Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

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Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  DrJones am Mi Aug 31, 2016 6:15 am

Ich möchte mit Euch gerne diskutieren, inwieweit (was für ein seltsames Wort!) Ihr auf Schreibratgeber zurückgreift.

Folgende Fragen interessieren mich dabei (fühlt Euch bitte frei, noch weitere Fragen zu ergänzen!
Diese evtl. farblich oder fett hervorheben):

Verwendet Ihr Schreibratgeber oder hattet sie einmal verwendet und die Regeln sind mittlerweile verinnerlicht?
Welche Schreibratgeber verwendet Ihr und warum?
Wo bezieht Ihr noch, außer auf Foren, wie Tintenklecks etc. Schreibtipps her?
Besucht Ihr z. B. Creative Writing Kurse?
Was haltet Ihr vom 'learning by reading'?
Welche Materialien und Bücher verwendet Ihr bitte noch, um Eure Geschichten zu schreiben?
(Ich denke hierbei z. B. an Bücher über Traumdeutung, Psychologie, Symbolik usw., aus denen sich
wichtige Informationen ziehen lassen für Figurenentwurf, Leitmotive, Symbole, Archetypen, usw.)

Ich halte mich zunächst mal zurück, damit Ihr mehr Platz zum Diskutieren habt.
Später werde ich mich dann wieder einklinken. Smile
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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  Ankh am Mi Aug 31, 2016 6:35 am

Ich hab einige gelesen. Aus manchen hab ich viel mitgenommen, aus anderen weniger, vieles bewusst, einiges ist bestimmt auch unbewusst hängengeblieben. Es sind für mich aber keine Regelwerke. Wenn das, was ich lese, schlüssig ist und mich anspricht ist es gut, wenn nicht, dann zwing ich mich aber auch nicht, die Regeln zu befolgen.

Ich könnte dir jetzte ein paar auflisten, aber die meisten sind auf Englisch, falls dir das überhaupt was hilft. Aber wie gesagt, ich denke, da muss auch jeder die Werke finden, die zu ihm passen.

Es gibt auch ein paar gute Videoblogs.

Ich hab kürzlich ein Lektorenseminar besucht Wink Natürlich gibt sowas auch ein bisschen Imput für meine schreibende Seite.

Da ich viele Texte analysierend lese, und auch schon einige wirklich schlechte Texte lesen musste, kann ich bestätigen, dass man dandurch ein ganz gutes Sprachgefühl entwickeln bzw dafür, worauf ein beim Schreiben ankommen, wie ein z.B. Spannungsbogen. Diese ganzen theoretischen Tipps, die man so liest, versteht und akzeptiert man viel schneller, wenn man mal so ein richtig schlechtes Beispiel gelesen hat, wo jemand sich nicht dran hält und man einfach sieht, wie ungünstig es wirkt.

Ich denke, vieles was ich lese, höre oder erlebe fließt in meine Geschichten ein. Ein bisschen Psychologie hatte ich auch im Studium. Oh, und auf tvtropes findet man sehr viele Anregungen was Figuren, Motive etc angeht.
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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  Earu am Mi Aug 31, 2016 8:03 am

Ich habe noch nicht so viele Bücher gelesen, aber es reicht, um ihre Namen zu vergessen. Davon kann man jetzt nicht auf die Qualität der Bücher schließen. Ich nehme mir einfach daraus, was ich brauche. Es sind aber Bücher, die ich immer wieder lesen kann, weil ich je nach Wissensstand und Bedarf andere Sachen besser verstehe oder sie mir mehr ins Auge springen. Je nach Projekt brauche ich unterschiedliche Dinge, wodurch ich auch mehr auf diese achte. Ansonsten lese ich verschiedene Blogs und ich habe auch mehrere Autorennewsletter abonniert. In allen Fällen lese ich, was mir seriös und interessant vorkommt. Bei den Büchern achte ich auf die Rezensionen als Auslöser bzw. habe ich mittlerweile auch ein paar Namen gehört, bei denen ich eher zugreife.

Kurse habe ich noch keine besucht. Da schreckt mich der Preis und die Entfernung ab. Direkt in meiner Nähe habe ich noch keine Schreibkurse entdeckt. Aber ich würde gerne mal an sowas teilnehmen. Ich stelle mir die Erfahrung interessant vor. Außerdem ist es mal was anderes als immer nur lesen. Das ist zwar immer verfügbar und zeitlich anpassbar und ich kann es überallhin mitnehmen, aber es ist doch etwas anderes, wenn ich rückfragen kann.

