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Beitrag  Anjana am Di Nov 08, 2016 7:19 pm

Ich weiß, ich war in den letzten Tagen nicht so präsent, unter anderem, weil meine neuer Job mich immer noch sehr fordert, aber jetzt muss ich das einfach mal loswerden.

Es scheint momentan ja tatsächlich so auszusehen, als ob Donald Trump die Wahl gewinnen wird. Ich muss gestehen, dass mir da ein wenig Angst und Bange wird, auch wenn noch abzuwarten bleibt, wie er politisch letztlich tatsächlich agieren wird. Aber dass die Amerikaner wirklich in dieser Form gewählt haben, das erschreckt mich. Und ich frage mich auch, inwiefern die Mechanismen, die Trump angewandt hat, sich auch auf unsere Wahlen nächstes Jahr auswirken werden. Wie seht ihr das? Habt ihr die Wahl verfolgt?
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Re: US-Wahl

Beitrag  Julestrel am Di Nov 08, 2016 7:47 pm

@Anjana schrieb: Ich muss gestehen, dass mir da ein wenig Angst und Bange wird
Nicht nur dir. Ich versuche es mir gerade noch schön zu reden, dass Trump nicht alleine regieren wird, sondern einen Haufen Leute um sich herum hat. Trotzdem befürchte ich, dass es eine Katastrophe wird ...

Erschreckend finde ich, wie viele Leute für jemanden wie Trump wählen. Aber im kleineren Maßstab konnte man es ja auch schon hier bei den letzten Wahlen sehen. Ich hoffe nicht, dass wir uns nun die USA da als Vorbild nehmen  No
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Re: US-Wahl

Beitrag  Herzeloyde am Di Nov 08, 2016 8:51 pm

Ich bin ehrlich bestürzt. Ich hätte nicht gedacht, dass es tatsächlich so weit kommen würde. Im Hinblick auf die Probleme, die die Welt derzeit zu lösen hat, ist das eine denkbar schlechte Voraussetzung.
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Re: US-Wahl

Beitrag  magico am Di Nov 08, 2016 11:23 pm

Abwarten ... ich bin der Auffassung, dass (wie immer) heißer gekocht, als gegessen wird. (siehe Brexit)

Letztendlich haben die US-Amerikaner aber auch ein dämliches Wahlsystem. Allein die Mehrheit der wählenden Bürger heißt noch lange nichts. Es geht vor allem um die Stimmen der Wahlmänner. Da gibt es mehr als genügend Schlupfwinkel, um so eine Wahl "schön zu drehen".

Da bisher (außer heißer Luft und an A.H. angelehnte Parolen) nicht viel von Trump kam, weiß niemand hier ihn einzuschätzen. Na ja ... die Hoffnung stirbt zuletzt, also hoffen wir einfach mal auf ein geringstmögliches Übel.

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Re: US-Wahl

Beitrag  ThetaHelion am Di Nov 08, 2016 11:25 pm

Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Auswirkungen dieser Wahl ansatzweise vorhersehen lassen, immerhin hat das nicht einmal für die Wahl selbst funktioniert.

Die USA ist bekannt für ihre Wahlkämpfe, selbst wenn dieser mit seinen verbalen Schlägen unter die Gürtellinie eine neue Qualität hatte. Beide Kandidaten sind angeblich nicht sonderlich beliebt gewesen, aber sie haben sich durchgesetzt. Die Situation durch die deutschen oder auch internationalen Medien gefiltert zu bewerten, ist meiner Meinung nach keine sonderlich gute Idee. Ich hatte die Gelegenheit mit Amerikanern über die bevorstehende Wahl zu sprechen und die haben da eine ganz andere Perspektive und Ansichten zu. Trump ist ein Profi im Umgang mit den Medien und er weiß, wie er sich zu verkaufen hat. Ich bin mir nicht einmal sicher, warum alle Welt Hillary Clinton gern als Präsidentin gesehen hätte, wahrscheinlich weil sie berechenbarer wäre, aber ob sie letztlich die bessere Alternative gewesen wäre, bleibt jetzt unbeantwortet. Ob Unehrlichkeit besser als Unberechenbarkeit gewesen wäre, wer weiß.

