Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

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Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Earu am Di März 29, 2016 7:04 am

Seit etwa zwei Monaten liegt ein Buch in Reichweite, das ich gelesen habe und wegen dem sich mir eine Frage stellt. Es ist ein Roman von Konsalik und heißt Geliebte Korsarin. Nicht mein erster Konsalik und sicher nicht der Letzte. Ein paar ungelesene habe ich noch im Regal. Es spielt in der Karibik und handelt von einem Mann, der durch ein Patent genug Geld hat, um ganz gut leben zu können, ohne arbeiten zu müssen, und einer modernen Piratin. Ein Liebesroman wie fast alle Konsalik-Romane. Ich war gefesselt von diesem Buch. Wenn ich las, tauchte ich voll und ganz in die Geschichte ein. Wenn ich nicht las, überlegte ich, wie es weitergehen könnte. Der Schreibstil von dem Mann ist einfach genial. Einfach und verständlich bringt er seine Geschichten auf den Punkt.
Dieser Mann hat laut Wikipedia innerhalb von 45 Jahren 155 Romane geschrieben, wobei manche vermuten, dass er Ghostwriter beschäftigte. Was ich bisher von ihm gelesen habe, trägt seine Handschrift, wobei die so prägnant ist, dass man sie sicher gut nachahmen kann. Trotzdem bleibt die Tatsache, dass der Name Konsalik auf 155 Romanen steht. Er veröffentlichte zwei bis vier Romane pro Jahr. Was für eine Schlagzahl! Wie kann man nur so produktiv sein? Ok, Steven King ist auch sehr produktiv. Ich glaube, dass er auf ähnliche Zahlen kommt. Das bedeutet, dass Konsalik kein Einzelfall ist. Wie viel Selbstdisziplin muss ein Mensch haben, dass er so viele Geschichten schreiben kann? Und bei Konsalik kommt die Erschwernis hinzu, dass er ausschließlich Liebes- und Kriegsromane schrieb, die sich auf den zweiten Weltkrieg oder Russland beschränkten. Da wäre die Karibik als Schauplatz schon fast ein Ausreißer von ihm, wenn es kein Liebesroman wäre. Smile  Was denkt ihr über solche Autoren, die erfolgreich und viel schreiben? Empfindet ihr die Gefahr, immer dieselbe Geschichte nur etwas abgewandelt abzugeben, als groß? Irgendwann muss die Fantasie doch erschöpft sein. Worin seht ihr das Erfolgsrezept? Ist es die Sicherheit, dass man zu Büchern mit dem bekannten Namen greifen und schon vorm Lesen des Klappentextes wissen kann, dass die Geschichte gefallen wird?

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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Rabenschrei am Di März 29, 2016 10:42 am

