Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

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Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Samira-Jessica am Do Dez 08, 2016 10:26 am

Liebe Tintenklecksler,

ich stelle mir gerade eine Frage und zwar Folgende:

Sollte die gesamte Charakterentwicklung (aller Charaktere) bereits vor Beginn der Handlung abgeschlossen haben?
Ich persönlich denke darüber ja so; eigentlich, denke ich, genügt es ja am Anfang das Wichtigste der am Anfang vorkommenden Charaktere entworfen zu haben und den Rest kann man später noch weiterentwickeln. Viel ergibt sich ja auch erst während des Schreibens.

Genauso denke ich über den Weltenbau.

Wie handhabt ihr das denn?

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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Ankh am Fr Dez 09, 2016 1:24 am

Meinst du jetzt ob deine Planung der Charakterentwicklung schon fertig sein sollte oder ob der Charakter selbst sich innerhalb der Handlung nicht mehr weiterentwickeln soll?

Das zweite: Nein. Ein guter Hauptcharakter sollte sich durch die Handlung in irgendeiner Form entwickeln und etwas durch die Erfahrungen, die er macht dazulernen.

Das erste: Das kommt drauf an wie du arbeitest. Du kannst entweder alles genau plotten, was in deienr geschichte passieren soll, inklusive der Charakterentwicklung, und es dann am Ende einfach so runterschreiben. Oder du fängst erstmal an zu schreiben und schaust, wohin dich (und deinen Charakter) die Handlung führt. Im zweiten Fall musst du nach dem Rohentwurf wahrscheinlich noch einige Dinge anpassen, damit die Entwicklung deutlicher wird, aber auf der anderen Seite entdeckt man so oft Seiten an seinem Charakter, auf die man beim plotten gar nicht gekommen wäre, weil sie sich aus der Situation heraus ergeben.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Samira-Jessica am Fr Dez 09, 2016 4:33 am

Ich meine ersteres.

Stimmt, vielleicht ist es sogar besser, die Bogen-Entwicklung mit der Entwicklung der Charaktere zusammen zu machen.

Ostertei

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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Earu am Fr Dez 09, 2016 6:28 am

Achtung, "besser" ist das, was funktioniert. Nur weil jemand auf eine bestimmte Methode schwört, weil sie bei einem funktioniert, muss das nicht auch bei dir so sein. Gerade die Drauflosschreiber würden hier genau das Gegenteil sagen. Ich persönlich brauche eine Mischung. Etwas Planung und etwas Drauflosschreiben. Meine auf mich passende Erfahrung ist, dass wenn ich alles weiß, ich es nicht mehr schreiben will.

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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  DrJones am Sa Dez 10, 2016 12:15 am

Man sollte sich auch überlegen, was man aus dem Worldbuilding für die Charaktere braucht, um damit etwa persönliche Entwicklungen zu starten.
Natürlich zählt auch Atmosphäre mit rein. Das sollte allerdings nicht die primäre Motivation sein, die Welt so oder so zu gestalten.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Ankh am Sa Dez 10, 2016 12:21 am

@Samira-Jessica schrieb:Stimmt, vielleicht ist es sogar besser, die Bogen-Entwicklung mit der Entwicklung der Charaktere zusammen zu machen.
Das würde ich auf jeden Fall verbinden. Im anderen Thread hab ich ja den Artikel übersetzt, wie man die Charakterentwicklung in die Plotstruktur einfügt. Das sind im Grunde dieselben Plotpunkte, nur einmal auf die äußere Handlung und einmal auf die innere Entwicklung des Protagonisten bezogen.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Samira-Jessica am Sa Dez 10, 2016 2:57 am

@Ankh schrieb:Das sind im Grunde dieselben Plotpunkte, nur einmal auf die äußere Handlung und einmal auf die innere Entwicklung des Protagonisten bezogen.
Wie, dieselben Plotpunkte?
Eine Handlung kann doch z.B. keine "Lüge des Lebens" haben? (Dazu hab ich in o.g. anderem Thread übrigens noch zwei Fragen hinzugefügt)

@DrJones schrieb:Man sollte sich auch überlegen, was man aus dem Worldbuilding für die Charaktere braucht, um damit etwa persönliche Entwicklungen zu starten.
Natürlich zählt auch Atmosphäre mit rein. Das sollte allerdings nicht die primäre Motivation sein, die Welt so oder so zu gestalten.
Das verstehe ich nicht ganz, den Zusammenhang zwischen Wordbuilding und  Charakterentwicklung...

