Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

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Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Quixotiz am Sa Aug 27, 2016 12:19 am

Nachdem ich mir einen akkuraten Seitenscheitel gezogen und meine Hornbrille auf Hochglanz poliert habe, stelle ich, Streber-Quixo, mal das erste Kennenlern-Spiel ein.

In dem Spiel geht es darum, dass man ein paar Sätze über sich und seinen Charakter aus der Sicht eines Alltagsgegenstandes schreibt.

Ich gebe als Erstes die Topfpflanze vor. Jeder der mitmachen will, muss seinerseits (pro Runde) auch einen Gegenstand nennen und etwas aus dessen Sicht schreiben. Zusätzlich zu den schon genannten, versteht sich.
(Ich hänge an den Eingangspost eine Liste der Gegenstände an, sobald mehr als zwei Leute mitmachen)



Ich lege also vor:

Ein (ca. 15 Jahre alter) Benjamin packt aus

Ich glaube, ich bin pflegeleicht, sonst wäre ich wohl schon lange nicht mehr hier. Viele meiner Art, habe ich schon kommen und gehen sehen. Und es ist mir überhaupt kein Rätsel, warum in dieser Wohnung nicht jeder von uns überlebt.
Auch ich stand die ersten Wochen nach meinem Einzug halbseitig viel zu dunkel. Deshalb bin ich nur noch einseitig belaubt. Und obwohl ich mittlerweile gut belichtet unter einem Dachfenster stehe, sehe ich bis heute noch davon ab, mich wieder ganz zu belauben. Denn mit dem wenigen Wasser, das ich bekomme, zu haushalten, ist auch mit der Hälfte seiner Blätter schon schwer genug.
Ich glaube, wäre mein Nachbar nicht ein Einblatt, das seinen Durst und nahenden Tod stets mit traurig hängendem Grün unübersehbar ankündigt, wäre auch ich längst ein Fall für die Biotonne.
Dabei scheint mein Blumenherrchen gar kein so schlechter Kerl zu sein. Ich weiß, dass er an mir hängt und sich etwas aus mir macht. Ich stehe in einem der schöneren Übertöpfe. Das ist ein klares Zeichen der Wertschätzung. Dieser Meinung war zumindest die kürzlich verstorbene Kalanchoe, die es Zeit ihres vier wöchigen Lebens nie über die zwar zweckmäßige aber wenig dekorative Untertasse hinaus geschafft hatte.
Aber mögen die charmante(!) Zerstreutheit und der permanenter Mangel an Geistesgegenwart, meinen Betreuer als Menschen auch noch so attraktiv und sympathisch(!) erscheinen lassen, für uns Pflanzen stellen diese Charaktereigenschaften eine tödliche Gefahr dar.






Gegenstandsliste
Runde 1

1. Topfpflanze
2. Trinkgefäß
3. Schlüssel
4. Handy
5. besonderes Fundstück
6. Lieblingsschreibwerkzeug
7. Erinnerungen aus Kindertagen


Zuletzt von Quixotiz am Di Aug 30, 2016 7:36 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Herzeloyde am Sa Aug 27, 2016 1:19 am

Hallo Quixo

Cooles Spiel. Ich weiss zwar nicht, ob ich es richtig verstanden habe, aber ich mach mal mit sunny


Eine Tomatenstaude klagt ihr Leid:

Es ist jedes Jahr das Gleiche. Gedankenlos, manchmal sogar mit Enthusiasmus pflanzt sie drei, manchmal sogar fünf oder sechs von uns auf dem Balkon an. Dann gibt es Kompost und Dünger und was noch alles - genau am ersten Tag. Danach kriegen wir Wasser. Was will man mehr, so als Tomate, meint ihr jetzt? Jaha, ihr habt ja keine Ahnung. Sie giesst uns einmal die Woche, manchmal sogar noch seltener! Nicht schlimm, findet ihr? Tha! Das ist ein Südseitenbalkon! Da ist es bruzelheiss! Es reicht gerade so zum Überleben und machmal nicht mal dafür. Im Sommer dann pflückt sie die reifen Tomaten von meinen braunen Ästen. Es ist traurig. Ob sie sonst ein guter Mensch ist - keine Ahnung. Ich seh sie ja nie. Aber so geht man mit keiner Tomate der Welt um, soviel ist mal klar.


Ein Kaffeebecher erzählt:

Zur Zeit habe ich es streng. Da werde ich schon vormittags sorgsam aufgewärmt und schaue zu, wie sie den Kaffee mahlt (die Mühle ist neu, fragt nicht, wie lange das dauern kann), den Kolben füllt und mich dann unter den schäumenden Espresso stellt. Ein angenehmer Schauer durchfährt mich, wenn sich der schwarze Kaffee auf meinem Boden sammelt. Ich strecke mich dann wohlig und warte darauf, dass die schäumende Milch meinen Bauch bis oben füllt. Dann darf ich mit zum Computer und je nervtötender die Arbeit, desto öfter werde ich gefüllt. Zur Zeit sind es drei-, viermal am Tag. Aber ich beklage mich nicht. Ich mag meine Arbeit uns sie ihre ... meistens.
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Evra am Sa Aug 27, 2016 1:41 am

Das Spiel gefällt mir Laughing thumbsup

Da häng ich mich mal gleich mit an ... äh ... ich meine ... ach, ihr werdet gleich wissen drunken

