Infodump / Einschübe im Text

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Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  Anjana am Fr Apr 19, 2013 9:30 pm

Guten morgen alle zusammen,

ich habe da schon wieder eine Frage, über die ich momentan häufiger mal nachdenke.

Ich glaube jeder kennt diese kleinen Infoabsätze, die zur Erklärung von Figuren oder sachverhalten vom Autor eingeschoben werden, obwohl sie für die Figur eigentlich ganz logisch sind und es nur dem Verständnis des Lesers dient. Das betrifft natürlich wieder vor allem die personalen Erzähler.

Nun wird in diversen Foren und Ratgebern ja immer wieder darauf gepocht, dass der Autor in seiner Erzählfigur bleiben soll und dass die in dem Moment nicht darüber nachdenken würde. Dennoch ist es manchmal unumgänglich, dass der Leser diese Zusatzinfos bekommt.

Hier mal ein Beispiel, in dem der einschub mMn gut eingeführt wird, sodass er beim lesen fast nicht auffällt, weil er dem Handlungsstrang logisch folgt und es sich ohne den Zusatz "nackt" anfühlen würde:

Ihr Blick huschte auf eine geschlossene Tür ganz in der Nähe. Seltene Bücher. Ein Dämon könnte in dem Raum dahinter jede Menge Schaden anrichten.
"Du verstehst, warum wir uns Sorgen machen", flüsterte die Bibliothekarin.
"Klar." Biblios hassten Bücher. Für sie gab es nichts schöneres als zwischen den Regalen zu randalieren und einfach nur aus Spass auf Bücher zu pinkeln, sie zu zerreißen und zu zerfleddern. Vermutlich träumte jeder Biblio davon, einen ganzen Raum voll unbezahlbarer Bücher und Handschriften zu Kompost zu verarbeiten. Vermutlich würde er dafür sogar befördert, falls es in der Hölle so etwas gab.
 "Aller Anfang ist die Hölle: Die Dämonenfängerin" Jana Oliver

Hier ein Beispiel, das eindeutig nur für den Leser eingeschoben ist:
"Hope Adams", sagte ich, während ich ihm die Hand hinstreckte.
"Adams?"
"Ja, genau."
Ich sah, wie er unwillkürlich rot wurde. "Sorry, ich ... äh, ich war mir einfach nicht sicher, ob ich sie richtig verstanden habe."
Offenbar entsprach ich nicht dem, was der Polizist sich unter einer "Hope Adams" vorstellte. Meine Mutter war als indische Austauschstudentin an das College gekommen, an dem sie meinen Vater kennengelernt hatte. Aber natürlich war Will Adams nicht mein biologischer Vater, und Halbdämonen erben ihre äußere Erscheinung von ihren Müttern.
"Nacht der Dämonin" Kelley Armstrong

Wie handhabt ihr so etwas als Autoren? Wie lest ihr so etwas?

Recht einfach umgehen kann man das, in dem die Figur den Leser direkt anspricht, wie Charlaine Harris das beispielsweise macht. Auf der anderen Seite ist es doch so, dass eigenlich jeder Erzähler seine Geschichte einen anderen erzählt. Und da ist es doch logisch, diese Zusätze zu geben. Auch wenn die Figur in dem Erleben vielleicht nicht daran denken würde, in dem Moment, in dem sie diese Begebenheit erzählt, ist der Einschub dann ja doch auch innerhalb der erzählenden Figur logisch.
Dann allerdings darf es kein direkter Gedankengang sein. Der wäre dann nämlich falsch.

In dem Beispiel oben, könnte es zwar auch innerhalb der Figur erklärt werden, denn sie befindet sich noch in der Ausbildung und rezipiert innerlich vielleicht das, was sie über Biblios gelernt hat, aber so ein Kniff ist ja nicht immer möglich.

_______________________________________________________________
#Infodump


Zuletzt von Anjana am Mi Jul 24, 2013 9:54 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  Wordhunter am Fr Apr 19, 2013 11:06 pm

Ein ganz liebes Hallo.

Na, wie sehe ich das... scratch

Nun wird in diversen Foren und Ratgebern ja immer wieder darauf gepocht,
dass der Autor in seiner Erzählfigur bleiben soll und dass die in dem
Moment nicht darüber nachdenken würde. Dennoch ist es manchmal
unumgänglich, dass der Leser diese Zusatzinfos bekommt.