Ab nächstem Jahr werden wir und die Amerikaner erleben, wie viel Show aus dem Wahlkampf es in den politischen Alltag der USA schaffen. Trump kann das Land in jede Richtung bewegen und er wäre nicht der erste Präsident, dem im Vorfeld nicht viel zugetraut wurde und der sich dann trotzdem ins weltpolitische Geschehen integriert hat (siehe Ronald Reagan) - allerdings wäre er auch nicht der erste Egomane, der in so einer Position alles nur noch schlimmer macht.

Spannend wird, wie er sich zu Russland, China und der EU positioniert, wie er das amerikanische Engagement in der Welt beurteilt und ggf. anders ausrichtet oder zu anderen Konditionen und ob er, wie ich es verstanden habe, die USA stärker wirtschaftlich abschotten wird.

Für Angst in dieser Richtung ist es meiner Ansicht nach gegenwärtig noch zu früh. Bedenklicher empfinde ich, dass wir es in Europa nicht schaffen, einen Verhandlungspartner auf weltpolitischer Augenhöhe zu schaffen. Statt dessen zerlegt sich die EU und macht sich damit als ernst zu nehmender Partner zunehmend lächerlich. Man kann von ihm halten was man will, aber Herr Putin demonstriert zumindest politisch wie man auf der großen Bühne agiert (die dazu eingesetzten Mittel innen- wie außenpolitisch will ich deshalb aber nicht gut heißen), aber es ist ihm gelungen, dem in den 90ern sterbenden Riesen Russland wieder Bedeutung und Gewicht zu verleihen.

Wirkliche Angst habe ich viel mehr, wenn ich an die bevorstehende Wahl in Deutschland im nächsten Jahr denke.
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Re: US-Wahl

Beitrag  Ankh am Di Nov 08, 2016 11:54 pm

Trump ist definitiv eine Katastrophe, aber ich hatte erhlich gesagt mehr Angst vor Clinton. Sie ist ne rücksichtslose Schlange, die hintenrum viel üblere Interessen durchgesetzt hätte. Trump ist laut und poltert, aber er wird von seinen eigenen Parteikollegen gebremst. Da ist viel heiße Luft, die im Kessel USA seit einer ganzen Weile kocht und irgendwo rausmusste. Ich sehe da Parallelen zum Brexit, wo viele sich mal Gehör verschaffen wollten, aber die harten Konsequenzen dann doch nicht wirklich gewollt haben.

Ich sehe in Trump, aber auch in vielen Wahlergebnissen im Rest der Welt, nicht zuletzt Europa und Deutschland, eine Verunsicherung, weil das Leben auf einem Planeten, wenn man alle Interessen berücksichtigen will, unglaublich komplex ist. Die Menschen sehenen sich nach einfachen Lösungen, nach etwas, das sie hören und glauben können, und Menschen wie Trump, aber auch Rodrigo Duterte, Marine le Pen oder Erdogan geben ihnen diese vermeintlich einfachen Antworten. Wer von uns saß noch nicht vor ner Steuererklärung und hätte sich gewünscht, dass jemand kommt und sagt: Is doch alles ganz einfach, komm, ich mach das für dich.