Moieeen,

Hab mal ein paar Bücher von ihm gelesen. War nicht meins, vllt waren es aber auch nur die falschen. ^^
Nora Roberts, ebenfalls bekannte LiRo Autorin (mittlerweile macht sie in Krimis) stämmt diese Masse ebenfalls, 2 bis 3 Bücher im Jahr sind da vermutlich keine Seltenheit.
Es kommt darauf an, wieviel Disziplin man prinzipiell mitbringt, ohne die geht es nicht. Und wie man aktuell an Jackys 12in12 Projekt sieht, ists mit ausreichend Disziplin machbar. Das andere ist, dass wir(?) nicht wissen, wieviele MS bereits vor Konsaliks, Kings, Roberts (...) 1. Veröffentlichung geschrieben wurden. Sprich, wieviele lagen in der Schublade, für die er/sie mehr Zeit, als 3-4 Monate hatte. Nicht jedes Erstlingswerk ist gleich der Zecker. ^^ Einen (kleinen?) Teil, vllt 2-4 Werke, werden diese Autoren sicher auch noch in der Rückhand gehabt haben.
Glaube bei Sebastian Fitzek war es auch erst das 2. oder 3. Buch, was vom Verlag genommen wurde. "Therapie" (sein Erstlingswerk) wollte zunächst niemand haben. Erst mit "Seelenbrecher" kam er zu Ruhm und Erfolg.
Ich halte das durchaus für trainierbar. Sich an Tisch setzen, Realität aus, kreative Fantasiewelt an & los.
Wenn man es ganz genau nimmt, sind die meisten Romane nach dem gleichen Chema gestrickt. (Zumindest bei Roberts.) Das unterliegt aber sicher auch dem jeweiligen Genre. Ein LiRo hat den Schwerpunkt ganz woanders, als ein Krimi oder nen Fantasy Schmöker. Wenn man den Dreh erstmal rauschat, wie man Gefühle "richtig" beschreibt, damit du als Leser sie fühlst, dann .. Fantasie ist, wenn man sie liebevoll behandelt, unendlich. Smile
Kinder sehen die Welt mit Magie in den Augen, wir werden praktisch damit geboren. Die Fähigkeit als solches "verlernen" wir nur auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Alltags Streß & Sorgen lässt sie uns ... verkümmern. Dazu gibt es ein schönes Sprichwort: "Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden." So ists auch mit der Fantasie (& Kreativität). Stell dich vor eine Blume und sag, was du siehst. Stell ein Kind daneben, und lass dir von ihm erzählen, was es sieht. Wink Magie...^^
So ists auch mit der Kreativität, wenn man sie gut pflegt, wird sie einem über Jahrzehnte hinweg ein treuer Begleiter sein.
Erfolgsrezept: Handwerkliches Können, Spaß am schreiben und eiserne Disziplin.
Von dieser Sicherheit, die du zuletzt ansprichst, würde ich nicht ausgehen. Klar, wenn du erstmal einen Namen hast, dann verkaufen sich deine Werke auch besser, als bei nem NoName. Aber sich darauf allein verlassen.. Nop. Selbst die großen haben Selbstzweifel und plagen sich mit dem ewigen "Was wenns dem Leser nicht gefällt? Das klingt scheiße! Das will niemand lesen (...)" Monster herum. Das hört selbst nach 20 erfolgreichen Büchern nicht auf. ^^

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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  ESchen am Mi März 30, 2016 9:05 am

Dazu kommt, solche Autoren machen das hauptberuflich. D.h. mindestens 8 Stunden am Tag beschäftigen die sich nur mit ihrem Schaffen. Durch die Erfahrung kommt einiges an handwerklichem Wissen zusammen, sodass die vermutlich oft nur noch runterschreiben können. Zusätzlich haben die jeweils Assistenten, die sich mit dem Verwaltungskram beschäftigen, korrigieren, Testlesen, etc. (jedenfalls bei King ist das so).

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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Wolfgang Meilenstein am Mi März 30, 2016 11:14 am

Das passt vielleicht nicht ganz zum Thema, aber wenn ihr wollt, kann ich euch die Geheimnisse eines absolut unproduktiven Autors verraten Wink

Die Leute, die Hauptberuflich so viele Bücher raushauen, kann ich irgendwo noch verstehen. Wenn ich den ganzen Tag nichts anderes machen würde, käme da auch nicht weniger raus.
Aber ich frage mich, wie sie ihr Geschriebenes frisch halten. Man neigt doch immer wieder zu ähnlichen Formulierungen und Nebencharakteren. Wenn ich jedes Jahr allein 10 Wirte ausdenken müsste, weil die in meinen 5 Büchern nunmal vorkommen, würd ich wahnsinnig werden.

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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Kelpie am Do März 31, 2016 2:44 am

Hau raus, Wolfi, von dir können wir alle noch was lernen!