Oh Ja, dass ist wieder was für mich, die Perspektivensicht. Da klettere ich gerne raus.
Nee ernsthaft jetzt. Weißt Du, wie ich das mache? Das geht einfach nach Gefühl. Eine innere Stimme (oha, ich höre schon Stimmen ) sagt mir: So, da solltest Du jetzt einen kleinen Infoeinschub machen. Es ist einfach bei mir eine Gefühlssache. Wie es genau funktioniert, kann ich Dir nicht mal erklären. Manchmal füge ich eine Info auch später hinzu, wenn ich mir bestimmte Abschnitte noch mal durchlese.
Dann kann es aber auch schon mal vorkommen, dass die Infos zu viel werden. Infodump, um den Leser in Tiefschlaf zu versetzen. Sleep Ich weiß, dass war vielleicht nicht sehr hilfreich, aber ich kann es Dir nicht erklären ... es steckt irgendwie drin. Versuch mal nach Gefühl, die Infos einzuschieben.

Eins verstehe ich nicht, man lese Stephen King, der erschlägt den Leser mit Infos. Ich kenne kein anderen Autor, der so massiv Infodump betreibt und es anscheinend niemanden stört.
Warum funktioniert das bei ihm?
Weil er schon berühmt ist?
Oh ja, wahrscheinlich könnte er auch ein neues Rezept für Eierkuchen rausbringen und es wäre ein Bestseller. Das ist schon echt seltsam. scratch
So, dass war mein Wort dazu. Laughing

Glg Ulli flower

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Re: Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  Anjana am Mi Jul 24, 2013 9:57 pm

In einem anderen Forum kam die Frage danach auf, mit welchen Tricks man notwendige Erklärungen in einem Text unterbringt.

Ich pushe dies Thema mal, weil mich die Frage momentan beschäftigt^^

Dialoge werden gerne als Heilmittel gegen Infodump angepriesen.
Für mich hat sich auch die oben genannte Methode gut bewährt, aber mich würde interessieren, ob es nicht noch mehr Möglichkeiten gibt.

Kennt oder benutzt ihr noch andere Kniffe um dem Leser wichtige Sachverhalte und Hintergrundinfos zu vermitteln?
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Re: Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  summergirl am Mi Jul 24, 2013 10:21 pm

Hi!

Schon witzig! Bin grad an einer solchen Stelle.
Hab's dergestalt gelöst, dass mein Prota in einem Truck sitzt, einsam durch die dunkle Nacht fährt und mit den Erinnerungen kämpft. Er denkt an die Frauen, die durch sein Leben gezogen sind. Über den Schmerz, den er verursacht hat. Ist wütend auf sich selbst und sieht aber keine Möglichkeit, sich daraus zu befreien. Der Sonnenaufgang kommt ihm dabei zu Hilfe.

Den nächsten Abschnitt "Vergangenheit" erlebt er dann, wenn er der Prota wieder begegnet. Also in einem direkten Gespräch.

Und in "Ein Augenblick zur Ewigkeit" hab ich die beiden Figuren einfach wörtlich erzählen lassen. Es ist also ein wenig eine Geschichte in der Geschichte.

Was mir an meiner derzeitigen Vorgehensweise (Innerer Konflikt mit "Selbstgespräch") am besten gefällt, ist dieses "wieder wegblenden". Das heißt, der Leser erfährt immer nur kleine Bruchstücke, gespickt mit den Gefühlen, die der Prota dazu hat.

Mein :2cents:, vielleicht hilft's ja.

LG Birgit

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Re: Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  Anjana am Mi Jul 24, 2013 10:56 pm

Stimmt Rückblenden sind auch eine Möglichkeit. Aber auch mit Vorsicht zu genießen^^

Gedanken und Innensicht sind nahe an der Möglichkeit einer kommentierenden Figur.
Das ist tatsächlich auch sehr hilfreich, um gleichzeitig auch Fragen aufzuwerfen und neugierig zu machen. Ich denke dadurch kann man es auch schaffen, dass der Leser sich vieles ganz gut selbst zusammenreimen kann.

Der allerwichtigste Punkt ist natürlich auch noch streichen. Oft braucht es weniger Infos, als man denkt.

Bei einem Ich-Erzähler gibt es dann auch noch die Möglichkeit, den Leser direkt anzusprechen. Mir gefällt das in bestimmten Genres ganz gut, ist aber sicherlich auch Geschmacksache ...
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Re: Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  Herzeloyde am Do Jul 25, 2013 3:04 am

Ich glaube, es kommt sehr auf das einzelne Beispiel an. Die Beispiel-Szene mit dem Biblio gefällt mir. Wenn ich mit einem Problem konfrontiert werde, dann resümiere ich auch erstmal innerlich, was ich schon darüber weiss.
Die zweite Szene ist schon weniger ideal, weil der angesprochene Sachverhalt der Protagonistin selbstverständlich ist. Sie kann schon darüber nachdenken, aber nicht ohne Grund. Vielleicht wird sie öfter schräg angesehen, wenn sie sich mit Namen vorstellt und sie ist die ewigen Erklärungen leid.

