Die lieben Verwandten und Bekannten und das Schreiben

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Die lieben Verwandten und Bekannten und das Schreiben

Beitrag  DrJones am Do Jan 12, 2017 10:42 am

Diese Frage finde ich interessant:

Inwieweit teilt ihr Eure Schreibleidenschaft mit Verwandten und Bekannten?


Was teilt Ihr Euren Verwandten und Bekannten also über Eure Schreibleidenschaft mit?
Lest Ihr ihnen etwas von Euren Sachen vor?
Helfen sie Euch gar - z. B. als Probeleser?
Wo seht Ihr Vor- und Nachteile, wenn Eure Umgebung involviert ist?
Findet Ihr Nachfragen zu Euren aktuellen Projekten lästig?
Gibt es Phasen in Euren Projekten, in denen Ihr Eure Leute gerne involviert und
wiederum Phasen, wo Ihr das nicht so mögt?
Wie geht Eure Umgebung mit Eurer Schreibleidenschaft um? Förderung? Akzeptanz? Schulterzucken? Ablehnung?

Gerne auch mit konkreten Beispielen!

Vielen Dank und viel Spaß beim Diskutieren!  

Ich werde mich dann später in die Diskussion einklinken.
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Re: Die lieben Verwandten und Bekannten und das Schreiben