Spoiler:
No No No



Ich glaube, wie ESchen schon sagt, sind das ja hauptberufliche Autoren, sprich die haben ein ganz anderes Zeitpensum. Wenn man jeden Tag auch nur 4 Stunden schreibt, ist ein Roman in 4 Monaten denke ich sehr realistisch. Mit Überarbeitung usw. also durchaus machbar. Trudi Canavan hat in einer Danksagung mal erwähnt, dass sie 340 Seiten (also die Hälfte ihres Romans, den ich mal auf gute 150.000 Wörter schätzen würde, also 75.000 Wörter) binnen drei Wochen geschrieben hat. Das ist schon ziemlich fix.
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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Julestrel am Do März 31, 2016 5:21 am

Viele Autoren, die ihre Bücher recht schnell raushauen, bleiben gerne in einem Genre, d.h. wenn sie da die Grundlagen beherrschen und es nicht gerade rechercheintensiv wie bei einem Histo ist, dann sollte es recht schnell gehen. Gerade auch, wenn die Geschichten alle nach einem recht ähnlichen Schema aufgebaut sind Smile

Und wie ESchen schon schrieb, haben viele (erfolgreiche) Autoren Assistenten, die ihnen ein Teil der Arbeit abnehmen. Brandon Sanderson erzählt auch immer wieder davon, dass er seinen Output ohne Hilfe nicht halten könnte. Und James Patterson hat glaube sogar eine handvoll Ghostwriter, wobei ich da nicht weiß, wo und wann die im Prozess integriert sind.

Und übrigens: Für jeden dieser superfleißigen Autoren kenne ich eine sicher eine Handvoll hauptberufliche Autoren, die genauso wie wir mit ihren Geschichten kämpfen und viel zu gerne prokrastinieren Twisted Evil Gerade heutzutage ist es dank Blogs, FB und Twitter recht einfach geworden, hinter den "Mythos Autor" zu schauen.


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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Earu am Do März 31, 2016 5:34 am

Ich finde das echt interessant. Dass wirklich so viele Autoren mit Ghostwritern oder Helfern arbeiten, hätte ich nicht gedacht. Ich könnte mir das gar nicht vorstellen, weil es doch meine Babys sind. Das Höchste aller Vorstellungen wäre ein gemeinsames Projekt, wobei ich glaube, dass ich das dann auch an mich reißen und nur meine Vorstellungen gelten lassen würde.

Erkennt man dann, wenn ich eure Aussagen weiterspinne, am Output, ob ein Autor mit irgendeiner Hilfe arbeitet oder nicht?
Ich stelle mir das auch gerade auf mich vor. Ich bleibe meistens im Obergenre Fantasy. Dann sollte ich irgendwann einen besseren Output schaffen, einfach weil ich die Erfahrung gesammelt habe. Das kann ich mir bei mir kaum vorstellen. Smile

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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  ESchen am Do März 31, 2016 5:59 am

Dass wirklich so viele Autoren mit Ghostwritern oder Helfern arbeiten, hätte ich nicht gedacht. Ich könnte mir das gar nicht vorstellen, weil es doch meine Babys sind. 

Das ist eben auch so ein Punkt. Ich weiss nicht mehr, welcher Autor das mal gesagt hat, oder ob das ein Verlag war, aber oben genannte hauptberufliche Autoren oder Best-Bestseller Autoren können sich oftmals auch sehr gut von ihren Büchern "innerlich distanzieren". Schlussendlich geht es um ein Produkt, das sie herstellen, um davon zu leben.
Das mag für unsereins emotionslos, kalt und unglaubwürdig erscheinen, legen wir doch so viel Herzblut in unsere Werke. Aber genau diese Distanz ist es manchmal, die man eigentlich brauchen würde, ein Werk ganz simpel auf seinen Punkt (evt. zielgruppenorientiert, genrerelevant, what ever) zu bringen.