Das ist Phase 1. Phase 2 ist, dass diese ganzen Idioten die Welt auch nicht richten können, indem sie Parolen ins Mikrofon brüllen, und das wird den Leuten spätestens in ein paar Jahren auch klar. Bleibt zu hoffen, dass sie bis dahin nicht allzu viel Schaden angerichtet haben.
Um Deutschland mache ich mir eigentlich die geringsten Sorgen. Klar, das Blöd ist auch stark in diesem Land, aber hier wurde zumindest nicht in den letzten Jahrzehnten die Bildung auf einen Witz zurückgeschraubt, und das Bewusstsein, dass geifernde Heilsversprecher das Land erst recht in eine Katastrophe steuern ist zum Glück immer noch groß. Allerdings scheinen wir damit zunehmend mit den skandinavischen Ländern auf verlorenem Posten zu stehen, und uns wird nicht viel anderes übrigbleiben als den Sturm über uns hinwegfegen zu lassen, weil sich derzeit niemand so recht fähig oder berufen fühlt, in anderen Teilen der Welt aufzuräumen - was auch nicht das Schlechteste ist. Im besten Falle kehrt jetzt jeder erstmal vor seiner Tür, und der, der's am besten hinbekommt, den Menschen das Gefühl zu geben, sie werden nicht von einigen wenigen stinkreichen Eliten übergangen und ausgenutzt, wird danach vielleicht als Vorbild dienen. Und danach können wir uns vielleicht auch mal endlich um die echten Probleme kümmern.
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Re: US-Wahl

Beitrag  ThetaHelion am Mi Nov 09, 2016 12:09 am

@Ankh schrieb:Um Deutschland mache ich mir eigentlich die geringsten Sorgen. Klar, das Blöd ist auch stark in diesem Land, aber hier wurde zumindest nicht in den letzten Jahrzehnten die Bildung auf einen Witz zurückgeschraubt, und das Bewusstsein, dass geifernde Heilsversprecher das Land erst recht in eine Katastrophe steuern ist zum Glück immer noch groß.

Den Eindruck haben die letzten Landtagswahlen aber nicht unbedingt erweckt. Sicher, es sind noch ein paar Monate bis zur Bundestagswahl und da kann noch viel passieren, aber wenn die etablierten Parteien bis dahin nicht ihr Gespür (oder doch eher Interesse?) für die Dinge wieder finden, die den Wähler beschäftigen, dann ist wahrscheinlich alles möglich. Die Wähler sind dabei aber auch nur die eine Seite. Auf der anderen Seite steht eine Politik-Riege, bei der man sich durch die Bank weg fragen muss, was machen die da eigentlich und vor allem für wen?
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Re: US-Wahl

Beitrag  Ankh am Mi Nov 09, 2016 12:30 am

Ja, das ist wahr. Man kann über Populisten schimpfen, wie man will, aber zumindest schaffen sie es den Leuten das Gefühl zu geben, dass ihnen auch mal zugehört wird. Dass deren Bedenken und Probleme nicht einfach lösbar sind oder im globalen Zusammenhang gesehen vergleichsweise nichtig sind, ist auch nicht einfach zu verkaufen, und ich habe das Gefühl, dass sich die älteren Parteien gar nicht mehr die Mühe machen, es zu versuchen.

Ich denke, wir haben in Deutschland eine Menge Leute, die durchaus fähig sind, was zu bewegen, aber auf der anderen Seite zu viel Respekt vor der Aufgabe und der damit verbundenen Verantwortung haben, um überhaupt in die Politik zu gehen. Die dagegen, die üblicherweise in die Politik gehen, sind bereits so von Eigeninteressen motiviert, dass das gemeine Wahlvolk sich auch nicht mehr vertreten fühlt. Daher dann die wachsende Versuchung, Populisten zu wählen.