Ich liebe ja Fantasy. Deshalb finde ich Bücher prima, die dazu passen. Entsprechend habe ich viele Bücher über Magie, Totemtiere usw. auf meiner Amazonwunschliste. Alle anderen nötigen Informationen brauche ich meistens kurzfristig und es sind nur wenige zu einem bestimmten Thema. Die google ich dann.

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  magico am Mi Aug 31, 2016 10:57 pm

Verwendet Ihr Schreibratgeber oder hattet sie einmal verwendet und die Regeln sind mittlerweile verinnerlicht?

Nein, ich verwende keine Schreibratgeber. Hauptsächlich aus dem Grund, weil es soooo viele von ihnen gibt und man nirgends ersehen kann, welcher einem nun etwas bringen kann und welcher nicht. Vielleicht widersprechen sie sich an einigen Stellen sogar. Und dann?
Da bin ich mit Schreibforen und Autorenblogs schon ganz zufrieden.

Was haltet Ihr vom 'learning by reading'?

Viel. Man merkt ja relativ schnell, ob einem ein Buch gefällt und ob es wegen der Geschichte oder wegen des Schreibstils so gut ist. (Manchmal natürlich auch wegen beidem. Wink )
Ich denke, dass man sich unbewusst den Schreibstil der Bücher annimmt, die man selbst gerne gelesen hat. Natürlich umso mehr, wenn man noch gerade beim Lesen ist oder das Buch erst kürzlich zu Ende gelesen hat.

Welche Materialien und Bücher verwendet Ihr bitte noch, um Eure Geschichten zu schreiben?

Themenbezogene Fachliteratur. Für meinen historischen Roman war ich bspw. im Stadtarchiv, habe mir ein Kochbuch mit Rezepten aus dieser Zeit bestellt und auch einen Bildband der Stadt aus jener Epoche.
Für Kurzgeschichten reicht es meist, im Internet über bestimmte Themen zu recherchieren.


@Ankh schrieb:akzeptiert man viel schneller, wenn man mal so ein richtig schlechtes Beispiel gelesen hat, wo jemand sich nicht dran hält und man einfach sieht, wie ungünstig es wirkt.

Wenn es ein Buch mit einer Sammlung solcher schlechten Beispiele gibt, würde ich es sogar kaufen. Stelle ich mir amüsant und hilfreich zugleich vor. Laughing

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  Ankh am Mi Aug 31, 2016 11:04 pm

@magico schrieb:
@Ankh schrieb:akzeptiert man viel schneller, wenn man mal so ein richtig schlechtes Beispiel gelesen hat, wo jemand sich nicht dran hält und man einfach sieht, wie ungünstig es wirkt.

Wenn es ein Buch mit einer Sammlung solcher schlechten Beispiele gibt, würde ich es sogar kaufen. Stelle ich mir amüsant und hilfreich zugleich vor. Laughing

Klar, ist sogar einer meiner Lieblingsschreibratgeber, weil er einfach amüsant ist zu lesen: https://www.amazon.de/Write-Novel-Them-Misstep-Misstep/dp/0061357952
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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  magico am Do Sep 01, 2016 12:36 am

Danke ... aber den gibt's nur auf Englisch, oder?!

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  Ankh am Do Sep 01, 2016 12:42 am

@magico schrieb:Danke ... aber den gibt's nur auf Englisch, oder?!
Ja. Die meisten Tipps sind aber universell anwendbar.
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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  magico am Do Sep 01, 2016 12:43 am

Okay, dann kommt der auf meine Geburtstagswunschliste. Danke ...

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  Earu am Do Sep 01, 2016 12:47 am

@magico schrieb:Verwendet Ihr Schreibratgeber oder hattet sie einmal verwendet und die Regeln sind mittlerweile verinnerlicht?