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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Kelpie am Do März 31, 2016 6:30 am

Das mit den Ghostwritern schockiert mich gerade ein bisschen. Habe ich das richtig verstanden: Richtig erfolgreiche Autoren haben Ghostwriter, die mit ihnen am Roman schreiben?  thumbs down Wofür braucht's da noch einen Autoren? Einfach nur als Marke, damit sich das alles besser verkauft?

Ich weiss nicht mehr, welcher Autor das mal gesagt hat, oder ob das ein Verlag war, aber oben genannte hauptberufliche Autoren oder Best-Bestseller Autoren können sich oftmals auch sehr gut von ihren Büchern "innerlich distanzieren". Schlussendlich geht es um ein Produkt, das sie herstellen, um davon zu leben.
Das mag für unsereins emotionslos, kalt und unglaubwürdig erscheinen, legen wir doch so viel Herzblut in unsere Werke. Aber genau diese Distanz ist es manchmal, die man eigentlich brauchen würde, ein Werk ganz simpel auf seinen Punkt (evt. zielgruppenorientiert, genrerelevant, what ever) zu bringen.

Naja, bevor ich an diesen Punkt komme, hoffe ich, dass ich keinen Erfolg mit meinen Geschichten habe.
Das klingt für mich nämlich so, als ob in diesen Fällen selbst das Schreiben zu einem gewöhnlichen Job pervertiert wird, zu dem die Menschen tagtäglich wandern, obwohl sie keinerlei Emotion dafür aufbringen.
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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Julestrel am Do März 31, 2016 6:44 am

@ESchen schrieb:
Dass wirklich so viele Autoren mit Ghostwritern oder Helfern arbeiten, hätte ich nicht gedacht. Ich könnte mir das gar nicht vorstellen, weil es doch meine Babys sind. 

Das ist eben auch so ein Punkt. Ich weiss nicht mehr, welcher Autor das mal gesagt hat, oder ob das ein Verlag war, aber oben genannte hauptberufliche Autoren oder Best-Bestseller Autoren können sich oftmals auch sehr gut von ihren Büchern "innerlich distanzieren". Schlussendlich geht es um ein Produkt, das sie herstellen, um davon zu leben.
Das mag für unsereins emotionslos, kalt und unglaubwürdig erscheinen, legen wir doch so viel Herzblut in unsere Werke. Aber genau diese Distanz ist es manchmal, die man eigentlich brauchen würde, ein Werk ganz simpel auf seinen Punkt (evt. zielgruppenorientiert, genrerelevant, what ever) zu bringen.
Mein erstes Projekt war auch mit viel Herzblut geschrieben und war mir super wichtig. Als das abgelehnt wurde, und ich andere Projekte anfing, ging ich ganz anders an die Sache heran. Ja, man hat ein bisschen mehr Abstand und es ist nicht mehr so direkt "sein Baby". Das heißt aber nicht, dass ich die Texte jetzt nur noch einfach so runterschreibe und sie mir vollkommen egal sind. Es ist einfach anders (nicht schlechter und nicht besser).

Ich denke, so ein Assistent kann recht nützlich sein. Jemand, der die zeitaufwendige Recherche teilweise abnimmt, jemand, der schon am Anfang den Plot überprüft, jemand, der die Fanpost vorsortiert oder sich um Organisatorisches wie Lesungen kümmert.

Und nicht jeder Assistent ist Ghostwriter. Bei den meisten Autoren, bei denen ich es mitbekommen habe, sind es meist eben die Aufgaben, die um das Schreib herum anfallen.
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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Rabenschrei am Do März 31, 2016 8:04 am

Ich finde das echt interessant. Dass wirklich so viele Autoren mit Ghostwritern oder Helfern arbeiten, hätte ich nicht gedacht. Ich könnte mir das gar nicht vorstellen, weil es doch meine Babys sind. Das Höchste aller Vorstellungen wäre ein gemeinsames Projekt, wobei ich glaube, dass ich das dann auch an mich reißen und nur meine Vorstellungen gelten lassen würde. Earu