Das Leid einer Schlüsselkarte


Ich bin ein Gefangener, mit unberechenbaren Ausgangszeiten. Die meisten Stunden des Tages friste ich in der Handtasche meiner Besitzerin. Und anstatt, dass diese Handtasche ein gut sortierter Ort ist, an dem jeder von meinen Leidensgenossen seinen Platz hat, werden wir jeden Tag aufs Neue durcheinandergeworfen. Mal liegt der Geldbeutel links von mir, mal rechts. Mal landet die Vesperdose direkt auf mir und hin und wieder besucht uns das Smartphone. Dieses Smartphone genießt scheinbar besonderen Stellenwert bei ihr. Sobald sie eine Hose mit Taschen trägt, und das tut sie meistens, darf das Smartphone in diese. Dementsprechend findet sie das Telefon auch auf Anhieb. Bei mir hingegen sieht das anders aus. Meist braucht sie mich nur, wenn sie ihr Auto in der Tiefgarage abgestellt hat und die Tür zum Treppenhaus aufschließen muss. Wann es gleich losgeht, erkenne ich am Schlag der Wagentür. Was gleich losgeht? Die Wühlerei in der Tasche (Geldbeutel, Vesperbox und ich sind schließlich nicht allein, doch alles aufzuzählen - ihr wisst schon ...). Oft schon sehe ich die Fingerspitzen zwischen Geldbeutel und Vesperbox aufblitzen, dann wieder verschwinden. Wir werden hin und her gedrückt, das Schwanken der Handtasche durch ihren Gang hat bereits aufgehört. Ich weiß, sie steht vor der verschlossenen Tür. Manchmal höre ich dumpf einen Fluch. Endlich findet sie mich und hält mich an den Öffner. Wenn ich Glück habe, klinkt sie mich nun an ihre Jeans und ich kann für ein paar Stunden frei atmen, mich im Bürogebäude um- und ihr bei der Arbeit zuschauen. Habe ich Pech, lande ich umgehend wieder in der Tasche.

EDIT: Die Spielregeln nicht kapiert zu haben ist somit mein peinlicher Moment des Tages Embarassed

Danke @Quixotiz, dass du mir eine Frist zum Ausbügeln gegeben hast drunken


Zuletzt von Evra am Sa Aug 27, 2016 7:44 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Ankh am Sa Aug 27, 2016 3:01 am

Gnihihi

Das Basilikum
Also, ich sollte mich jetzt vielleicht geehrt fühlen, dass ich für das Interview ausgewählt wurde. Ich wohn ja erst ein paar Tage hier, aber mal ehrlich, hier in der ganzen Wohnung gibts sonst keine einige Pflanze. Sogar die Gurke drüben im Gemüsekorb sieht schon nicht mehr ganz gut aus. Unter dem Balken hängt ein Blumenkasten mit Hydrogranulat, und sie sammelt darin nur Postkarten und wichtigen Papierkram. Ich will gar nicht wissen, was aus den Pflanzen geworden ist, die darin mal gelebt haben ... Vermutlich vertrocknet. Zumindest SIE gießt mich nie, das übernehmen die Kinder, die mich dann gern mal fast ertränken. Nur damit sie nebenher meine Blätter naschen können. Keine Ahnung, wie das mit mihr weitergehen soll, ich bin ja schon fast kahl.

Der Teepot
Ich bin ein handgefertigtes Einzelstück! Im Auftrag gegeben von ihrem Liebsten, und seitdem unter all den Bechern ihrer Sammlung ihre absolute Nummer eins. Okay, das mag dran liegen, dass ich nach dem Vorbild ihrer vorherigen Nummer eins gefertigt wurde, aber der fristet jetzt sein Dasein als Stifthalter in der Schublade. Das kommt davon, wenn man den Tee nicht mehr halten kann.
Jedenfalls liebt sie mich so sehr, dass ich nicht so oft in die Spülmaschine muss wie die anderen Becher. Meistens ist es ihr Liebster, der mich dann mal reinstellt, aber sie holt mich immer wieder sofort raus, sobald ich sauber bin, und llässt wen auch immer sie in der Zwischenzeit als Ersatz benutzt hat einfach in der Spüle stehen. kann halt nicht jeder der Liebling sein, ätsch. Ich glaube, sie braucht mich gar nicht so sehr als Teebehälter, sondern als Gesellschaft. Jedenfalls schleppt sie mich überall hin, vom Schreibtisch zum Sofa und zurück, aber trotz dass sie eine Kanne Tee am Tag trinkt, tut sie das so langsam, dass er in mir ständig kalt wird. dann darf ich ne Runde in der Mikrowelle drehen, huiiii, werd vielleicht nochmal mit Tee und Milch nachgeschenkt, und dann stehe ich wieder links neben ihr und leiste ihr Gesellschaft. Seit wir die dumme neue Mikrowelle haben, die nur einmal piept, vergisst sie mich allerdings öfter. Das ist ganz schön doof, da im dunkeln zu stehen wie bestellt und nicht abgeholt. Wenn sie mich dann findet, kann sie mich gleich nochmal warmmachen. Keine Ahnung, wie sie es in der Zwischenzeit ohne mich aushält. Vielleicht hat sie ja doch einen anderen Liebling?!