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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Julestrel am So Dez 11, 2016 8:28 pm

@Samira-Jessica schrieb:Das verstehe ich nicht ganz, den Zusammenhang zwischen Wordbuilding und  Charakterentwicklung...
Die Welt beeinflusst die Menschen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Frauen und Männer relativ gleich gestellt sind. Vor 100 Jahren sah das noch ganz anders aus. So etwas wird folglich männliche wie weibliche Personen beeinflussen.

Genauso wird es mit Rang, Gesellschaftsstrukturen, Religion, Kultur, etc. sein. Das kannst du nie komplett von den Protagonisten trennen und wird sich entsprechtend auf die Charakterentwicklung auswirken.

Wenn wir nochmal das Beispiel der Gleichberechtigung nehmen: Eine Frau kann sich heute relativ ungehindert entfalten. Man kann sich einen beliebigen Beruf auswählen, man kann sich in Politik oder für die Kirche engagieren, man kann in der Freizeit an Autos schrauben, Häkeln oder Briefmarken sammeln. Oder alles zusammen. Du kannst mit einer modernen Frau also praktisch jede Charakterentwicklung machen, die du willst. Spielt deine Geschichte nun aber vor 100 Jahren, wird das nicht möglich sein. Da bist du mit der Charakterentwicklung eingeschränkt.

Deswegen musst du deine Welt so weit bauen, dass du weißt, inwieweit es deine Charaktere beeinflusst. Sonst wirst du Probleme mit einer Charakterentwicklung haben.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  DrJones am So Dez 11, 2016 10:27 pm

Sa-Je schrieb:
@DrJones schrieb:Man sollte sich auch überlegen, was man aus dem Worldbuilding für die Charaktere braucht, um damit etwa persönliche Entwicklungen zu starten.
Natürlich zählt auch Atmosphäre mit rein. Das sollte allerdings nicht die primäre Motivation sein, die Welt so oder so zu gestalten.
Das verstehe ich nicht ganz, den Zusammenhang zwischen Wordbuilding und  Charakterentwicklung...

Es geht in die Richtung, was Julestrel geschrieben hat. Du kreierst (schreibt man das so??) die Welt, in der Deine Geschichte spielt, ja nicht aus Jux und Dollerei. Das muss schon passen - auch zu den Charakteren, die sich mit dieser Welt auseinandersetzen.
Die Welt muss dem Protagonisten einen Anstoß geben, sich - und damit am Ende die Welt selbst - zu verändern.
Nehmen wir als Beispiel mal die Tribute von Panem:
Eine fürchterliche Diktatur, die sich im Capitol abschottet und die Distrikte durch Gewaltherrschaft terrorisiert und Gladiatorenkämpfe austragen lässt. Verlogen, menschenverachtend, brutal. Und da gibt es die gute Katniss: Voller Mitgefühl, aufrichtig usw. Kontrast! Katniss ist der Gegenpol zum Gesellschaftssystem, in dem sie und ihre Leute leben müssen. Das gibt ihr Ziele und Motive für diese Ziele.
Man könnte auch die Welt eines Romans als Projektionsfläche für das Innenleben der Protagonisten betrachten. Der Mensch lebt nicht nur in einer Welt, er formt und gestaltet sie auch, nach seinen Zielen und Vorstellungen. Wenn man sich etwa die Wohnung eines Messis ansieht, kann man auch Rückschlüsse auf sein Innenleben bzw. Charakter ziehen. Riesenansprüche und Bequemlichkeit. Schließt sich gar nicht aus. Oder eine Wohnung, in der alles auf 90° ausgerichtet ist, kein Staubkorn, alles aufgeräumt, tipp topp, der Geruch von Reinigungsmitteln. Wohnt dort evtl. ein Pedant oder ein Perfektionist, jemand, der eine Dressur-Erziehung erhalten hatte? Das meine ich auch im Großen: Der Mensch formt seine Umwelt, daher ist die Umwelt ein Spiegel seines Innenlebens.

Und die Umwelt formt auch den Menschen. Da schließt sich wieder der Kreis zu z. B. Diktaturen: Ein Mensch, der in seiner Kindheit einmal gedemütigt worden war, kann das evtl. (!) sein Leben lang nicht vergessen. Er wird evtl. (!) immer versuchen, andere Menschen zu dominieren, oben zu stehen, damit sich diese Demütigung auch nie, nie wiederholt. Dieser Mensch könnte zu einem Diktator werden und anderen Menschen aus Rache unendliches Leid zufügen - allein deswegen, weil er einmal in seiner Kindheit ins Hintertreffen geraten war. Er fügt anderen Schmerz und Leid zu, damit ihm seine offene Wunde auch stets in dieser Form vor Augen geführt wird. Menschen, die verletzt wurden, verletzen.