Beitrag  Earu am Do Jan 12, 2017 10:56 pm

Das ist ein spannendes Thema. Die Frage ist durchaus berechtigt, denn wir sind unterschiedliche Menschen, leben in unterschiedlichen Kreisen und erfahren dadurch unterschiedliche Behandlungen.
Ich z. B. habe niemanden, den ich Freund oder Freundin nennen mag. Ich habe Bekannte, mit denen ich mich in Ermangelung richtiger Freunde ab und zu treffe. Ich habe auch durch das Schreiben Menschen kennengelernt. Mit denen verbindet mich hauptsächlich nur das Schreiben, auch wenn es manchmal private Themen gibt über die wir reden. Diese sehe ich aber nur in seltenen Fällen. Meistens schreiben wir uns.
Mit meinen Bekannten rede ich nicht übers Schreiben. Ich habe das Gefühl, dass sie das nicht verstehen würden. Damit tue ich ihnen sicher Unrecht, aber mich über mein Gefühl hinwegzusetzen war bisher nicht nötig. Ich habe ja meine Bekannten aus der Schreiberriege, also euch und eine, die ich noch aus Librarius kenne. Da rede ich übers Schreiben, tausche mich mit euch aus und gebe euch zu lesen, was ich für soweit fertig halte, dass ich es euch zeigen kann, ohne mich in den Boden zu schämen.  Laughing
Mit meiner Schwiegermama rede ich ganz selten darüber. Es betrifft sie ja nicht, weil sie meine Leidenschaft nicht aushalten muss. Sie hört nicht das Geklapper meiner Fingernägel auf den klappernden Tasten. Sie bekommt nicht mit, wenn ich plötzlich inne halte und frustriert "AAaaaaah, wie heißt das Wort?!" rufe und damit alle Anwesenden, also meinen Mann und meinen Kater, erschrecke.
Mein Mann bekommt es hautnah mit. Wenn ich einen Abgabetermin habe, schaltet er auch mal den Fernseher aus, macht ein Nickerchen oder liest, damit ich mich konzentrieren kann. Er spielt auch das Versuchskaninchen, wenn ich überlege, ob ein Plot logisch ist. Er liest meine Geschichten, auch wenn sie ihn meistens nicht interessieren. Er ist mein absoluter Beta-Testleser, weil ihm wichtig ist, dass ich hier nur noch die harmlosen Kommentare für den Feinschliff bekomme. Er weiß, dass mehr wegen meiner Depression zu viel für mich wäre, auch wenn ihr euch um eine neutrale, hilfsbereite Kommentierung bemüht.
Den Rest meiner (auch angeheirateten) Verwandtschaft halte ich bewusst von meinem Hobby fern, sage den wenigsten, dass ich überhaupt schreibe - weil es die meisten nicht interessieren würde.
Meine Schwester wusste es und las auch meinen Erstlingsroman. Sie verglich meinen Stil darin mit dem in Die letzte Zauberin von Mary Herbert (wenn ich gerade die Autorin richtig zuordne). Das war ein großes Lob für mich, weil ich die Geschichte in diesem Roman super finde. Das war noch bevor ich auch nur einen einzigen Schreibrat erhalten oder gelesen hatte. Entsprechend schlecht war meine Geschichte in Wirklichkeit. Ich glaube nicht, dass meine Schwester mich nur des Lobens willen gelobt hat - sie wollte immerhin eine Fortsetzung - sie wusste es nur nicht besser. Für jemanden wie meine Schwester, die absolut keine Ahnung von dem Handwerk hat, war meine Schreibe schon damals recht gut. Jeder andere hätte die Hände überm Kopf zusammengeschlagen. Aber ich habe keinen Kontakt mehr zu meiner Schwester. Sie weiß also nichts von meinen Fortschritten.
Dann wäre da noch meine Stiefschwiegermama - Deutschlehrerin und zweifach selbstverlegt über einen Bezahlverlag. Die kriegt erst dann etwas von meinem Hobby erzählt, wenn ich auf der Bestsellerliste stehe. Die glaubt, sie wüsste Bescheid. Bezahlverlag ist für mich schon ein Synonym für unwissend, was unseren Bereich angeht. Nicht immer, aber in ihrem Fall trifft es einfach zu. Die hat auch schon eine Kurzgeschichte eingeschickt, die am Thema der Anthologie völlig vorbei ging. Aber ihr gefiel die Geschichte. Deshalb musste sie sie einschicken. Immerhin hatte die Anthologie sie dazu inspiriert. Kam natürlich eine Absage. Was sollte ich also von so einer Frau erwarten? In meiner Vorstellung einen Verriss all meiner Geschichten, weil ich besser bin als sie.
Meiner Psychologin MUSS ich sogar alles erzählen. Unsere Geschichten spiegeln uns selbst wieder. Sie sind teilweise wie Träume. Man muss nur hinter die Bilder blicken können. Deshalb interessiert sie sich sehr für meine Geschichten. Und sie muss sich dann auch gleich meine Ausführungen zum Schreibhandwerk anhören, damit sie bestimmte Kniffe versteht und sich diese in meinen Geschichten vorstellen kann. Ich habe schon viele Stunden damit verbracht, sie über unser Forum, dessen Natur, Zweck, Gemeinschaft und teilweise auch Aussagen sowie meine Gefühle zu diesem ganzen Gefüge zu informieren, ihr das Schreibhandwerk näher zu bringen, damit sie mich verstehen kann...
Ich weiß nicht, sind das viele Leute, die von meiner Leidenschaft wissen? Für mich fühlt es sich nach wenig an, aber als Teeny habe ich daraus noch ein großes Geheimnis gemacht. Da wussten nur meine beste Freundin und meine Schwester Bescheid, als ich einen nie beendeten Roman begann.