Der Schlüssel
ich bin ja eher so eine Art Chronik, weißt du? Schlüssel, die sie mal irgendwo bekommen hat und nie zurückgegeben, Schlüssel, von denen sie keine Ahnung mehr hat, wofür die überhaupt waren, und die Fahrradschlüssel, die sie inziwschen dem Großen überlassen hat, weil sie sich eh nie aufs Rad schwingt. Da ist dann noch die Elite, die, die sie tatsächlich benutzt, wie den Hausschlüssel und die Briefkastenschlüssel, die sie zwischen den ganzen unnützen kleinschlüsseln nie findet, und die Fahrradschlüssel der Kinder. Und dann ist da ER, der Schönling nach dem sie alle fragen, und bei dem sie immer behauptet, sie wüsste es nicht mehr. Pah. Ich hab die Handschellen selbst gesehen, oben im Schlafzimmer.


Das Handy
Telefon AM ARSCH. Habt ihr sie je mal telefonieren gesehen? Wie denn auch, wenn sie meine Nummer nie rausrückt? Und selbst wenn mal jemand aus dem erlesenen Haufen anruft, dann geht sie nicht ran. Weil ich auf tonlos geschaltet bin oder daheim liege oder sie kein Bock hat, ranzugehen.
Aber trotzdem werd ich mindestens ein dutzend Mal am Tag angegrabbelt: Schlumpfdorf hier, Criminal Case da, diese ganzen Spieleapps, ihr wisst schon. Der Kleine mit seinen Klebfingern darf immer Monster gucken, da wird dann auch der Ton mal eingeschaltet, weil die ja singen, die Monster.
Manchmal beutzt sie mich auch als Interetzugang, wenn wir im Urlaub sind oder sie auf dem Sofa liegt und keinen Bock hat, zum PC zu gehen und zu gucken, ob neue Mails oder Postings da sind. Oder der neue Webcomic schon draußen ist. Da wird dann sogar manchmal im Schneckentempo irgendein Forumskommentar getippt. Als ob ich DAFÜR gedacht wäre. naja. Wenigstens hängt sie an mir. Ich hab von anderen gehört, die werden ersetzt, sobald eine neuere Version da ist. Mich hat sie kürzlich sogar in einen Basteladen mit zwei so Geeks geschleppt, um meinen Lautsprecher zu erneuern. Dass der kaputt ist hat sie natürlich erst nach Wochen gemerkt, als sie ausnahmsweise mal telefonieren wollte.
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Kelpie am Sa Aug 27, 2016 4:18 am

Die Schlingpflanze
Thaha, eines Tages werde ich sie im Schlaf erdrosseln! Ich stehe auf dem Bücherregal direkt hinter ihrem Bett, bin aber so wachstumsfreudig (gute Pflege - ergrüne vor Neid, Tomatenstaude!), dass ich mich klammheimlich bereits bis zu ihrem Bett geschlängelt habe. Während sie mich also abends noch jedes Mal von ihrem Kissen pflückt, schmiede ich bereits meinen finsteren Plan und werde eines Nachts einfach einen engen Knoten um ihren Hals ziehen.
Huahuahuahua! Und meine Kinder und Eltern werden mir helfen. Auf der anderen Bettseite steht meine älteste Tochter, die ihr bereits immer die Füße vollsabbert und vollspuckt (gute Pflege denkt sie, deswegen sabbern die, aber ich bin mir sicher, wir sind eigentlich giftig, huahuahua!). Und mein rechter Greifarm schlängelt sich unterdessen zur Zimmertür um sie auf immer zu verschließen.
Bye, bye, Außenwelt! Huahuahua!




Kinderbecher
Yo, vorbei die guten alten Zeiten, als ich noch jeden Morgen herausgeholt wurde. Damals wurde ich mit Milch und ganz viel Kakao gefüllt, später dann mit Tee, kurz auch mit Orangensaft. Der schmeckt aus den kecken durchsichtigen Gläsern angeblich besser, deswegen war ich plötzlich abserviert. Und seit Madame auf Wasser (morgens! Geht's noch?) umgestiegen ist, bin ich sowieso vergessen. Denn angeblich schmeckt Wasser aus der Tasse noch ekliger als Orangensaft.



Das Abo
Ich bin ein Schlüssel der besseren Stufe: Ich öffne die Tür zur Welt. Mit mir kann man in den Bus steigen und kostenlos von A nach B fahren. Zugegebenermaßen werden meine Kapazitäten allerdings nicht ausgeschöpft - ich werde für die immer gleichen Strecken genommen: Heimatdorf bis Landeshauptstadt (Bus oder Zug), anderes Ende des Tals (Minibus), manchmal hoch auf einen Berg, den sogenannten Ritten (Seilbahn). Angesichts meiner vielen Möglichkeiten ist das ein Skandal. Aber Menschen sind eben faule Gewohnheitstiere.