Ich möchte auf folgenden Artikel hinweisen; dort ist auch der link zu Murray's Analyse:

http://www.businessinsider.de/weird-facts-about-hitler-2016-2?r=US&IR=T


Zuletzt von DrJones am So Dez 11, 2016 10:40 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Ankh am So Dez 11, 2016 10:35 pm

@Samira-Jessica schrieb:
@Ankh schrieb:Das sind im Grunde dieselben Plotpunkte, nur einmal auf die äußere Handlung und einmal auf die innere Entwicklung des Protagonisten bezogen.
Wie, dieselben Plotpunkte?
Eine Handlung kann doch z.B. keine "Lüge des Lebens" haben? (Dazu hab ich in o.g. anderem Thread übrigens noch zwei Fragen hinzugefügt)

Keine Lüge, aber dieser Artikel lehnt sich (mit etwas geänderten Bezeichnungen) an die 7 Punkte-Struktur von Dan Wells an: Anfang, 1. Plotpunkt, 1. Pinchpoint, Mittelpunkt, 2. Pinchpoint, 2. Plotpunkt, Ende
Die gelten für den äußeren Plot, und gleichzeitig daran entlang entwickelt sich der Charakter.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  DrJones am So Dez 11, 2016 10:49 pm

@Ankh und @ Sa-Je

Lüge muss dabei nicht immer eine konkrete Lüge sein bzw. man sollte es nicht zu wörtlich nehmen.
Es reicht schon Rationalisierung, Verdrängung und Projektion, um das üble Dreibein mal zu benennen.

Interessant ist evtl. auch Folgendes:

https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensrad

Ich fasse das Übel in der Welt mittlerweile mit der Nabe des Rades zusammen:

Ignoranz bzw. Unwissenheit, Gier und Hass, wenn man die Schlange als böse betrachtet.

Eine Geschichte führt von der Lüge bzw. Verblendung zur Wahrheit.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Ankh am So Dez 11, 2016 11:49 pm

@DrJones Ich mag den Begriff "Lüge" auch nicht so wirklich, weil er eine Absicht unterstellt, und die ist bei dem, der sich selbst belügt, ja normalerweise nicht gegeben. Aber in der Literatur zu dem Thema wird es nunmal immer "the lie" genannt, und ich habe bisher keinen passenderen Begriff gefunden, also hab ich es mal so gelassen. Falls ihr über entsprechende Literatur stolpert wisst ihr jetzt zumindest, worauf sich das bezieht.

Das Lebensrad ist spannend. Ich glaube, im Grunde ähneln sich die Systeme alle irgendwo, weil eben ein fundamentales Prinzip dahintersteckt, das nur immer wieder anders benannt oder visualisiert wird. Die großen Arkana des Tarots bilden ja auch die Heldenreise ab.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  DrJones am So Dez 11, 2016 11:53 pm

@Ankh schrieb:Das Lebensrad ist spannend. Ich glaube, im Grunde ähneln sich die Systeme alle irgendwo, weil eben ein fundamentales Prinzip dahintersteckt, das nur immer wieder anders benannt oder visualisiert wird. Die großen Arkana des Tarots bilden ja auch die Heldenreise ab.

Ja, sie ähneln sich - genau wie die Mythen. Das liegt u. a. daran, dass die Menschen weltweit eine sehr ähnliche Psyche haben und daraus sich die Archetypen ergeben und die Mythen entstehen. Die Jungfrauengeburt etwa findet sich auch bei den amerikanischen Ureingeborenen. Sie ist ein Symbol: Die Geburt der Spiritualität.

Plottest Du nach Tarot? Das machen ja einige Autoren, dass sie sich Karten legen.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Ankh am Mo Dez 12, 2016 12:20 am

Ich benutze Tarotkarten manchmal, um mir die Situation eines Charakters zu verdeutlichen oder den Charakter selbst genauer zu bestimmen (jeder meiner Protas hat ne Karte als Archetyp). Bei einem hab ich auf die Weise seine Lüge bzw seine Wunde gefunden, indem ich mir genauer betrachtet habe, was ihn in seiner Vergangenheit eigentlich bewegt hat.