@DrJones schrieb:Wo seht Ihr Vor- und Nachteile, wenn Eure Umgebung involviert ist?
Das ist schwierig. Ich denke, es kommt da auch viel auf die Umgebung an. Wie tolerant sind die Leute, wie interessiert an der Thematik Schreiben, sind es viele oder wenig Leute in der Umgebung (kann ich also viele oder nur wenige Interessen mit ihnen abdecken, weil ich z. B. nur Krimileser habe)?
Für mich ist es sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil, wenn ich meine Leute testlesen lasse. Euch jetzt ausgeschlossen. Ihr wisst, worauf es ankommt. Menschen, die sich nicht mit dem Handwerk auskennen, sind prima, um einfach nur zu lesen. Feedback geben muss aber auch gelernt sein. Meinem Mann muss ich jede Info einzeln aus der Nase ziehen und das ist ANSTRENGEND! Wie fandest du die Figuren? Handelten sie nachvollziehbar? Wie fandest du diesen Teil der Geschichte? War der nicht zu langatmig? ... Und darauf bekomme ich meistens nur einsilbige Antworten. Eigentlich bräuchte ich bei ihm einen Fragebogen, den er ausfüllen kann, aber damit mache ich ihm diese Arbeit ja noch leidiger. Umgekehrt gibt es natürlich auch Testleselaien, die richtig im Testlesen aufgehen, und man bekommt mehr Infos, als man braucht oder erwartet hätte. Das ist ein zweischneidiges Schwert und man kann von Glück reden, wenn die Umgebung ein paar von der letzten Testlesersorte ausspuckt.
Ein ganz großer Nachteil ist für mich, wenn man Neider in der Umgebung hat, denen man den Neid gar nicht zugetraut hätte. Das stellt sich dann erst heraus, wenn man es demjenigen zu lesen gibt und es kommt mit einem Verriss zurück. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass die Rohfassung nicht grottig war. Oder es kommen gleich nach dem bekanntwerden des Hobbys negative Kommentare wie "das ist Zeitverschwendung, mach was nützliches", "damit verdient man doch kein Geld", "das ist gar kein Beruf, mach was anständiges" oder sogar "das kannst du doch gar nicht". Mit solchen Bleigewichten trotzdem erfolgreich zu schreiben, ist eine Kunst für sich. Ich denke, dass durch solche Neider schon sehr viele aufgegeben haben, bevor sie es versuchten. Viele darunter hätten es vermutlich auch zu einer Veröffentlichung gebracht.
Die Gefahr des Diebstahls unseres Gedankenguts steht natürlich auch im Raum. Natürlich sollte man die Leute gut genug kennen, aber viele zeigen ihr wahres Gesicht erst dann, wenn sie an einem profitieren.
Man kann aber auch auf Gleichgesinnte im eigenen Umfeld stoßen. Auf Gleichgesinnte, mit denen man gar nicht gerechnet hätte. Wenn meine Schwiegermama mir erzählen würde, sie schriebe an ihren Memoiren oder denen eines verstorbenen Verwandten, dann wäre ich überrascht. Aber ich würde mich auch freuen und ihr meine Hilfe anbieten. So kann es natürlich auch geschehen, dass dieser Gleichgesinnte mir würde helfen wollen. Oder es gibt die Idee, einen gemeinsamen Roman zu schreiben. (Dabei kann man sich zwar auch verkrachen, was man also vorsichtig betrachten muss, aber es kann auch etwas Wunderbares daraus entstehen. Ein Roman und eine besondere Verbindung untereinander.)
Gleichgesinnte wie auch Testleser, die über das aktuelle Projekt Bescheid wissen, sind in meinen Augen auch als Motivator nützlich. Wenn sie fragen, wie man voran kommt oder wann man fertig ist, kann das die Produktion enorm pushen. Immerhin will da jemand meine Geschichte lesen. Das ist doch toll! Natürlich darf dieses Nachfragen nicht stressen. Wenn man jeden Tag eine Nachricht erhält, ob man schon fleißig war (obwohl derjenige weiß, dass gerade die Oma gestorben ist und man andere Sachen im Kopf hat oder man generell gerade im Stress ist) und ob die Geschichte heute fertig wird (obwohl man vielleicht erst seit einem Monat schreibt), dann kann das auch enorm nerven und die Produktion sogar bremsen, weil man die Lust verliert. Da muss man die richtigen Leute für haben.

