wirklich erschreckend.

Natürlich muss der Flirt irgendwann zu einem Höhepunkt führen. Entweder zum endgültigen schlussstrich oder eben in eine Beziehung oder meinetwegen auch nur einen ONS. Aber ich brauche es nicht, dass ich diese Szene dann noch lesen muss.
Wenn ich Sex lesen will, kaufe ich mir Erotikbuch.
Das kann ich so unterschreiben.
Das ist beispielsweise einer der Gründe, warum ich um Bücher von Lyx einen so großen Bogen mache. Mag sein, dass es hier wirklich tolle Geschichten gibt, aber für mich ist der Verlag so geprägt von dieser Romantasy die zwangsläufig irgendwie immer beim Sex endet.
Die Verkaufszahlen mögen für sich sprechen, aber meins ist es einfach nicht.


Ein anderer liegt an meiner Zielgruppe: Ich schreibe für Jugendliche. (Nicht für junge Erwachsene, sondern für Jugendliche.)
Mag sein, dass gerade ihr Interesse an Sex sehr groß ist, und es Bücher gibt, die das auch schön aufgreifen und umsetzen (Ludvig meine Liebe z.B.), aber mein Dreh- und Angelpunkt ist nicht das gegenseitige Begehren, sondern die Liebe und die Magie. Ja, Liebe und Sex sind nicht so weit voneinander entfernt, aber meine Geschichte gibt es im ersten und zweiten Teil gar nicht her, dass ich eine Sexszene schreiben müsste.
Ja, es ist ein Thema, aber nicht bei meinen beiden Protas.
Wie ich es im dritten Teil dann tatsächlich handhaben werde, weiß ich nicht. Was ich jedoch weiß ist, dass es keine ausführliche Szene geben wird.
Wann und wo ich das Licht ausmache, weiß ich noch nicht.

Ein weiterer Aspekt, der dem ersten Grund sehr nahe kommt ist, dass ich persönlich das Andeuten viel schöner finde. Es muss klar sein, dass es passiert und der Leser soll auch einen Teil der Gefühle "abkriegen", aber der Rest darf für mich ruhig seiner Fantasie entspringen.
Die für mich schönsten "Sexszenen" z.B. schreibt Isabel Abedi, das Knistern liegt in der Luft, eine Andeutung folgt und dann wird ausgeblendet.
Für mich völlig ausreichend.

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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

Beitrag  Schnuddel am So 4 Aug 2013 - 20:57

Ich halte es da mit Obi wan Kenobi: Lass dich von deinen Gefühlen leiten. :D

Ich könnte das nicht im Voraus sagen.

In meinem Romanprojekt hatte ich eine Beziehung eingeplant, für die wohl auch körperliches Begehren eine Rolle spielt. Denn wenn dich der andere nicht ´antournt´ , befasst du dich auch nicht weiter mit ihm.

Also ganz ohne körperliche Attraktivität geht es mMn nicht. Was nicht heißt, dass sie sofort lüstern übereinander herfallen müssen. :roll: 

In einer Kurzgeschichte hatte ich plötzlich eine Szene drin, die da gar nicht hinsollte. Als hätten meine beiden Protas die Regie übernommen. Die Szene zu schreiben machte einfach Spass. Es ging nicht zur Sache, nur die körperliche Anziehung war spürbar, und wenn ich sie gelassen hätte, wer weiß ...

Die Szene ist wieder rausgeflogen. Sie hätte den vorgeschriebenen Rahmen gesprengt. Leider.

Also, man sollte sich, wenn eine solche Szene ansteht, von den Gefühlen beim Schreiben leiten lassen. Und von den Charakteren. Die sagen einem, was sie wollen. Klingt komisch, ist aber so. Laughing


Liebe Grüße
Renate

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Re: Liebesszenen - Was für ein Schreiber-Typ seid ihr?

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