Das Nokia anno dazumal
*kein Empfang*
...
"Il numero chiamato al momento non è raggiungibile" (Die gewählte Nummer ist im Moment nicht erreichbar)
...
Hm? Was? Mal wieder wach? Ist heute schon wieder Dienstag? Ich werd doch nur einmal die Woche angeschaltet. Keine SMS für dich tut mir leid. Du musst mich deswegen aber nicht gleich wieder abscha... *krchk*



Ein Knochen
Vielleicht ist es makaber, mich zu sammeln. Aber offensichtlich ist meine Finderin recht begabt, was das Auffinden von Knochen angeht. Seit ich zwischen zwei Steinen aus der Erde gefischt wurde, liege ich in einer Vitrine auf einem hübschen Stück Rinde zwischen dutzenden anderen Knochen. Ich war mal ein Schulterblatt. Die Familie meiner Finderin findet mich irgendwie abartig. Versteh ich nicht, die haben doch selbst zwei wie mich in sich drin. Und ich schimmle auch nicht - versprochen!
Gut, ich gebe zu, manche Knochen sind schon etwas größer und von Tieren, vor denen ich zu Lebzeiten auch schon Angst hatte. Da ist es im Tod nicht besser. Aber den riesigen Kuhschädel, der im Farn verborgen liegt, hat meine Finderin zum Glück noch nicht mitgenommen (wegen ihrer Eltern). Ein Blick aus diesen großen leeren Augen fehlt mir gerade noch!
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Quixotiz am Sa Aug 27, 2016 5:57 am

Laughing (ich habe mich beim Lesen scheckig gelacht! Das ist aufschlussreicher als ich dachte! @Evra (die Schlüsselkarte hat mein tiefstes Mitgefühl erregt) muss noch ein paar Gegenstände nacharbeiten. Aber mit der Macht des Spielführers gebe ich ihr großzügig ein viertel Jahr Zeit dafür Wink )


Der Kaffeebecher

Zu mir gibt es nicht viel zu sagen. Meine Beliebtheit spricht für sich. Ich bin das Erste, das mein Besitzer morgens anfasst; das Erste nach dem er greift, wenn er wieder heimkommt und so lange er zu Hause bleibt, ist er auch stets redlich darum bemüht, mein Trockenlaufen zu verhindern.
Früher bezog ich, meines Ranges würdig, meinen Inhalt aus einem schönen italienischen Vollautomaten. Nachdem dieser, dem Motto aller modernen Geräte folgend “Nur die Guten sterben jung”, das Zeitliche gesegnet hat, friste ich mein Dasein in mehr geduldeter als willkommener Kooperation mit einer No-Name Padmaschine. Ich kann von daher nicht behaupten, mein Leben wäre vollkommen. Doch zumindest werde ich beim täglichen Handspülgang so sorgsam gereinigt, dass ich bei jedem neuen Schrankbezug die vollkommene Sauberkeit repräsentiere.


Der Schlüssel

Ich bin anders als die Anderen. Ich bin etwas Besonderes. Ich hänge an keinem Bund. Ich bin ein Einzelgänger. Ich bin der Gassischlüssel!
Dreimal am Tag schiebt mein Inhaber den Schlüsselring, an dem ich ganz allein hänge, über den Zeigefinger seiner linken Hand und trägt mich so, stets wohl behütet in seiner Handfläche, oft stundenlang spazieren.
Ich bin wichtig! Er hütet mich wie seinen Augapfel. Möglicherweise hat das etwas damit zu tun, dass er in der Vergangenheit des Öfteren in sein eigenes Haus einbrechen musste, wenn er mich mal wieder vergessen hatte oder damit, dass er einmal, im tiefsten Winter, 10km durch eine allzu frostige Welt, zu dem Ersatzschlüsselinhaber, laufen musste, weil er mich mit dem Briefkastenschlüssel verwechselt hatte. Möglicherweise haben ihn diese Ereignisse traumatisiert. Aber vielleicht hat unsere enge Beziehung zueinander mit all dem auch gar nichts zu tun. Vielleicht mag er mich einfach nur und lässt mich deshalb niemals los.


Das Handy (auch ein Nokia anno dazumal)

Ich bin alt und habe ein schlichtes, aus Tasten gestricktes, Gemüt. Auf mir kann man maximal Sudoku spielen oder mich als Taschenlampe missbrauchen. Telefoniert hat mein Besitzer noch nie mit mir. In der Vergangenheit hat er mich ab und an als Wecker benutzt, aber auch die Zeiten sind inzwischen vorbei.
Ich liege den ganzen Tag einsam und auf stumm gestellt in der Diele. Nur wenn er wegfährt, packt er mich ein. Deshalb habe ich manchmal das Gefühl, ich bin nicht mehr als ein Pannenschutz für ihn. Ich glaube, das einzige, was er wirklich an mir zu schätzen weiß, ist meine lange Akkulaufzeit.  


Der Dinosaurierzahn

Ich bin das große Rätsel, seit ich beim Umgraben des Gartens gefunden wurde. Niemand kann mich zuordnen. Die meisten Menschen wollen in mir einen Henkel sehen, aber ich ich bin zu zahnartig geformt, um ein Henkel zu sein und habe nur an einer Seite eine Bruchkante, was einem Henkel von dieser Form und Kürze gar nicht ähnlich sähe.  Deshalb hält mich mein Finder für den Fangzahn eines räuberischen Dinosauriers (mindestens eines T-Rex!) und wenn er auch vergessen hat, wo er mich finden kann, so weiß er doch noch ganz genau, dass er mich, gemeinsam mit seinen anderen “KleinJungenSchätzen” in einer ganz bestimmten Holzschatulle aufbewahrt. Ich bin verlegt aber nicht verloren!
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Earu am So Aug 28, 2016 2:17 am

Ich finde das auch total lustig. Also komme ich mit meinen kleinen Stories.