@DrJones schrieb:Gibt es Phasen in Euren Projekten, in denen Ihr Eure Leute gerne involviert und
wiederum Phasen, wo Ihr das nicht so mögt?
Ich muss jetzt raten, was du mit involvieren meinst. Da gibt es ja so viele Möglichkeiten, wie man jemanden involviert. Ich decke einfach mal alles ab, was mir darunter einfällt. Wird schon nicht falsch sein.  Wink
Wenn es noch um die Idee, die grobe Planung oder das Plotten geht, arbeite ich gerne für mich allein. Da ist die einzige, die ich darüber informiere, meine Psychologin. Das genieße ich dann allerdings in vollen Zügen. Indem ich es ausspreche, fallen mir nämlich neue Dinge dazu ein oder grobe Schnitzer auf. Zudem fragt sie nach, wenn sie einen Zusammenhang nicht versteht, der für mich als Autorin ja klar ist. Ich bin immerhin allwissend, was meine Geschichte betrifft.  Smile  Dieses Nachfragen kann mir dann Lücken zeigen, die mir sonst erst beim Schreiben aufgefallen wären. Manchmal frage ich auch hier schon nach, was ihr von meiner Idee haltet. Da geht es meistens um die Umsetzung und ob ihr denkt, dass es so klappt, wie ich mir das vorstelle. Habe euch ja mal zu meiner Kinderbuchidee befragt. Die Idee ist nicht begraben, aber vorerst verschoben.
Auch beim eigentlichen Schreiben arbeite ich für mich. Da bin ich dankbar, wenn mein Mann ggf. für eine ruhige Umgebung sorgt oder mir etwas vom Haushalt abnimmt, wenn ich unter Zeitdruck gerate. In dieser Phase rede ich nur dann mit meiner Psychologin darüber, wenn ich über ein Problem gestolpert bin. Ich soll ihr ja alles erzählen, was mich beschäftigt. SOWAS beschäftigt mich sehr.  Twisted Evil
Beim ersten Überarbeiten arbeite ich auch noch allein. Da versuche ich meinen Testlesern so viel Arbeit wie möglich abzunehmen. Wenn ich irgendwann alleine nicht mehr weiterkomme, gebe ich die Geschichte raus. Zuerst an meinen Mann. Der schaut bei technischen Dingen auf die Logik. Da hat er was drauf. Auch als Wenigleser ist er mir ein wichtiger Testleser. Wenn er es schafft, die Geschichte zu lesen, ohne sich durchzuquälen, darf die Geschichte zu euch, wobei ich zuvor seine Anmerkungen einarbeite. Ihr seid also erst im dritten Überarbeitungsschritt dran. Da kommt es dann drauf an, wer Zeit hat, wessen Genre es ist, wen die Geschichte interessiert. Diejenigen schauen sich die Geschichte an und deren Kommentare werden, soweit ich sie für mich passend finde, eingearbeitet.
Bei mir kommen also sehr wenige Menschen in meinen Entstehungsprozess einer Geschichte rein. Ich habe da aber auch zu wenige Ansprechpartner. Wenn ich mehr Leute hätte, die mir nahe stehen und die ich auch gerne mit sowas "belästigen" mag (wo ich also nicht denke, dass das zu viel verlangt ist), würde ich das wohl auch nutzen.

@DrJones schrieb:Wie geht Eure Umgebung mit Eurer Schreibleidenschaft um? Förderung? Akzeptanz? Schulterzucken? Ablehnung?