Ist zum Glück nicht so. Man kennt sein gegenüber im besten Falle schon ganz gut, kennt seinen Stil, seine Macken, Fehler und Vorlieben. Das spielt sich relativ schnell ein, dass man an einem Strang zieht. Schließlich wollen beide Parteien eine gute Arbeit abliefern. Im Falle der Profis, wird garantiert ausreichend geplant und geplottet, Kompromisse durchgekaut, hier gebogen, da geformt und gestreckt (...). Die setzen sich sicher nicht Plot & Planlos und kritzeln drauf los, wie ich (& meine Co Writerin) es früher immer gemacht haben. ^^ Uns gings um den reinen Spaß an der Freud, das ist beim Profi nicht (nur) drin.

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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Traummuschel am Do Jul 14, 2016 12:08 am

Seit der Vampire diaries-Serie verkauften sich die Fortsetzungsromane auch sehr gut und sehr schnell. Ich habe sie auch, obwohl ich daran wirklich sehr viel zu kritisieren finde. ^^ Diesen Büchern merkt man den Ghostwriter (und scheinbar auch neuen Übersetzer) an, denn eine der Hauptfiguren hat plötzlich einen anderen Nachnamen, ein Spitzname wird plötzlich durch einen anderen ersetzt (Rotkehlchen und Rotkäppchen, ich bezweifel, dass das wirklich Absicht war), die Geschichte wird auch immer abgedrehter und teilweise sind Inspirationen schon deutlich zu erkennen. Die ersten vier Bücher sind 20 Jahre her und obwohl in der Geschichte keine Zeit vergangen ist, benutzen sie jetzt Handys wie wir (in den ersten 4 Teilen dagegen nicht). Die Leser scheint das alles aber seltsamerweise nicht wirklich zu stören. Wenn genug Kult um etwas gemacht wird, kann man mit recht wenig Arbeitsaufwand schnell viel verkaufen (ich bezweifel jetzt einfach mal, dass es mehrfach Korrektur gelesen wurde und der Namensfehler trotzdem keinem aufgefallen ist).

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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Kelpie am Do Jul 14, 2016 1:43 am

Hups, das sind m.E. aber heftige Verfehlungen. Wobei dieses Rotkehlchen-Rotkäppchen ein klassischer Autoren-/Übersetzerfehler ist. Aber meistens ist man sich dessen ja bewusst, spätestens wenn man die Geschichte nochmal liest. Und dann könnte man eigentlich mit Suchen-Ersetzen leicht den Fehler beheben ...

Ghostwriter ist allerdings ein schlechter Grund für fleißige Autoren, finde ich  thumbs down Also wenn jemand deswegen so viele Bücher rausschießt ... ne, das brauche ich nicht.
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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Traummuschel am Do Jul 14, 2016 2:02 am

Wobei in allen 14 Büchern immer mal wieder erwähnt wird, dass sie eine rothaarige Keltin ist (das wird so oft erwähnt, das vergisst sicher niemand), daher der Name Rotkäppchen. Wie kommt man da bitte auf Rotkehlchen? Oder der Nachname, wie kann einem das passieren?
Ich würde meine Sachen auch nie von einem Ghostwriter schreiben lassen, mein Baby, meine Handlung, meine Worte, meine Entscheidungen :D Lektoren und Testleser einzubeziehen ist natürlich was anderes, aber ich lass doch nicht jemand anderen meine Geschichte weiterschreiben und unter meinem Namen veröffentlichen.

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Re: Produktive Schriftsteller und ihr Geheimnis

Beitrag  Kelpie am Do Jul 14, 2016 3:49 am

Sehe ich gleich. Das ließe mein schriftstellerischer Stolz nicht zu. Das käme mir schlimmer vor als Dopen, vielleicht vergleichbar mit einem Plagiat. Irgendwie verkauft man etwas unter seinem Namen, wo gar nicht mein Name drin ist.
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