Ja, meine Mutter ist eine Inderin, Idiot, und ja, Dämonenväter vererben keine äusseren Merkmale. Können wir uns jetzt bitte auf's Thema konzentrieren.

Dann, also wenn die Information mit einem momentanen Gefühl der Protagonistin verbunden ist, wäre für mich ein solcher Einschub in Ordnung.

Mich brauchst du nicht fragen, wie ich sowas normalerweise löse, denn ich schreibe normalerweise einen Dialog. Ich war schon versucht, hier zu fragen, wieviel Dialog ein Roman eigentlich verträgt :roll:. Was ich aber gar nicht ausstehen kann, sind Lehrer-Schüler Dialoge a là Umerto Eco.

Meine :2cents:
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Re: Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  Anjana am Do Jul 25, 2013 8:08 pm

Dann, also wenn die Information mit einem momentanen Gefühl der Protagonistin verbunden ist, wäre für mich ein solcher Einschub in Ordnung.
Ob es immer eine Emotion sein muss, weiß ich nicht (wobei letztendlich natürlich immer Emotionen unser Handeln bestimmen), aber wichtig ist, das glaubhaft ist, dass die Figur, diese Info jetzt preisgibt. Sie muss einen Grund dafür haben.
Eine nüchterne Tatsache in eine emotionalisierte Sprache zu übersetzen, so wie du das beim zweiten Beispiel gemacht hast, finde ich eine gute Idee. Emotionen schreibt man ja automatisch der Figur zu, und nicht dem Autor. Da liegt allerdings auch die Gefahr drin, dass es zu viel wird. Wenn jedes Beispiel so aufgebaut wäre, kann es auch zu grell und übertrieben wirken. Vor allem, wenn man einen sehr prägnanten Charakter hat.

Mich brauchst du nicht fragen, wie ich sowas normalerweise löse, denn ich schreibe normalerweise einen Dialog. Ich war schon versucht, hier zu fragen, wieviel Dialog ein Roman eigentlich verträgt :roll:. Was ich aber gar nicht ausstehen kann, sind Lehrer-Schüler Dialoge a là Umerto Eco.
*g* Dialoge sind eigentlich immer gut, solange sie einen Sinn haben. Der übliche Smalltalk und die Nichtigkeiten, die wir im Alltag so austauschen, sollten nicht drin sein, das wirkt sehr schnell sehr hölzern (ich neige da in Rohfassungen zum Beispiel zu^^), aber wenn der Dialog eine Funktion erfüllt, kann er kaum zuviel sein.
Umberto Eco hab ich noch nie gelesen, aber generell mag ich keine Dialoge, die belehrend sind^^

Mir scheint allerdings, dass es doch kaum neue Kniffe gibt, um Infodump zu ändern ...
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Re: Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  Anjana am So Jul 28, 2013 10:28 pm

Bei Waldscheidt bin ich nun auf die Möglichkeit gestoßen, Erklärungen so aufzubereiten, dass man den Leser total neugierig macht. Also Andeutungen streuen, die dazu führen, dass der Leser unbedingt wissen will, wie das nun funktioniert.

Wobei ich denke, dass man eben auch unterscheiden muss zwischen notwendigen Erklärungen und echtem, also überflüssigem Infodump.

Für überflüssige Infos ist streichen das absolute Mittel der Wahl.
Für notwendige Erklärungen/Infos könnte das neugierig machen auch eine gute Möglichkeit sein. Gerade wenn es eher um Settingerklärungen geht und weniger um die Vergangenheit einer Person (die ja meist eher überflüssiger Infodump ist)
Aber auch, wenn man bewusst viele Erklärungen einbauen möchte, die theoretisch auch gestrichen werden könnten, wäre das vielleicht eine Möglichkeit, dass es funktioniert.
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Re: Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  Tachadenn am Di Jul 30, 2013 2:17 am

Hi,

Wenn ich Info dem Leser rüberbringen will, baue ich in die Handlung ein, Häppchen für Häppchen. Dies geht am besten, wenn der/die Prota in einer ungewohnten Umgebung ist.