Bei dieser Frage fange ich mal hinten an. Wirkliche Ablehnung habe ich noch nie erfahren. Am nächsten dazu wäre das Entsetzen meines Mannes, als ich ihm 2015 eröffnete, am NaNo teilnehmen zu wollen. Aufgrund meiner Depression habe ich Probleme, immer mit meinem Haushalt hinterher zu kommen, und er befürchtete, dass ich dann meine produktive Zeit ausschließlich fürs Schreiben verbrauchen würde. Letztlich habe ich in diesem November sogar mehr im Haushalt gemacht, weil ich entdeckte, dass das Schreiben ein guter Ausgleich zu meiner Depression ist. Zumindest, wenn es insgesamt gut läuft.
Ich weiß nicht, ob ich schon mal nur ein Schulterzucken geerntet habe. Ich glaube, meistens kam dann doch Interesse auf, was ich denn schreibe, gerne auch bis ins Detail, und ob ich schon etwas veröffentlicht habe. Das geht mir dann auch schon über die Akzeptanz hinaus.
Akzeptanz ernte ich wohl eher von meiner Schwiegermama. Die nimmt es hin. Es interessiert sie nicht wirklich, vermutlich, weil sie nicht liest. Aber es stört sie auch nicht. Immerhin sind wir unterschiedliche Menschen und können entsprechend auch unterschiedliche Hobbies haben. Ich soll es nur nicht übertreiben, habe ich das Gefühl. Solange alles funktioniert und ihr Sohn nicht darunter leidet, ist ihr da wohl alles recht. Auch mein Mann akzeptiert mein Hobby mehr, als dass er es fördert. Ihn interessieren Bücher auch nur selten, aber er lässt mich mein Ding machen, solange es mich glücklich macht. Dafür verzichtet er dann eben auch mal auf seinen Fernseher oder liest sich meine Geschichten durch. Man könnte es vielleicht fördern nennen, wenn es auf mich nicht so gezwungen wirken würde. Er tut es mir zu liebe. Er will mir nicht schaden und nimmt aufgrund meiner Depression Rücksicht. Er akzeptiert also, dass mir dieses Hobby wichtig ist und unterstützt mich, wenn es notwendig ist. Dass ich zu Weihnachten die ersehnten Schreibratgeber von meiner Amazon-Wunschliste bekomme, ist dagegen leider nicht drin. Das wäre für mich eher eine Förderung. Ebenso, als ich mir Papyrus so sehr gewünscht habe. Er hätte es mir nie gekauft. Nicht, weil es so teuer wäre. Seine Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke an mich kommen durchaus in diese Preisrichtung. Er will mir einfach nur lieber schöne Dinge schenken, an denen ich Spaß habe. Ein Programm, das er mir nicht einmal wirklich hübsch verpackt und physisch greifbar schenken kann, oder ein Buch, das mir "Arbeit" macht, kommen da einach nicht in Frage.
Ich denke, gerade bei dem Punkt "fördern" ist es wohl ziemlich schwierig für das Umfeld, wobei es da wohl auch auf das jeweilige Verständnis von "fördern" ankommt. Für manchen mag das, was mein Mann für mich tut, schon fördern bedeuten. Für mich ist das ein gewisser Grad an Hilfe. Trotzdem bin ich ihm dafür schon dankbar. Seinen Hundesport konnte ich schließlich auch nur eher akzeptieren, ihn auf den Hundeplatz begleiten und nicht quengeln, dass ich nach Hause will. Kann eben immer nur einer mit einem Hund trainieren und das ist in der Regel der Besitzer. Ich hätte das aber auch nicht tun wollen, weil mich Schutzdienst so gar nicht interessiert hat. Ich will also mit meinen Hobbies auch nicht mehr erwarten, als ich selbst zu geben bereit bin/war.