Topfpflanze
Gestatten, ich bin das Rankenmonster. Verena und ihr Mann bekamen mich zum Einzug in ihr Haus von ehemaligen, angeheirateten Verwandten geschenkt. Meine Ranken winden sich um einen senkrechten Ring, aber ich schicke sie auch immer wieder aus, um ihre Vorhänge zu invasieren. Die Fadenvorhänge sind einfach perfekt dazu. Wenn sie es entdeckt, windet sie die Fäden aus meinem klammernden Griff und dreht meine vermeintlich auf Abwegen befindlichen Ranken um ältere Ranken, die ihren Platz bereits akzeptiert haben. Meine Blüten sind weiß und duften intensiv. Sie schnuppert gerne an ihnen und ist immer stolz darauf, wenn sie sie sieht. Meine Blüten sind für sie ein Indiz, dass sie mich korrekt pflegt. Noch viel mehr hat sie sich jedoch gefreut, als sie zwei limettenähnliche Früchte an mir entdeckte. Sie musste googeln, um herauszufinden, was die zu bedeuten haben, auch wenn sie mit ihrer Ahnung richtiglag. Das Googeln war gar nicht so einfach, weil sie meine Bezeichnung nicht kannte. Sie hat sie auch direkt wieder vergessen, aber jetzt kennt sie ja auch die Lösung. Darin sind meine Samen. Sie hat sie mir abgeschnitten, damit sie mir nicht die Kraft rauben. Sie wollte auch kein zweites Rankenmonster. Eines reicht ihr. Immerhin bin ich nach all den Jahren immer noch nicht tot, sondern wuchere nach wie vor ihre Fensterbank zu.

Trinkgefäß
Wir sind zu sechst. Wir sind zweimal eineiige Zwillinge, die miteinander zweieiig bezwillingt sind, und einmal normale zweieiige Zwillinge. Das klingt kompliziert, aber wer uns sieht, weiß direkt, was ich meine. Da sind die vier 0,4l großen Tassen, zweimal mit Nikoläusen und zweimal mit Schneemännern drauf, alle vier im selben Stil. Das sind die zweieiigen Vierlinge. Und dann kommt mein zweieiiger Zwilling. Das ist eine 0,3l Tasse mit einer rot getigerten Katze. Ich selbst trage eine grau getigerte Katze auf mir. Verena mag uns alle. Mich, weil ich ihrer Katze ähnele. Meinen Zwilling, weil sie als Grundschülerin eine rot getigerte Katze in der Nachbarschaft hatte, die ihr bis nach Hause gefolgt war. Sie hätte sie gerne behalten, aber sie hatte damals ja schon eine Katze und ihre Eltern hätten es sicher nicht erlaubt. Sie hat sie nie gefragt. Sie ging einfach davon aus. Sie war schon immer so erwachsen und dachte nie daran, sich einfach mal etwas zu nehmen, weil dieses Unvernünftige ihr gut tut. Die großen Tassen liebt sie nur, weil sie groß sind und sie an ihre Mama erinnern. Die hat sie gekauft. Da passt besonders viel Tee oder Kakao hinein. Die Bilder darauf findet sie nicht besonders schön. Sie sind zu braun. Dabei muss ein Nikolaus doch in rot gekleidet sein. Für mich und meinen Zwilling kommen noch Latte Macchiato, Chococchino und Co. aus der Dolce Gusto hinzu. Wir passen nämlich besser in die Maschine rein und sehen nicht so leer aus, wenn die Maschine fertig ist, uns zu füllen.

Schlüssel
Wir sind ein ganzer Bund. Den Autoschlüssel mag sie von uns am meisten. Sie mag auch ihr Auto, weil sie es selbst bezahlt und mit 12 Kilometern auf dem Zähler gekauft hat. Deshalb hat er einen besonderen Stellenwert an unserem Bund. Dann ist da noch der Haustürschlüssel, der Schlüssel zur Haustür ihrer Schwiegermama, der Briefkastenschlüssel, zwei Märkchen für Einkaufswägen und ein Schlüsselband, um uns um den Hals zu hängen, wenn sie mal die Hände freimachen muss. Daran zieht sie uns auch aus ihrer Tasche zwischen Geldbeutel, Handy und Co. heraus. Aktuell ist eine Tasche mit einem Plüschhuskykopf ihr Favorit. Sie ist viel zu groß, sodass sich der Inhalt darin eigentlich verliert. Umso froher ist sie, das Schlüsselband zu haben. Ein Griff in die Tasche und die Finger finden garantiert etwas, mit dem sie uns herausziehen kann. Prinzipiell lässt sie uns gerne Zuhause. Nicht, weil sie uns vergessen würde, sondern einfach, weil sie uns nicht gerne mitschleppt. Sie verlässt sich darauf, dass ihr Mann seinen Schlüssel mitnimmt. Dafür sorgt sie, indem sie ihm beim Rausgehen immer sagt, dass sie uns Zuhause lässt. Sie will ja nicht vor verschlossener Tür stehen.