Nein, ich verwende keine Schreibratgeber. Hauptsächlich aus dem Grund, weil es soooo viele von ihnen gibt und man nirgends ersehen kann, welcher einem nun etwas bringen kann und welcher nicht. Vielleicht widersprechen sie sich an einigen Stellen sogar. Und dann?
Dann befindest du dich in der vorteilhaften Position, dir den Rat anzueignen, der dir sinnvoller oder für dich und dein Projekt gerade passender erscheint. Ist doch logisch! Laughing
Nein, im Ernst, du kannst so viele Tipps und Regeln lesen, wie du willst. Irgendwann findest du immer etwas, das einem vorangegangenen widerspricht. Das heißt aber nicht, dass einer von beiden oder sogar beide falsch sein müssen. So wie keine Geschichte der anderen gleich sein kann, so können auch nicht alle Tipps und Regeln für die jeweilige passen. Deshalb dürfen wir ja auch die Regeln brechen, wenn wir es bewusst machen. Das widerspricht jedem Tipp und jeder Regel und trotzdem tun wir es, wenn wir der Meinung sind, dass es genau in dieser Situation richtig ist. Das ist die oberste Regel, die jeder, den ich bisher getroffen und mit dem ich mich darüber unterhalten habe, für sinnvoll hielt. Diese Regel "Brich die Regeln, wenn die Geschichte dadurch besser wird" stimmt immer.

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  Herzeloyde am Do Sep 01, 2016 12:48 am

Hallo Doc

Meine Geschichte mit Ratgebern ... hm. Ich bin nicht der geduldigste Mensch. In meinen Anfängen habe ich einfach willkürlich drei Ratgeber bestellt und die gelesen. Übungen zu machen, kam mir damals wie Zeitverschwendung vor also war meine Devise: Durchlesen und gut ist.
Man kann sich vorstellen, dass das nicht viel gebracht hat. Nur ein Zitat ist hängen geblieben und hilft mir bis heute: Wie man einen Roman schreibt? Man setzt seinen Hintern auf den Stuhl und tut es. (Elisabeth George)

Dann kam ich in die Schreibwerkstatt und hörte das erste mal das Wort Infodump (meiner Meinung nach DER Anfängerfehler schlechthin), da habe ich gemerkt, dass ich vielleicht doch noch nicht alles weiss, was es über das Schreiben zu wissen gibt.
Als nächstes habe ich mir: "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" von Frey bestellt. Denn genau das wollte ich ja tun Wink . Jetzt kann man über Frey sagen, was man will, aber ich finde, er bringt die Grundprobleme des Schreibens plakativ aber direkt auf den Punkt. Von da an wollte ich immer noch mehr und noch Genaueres wissen und bin meistens hier im TK fündig geworden. Aber eben nicht immer.
Darum habe ich mich vor zwei Jahren für ein Schreibstudium angemeldet und die Diskussionen dort - mit Leuten, die sich ihr ganzes Leben schon mit dem Schreiben beschäftigen - haben mich sehr viel weiter gebracht.

Ich mag Theorie. Ich mag, wenn ich weiss was ich tue. Aber die Schreibratgeber die ich kenne, können dieses Bedürfnis höchstens am Anfang erfüllen - und dann vielleicht wieder, um die Kentnisse zu verfeinern. In der Mitte hilft nur diskutieren, ausprobieren, nachhaken, ausprobieren.

Lesen gehört für mich zum Schreiben dazu und ich bin unheimlich froh um den riesen Schatz an gelesenen Büchern auf den ich zurückgreifen kann. Gute und schlechte. Wie Ankh schon sagt, man kann bei schlecht gemachten Büchern oft mehr lernen, weil Fehler in aller Konsequenz aufgezeigt werden. Vor allem aber braucht man zum Schreiben auch einen anständigen Wortschatz und eine grosses Repertoire an Forumulierungsmöglichkeiten. Und das kann man sich letztlich nur beim Lesen (guter) Bücher aneignen.

Zusätzlich zum Lesen verwende ich eigentlich nur spezifisches Recherchematerial - das können auch sehr entlegene Dinge sein, wie die Berechnung habitabler Zonen von Planeten (erinnerst du dich, @Tachadenn? drunken ). Eine zeitlang habe ich versucht, den Charakteren Sternzeichen zu verpassen, um die Charakterentwicklung rascher voranzutreiben (es gibt da diese Listen mit Eigenschaften und Vorlieben aller Sternzeichen). Aber am Ende haben sich alle Charaktere über kurz oder lang gegen dieses Verfahren gewehrt. Ich kann es darum nicht zur Nachahmung empfehlen.
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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  magico am Do Sep 01, 2016 12:49 am

@Earu: Mir ist bewusst, dass das keine Regeln im klassischen Sinne, sondern eher Leitfäden oder Empfehlungen sind. Aber dennoch fällt es mir schwer zu filtern, welcher denn nun der geeignete Ratgeber für mich sein sollte.