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Re: Die lieben Verwandten und Bekannten und das Schreiben

Beitrag  Ankh am Fr Jan 13, 2017 1:42 am

@DrJones schrieb:Was teilt Ihr Euren Verwandten und Bekannten also über Eure Schreibleidenschaft mit?
Über meine Leidenschaft teile ich wenig mit Laughing Dass ich schreibe, wissen eigentlich alle, wobei ich da jetzt kein großes Tamtam draus gemacht habe. Es war und ist ein Hobby, von dem sie wissen, von dem ich aber nicht viel erzähle. Ich glaube, der Großteil meiner Familie und Bekannten weiß grob, dass ich irgendwas mit Sanitätern schreibe, mal mit Ausnahme von meinem Bruder, der auch mit dem Begriff Shadowrun etwas anfangen kann. Aber sie wissen weder, wie viel Zeit ich dafür investiere, noch irgendwas über den tatsächlichen Plot. Immerhin wissen sie, dass ich darüber an meinen Lektorenjob gekommen bin und meinen Stadtführer haben sie wenn nicht gekauft dann zu Weihnachten bekommen tongue
Lest Ihr ihnen etwas von Euren Sachen vor?
Nein. Die Einzigen, denen ich etwas häufiger vorlese, sind noch nicht alt genug für die Sachen, die ich schreibe  Wink
Helfen sie Euch gar - z. B. als Probeleser?
Bisher hat aus meinem Nicht-Schreib(foren)umfeld nur mein Mann meine Geschichte in der Rohfassung gelesen und mir seine Eindrücke dazu genannt. Da er viel liest und selbst ein bisschen schreibt hat er ein ganz gutes Gespür, ob ich z.B. Stimmungen treffe, aber mit dem Handwerk hat er sich selbst noch kaum auseinandergesetzt. Das kommt aber unweigerlich nach und nach von selbst durch unsere Gespräche. Er hilft mir auch mit inhaltlichen Sachen, was die Shadowrun-spezifischen Sachen angeht.
Achja, und er hat mir seinen Charakter überlassen Cool was ich für einen großen Vertrauensbeweis halte.
Wo seht Ihr Vor- und Nachteile, wenn Eure Umgebung involviert ist?
Ich sehe die Vorteile vor allem darin, dass ich keine Geheimniskrämerei betreiben muss. Ich brauche keine Ausreden zu finden, wenn ich Nächte durchchatte oder den Wohnzimmerboden mit Karteikärtchen pflastere, und der Rest der Familie lässt mich in Ruhe, wenn ich schreibe.
Nachteile sehe ich vor allem im nächten Punkt:
Findet Ihr Nachfragen zu Euren aktuellen Projekten lästig?
Ja. Ich fühle mich unter Druck gesetzt. Als das schreiben "nur" ein Hobby war, war ich viel mehr darauf bedacht niemandem zu sagen dass ich schreibe, weil ich dachte, wenn es jemand weiß und ich verliere die Lust daran oder habe keinen Erfolg bin ich in allen Augen ein Versager ... Deswegen war (und ist) es mir am liebsten, wenn eigentlich gar keiner fragt. Es ist gut, dass alle grob Bescheid wissen, aber damit hausieren gehe ich erst, wenn das Buch im Handel ist.
Gibt es Phasen in Euren Projekten, in denen Ihr Eure Leute gerne involviert und
wiederum Phasen, wo Ihr das nicht so mögt?
Naja was heißt gern, es gibt eben Sachen, bei denen man mir helfen kann und Sachen, da muss ich allein durch. Je nachdem, was gerade ansteht, suche ich Hilfe oder eben nicht.
Wie geht Eure Umgebung mit Eurer Schreibleidenschaft um? Förderung? Akzeptanz? Schulterzucken? Ablehnung?
Offen ablehnen tut es glücklicherweise niemand, aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich es nicht so an die große Glocke hänge, und aus demselben Grund nehme ich auch niemandem ein Schulterzucken übel, was sollen sie auch sagen, wenn ich nix drüber erzähle? Wink Bei den meisten ist es wohl Akzeptanz, sie freuen sich, dass ich ein Hobby habe das mir Spaß macht. Gefördert werde ich vor allem durch meinen Mann, der mir den Freiraum gibt, das quasi hauptberuflich zu machen, und wenn man zum Schreiben auch den Lektorenjob und meine Zeit beim Verlag dazuzählt, dann habe ich dabei sehr viel Unterstützung auch vom weiteren Familienkreis bekommen, sowohl moralisch als auch z.B. durch die Betreuung der Kinder.
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Re: Die lieben Verwandten und Bekannten und das Schreiben

Beitrag  Luftmensch am Di Jan 17, 2017 10:10 am

Spannende Frage!


Inwieweit teilt ihr Eure Schreibleidenschaft mit Verwandten und Bekannten?

Meine engsten Freunde und "engsten" Familienmitglieder wissen, dass ich schreibe.
Damit meine ich, dass die Freunde, die gerne lesen und von deren Seite auch Interesse besteht, sich über Bücher auszutauschen, eher dazu tendieren, sich auch für's Schreiben zu interessieren. Daher erzähle ich eher solchen Freunden, dass ich schreibe, als solchen, die gar nicht gerne lesen und nichts damit anfangen können.
Von meiner Familie wissen lediglich meine Eltern und mein Bruder Bescheid, wobei nur mein Bruder eine konkrete Vorstellung davon hat, was ich schreibe und wie ich schreibe.


Was teilt Ihr Euren Verwandten und Bekannten also über Eure Schreibleidenschaft mit?

Eigentlich teile ich nicht soo viel mit. Meinen Bruder habe ich einige Kapitel von meinem Projekt vorgelesen, als er jünger war und Lust auf eine neue Geschichte hatte. Ab da wollte er immer wieder etwas von mir lesen und unterstützt mich da auch vollkommen Smile
Meine Eltern wissen, dass ich schreibe und haben eine vage Idee davon worüber ich schreibe. Ansonsten sind sie eigentlich recht im Dunklen, was mein Schreiben angeht, da ich ihnen eher weniger darüber erzähle. Wenn ich in meinem "Schreibmodus" bin, wissen sie, dass sie mich besser in Ruhe lassen sollten Wink
 

Lest Ihr ihnen etwas von Euren Sachen vor?

Bisher habe ich nur meinem Bruder richtig vorgelesen, jedoch war meine Mutter auch dabei, also zählt sie auch halb dazu Wink


Helfen sie Euch gar - z. B. als Probeleser?