Handy
Hallo, ich bin das Samsung Galaxy S7. Ich bin etwas Besonderes, im Gegensatz zum Rest, das hier bisher zu Wort gekommen ist. Ich bin viel zu gut für Verena. Sie benutzt mich echt nur zum Telefonieren, gelegentlichen schreiben über WhatsApp oder einer SMS, dem Wetterbericht nachsehen, etwas googeln und Spiele spielen. Mal davon abgesehen, dass ich diese ganzen Funktionen mitbringe, werde ich völlig unterfordert. Mal ernsthaft, sie spielt Pokémon Go auf mir! Candycrush, Blossom Blast usw.! Das ist eine Verschwendung meiner umfassenden Funktionen. Ich bin ein 700€-Smartphone! Sowas hätte sie auch mit ihrem alten S3 machen können. Wobei, *boshaft kicher*, das alte Ding hätte es wohl doch nicht mehr geschafft. Dazu war es einfach zu alt. Immerhin, ich bestrafe ihre Ignoranz, indem ich nicht bei jedem Termin in ihrem Kalender klingele. Sie muss sich also ihre Termine trotzdem merken und auf die Uhrzeit achten. So gehört sich das und da hilft alles Fluchen über mich nicht. Ätsch! Ich bin eben ein Hochleistungssmartphone und kein Spielzeug!

besonderes Fundstück
Wir sind Zwillinge. Keine Eineiigen. Verena holte uns lediglich aus derselben Zitrone heraus. Ihr könnt euch Verenas Erstaunen kaum vorstellen, als sie uns aus den Zitronenscheiben pulte. Sie hat nicht damit gerechnet, dass wir Kerne innerhalb der Zitrone auch Leben entwickeln könnten. Erst, wenn die Zitrone am verfaulen ist oder so. Deshalb sind wir ihre Zwillinge. Aber jeder sieht, dass wir vollkommen unterschiedlich sind. Ich bin gute dreißig Zentimeter groß und mein Geschwisterchen nur etwas mehr als zehn. Dass ich größer bin, war von Anfang an klar. Immerhin war mein Trieb auch viel größer, als ich aus der Zitrone geholt wurde. Sie hat sich schnell die Zeit genommen, uns in etwas Erde zu setzen, obwohl sie Gäste erwartete. Sie hat sich unheimlich gefreut, als sie sah, dass wir auch in der Erde weiterwachsen. Dabei tötet sie sonst jede Pflanze, die nicht hart im Nehmen ist. Sie hatte erwartet, uns zarte Pflänzchen direkt umzubringen, und schon durch diese Ahnung um uns getrauert. Aber das hat sie nicht geschafft. Auch nicht, als sie uns kürzlich aus dem gemeinsamen Kinderzimmer namens Blumentopf trennte. Über ein Jahr lang mussten wir uns diesen kleinen Topf teilen und besaßen keine Privatsphäre für unsere Wurzeln. Sie verschlangen sich ineinander, wobei meine Wurzeln natürlich viel dicker und länger als die meines Geschwisterchens sind. Verena hat sich gute zehn Minuten Zeit gelassen, um unsere Wurzeln zu trennen, ohne sie zu sehr zu verletzen. Das war gar nicht so einfach, da sie sich wie eine Schale am Boden des Topfes verschlungen hatten. Aber ich glaube, sie hat es ganz gut gemacht. Immerhin leben wir beide immer noch, obwohl sie noch nie eine Pflanze umgetopft hat und obwohl sie uns direkt im Anschluss gedüngt hat. Sie gibt sich Mühe und dank des Umtopfens müssen wir nicht mehr zwischen dem Rankenmonster und dem roten Busch stehen, weil dort nicht genug Platz für uns ist. Die beiden, der Spuckbaum und der Zwilling des roten Buschs in der Küche sind die einzigen, die unter ihrer Hand schon seit Jahren nicht nur überleben, sondern sogar recht gut gedeihen. Jetzt stehen wir auf dem Schrank im Esszimmer in einem kleinen weißen Weidenkörbchen mit einer lila Schleife und einem weißen trockenen Stück Holz als Dekoration. So gut hat es kein anderer hier, mal von den beiden Primeln abgesehen, die zuvor die beiden Töpfchen bewohnt haben und die sie gekillt hat. Wir haben offensichtlich einen besonderen Stellenwert hier im Haus. Wir leben und stehen in schönen, dekorierten Töpfchen.

Lieblingsschreibwerkzeug
Hallo! Wir sind zu 48st. Ihr seid also in der Minderheit. Widerstand ist zwecklos, hihi. Wir sind Gelstifte. Pastellfarben, Glitzerfarben, Metallicfarben, Effektfarben, alles vertreten. Verena nutzt uns, um in ihr Tagebuch zu schreiben. Sie hat uns letzte Woche Freitag bestellt. Sie schreibt seit letztem Sonntag wieder Tagebuch, seit Montag mit uns in abwechselnden Farben. Die Geschichte über das Gratiseis von ihrem Chef hat sie in Glitzerbraun geschrieben, weil sie von dem Nutellaeis so begeistert war. Sie liebt dieses Eis seit Freitag. Sonst mag sie kein braun, aber es ist Nutellaeisbraun(!). Das Thema Gewicht hat sie in schwarz geschrieben, weil es sie bedrückt. Es ist für sie sehr anstrengend, mit uns zu schreiben. Seit der Schulzeit musste sie kaum noch mit der Hand schreiben, was bald zehn Jahre her ist, außer sie hat sich ausnahmsweise ihrem Tagebuch anvertraut oder Notizen gemacht. Das ist nicht viel Training für ihre Hand. Im Moment schreibt sie aber so vieles in ihr Tagebuch, dass ihre Hand weh tun. Doch sie braucht das Schreibtraining für ihre Hand. Sie will ihr Tagebuch irgendwann als Therapieersatz nutzen, wenn die Krankenkasse keine Therapie mehr übernimmt. Das macht ihr etwas Angst. Aber wenn sie dasselbe tut wie bei ihrer Psychologin, nur schriftlich, dann erfüllt sie es mit Hoffnung, diese Zeit gut zu überstehen. Dabei helfen wir ihr gerne. Immerhin hat sie dabei auch noch Freude.