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  Herzeloyde am Do Sep 01, 2016 12:53 am

Aber dennoch fällt es mir schwer zu filtern, welcher denn nun der geeignete Ratgeber für mich sein sollte.

In Stilfragen finde ich Roy Peter Clark und Wolf Schneider unübertroffen. Allerdings sagen beide nichts darüber, wie man einen Roman aufbaut, wie Spannungsbögen funktionieren usw. Das sind wirklich fast ausnahmslos Dinge auf Satzebene.
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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  DrJones am Do Sep 01, 2016 6:45 am

Ein fröhliches "Hallo" in die Runde,

Ich freue mich sehr, dass Ihr hier alle so angeregt diskutiert. cheers

@Ankh

Vielen Dank für den Tipp mit dem "Wie schreibt man nicht" Ratgeber!
Klasse!

@Herzeloyde

Die Ratgeber, die Du aufgeführt hast, habe ich auch gelesen.
So oft, dass die Tipps mir schon aus den Ohren kommen.
Dazu unten mehr. Laughing



Ich bin ein Ratgeber- und Quellen-Liebhaber! Ich möchte möglichst wissen,
was Schriftsteller auf ihrer Lernkurve an Erfahrungen und Kenntnissen
mitgenommen hatten.

"Den" Clark genieße ich ein wenig mit Vorsicht. Ein sehr gutes Buch! Ist mir nur zu sehr aus der journalistischen Richtung.
Dann bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich korrekt übersetzt worden ist. Die Tipps wurden auch für die englische Sprache gegeben
und evtl. nicht in jedem Fall 100% korrekt auf die deutsche Sprache übertragen.
Mit gefällt das Buch trotzdem sehr gut. Viele praktische Tipps auf Mikroebene und auch mehrere grundlegende Dinge, wie Bildsprache, Abstraktionsleiter, usw.

Dann natürlich die beiden James N. Frey Bücher: Praktisch wie ein Schweizermesser, nur nicht ganz so scharf.
Ich denke, dass die Frey-Bücher ein sehr guter Einstieg sind. Was mich an Frey total genervt hat, ist dieses:
"Schreibe, schreibe, schreibe!", "Geht es Dir nicht gut: Schreibe!", "Bist Du kaputt: Schreibe!", "Schreibe! Jeden Tag
viele, viele Stunden! Schreibe!"  Laughing Da sehe ich den Mönch, der sich mit einer Peitsche kasteit.
Das hat er echt seitenweise durchgezogen, ohne mit der Wimper zu zucken.
Bei allem Verständnis, dass dieses Buch auch motivieren soll; das war ein echtes Rohrkrepierer-Kapitel!
Sehr gut haben mir die Kapitel zur Symbolik und Prämisse gefallen. Der Mann versteht es, komplizierte Sachverhalte
auf einfache Tipps runterzubrechen. Sein Mythos-Buch ist auch ganz informativ und hilfreich.

Meinen Frust mit Frey bzw. mit Schreibratgebern und Mythologiebüchern hatte ich in der
Geschichte "Der Autorengerichtshof" aufgearbeitet:

http://www.schreibwerkstatt.de/der-autorengerichtshof-t55509.html

Dann: "The seven basic plots" von C. Booker. Ein krasses Buch, voller toller Informationen zu den Hintergründen
bzw. der Historie des Schreibens, natürlich die Basisplots, der Sündenfall, Anima/Animus-Theorie, die Archetypen,
Gegensatzpaare, das wahre Selbst, das Ego, Anthropologie, Soziologie usw. usw. Der reine Wahnsinn!
Das Buch ist eine Bibliothek, ein richtiger Ziegelstein! Toll zu lesen, aber man hat nach ein paar Kapiteln das Gefühl, drei
fette Schlachterplatten verdrückt zu haben. Alles dreht sich!  Shocked Als Nachschlagewerk ist das Teil ungeschlagen. Es
bleibt eine Menge hängen. Ich habe das in Buchstabenkombinationen abgespeichert: POFA z. B.: Power, Order, Feelings for others, Awareness für die Anima/Animus-Theorie. Oder DCDD: Disintegration, Confusion, Darkness, Death für die Auswirkungen eines
Überegos auf andere Menschen in der Umgebung eines solchen Menschen. Das Buch ist großartig, aber sehr schwer verdaulich.
Die Fußnoten und Kapitelverweise sind in Mikroschrift und umfassen allein wahrscheinlich nochmal mehrere Bücher.