Wenn er/sie aber zu Hause sind, dann versuche ich die Info einzubringen, etwa mit dem Umstand, dass in diesem Moment etwas nicht stimmt.

Was ich aber gar nicht ausstehen kann, sind Lehrer-Schüler Dialoge

Geht auch, wenn man's etwa in eine Warnung einbaut.



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"Nicht Erzähltes/Gezeigts"

Beitrag  Samira-Jessica am Mo Aug 29, 2016 9:02 pm

Mich würde hierzu mal Folgendes interessieren:

Ich hab schon ein paar Mal in einem Buch eine Information gelesen, die in zwischen vorheriger Handlung stattfand, also eigentlich nicht beschrieben wurde.

Bspw. erklärt der Autor, dass die Protagonistin in vergangenen Tagen etwas bei ihrem Lehrer gelernt  hat, was dann für diese Szene relevant ist, das Erlernen dessen ist aber vorher nicht beschrieben/erzählt worden.
Ich hoffe, ihr wisst, worauf ich hinauswill!

Schreibt ihr auch solche Szenen? Und habt ihr dann z.B. eine Extradateí, in denen ihr solche Nichterzählte Dinge festhaltet, um nicht den Überblick zu verlieren oder wie handhabt ihr soetwas?
Ich habe mir eine solche Extradatei bereits angelegt...

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Re: Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  Ankh am Mo Aug 29, 2016 9:18 pm

Also, ich fasse durchaus mal zusammen, was in den letzten Tagen passiert ist, anstatt aus allem ne Szene zu manchen, wenn es eigentlich nicht besonders wichtig oder spannend ist.
Wenn es etwas ist, was für den Plot später relevant ist, würde ich aber schon eine Szene draus machen, sonnst kommt das so rüber, als wäre es dem Autor grade an der Stelle eingefallen, dass die Protagonistin die Fähigkeit ja jetzt braucht, aber er war zu faul, sie noch irgendwo vorne im Buch reinzubauen.

Dass du ne ganze Extradatei für solche Infos brauchst, sehe ich ein bisschen kritisch. Das klingt, als passiert das bei dir dauernd, und das halte ich nicht für optimal. Geh doch diese Datei mal durch und überlege dir, wie du die einzelnen Dinge unauffällig vorher in den Plot weben kannst.
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Re: Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  Anjana am Mo Aug 29, 2016 9:40 pm

Solche Zusammenfassungen nennt man auch narrative Zusammenfassungen.

Ich verwende sie in knapper Form regelmäßig, allein schon deshalb, weil es uninteressante Stellen raffen kann, ohne, dass die Geschichte dadurch gehetzt wirkt. Mir ist wichtig, dass es sich dabei um Szenen handelt, die jeder Leser kennt und bei denen dadurch automatisch Bilder entstehen, auch wenn diese nur sehr kurz aufblitzen.


Die letzten Tage hatten sie überwiegend bewaldetes Gebiet durchquert. Sofort ist ein Bild vorhanden. Sei es nun zu Pferde, zu Fuß oder mit Auto/Zug, das ist gar nicht so relevant. Je nach Setting fügt man automatisch hinzu, dass es Pausen und Übernachtungen gegeben haben muss, auch mit den typischen Gesprächen. Aber es ist eben nichts relevantes passiert.

Die andere Variante wären Rückblenden. Dabei bleibt es aber deutlich szenischer. Die sind sehr mit Vorsicht zu genießen, weil sie den Leser in eine andere Zeitebene bringen und dadurch die eigentliche Geschichte unterbrechen.

Ansonsten kann ich nur @Ankhs Beitrag unterschreiben Wink
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Re: Infodump / Einschübe im Text

Beitrag  Julestrel am So Sep 04, 2016 11:04 pm

Ich stimme @Ankh und @Anjana zu: Dinge, die nicht für den Plot relevant sind, wie z.B. eine mehrtägige Reise ohne Vorkommnisse, fasse ich narrativ in einem Satz zusammen.

Dein Beispiel dagegen, dass etwas plotrelevantes mal eben nebenbei erwähnt wird, ist eher ungünstig. Das wirkt auf mich so, als ob dem Autor mal eben noch was eingefallen ist, er aber keine Lust hatte, das vernünftig in die Geschichte einzubauen. Deswegen würde ich es in solche Situationen sein lassen.

Aber prinzipiell ist narratives Zusammenfassen ein ganz normales Stilmittel, das man halt wie alle anderen auch an der richtigen Stelle für den richtigen Effekt verwenden muss Smile
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Re: Infodump / Einschübe im Text

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