Was die Welt bräuchte, sind intelligente, besonnene Politiker, die diesen Job eigentlich gar nicht wollten, aber verantwortungsbewusst genug sind, das Beste draus zu machen. Sowas funktioniert bisher leider immer nur dann, wenn noch jemand drüber steht, der die, die er für fähig genug hält, zu den Jobs verdonnert. Vielleicht wird es Zeit für eine neue Staatsform, bei der man Menschen per Direktwahl zwangsverpflichten kann. Und darüber hinaus bräuchte es Medien, die völlig ohne Panik- und Stimmungsmache die Fakten darlegen und den angestrebten Kurs der Regierung an die Bevölkerung vermitteln. Volker Pispers for Bundespräsident oder so. Wenn der Durchsnittsbürger nicht mehr das Gefühl hat, von vorn bis hinten ignoriert oder belogen zu werden, dann hört er auch auf, Pappnasen zu wählen.
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Re: US-Wahl

Beitrag  magico am Mi Nov 09, 2016 1:51 am

@Ankh schrieb: aber hier wurde zumindest nicht in den letzten Jahrzehnten die Bildung auf einen Witz zurückgeschraubt

Deutschland ist aber gerade dabei, genau das zu tun.

@Ankh schrieb:Volker Pispers for Bundespräsident oder so.

Der kann auch nur aus der Position der Opposition solche Reden schwingen. Säße er am Hebel der Macht, an dem zeitgleich dutzende Hände in verschiedene Richtungen ziehen, wäre es auch aus mit seiner kabarettistischen Ansicht.

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Re: US-Wahl

Beitrag  Ankh am Mi Nov 09, 2016 2:46 am

Deutschland ist aber gerade dabei, genau das zu tun.
Keine Frage, da könnte man viel, viel mehr tun. Im Vergleich zum Bildungssystem in Amiland stehen wir aber immer noch bombig da.

Der kann auch nur aus der Position der Opposition solche Reden schwingen. Säße er am Hebel der Macht, an dem zeitgleich dutzende Hände in verschiedene Richtungen ziehen, wäre es auch aus mit seiner kabarettistischen Ansicht.
Ich denke auch nicht, dass er als Macher geeignet wäre. Aber er ist sehr gut darin, größere Zusammenhänge auf verständliche Weise zu benennen, und ich denke, daran fehlt in unserer heutigen öffentlichen Diskussion an jeder Ecke. Jeder propagiert nur die Fakten, die ihm gerade in den Kram passen, einige saugen sich gleich ganz welche aus den Fingern, die ihre Ansichten untermauern, und die, die am Hebel sitzen kehren alles unter den Teppich, was den Status Quo in Zweifel ziehen könnte. Viele Menschen wünschen sich, dass jemand klare Worte spricht, und aus der eher linken politischen Ecke kommt in der Beziehung zur Zeit praktisch gar nichts. Umso mehr Gehör finden die Rechtspopulisten.
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Re: US-Wahl

Beitrag  magico am Mi Nov 09, 2016 3:14 am

Im Vergleich zu den USA standen wir vermutlich schon immer besser da. Laughing
Dummerweise vernichten die Ministerien gerade ein System, welches tatsächlich funktioniert hat und ersetzen es durch weichgespülten Käse, der kurioserweise viel weniger Personal benötigt. scratch

Wahrscheinlich reagiere ich umso allergischer auf diesen Mumpitz, da ich noch in einem System gelernt habe, dass den skandinavischen ähnlich war.



Keine Frage, dass Pispers viele Wahrheiten und Zusammenhänge auf verständlich Weise rüberbringen kann. Aber es ist schon wie du sagst. Man benötigt jemanden, der kein langes Geschwurbel mit leerem Inhalt macht. Es müsste jemand sein, der die Tatsachen beim Namen nennt, aber solche Personen sind unbequem und finden daher selten bis nie den Zuspruch der "wichtigen" Leute.

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Re: US-Wahl

Beitrag  Kelpie am Mi Nov 09, 2016 5:09 am

Am Anfang war ich entsetzt.

Inzwischen überwiegt Schadenfreude und Neugierde, wenn ich ehrlich bin.

Zuerst einmal: Obama sagte auch "Yes we can", wollte enorm viel ändern - und letztendlich hat sich nichts geändert, weil der President allein eben nicht diese Macht hat. Ich wüsste nicht, warum Trump viel erfolgreicher sein sollte.