"The writer's Journey" von Vogler, oder wie ich es nenne: "Schöne Grüße aus Hollywood". Der Mann ist da zu Hause und kann
direkt aus dem Epizentrum berichten, wie dort gute (?) Geschichten gesponnen werden. Er bringt die Archetypen, die Stufen der
Heldenreise, Hintergründe, warum man etwas macht, dann etliche Beispiele vor allem aus dem Filmbereich. Ein sehr
detailliertes und gut geschriebenes Buch! Ich würde empfehlen, es möglichst auf Englisch zu lesen.

Cossart's "Story Tells Story sells" Auf 110 Seiten alles zum Dreiakter und der Heldenreise. Quasi der Vogler in Kurzform bzw. eine Variante von Vogler's ursprünglichem Hollywood-Memo, der Blaupause aller dramatischen Filme. Cossart's Dreiakter- Diagramm möchte man ihm am liebsten um die Ohren hauen. Eine total missglückte Handzeichnung! Hingeschlust und vollgefropft mit Symbolen und Zeichen! Cossart spricht die Mankos dieser Zeichnung im Buch selbst an. Wieso macht er es dann nicht gleich besser? 
Trotzdem seeehr hilfreich. Das Buch hat man in etwa drei Stunden durch.


Campell: "Der Heros in tausend Gestalten", "The power of myth". Hier geht es ans Eingemachte. Mythologietheorie pur!
Das erste Buch hat u.a. George Lucas als Lektüre gedient, seinen Star Wars Mythos zu schreiben. Es ist ein historischer
Abriss des Geschichtenerzählens, von Gilgamesh, über Herkules bis Luke Skywalker sozusagen. Die Heldenreise ist da ein
wichtiges Thema.
Das zweite Buch ist recht theoretisch gehalten. Es geht darin um den Helden und seine spirituelle Entwicklung, die
Funktionen der Gesellschaft, der Held und die Gesellschaft, die vier Funktionen des Mythos, Initiationsriten,
Archetypen, Gegensatzpaare usw. usw. Das ist ein riesiges Feld, das ungemein interessant ist. Ich habe
aus diesen beiden Büchern sehr viel mitgenommen, was ich jetzt versuche, beim Schreiben einfließen zu lassen.

Stephen King's "Das Leben und Schreiben" war sehr kurzweilig und lustig geschrieben. Schreibtipps
gibt es darin nur wenige. Ein paar Tipps, die evtl. etwas spirituell anmuten, was ich gar nicht
mal negativ meine, aber die, mEn, nicht jeden zu "überzeugen" wissen. King plottet wohl nicht.
Sein Ansatz: "Werfe mehrere möglichst unterschiedliche Figuren in eine krasse Situation und
siehe zu, dass sie sich da wieder rauswinden." Tja, so einfach kann es sein. Wink

Ich habe noch ein schönes Buch zu Symbolen: "Das Buch der Symbole" aus dem Taschen Verlag.
Wenn ich z. B. eine Hexe als Figur habe, dann schlage ich unter 'Hexe' nach (unmittelbar vor
'Hildegart von Bingen' Wink )und schaue, was mit Hexen für Symbole im Zusammenhang stehen.
Das arbeite ich dann dezent in die Geschichte mit ein.

Dann noch Psychologiebücher bzw. Bücher über Menschenkenntnis. Letztere möchte ich sehr
empfehlen, wie etwa den "Rattner".

Wie halte ich es nun mit den Regeln? Ich versuche, sie mir möglichst einzuprägen und intuitiv anzuwenden.
Manche Regeln finde ich in sich widersprüchlich. Ich denke dann lange darüber nach und überlege,
wo genau der Widerspruch liegt und ob die Regel überhaupt Allgemeingültigkeit haben kann und
wo sie nicht funktioniert. Ich würde eine Regel nie blind anwenden, nur weil es diese Regel gibt.
Ich glaube, es war Herzeloyde, die es schon ansprach: "Kenne die Regel und breche sie, falls nötig."
Man muss es nur bewusst machen, diesen Regelbruch. "Show don't tell!" wie oft habe ich schon diesen
Spruch durch den Raum fliegen hören! An der Regel ist viel dran, doch sie hat ihre eindeutigen Grenzen,
wenn man mal näher darüber nachdenkt.