_________________
Liebe Grüße

Earu Like a Star @ heaven
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  magico am Mo Aug 29, 2016 12:14 am

1. Strelitzie

Tja ja ... ich habe von hier oben wirklich einen ausgezeichneten Ausblick über das gesamte Wohnzimmer. Links die Couch-Lümmel-daraufrumspring-Ecke mit Fernsehmodell "fast durchgebrannte Röhre", rechts den Chaos-"Schreibtisch"-Bücherregal-Trakt und direkt vor mir den Esstisch, der immer gedeckt zu sein scheint. Alles wohldekoriert mit diesen lustig bunten Spielsachen, die allgegenwertig zu sein scheinen.
Seit ich Teneriffa 2008 verlassen habe, bin ich sicher gefühlte zehn Zentimeter gewachsen. Geblüht habe ich noch nie, was wohl am etwas seltsamen Standort liegen mag. Für meine Entführer jedoch kein Grund, mich einmal etwas sonniger zu stellen. Na ja ... habe ich eben alles im Blick. Dem Kaffee gegenüber, auf dem Sideboard geht's ja ähnlich. Seit zehn Jahren keine Blüte und erst recht keine Kaffeekirsche.
Wenigstens werde ich immer rechtzeitig gegossen, bevor ich kopfüber aus meinem Topf kippe.

2. Bürokaffeebecher


Gerandeter Saftkugler - Wirbelloses Tier des Jahres 2006! So steht es auf mir geschrieben und solch ein herzensgutes Wesen ist auch abgebildet. Hauptsächlich darf ich zwei Sorten von Heißgetränken aufbewahren. Kaffee mit Milch oder Malzkaffee (Imnu) mit Zucker und Milch. Ab und zu mal einen Schluck Wasser. Viele sagen ja, dass man Wasser nicht aus Tassen trinken könne, aber das sieht mein Anwender wohl anders. Ich übrigens auch. Nudeln würden doch bestimmt auch aus einer Vase schmecken.
Wenn ich Glück habe, werde ich auch jeden Freitag gereinigt. Die ein oder andere unschöne Verfärbung hat sich allerdings verewigt. Meinen Kumpanen, der Wassertasse mit grünem Ampelmännchen und der Teetasse mit dem rockenden Unterhosen-Homer Simpson geht es ähnlich. Meist stehen wir untrennbar und gutgefüllt nebeneinander. Einsam sind wir also nicht.

3. Schlüsselbund


Sinnlos! Ein trauriges Attribut, aber es ist das einfachste Wort, meine Leibesfülle zu umschreiben. Als ehrenwerter Schlüsselbund, der natürlich nicht ganz unwichtig ist, wuchs ich auf ein mittlerweile stolzes Ausmaß an. Aber ach ... nötig sind tatsächlich nur noch drei meiner Schlüssel. Die anderen hängen armselig und traurig herab. Nutzloser als eine einzelne Schneeflocke im Sommer. Könnte ich nur irgendetwas für sie tun ...

4. Smartphone


Clever und Smart - alles Eigenschaften die ich besitzen könnte, wenn man mit mir umzugehen wüsste. Nun gut, ich möchte niemandem Unrecht tun. Umzugehen weiß mein Vertragsinhaber schon mit mir, aber interessiert er sich nicht genügend dafür. Den Zusatz "phone" könnte man gleich ganz streichen, denn telefoniert wird mit mir nur äußerst selten. Wenigstens kann ich ab und zu die Kinder mit einem heiteren Video über sie selbst erfreuen. Na, mal sehen, wie lange ich's noch mache ...

5. besonderes Fundstück


Wachs! Wachs! Wachs! Das ist keine Aufforderung zum Größerwerden, sondern mein Mantel. Einst war ich ein tönerner Kerzenhalter mit Henkel und Tropfschutz. Dazu gedacht, um den nächtlichen Toilettengang ein wenig zu erhellen. Doch heutzutage, in Zeiten des elektrischen Lichts, der Straßenbeleuchtung und Bewegungsmelder, habe ich einfach ausgedient. Aber, ich sehe immer noch sehr hübsch aus, mit all dem heruntergelaufenen Wachs in den verschiedensten Farben.
Vielleicht überkommt meinen Besitzer doch mal irgendwann ein Anfall von Nostalgie und er schmückt mich mit einer neuen Kerze, die tatsächlich entfacht wird.