Das mit der Heldenreise hab ich damals herausgefunden, als ich mich ins Tarot selber eingelesen habe, als es darum ging, wie die Reihenfolge der Arkana zustandekommt, und hab dabei gelernt, dass das eine uralte Plotstruktur ist (assyrisch, glaube ich). ich habe dann meine Geschichte zum ersten mal grob nach der Heldenreise geplottet, nur um zu wissen, welche Lücken ich noch füllen muss. Inzwischen arbeite ich eher nach der 7 Punkte Struktur, aber die passt ja da auch easy rein - ist alles irgendwie abwärtskompatibel, nur eben mehr oder weniger detailliert.

Ja, sie ähneln sich - genau wie die Mythen. Das liegt u. a. daran, dass die Menschen weltweit eine sehr ähnliche Psyche haben und daraus sich die Archetypen ergeben und die Mythen entstehen. Die Jungfrauengeburt etwa findet sich auch bei den amerikanischen Ureingeborenen. Sie ist ein Symbol: Die Geburt der Spiritualität.
Es gibt aber auch Mythen aus anderen Kulturkreisen, die nicht so in "unser" übliches System passen und dementsprechend irgendwie sperrig wirken. Gerade die aus dem asiatischen Raum wirken oft irgendwie unfertig oder unstrukturiert aus meinen westlich geprägten Augen.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  DrJones am Mo Dez 12, 2016 12:27 am

@Ankh

Ich habe mehrer Sets mit Tarotkarten, auch die Crowley-Karten. Muss mich da echt mal einfuchsen. Smile 


@Ankh schrieb:Es gibt aber auch Mythen aus anderen Kulturkreisen, die nicht so in "unser" übliches System passen und dementsprechend irgendwie sperrig wirken. Gerade die aus dem asiatischen Raum wirken oft irgendwie unfertig oder unstrukturiert aus meinen westlich geprägten Augen.

Ja, ich weiß. Smile Habe mir deswegen auch das Buch "Als das Weltenei zerbrach" geholt.
Mich interessieren bei den Mythen vor allem die Gemeinsamkeiten, denn das
ist doch interessant und erstaunlich, dass sich so viele Mythen weltweit bis
in die Details hinein gleichen. Allein der Sündenfall: Den gibt es weltweit.
Die Missionare dachten damals, die Ureinwohner wollten sie veräppeln, als die ihnen
z. B. mit "Jungfrauengeburt" kamen. Blasphemie! Laughing Nein nein, das ist unsere Story! Laughing
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Samira-Jessica am So März 05, 2017 9:18 am

Schreibwütig die letzten Tage, melde ich mich mit viel Kreativität zurück aus einem mehrmonatigen Tief.

Die letzten Tage ich viel geschafft, habe endlich Prämissen für meine Projekte entworfen, daraus die zentralen Konflikte abgeleitet und der Plot nimmt auch immer mehr und mehr Gestalt an. Sogar sechs inhaltliche Kapitelentwürfe (in Stichpunkte), für jedes Projekt jeweils drei, habe ich schon.
Jetzt bin ich gerade mal wieder an so einem Punkt, wo ich eigentlich nichts lieber will, als zu schreibe anfangen. Doch es fehlt immer noch soo viel an meinen Charakteren und Welten (klar, nachdem die Entwicklung jetzt mehrere Monate pausiert hat...).

Gerade frage ich mich aber wieder: Muss das alles wirklich schon vor dem Schreiben bis ins kleinste Detail entwickelt sein oder kann ich den Dingen nicht einfach freien Lauf lassen und sie dann entwickeln, wenn es in der Handlung gerade notwendig wird? Die Welt und auch den Plot?

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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Ankh am So März 05, 2017 9:59 am

@Samira-Jessica schrieb:Gerade frage ich mich aber wieder: Muss das alles wirklich schon vor dem Schreiben bis ins kleinste Detail entwickelt sein oder kann ich den Dingen nicht einfach freien Lauf lassen und sie dann entwickeln, wenn es in der Handlung gerade notwendig wird? Die Welt und auch den Plot?
Nein. Das ist einfach eine Frage der persönlichen Preferenz. Ich kenne nicht die Schreibgewohnheiten von allen hier, aber ich weiß von mehreren, dass sie lieber erstmal mit höchstens einer groben Idee losschreiben und dann später das Ganze in eine anständige Struktur kloppen. Das ist vielleicht im Nachhinein schwieriger, weil man eventuell viel umschreiben muss, dafür ist man am Anfang freier, die Geschichte sich dahin entwickeln zu lassen, wo sie hinwill. Ich persönlich könnte mich nicht aufraffen, eine Geschichte zu schreiben, die ich schon in allen Details kenne, da wäre dann sämtliche Motivation dahin. Andere widerum können keinen ersten Satz beginnen, ohne zu wissen, wie die Geschichte ausgehen wird.