Bei den Romanen, Kurzgeschichten ... die ich lese bzw. bei Filmen (mit Einschränkungen) versuche ich,
Strukturen zu erkennen. Was ist hier die Stufe der Heldenreise? Wer ist diese Figur? Manchmal
springt es mir direkt ins Auge, dann wieder muss ich wirklich nachgrübeln, bis ich die Dinge erkenne.
Das macht großen Spaß - verdirbt mir aber teilweise auch den Genuß am Film, Buch ... da ich dann das Uhrwerk hinter
dem schönen Ziffernblatt sehe und rattern höre. Hin und wieder möchte ich das Gehirn einfach abschalten und
ahnungslos genießen.

LG, 

Doc


Zuletzt von DrJones am Do Sep 01, 2016 8:09 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  Earu am Do Sep 01, 2016 7:54 am

@DrJones schrieb:Ich habe noch ein schönes Buch zu Symbolen: "Das Buch der Symbole" aus dem Taschen Verlag.
Wenn ich z. B. eine Hexe als Figur habe, dann schlage ich unter 'Hexe' nach (unmittelbar vor
'Hildegart von Bingen' Wink )und schaue, was mit Hexen für Symbole im Zusammenhang stehen.
Das arbeite ich dann dezent in die Geschichte mit ein.
Hey, das Buch klingt ja interessant! Und brauchbar. Das werde ich mir gleich mal anschauen. thumbsup

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  DrJones am Do Sep 01, 2016 8:07 am

@Earu

Ja, mach' das! Smile
Ein wirklich wunderschönes Buch! Mit ganz tollen Abbildungen.
Fünf verschiedenfarbige Lesebändchen, strukturierter Vorderschnitt,
wo man, für jedes Hauptkapitel, direkt mit dem Daumen reingehen kann
und blättern.
Ich krieg mich grad nicht mehr ein, so toll finde ich dieses Buch! cheers 

LG,

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  magico am Do Sep 01, 2016 7:06 pm

Wieso ist der Autorengerichtshof damals an mir vorbei gegangen? Shocked Und das, obwohl du ihn an meinem Geburtstag eingestellt hast ... hm ... vielleicht auch deshalb.

Ich schau's mir gleich mal an!

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  DrJones am Do Sep 01, 2016 7:58 pm

@magico

Viel Spaß dabei. Smile

Der Autorengerichtshof ist mein Pamphlet gegen die Allmacht der Schreibregeln. Die Nürnberger Prozesse waren die Vorlage. 
Ich habe da auch die Namen von Protas aus einem bisher unveröffentlichten Roman verwendet.

LG,

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  DrJones am Do Sep 01, 2016 7:59 pm

Hier gibt es ein Problem mit Weiterleitungen auf Werbeseiten wie clickscom usw.

Daher kommt es zu Doppelposts.

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  magico am Do Sep 01, 2016 11:27 pm

@DrJones: Witzig ... in meiner nächsten Geschichte wird es ebenfalls hauptsächlich um einen Gerichtsprozess gehen.

Hattest du eigentlich auch so richtige Fehlgriffe bei den Ratgebern?

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  DrJones am Do Sep 01, 2016 11:56 pm

@magico

Ein Gerichtsprozess im Mittelalter oder modern? Muss ziemlich schwierig sein, das zu recherchieren.
Beim Autorengerichtshof ging es, da diese Welt sehr eigengesetzlich war.

Einen Ratgeber-Fehlgriff? Kann ich so nicht sagen. Der Cossart ist evtl. schon etwas grenzwertig. Einmal diese "Abbildung" und dann, wie er manche Stationen der Heldenreise interpretiert. Beim Midpoint fehlte da einiges bzw. es war zweifelhaft formuliert. Natürlich ist das Buch sehr kompakt, und es gibt einem sehr einfache Regeln an die Hand.
Was mir noch übel aufstieß, ist, dass Cossart immer wieder im Buch Spitzen wirft gegen den deutschen Film bzw. Fernsehfilm. Teilweise mag das ja gerechtfertigt sein, aber bitte nicht in so einem Buch, dass es zum Vehikel des eigenen Ärgers wird.

