Wie hören sich die Gedanken Eurer Protas an?

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Wie hören sich die Gedanken Eurer Protas an?

Beitrag  DrJones am Mo Nov 28, 2016 7:39 pm

Ich möchte mich gerne mit Euch austauschen, wie ihr die Gedanken Eurer Protas klingen lasst?
Klingen? Ja, denkt der Prota auch so, wie er spricht? Angenommen, Euer Prota redet mit einer
Mundart. Bayerisch: "Jomai, i bin der Sepp!"
Denkt er dann auch in seiner Mundart?  :
Wos iss`n dos füa oana?  für Was ist denn das für einer?


Macht Ihr auch in den Gedanken des Protas deutlich, um wen es sich handelt?
Falls ja, wie?
Welche Eigenarten in der Sprech(!)weise übernehmt ihr für die Gedanken?
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Re: Wie hören sich die Gedanken Eurer Protas an?

Beitrag  Earu am Di Nov 29, 2016 6:54 am

Ich mache es mir verhältnismäßig einfach. Gedanken meiner Protagonisten sind unausgesprochene Reden. Also müssen die Gedanken genauso klingen, als würden sie gesprochen werden. Wobei ich gestehen muss, dass ich bevorzugt Saarländisch spreche, aber ausschließlich Hochdeutsch denke. Saarländisch denken ist mir zu schwierig. Aber da ist nicht jeder so wie ich und bevor ich meine Leser verwirre, halte ich es einheitlich.

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Re: Wie hören sich die Gedanken Eurer Protas an?

Beitrag  DrJones am Di Nov 29, 2016 8:29 am

@Earu

Das klingt richtig für mich, es einheitlich zu halten.
Ich frage mich auch, ob bzw. wieviele Menschen so denken wie sie sprechen.

@Earu schrieb:Wobei ich gestehen muss, dass ich bevorzugt Saarländisch spreche, aber ausschließlich Hochdeutsch denke. Saarländisch denken ist mir zu schwierig.

Ja, das ist interessant und entspricht auch meiner Annahme, dass verschiedene Kombinationen von Denken und Sprechen möglich sind. Was erwarten die Leser bzw. womit kommen sie gut klar?

Also ich könnte mir durchaus auch vorstellen, dass ein Prota auf Hochdeutsch denkt, aber z. B. sächselt. Es würde auch eine Unterscheidung bringen zwischen Denken und Sprechen und höbe das Denken auf eine andere Ebene. Ich stehe gerade vor dem Problem (?), einen pseudo-mittelalterlich sprechenden Prota denken zu lassen. Es kommt mir da komisch vor mit diesen eingeschobenen e's:

Was sprechet er da, der Tor? vs Was spricht dieser Tor denn da?

Bin mir an der Stelle unsicher. Ich werde evtl. bald in die Einsatz-Hilfe gehen.


Zuletzt von DrJones am Di Nov 29, 2016 9:10 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Wie hören sich die Gedanken Eurer Protas an?

Beitrag  Ankh am Di Nov 29, 2016 9:07 am

Ich würde auch tendenziell sagen, dass der Charakter mit derselben "Stimme" denkt wie er spricht. Allerdings vermeide ich auch generell, Dialekte etc zu verschriftlichen, weil ich finde, dass das auf Dauer anstrengend zu lesen ist. Konstante Besonderheiten in der Sprechweise (z.B. ein Akzent) erwähne ich bei der Vorstellung des Charakters und fertig. Was ich schreibe, ist, wenn ein Charakter zum Beispiel nuschelt, weil er grad was im Mund hat, betrunken ist oder die Hälfte der Vorderzähne ausgeschlagen wurden. Sowas überträgt sich dann aber wiederum nicht auf die Gedankenstimme (wobei, beim betrunken sein wäre das zu überlegen), weil das ja keine Charaktereigenschaft ist, sondern äußeren Umständen geschuldet ist, die keine Auswirkungen auf seine Gedanken haben.
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Re: Wie hören sich die Gedanken Eurer Protas an?

Beitrag  Julestrel am Di Nov 29, 2016 10:11 am

Ich denke, es kommt auch darauf an, wie ein Prota was denkt. Ein

'Ich finde nun kein Beispiel', dachte sie.
ist etwas ganz anderes als z.B. erlebte Rede, wo die normale Handlung in Gedanken übergebt.

Sie saugte sich ein weiteres Beispiel aus der Nase. Wenn es doch nur nicht so schwierig wäre!


Das erste Beispiel gleicht ja doch sehr Dialog, da würde ich vermutlich auf jeden Fall den Dialekt verwenden. Beim zweiten Beispiel ist es schwieriger. Für mich hat der ganze Text im Idealfall den Ton des PoVs, nicht nur die Dialoge und die Gedanken, somit müsste ich vermutlich alles im Dialekt schreiben.

Aber wie @Ankh schon meinte: Ausgeschriebener Dialekt ist auf Dauer anstrengend, weswegen bei mir das höchstens mal ein Nebenchar macht, der ein oder zwei Zeilen spricht.
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Re: Wie hören sich die Gedanken Eurer Protas an?

Beitrag  Anjana am Di Nov 29, 2016 7:11 pm

Ich verwende eigentlich fast ausschließlich die erlebte Rede und sehe es genauso wie @julestrel, dass sich die Stimme des PoV durch den gesamten Text zieht. Allerdings sind meine Gedanken oft etwas ungeschliffener als die Aussprache. Sowohl in der Wortwahl, als auch im Tonfall. Das ist einfach der Tatsache geschuldet, dass ich selbst auch ungeschliffener denke als ich spreche. Die eigene Zensur fällt in den Gedanken zu einem sehr viel größeren Teil weg.
Dialekte schreibe ich auch nicht aus. Lediglich einzelne Ausdrücke können sich mal einschleichen.

In deinem Fall @DrJones wäre das für mich eher eine Charakterfrage. Spricht und denkt er tatsächlich auf diese Weise oder spielt er den Dialekt? Denkt er den Gedanken sehr bewusst oder ist das eher ein nebensächlicher Kommentar und die Aufmerksamkeit liegt eher woanders? Je weniger bewusst die Figur das denkt, desto weniger hervorstechend würde ich es formulieren.
Es gibt ja auch noch Zwischenformen zwischen deinen beiden Varianten. Wink
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Re: Wie hören sich die Gedanken Eurer Protas an?

Beitrag  DrJones am Di Nov 29, 2016 7:27 pm

@Anjana schrieb:Allerdings sind meine Gedanken oft etwas ungeschliffener als die Aussprache. Sowohl in der Wortwahl, als auch im Tonfall. Das ist einfach der Tatsache geschuldet, dass ich selbst auch ungeschliffener denke als ich spreche. Die eigene Zensur fällt in den Gedanken zu einem sehr viel größeren Teil weg.

Das ist ein richtig guter Punkt! bounce Smile Wenn man etwas vor anderen sagt, dann reißt man sich oft zusammen oder möchte ein bestimmtes Bild abgeben. Aus den Gedanken erfahren wir die wahren Beweggründe und Gefühle des Protas und können gute Rückschlüsse auf ihn oder sie ziehen. Von daher ist das gedanklich "Gesprochene" eine gute Chance, etwas vom Prota preiszugeben.
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Re: Wie hören sich die Gedanken Eurer Protas an?

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