Wie du persönlich am besten schreiben kannst, findest du nur raus, indem du es ausprobierst. Wenn du im Moment Lust und Inspration hast zu schreiben, dann schreib doch einfach drauflos. Wenn du merkst, dass du gegen eine Wand läufst und nicht weißt, wie es weitergehen soll, dann arbeite am Gerüst, bis du wieder weißt, wo die Reise hingehen soll. Früher oder später wirst du so die Methode finden, die dir liegt.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Julestrel am So März 05, 2017 9:31 pm

@Samira-Jessica schrieb:Gerade frage ich mich aber wieder: Muss das alles wirklich schon vor dem Schreiben bis ins kleinste Detail entwickelt sein oder kann ich den Dingen nicht einfach freien Lauf lassen und sie dann entwickeln, wenn es in der Handlung gerade notwendig wird? Die Welt und auch den Plot?
Ich plane das nicht vorher ins kleinste Detail. Ich habe einige grobe Anhaltspunkte und von dort entwickeln sich Plot, Charakter und Welt gemeinsam nebenher.

Aber wie @Ankh schon sagte: Jeder macht es anders. Du musst schauen, welcher Weg für dich der richtige ist. Allerdings kann es durchaus einige Jahre bzw. mehrere Projekte dauern, bis du das passende Vorgehen für dich findest. Man muss da einfach rumprobieren und verfeinern.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Samira-Jessica am Mo März 06, 2017 3:15 am

Danke @Ankh und @Julestrel. Das nimmt mir wieder mehr Druck, obwohl ich jetzt gerade viele Ideen für meine Charakter(-gruppen) und Orte auf mich einströmen.
Mein Post von gestern Abend ist wohl doch nicht angekommen, hatte Schwierigkeiten mit dem Internet.

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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Ankh am Mo März 06, 2017 4:16 am

Du kannst die Ideen ja trotzdem notieren. Ist ja nicht so, dass es dir irgendwer verbietet, vorher oder nebenher zu plotten. Oft geht das wie @Julestrel sagt ja Hand in Hand, ein bisschen schreiben, daraus ergibt sie etwas für deine Welt, wenn du das weiterdenkst ergeben sich daraus wieder Umstände für deinen Charakter, die wieder in die Geschichte einfließen usw. Manchmal kommt man beim Schreiben nicht weiter, und es hilft, sich erstmal mit dem Weltenbau oder der Romanstruktur oder dem Charakterhintergrund zu beschäftigen. Manchmal schreibt man drauflos und es ergeben sich aus der Situation des Charakters heraus ganz von selbst Dinge, die dann deine ganze Welt verändern und auf die man beim abstrakten Planen nie gekommen wäre. Oder dir fällt zumindest auf, wo deine Welt noch Lücken hat und du dir etwas einfallen lassen musst, um etwas zu erklären, was in deiner Geschichte passiert.

Wenn du gerade Ideen zur Charakterplanung hast, mach dir dazu Notizen. Wenn dir dabei Szenen einfallen, schreib die auch nieder und bau sie später ein. Schreiben ist kein starrer Prozess von A nach B; ich schreibe z.B. oft Szenen oder Dialoge und entwickle dann erst die Geschichte drumherum, einfach, weil das für mich gut funktioniert. Die Hauptsache ist, dass man alles aufschreibt, was einem in den Sinn kommt, denn löschen und ändern kann man hinterher immer, aber wenn du eine Idee verdrängst, nur weil du denkst "aber erstmal muss ich doch noch...", dann ist die Idee einfach verloren.
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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Samira-Jessica am Mo März 06, 2017 8:26 am

Super, danke!

(@Ankh, hast du die Antworten zu meinem Konflikt gelesen?)

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Re: Charakterentwicklung & Weltenbau vor Beginn der Handlung - Wie weit?

Beitrag  Ankh am Mo März 06, 2017 9:16 am

@Samira-Jessica schrieb:Super, danke!

(@Ankh, hast du die Antworten zu meinem Konflikt gelesen?)
Ja, hab ich. Willst du noch was dazu besprechen?
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