LG,

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  magico am Fr Sep 02, 2016 12:28 am

@DrJones: 16. Jhd. - ich habe mich schon ein wenig eingelesen. Vieles basierte damals auf dem römischen Recht, aber in der ersten Hälfte wurde dann die Bambergische Peinliche Halsgerichtsordnung aufgesetzt.

@DrJones schrieb:Was mir noch übel aufstieß, ist, dass Cossart immer wieder im Buch Spitzen wirft gegen den deutschen Film bzw. Fernsehfilm.

In welcher Weise? Nutzt er sie als schlechte Beispiele?
Ehrlich gesagt, sind mir so einige deutsche Produktionen viel lieber, als dieser ganze schmierige Hollywood-Mist.

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  Earu am Fr Sep 02, 2016 12:33 am

Müsste dieses Buch sein, oder @DrJones? Von der Beschreibung eines Rezensenten passt es jedenfalls mit deiner überein.

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  DrJones am Fr Sep 02, 2016 1:15 am

@Earu


Ja, genau dieses Buch!  Mein kleiner Buchladen um die Ecke konnte es über den Händler bzw. Verlag beziehen.

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Halsgerichtsordnung. Klingt übel! 

Man muss dazu wissen, dass Cossart schon ein richtiges Pamphletbuch geschrieben hat zur deutschen Fernsehlandschaft.  Seine Grundkritik lässt er dann eben auch in das "Story tells ..." Buch einfließen. Es sind Negativbeispiele, die er aufführt. Er vergisst dabei aber nie seine eigenen Werke lobend hervorzuheben (auch indem er hier gute Kritiken zitiert) und (sinngemäß) "dass man ihn in Hollywood verstehen würde" Seine Grundkritik ist, dass der deutsche Film zu oft nach faktischer Genauigkeit strebt, dabei aber sträflich die Prinzipien der Dramaturgie, also Emotion und Spannung, vernachlässigt. Da mag was dran sein. Ihm geht es um die Wahrheit und nicht um die Wirklichkeit. Diese Unterscheidung leuchtet mir sofort ein, nur kann ich diesen Fingerzeig- und Selbstbeweihräucherungsstil überhaupt nicht ab. Der Mann hält viel auf sich und sagt es auch.


Zuletzt von DrJones am Fr Sep 02, 2016 1:28 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  magico am Fr Sep 02, 2016 1:18 am

@DrJones: Hm ... das wäre bei mir schon der erste Konflikt. Ich mag unkonventionelle Geschichten, die nicht den typischen Mustern folgen. Wahrscheinlich sind solche Ratgeber allein deshalb nix für mich.

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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

Beitrag  DrJones am Fr Sep 02, 2016 3:15 am

Christopher Vogler geht da viel entspannter an die Sache ran als Cossart. Vogler sagt, dass die Heldenreise ein seeehr flexibles Modell ist, d.h., man kann viele Stufen einfach wegfallen lassen, kann die Stufen komplett neu arrangieren, z. B. für nichtlineare Geschichten a la Cloud Atlas oder Pulp Fiction, kann negative Versionen der Heldenreise erstellen, was auch immer. Pulp Fiction hat ein eigenes Kapitel in Vogler's Buch. Der Mann hat also Geschmack. ;-)

Meine persönliche Meinung zur Heldenreise ist, dass sie einer Geschichte eine gute Struktur geben kann, so dass diese sich auch wie eine Geschichte anfühlt. Ich kann es gerade nicht so gut erklären. Es hat aber mMn nichts mit konventionell oder unkonventionell zu tun. Sieh Dir z. B. die komplett irre Geschichte des Autorengerichtshofs an. Auch da habe ich Sachen aus der Heldenreise und der Mythologie mit einfließen lassen. Ich finde, dass eine Geschichte dadurch so einen "Sog" bekommt, durch sie weht der Wind der Ewigkeit, der alten Sagen, Fabeln und Volkssagen, wobei letztere eher der Unterhaltung dienten. Was mich stört, wenn man die Stufen der Heldenreise allzu deutlich erkennt, wenn es quasi plakativ angewendet wurde. Man kann diesen mythologischen Unterbau relativ dezent einbauen, so dass er selbst nicht zu sehr in den Vordergrund tritt.
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Re: Schreibratgeber: Ja, nein, ein bisschen, nicht mehr oder doch ganz anders ...

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