Und wie Ankh hatte ich vor Clinton viel mehr Angst. In Zeiten von TTIP usw. ist es mir nur Recht, dass jemand in Amerika an die Macht kommt, der das ebenfalls ablehnt, weil er kein Interesse an Globalisierung hat. Amerika soll nur sein eigenes Süppchen kochen, vielleicht zieht Europa dann zwangsläufig ein bisschen nach.
Wäre Clinton gewählt worden, dann bin ich sicher, dass sich all die Sachen verschlechtert hätten, die mir jetzt schon Übelkeit bescheren.

Und in Bezug auf Deutschland/Europa würde ich mir ja wünschen, dass eine ähnliche Schockwahl stattfindet. Ich habe die Schnauze derart gestrichen voll davon, dass immer wieder die gleichen Volksparteien gewählt werden, weil sie irgendwelche Renten, Kindergelder und Co. versprechen und kaum ist die Wahl vorbei, hat davon wieder keiner was gehört. Stattdessen sieht man dann diesen Mummenschanz von Gabriel und anderen Politikern, die offensichtlich nicht einmal mehr verhehlen wollen, dass sie durch und durch gekauft sind.
Hab erst letztens wieder gelesen, dass die Waffenlobby mit finanziell gut ausgestatteten Argumenten das eine oder andere Gesetz in ihre Richtung beeinflussen, ach was sag ich: selbst verfassen konnte.

Ich hab keine Lust mehr auf diese Spielchen, ich will, dass sich endlich mal was bewegt - und wenn es in Richtung Katastrophe ist. Viel schlimmer als das, worauf wir uns zurzeit langsam zubewegen kann es nicht sein. Auf jeden Fall begrüße ich jede Regierung, die sich von der Globalisierung distanziert, weil ich glaube, dass das die einzige Richtung ist, die unsere derzeit größten globalen Probleme zu bekämpfen. Globalisierung bedeutet Ausbeutung der Armen - bedeutet Flüchtlingsströme - bedeutet Radikalisierung der Zurückgebliebenen - bedeutet Terrorentstehung. Ohne den Westen hätten Gruppen wie IS, Boko Haram oder die Taliban nie entstehen können.
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Re: US-Wahl

Beitrag  ThetaHelion am Mi Nov 09, 2016 6:57 am

@Kelpie schrieb:
Zuerst einmal: Obama sagte auch "Yes we can", wollte enorm viel ändern - und letztendlich hat sich nichts geändert, weil der President allein eben nicht diese Macht hat. Ich wüsste nicht, warum Trump viel erfolgreicher sein sollte.

Obama hat gegen einen von den Republikanern dominierten Senat und ein ebenso republikanisches Repräsentantenhaus kaum Chancen gehabt. Trump hat eine ganz andere Perspektive zur Umsetzung von Vorhaben, solange er es sich nicht mit denen verscherzt.
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Re: US-Wahl

Beitrag  Ankh am Mi Nov 09, 2016 6:58 am

Ich will das hier jetzt gar nicht in eine großartige politische Diskussion ausarten lassen, weil ich solche Diskussionen eigentlich eh immer frustrierend finde. Nur noch dazu:
Auf jeden Fall begrüße ich jede Regierung, die sich von der Globalisierung distanziert, weil ich glaube, dass das die einzige Richtung ist, die unsere derzeit größten globalen Probleme zu bekämpfen.
Wir bekämpfen keine Probleme, indem wir uns davor abschotten. Die Probleme sind da, auch wenn wir Zäune bauen, Ausländer rausschmeißen und die Finger in die Ohren stecken. Die Probleme mögen durch die Globalisierung entstanden sein oder sich dadurch vergrößert haben, sie sind der breiten Masse der Weltbevölkerung sicher auch erst durch das Zusammenwachsen und den Zugang zu Massenmedien erst bewusst geworden. Aber wird können die Uhr nicht zurückdrehen. Unsere westliche Welt hat von der Ausbeutung des Restes profitiert, und es gibt zwei Möglichkeiten, jetzt mit der Rechnung umzugehen. Entweder sind wir bereit, unseren Wohlstand zu teilen und damit auf einen Teil davon zugunsten aller anderen zu verzichten (und das verkauf mal im Wahlkampf der Mittel- bis Unterschicht, die sich angesichts stinkreicher Eliten jetzt schon abgehängt fühlen), oder wir grenzen uns alle ab, am besten gründen wir ne Kolonie auf dem Mars, zu der uns eh kein armer Schlucker folgen kann, und tun so, als ginge und alles nichts an, was jenseits unserer grenzen abgeht.
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Re: US-Wahl