Nicht wirklich, da ich es auch gar nicht von ihnen verlange. Freunde von mir haben mal etwas gelesen und waren sehr hilfreich, allerdings ist es mir momentan lieber, wenn meine Freunde und Familie meine Sachen nicht lesen. Irgendwie ist es mir manchmal zu intim, ihnen das anzuvertrauen, weil es eine andere Seite von mir ist, die sie nicht kennen. Jedenfalls kennen nicht alle diese Seite und eigentlich fühle ich mich so wohler.


Wo seht Ihr Vor- und Nachteile, wenn Eure Umgebung involviert ist?

Ein Vorteil ist, dass man jemanden in seiner unmittelbaren Nähe hat, um sich auszutauschen. Mein Bruder, der nicht wirklich Fantasy liest, kann mir überraschend gut bei meinem Fantasyprojekt helfen. Er hat ein Gespür für gute Geschichten und macht mich auf Dinge aufmerksam, die mir gar nicht bewusst waren.
Ein Nachteil ist wohl, dass Nachgefrage oder das Herumerzähle (wozu meine Mutter tendiert, Mütter eben Wink ). Aber so richtig ist es ja auch nicht ein Nachteil. Eher Interesse und Neugierde Smile


Gibt es Phasen in Euren Projekten, in denen Ihr Eure Leute gerne involviert und
wiederum Phasen, wo Ihr das nicht so mögt?

Wenn ich so weit bin, das was ich geschrieben habe zu teilen, dann involviere ich gerne Leute.
Wenn ich plane und gerade erst angefangen habe zu schreiben, dann eher weniger.


Wie geht Eure Umgebung mit Eurer Schreibleidenschaft um? Förderung? Akzeptanz? Schulterzucken? Ablehnung?
Mit meiner Umgebung habe ich echt Glück. Alle wissen, dass ich "irgendetwas mit Büchern oder so" mache, da ich auch Literaturwissenschaften studiere, daher sind sie nicht überrascht, wenn ich mitteile, dass ich auch echt gerne schreibe. Meistens sind die Menschen daran interessiert, was ich denn so schreibe. Wenn ich dann "Fantasy" sage, reagieren sie recht witzig Smile Entweder total begeister, total verwirrt oder eher weniger interessiert. Eine Ablehnung habe ich noch nie erfahren und hoffe, dass es anderen auch so geht.
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Re: Die lieben Verwandten und Bekannten und das Schreiben

Beitrag  Kelpie am So Jan 22, 2017 8:14 am

Ich habe den Thread gar nicht gesehen ...

Was teilt Ihr Euren Verwandten und Bekannten also über Eure Schreibleidenschaft mit? 
Naja, meine Familie weiß, dass ich schreibe. Meine Mutter hat 3 Romane gelesen, die ihr auch gefallen haben. Manchmal spreche ich mich dann mit ihr über Inhaltliches ab, aber ehrlich gesagt sind ihre Tipps in Bezug auf den Plot eher nicht sooo hilfreich, weil sie zu sehr in eine Richtung denkt, die mir nicht vorschwebt. Aber das nicht im Sinne von "oh, mal was anderes", sondern eher von "eine Liebesgeschichte, wo ich keine haben will". Ansonsten halte ich mich zurück, irgendwie sind sie nicht die richtigen Gesprächspartner zu dem Thema.

Lest Ihr ihnen etwas von Euren Sachen vor? 
Vorlesen - nie. Ich mag das nicht und sie mögen das glaube ich auch nicht ^^

Helfen sie Euch gar - z. B. als Probeleser? 
Wie gesagt, meine Mutter schon. Mein Vater wollte auch mal ein Kapitel lesen, aber das aus Neugierde, denn eigentlich ist das gar nicht sein Genre. Und es ist ihm auch immer total unangenehm, jemanden zu loben, aber gleichzeitig möchte er mich nicht kritisieren, daher ist das dann irgendwie komisch. Und meine Schwester ist eher eifersüchtig, weil sie auch mal schrieb, aber ihr jetzt die Selbstdisziplin fehlt, und kommt dann eher mit Kritik, mit der ich nichts anfangen kann.