6. Lieblingsschreibwerkzeug (schwarzer Fineliner)

Ähähä ... dieser verdammte Staub! Irgendwann trocknet der mich noch aus. Oder ist es schon so weit? Keine Ahnung und ich werde es auch nicht herausfinden, wenn dieser verdammte Schreiberling immer nur auf diesen doppelt verdammten Tastaturen rumhackt.
Er könnte doch mal wieder einen Brief oder wenigstens eine Karte an seine Oma schreiben. In dieser schwungvollen Schrift, mit den viel zu langen Bögen, unten an den "N's", "M's" und "H's".
Zum Glück ist die Kappe drauf. Das gibt mir ein wenig Hoffnung, dass ich beim nächsten Mal doch noch funktionieren werde.


7. Erinnerung aus Kindertagen (erstes selbst gemaltes Bild aus der Schule)

Dunkel ist's, doch leuchte ich. Schwarzes Papier mit weißen Sprenkeln und mittendrin ein hellweißer Raumanzug mit roten Querstreifen. Angeblich machen die ja dick, aber als ich entstand konnte der Maler davon nichts wissen. Ich glaube, bei Kosmonauten (so hieß das damals noch in diesem Teil des Landes), ging es auch weniger um Ästhetik, als viel mehr um Zweckmäßigkeit. Vielleicht soll der Mann Juri Gagarin darstellen, vielleicht Sigmund Jähn ... wer weiß?
Ich weiß nur, dass ich in einer Kiste auf dem dunklen, staubigen Dachboden warte, bis ich in einem Anflug von "Papa zeigt euch mal, wie toll er als Kind malen konnte" wieder für einen Kurzauftritt herausgekramt werde und dass auf meiner Rückseite eine 1 prangt. Hach, waren das Zeiten ...

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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Quixotiz am Fr Sep 02, 2016 3:47 am

Hier ist derzeit so viel los, dass ich nicht mal dazu komme, mein eigenes Spiel weiter zu führen Shocked

@Magico der Saftkugler zählt mittlerweile schon zu den guten alten Freunden. Hattest du von dem nicht letztes Jahr schon mal erzählt? (hast du!) Das wirbellose Tier kam mir gleich so verblüffend bekannt vor Laughing


@Earu Seit deinem Post geht mir dieses Eis nicht mehr aus dem Kopf. Obwohl ich so selten Nutella esse und auch kein Eis-Fan bin, schwirren diese zwei Worte, wie ein gemeiner Fluch ständig in meinen Gedanken herum: Nutella-Eis, Nutella! Eis! Nutellaeis! NUTELLAEIS!!!!!!
Kurz gesagt: Ich würde gern mehr über diese so köstlich klingende Leckerei erfahren Cool
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Ankh am Fr Sep 02, 2016 4:16 am

Bäh! Jetzt hab ich Saftkugler gegooglet. Wenn ich so ein Vieh auf meinem Becher hätte, würd ich keinen Schluck runterkriegen bäh
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Quixotiz am Fr Sep 02, 2016 4:18 am

Ihhhh, du hast Recht, Ankh bäh Das lässt Magico ja jetzt in einem ganz andern Licht erscheinen Laughing
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  magico am Mo Sep 05, 2016 12:27 am

Ihr seid aber auch zart besaitet.

Man muss unsere Fauna und Flora schützen. Vielleicht ist sie ab und zu nicht so ansehnlich wie der/die ein oder andere Autor/in hier, aber gibt euch dies das Recht, über sie zu urteilen? Hä? Gibt es euch das?!

Es ist übrigens genau dieses Bild auf meiner Tasse: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7c/Glomeris_cf_marginata_fg01.JPG

Meine weiblichen Kolleginnen haben dann diese Version: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/26/CharaV3.jpg/800px-CharaV3.jpg

Oder diese:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f1/Misgurnus_fossilis.jpg

Ich bin ein Fan des Schlammpeitzgers. Besonders wegen des Geräusches, welches er von sich gibt: PEITZG!

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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Kelpie am Mo Sep 05, 2016 12:50 am

Wo zur Hölle hast du eine Tasse herbekommen, wo so ein Vieh drauf ist? Ich finde immer nur schnöde Hunde, Diddel-Mäuse, Bärchen oder Enten ...
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Earu am Mo Sep 05, 2016 2:37 am

Lieber "schnöde Hunde, Diddel-Mäuse, Bärchen oder Enten ..." als dieses Getier. bäh Das will ich nicht auf meiner Tasse, aus der ich meinen heißgeliebten MORGENKAKAO trinke!!!

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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Kelpie am Mo Sep 05, 2016 2:45 am

Och kommt. Es geht doch um die inneren Werte und so. Ich wette, so ein "Getier" hat mehr sozialen Zusammenhalt als zum Beispiel ein Bär Smile
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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  magico am Mo Sep 05, 2016 3:15 am

Apropos "Bär" ... der Schönbär war Schmetterling des Jahres 2010!

@Kelpie: Heutzutage kann man Tassen doch kostengünstig anfertigen lassen.

@Earu: Wenn man ganz krass drauf ist, kann man den Druck auch auf die Innenseite machen, damit man beim Trinken immer das liebe Tierchen im Blickfeld hat. Cool

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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

Beitrag  Earu am Mo Sep 05, 2016 4:21 am

bäh Morgenkakaovermieser, du!

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Re: Das “Sei doch mal deine Topfpflanze” Spiel

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