Beitrag  Kelpie am Mi Nov 09, 2016 9:59 am

@Ankh,

naja, ich denke, wenn wir uns aus all den Dritteweltländern zurückziehen würde, hätten die ganz gute Karten wieder in ein anständiges Leben einzusteigen. Ich mein, es ist ja nichts Neues, was wir da anstellen. Jeder Trottel weiß mittlerweile, dass die Wirtschaft da nicht gefördert wird, nur weil Kick ne neue Filiale in Bangladesch eröffnet. Und dennoch wird es nicht besser. Eher werden wir geflutet von Nachrichten, dass in Land XY kein Hühnchenfleisch mehr aus eigener Produktion verkauft wird, weil Europa es mit Billigfleisch flutet. Wir lesen es, verfluchen die Wirtschaft - aber es passiert ja nichts.

Ganz im Gegenteil, dann macht der Minister mal einen Kurztripp nach Thailand und der andere geht nach Äthiopien und dann reden sie hübsch davon, dass diese armen, armen Staaten es bitter nötig haben, dass Europa mit seiner tollen Technik denen mal ein bisschen unter die Arme greift.

Stattdessen öffnen sie die Grenzen, sodass Mitteleuropa vom Osten überschwemmt wird und tätigen solche Aussagen wie "Freut euch doch, wir bekommen ganz viele tolle Ärzte und wir haben doch eh Ärztemangel". Und wenn jemand sagt "Und die Krankenhäuser in Ungarn?", dann wird der schnell mal als Nazi und Ausländerfeind verschrien, obwohl es in dieser ganzen Frage keine Spur um Ausländer oder Nichtausländer geht, sondern allein darum, dass sich das Gleichgewicht empfindlich innerhalb Europas verschiebt und der Osten noch ärmer wird als er eh schon ist. Und ein Jahr später hört man dann auch, dass alles zusammenbricht.

Stattdessen sind auf einmal all die Diktatoren, die jahre-, ach was, jahrzehntelang gut gingen, zu böse für den guten Westen, der endlich die arme, arme Bevölkerung dort unten retten will - finanziert ein paar Rebellen, legt das ganze Land in Schutt und Asche, keiner der Staaten hat sich bis heute erholt - und irgendwann erfährt man, dass das Problem dieses Diktators nicht seine Massenmorde etc. waren, sondern, oh Schreck, dass er sein Öl nicht mehr billig nach Europa verkaufen wollte.



Wir haben oft genug bewiesen, dass wir völlig unfähig sind, anderen Ländern tatsächlich Gutes zu tun. Ein kranker Wald erholt sich am besten, wenn man ihn einfach in Ruhe lässt. Und ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass auch die Staaten, die unter unserer Herrschaft so erbärmlich niedergerungen wurden, sich von ganz alleine wieder aufrichten würden. Was lebt, verendet nicht einfach, sondern kämpft ums Überleben.
Wir müssen nur endlich mal abziehen. Und eine vermehrte Konzentration auf den eigenen Staat finde ich da mehr als angebracht.

Zumal es eh ersichtlich ist, dass die Staaten und Regionen, die einigermaßen autonom leben, eine bessere Verwaltung und einen besseren Lebensstandard haben, als die, die "groß" denken.
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