Wo seht Ihr Vor- und Nachteile, wenn Eure Umgebung involviert ist?

Weder noch. Es ist wie es ist und ich störe mich nicht daran, aber es ist jetzt sicherlich auch keine unglaublich tolle Situation, die jeder Autor haben sollte. Es ist völlig neutral. 

Findet Ihr Nachfragen zu Euren aktuellen Projekten lästig?
Jein. Von meiner Mutter nicht. Aber ich merke, dass ich z.B. nur begrenzt Leute in mein Zimmer lasse, wo meine Schreibunterlagen und die große Karte sind, weil ich keine Lust habe, ihre Fragen zu beantworten ("Wooah, was ist das?" "Eine Fantasylandkarte." "Mittelerde?" "Äh, nee. Meine eigene Fantasywelt." "Wooooah. Tooooll." "Äh. Ja." "Nur so zum Spaß?" "Nee, ich schreibe einen Roman." "Eeeecht? Ist ja toll. Worum geht's denn da?" "Äh ..." Und auf die Frage habe ich aus irgendeinem Grund gar keine Lust.)

Gibt es Phasen in Euren Projekten, in denen Ihr Eure Leute gerne involviert und wiederum Phasen, wo Ihr das nicht so mögt?
Nein XD

Wie geht Eure Umgebung mit Eurer Schreibleidenschaft um? Förderung? Akzeptanz? Schulterzucken? Ablehnung?
Meine Mutter gibt Unterstützung, wenn ich sie brauche, aber sie ist nicht mein Fangirl, das ständig nachhakt und plötzlich mit einem Notizbuch kommt und sagen würde: "Hier, für deine Schreibleidenschaft Laughing ". Mein Vater Schulterzucken, meine Schwester wie gesagt Eifersucht und "ich finde die Idee eher mau, da sind meine Ideen besser."





Edit: @Ankh, welchen Charakter hat dir denn dein Mann überlassen?
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Re: Die lieben Verwandten und Bekannten und das Schreiben

Beitrag  Alys am Mo Jan 23, 2017 11:35 am

Was teilt Ihr Euren Verwandten und Bekannten also über Eure Schreibleidenschaft mit?

Ich erzähle eher nebenbei davon. Die Familie weiß von meinen schriftstellerischen Ambitionen, sieht es aber als Hobby. (Wenn man ganz ehrlich ist - das ist es ja auch. Schließlich würde ich meinen Hauptjob ja selbst dann nicht aufgeben, wenn ich je einen Bestseller landen würde.) Meine Kollegen wissen es auch und fragen ab und an danach, was ich echt nett finde.

Lest Ihr ihnen etwas von Euren Sachen vor?


Das hab ich bis jetzt noch nie. Allerdings wurde ich schon mehrfach aufgefordert dazu, vor allem in der Klinik.

Helfen sie Euch gar - z. B. als Probeleser?

Nein, nicht als Probeleser, und das würde ich auch nicht wollen. Ich denke, sie würden bei der Kritik nicht ehrlich genug austeilen. Smile Allerdings diskutiere ich manchmal Plotideen mit meinem Mann, was sehr hilfreich sein kann.


Wo seht Ihr Vor- und Nachteile, wenn Eure Umgebung involviert ist?

Der Vorteil ist ganz klar, dass ich auch mal sagen kann "Heute Abend will ich schreiben" und dann auch die Zeit dafür haben darf. Nachteile haben sich bis jetzt bei mir nicht so ergeben.


Findet Ihr Nachfragen zu Euren aktuellen Projekten lästig?

Nein.

Gibt es Phasen in Euren Projekten, in denen Ihr Eure Leute gerne involviert und
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Das entfällt, da sie ja eh nicht so wirklich involviert sind.

Wie geht Eure Umgebung mit Eurer Schreibleidenschaft um? Förderung? Akzeptanz? Schulterzucken? Ablehnung?

Mein Mann unterstüzt mich und fördert mich insofern. Nur manchmal nervt ihn das Tastengeklapper. Smile Der Rest der Familie ist milde neugierig. Ablehnung musste ich bis jetzt noch nicht erfahren, höchstens Desinteresse von entfernteren Verwandten.
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Re: Die lieben Verwandten und Bekannten und das Schreiben

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