hypothetische Zukunftspläne im Präteritum

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

hypothetische Zukunftspläne im Präteritum

Beitrag  Ankh am Fr Jan 29, 2016 6:50 am

Heute hab ich grad mal einen Knoten im Hirn. Es geht um folgendes:

Die Geschichte ist im Präteritum geschrieben. Die Protagonistin (sie-Erzählperspektive) überlegt sich, ob sie irgendwann in der Zukunft mit einer Freundin in Urlaub fahren soll. Ihre "direkten" Gedanken lauten: "Wir könnten uns in Hotel XY einmieten".

Wie drücke ich das nun in "erlebter Gedankenrede" aus?

(Satz vorher: "Es wäre ein Vergnügen, mit S. zu verreisen.)



- Sie würden sich in Hotel XY einmieten können
- Sie konnten sich in Hotel XY einmieten
- Sie könnten sich in Hotel XY einmieten


(... wenn die Tempel wiederhergestellt wären.")

Ich weiß nicht, was mich daran so durcheinanderbringt. Ist es das "wären" im Nachsatz? Soll daraus ein "sein würden" werden?

Hiiiilfäääää! Ich krieg schon wieder einen Knoten im Hirn affraid
avatar
Ankh
Tintenklecksmagier
Tintenklecksmagier

Anzahl der Beiträge : 2115
Anmeldedatum : 19.10.15
Alter : 38

Nach oben Nach unten

Re: hypothetische Zukunftspläne im Präteritum

Beitrag  Herzeloyde am Fr Jan 29, 2016 7:07 am

Version 3: Sie könnten sich im(?) Hotel XY einmieten.

Sagt mein Sprachgefühl, aber jeeetzt die Begründung , da müsste ich drüber nachdenken und mein Hirn ist heute .


Ich weiß nicht, was mich daran so durcheinanderbringt. Ist es das "wären" im Nachsatz? Soll daraus ein "sein würden" werden?
Wenn man den Satz vereinfacht/umkehrt, wird er vielleicht ohnehin flüssiger?

Was für ein Vergnügen mit S. zu verreisen. Wenn erst die Tempel wieder aufgebaut wären, könnten sie sich im Hotel XY einmieten.
avatar
Herzeloyde
Tintenklecksmagier
Tintenklecksmagier

Anzahl der Beiträge : 3387
Anmeldedatum : 27.06.13
Alter : 37
Ort : Schweiz

Nach oben Nach unten

Re: hypothetische Zukunftspläne im Präteritum

Beitrag  Ankh am Fr Jan 29, 2016 8:24 am

Danke! So umgestellt klingt es auch logischer.

Ich glaube, was mich verwirrt ist, dass das Ganze durch die indirekte Rede in den Konjunktiv gesetzt wird, und durch die Möglichkeitsform eigentlich nochmal in den Konjunktiv gesetzt werden müsste. Der direkte Satz würde ja lauten

"Wenn erst die Tempel wieder aufgebaut sind, könnten wir uns im Hotel XY einmieten."

Da ist ja schon von vorneherein ein Konjunktiv drin. Was aber passiert mit einem Konjunktiv, der in den Konjunktiv gesetzt wird? Bleibt der einfach gleich? Dann geht ja irgendwie Information verloren. scratch
avatar
Ankh
Tintenklecksmagier
Tintenklecksmagier

Anzahl der Beiträge : 2115
Anmeldedatum : 19.10.15
Alter : 38

Nach oben Nach unten

Re: hypothetische Zukunftspläne im Präteritum

Beitrag  Anjana am Fr Jan 29, 2016 11:34 am

Ich würde sagen, der direkte Satz wäre: wenn ... aufgebaut sind, können ... treffen. Damit ist er mal nur die Machbarkeit beschrieben. Der Konjunktiv kommt ja dann erst durch die Tatsache, dass sie sich dort, oder woanders treffen könnten. Er beschreibt also die Entscheidungsebene und nicht die generelle Machbarkeit.
Aber vielleicht hab ich um diese Uhrzeit auch einen Denkfehler da drin?

Für den Text würde ich aber auch Satz 3 wählen, egal wie die Begründung ist.
avatar
Anjana
Tintenklecksmagier
Tintenklecksmagier

Anzahl der Beiträge : 3554
Anmeldedatum : 25.01.13
Alter : 34
Ort : NRW

http://www.schreibwerkstatt.de/profil/cass/

Nach oben Nach unten

Re: hypothetische Zukunftspläne im Präteritum

Beitrag  Herzeloyde am Fr Jan 29, 2016 10:21 pm

Ich fürchte eben, das Ganze bekommt noch eine zusätzliche Dimension dadurch, dass es nicht klar ist, ob die Tempel überhaupt wieder aufgebaut werden. Das fliesst ja eigentlich schon in die Machbarkeitsebene ein.

Wenn erst die Tempel wieder aufgebaut sind, können wir uns im Hotel einmieten.

Das wäre mal direkte Gedankenrede im Präsens, wenn es sicher ist, dass die Tempel wieder aufgebaut werden.

Wenn die Tempel wieder aufgebaut würden, könnten wir uns im Hotel einmieten.

Immer noch direkte Gedankenrede, aber hier ist es nicht sicher, ob die Tempel wieder aufgebaut werden.

Jetzt ist mir aber nicht ganz klar, ob du wirklich an Gedankenrede im Präsens gedacht hast, denn der (zusätzliche) Konditional wird ja nur verlangt, wenn du es in indirekte Gedankenrede stellst.

L. sponn den Faden in Gedanken weiter, wie schön es wäre mit S. zu verreisen. Wenn nur erst die Tempel wieder aufgebaut wären, könnten sie sich im Hotel einmieten.

Hier wäre es indirkete Gedankenrede unter der Voraussetzung, dass die Tempel wieder aufgebaut werden (Fakt).

L. sponn den Faden in Gedanken weiter. Falls die Tempel wieder aufgebaut würden, könnten sie sich im Hotel einmieten.

Falls das mit den Tempeln unsicher ist.

Aber ganz ehrlich, da bewegen wir uns in Sphären von Grammatik, bei denen ich mich rein auf mein Sprachgefühl verlassen muss. Die harten Fakten weiss ich auch im ausgeschlafenen Zustand nicht. Wenn dich der Gedanke aber nicht loslässt, kann ich mal eine Freundin fragen, die schon seit Jahren Sprachlehrerin ist.
avatar
Herzeloyde
Tintenklecksmagier
Tintenklecksmagier

Anzahl der Beiträge : 3387
Anmeldedatum : 27.06.13
Alter : 37
Ort : Schweiz

Nach oben Nach unten

Re: hypothetische Zukunftspläne im Präteritum

Beitrag  Ankh am Sa Jan 30, 2016 12:23 am

Nein schon okay, ich lass es jetzt bei "könnten". Im Grunde reicht es ja, wenn es auch das Sprachgefühl des Lesers trifft.

Ich hab ja auch die letzten zwei Tage dutzende von Plusquamperfekte zugunsten von Präteritum gelöscht, weil es angenehmer zu lesen ist, obwohl formal nicht korrekt. Jetzt an diese Stelle irgendwelche "würde werden" Verben reinzuwürgen, nur weil es formal vielleicht korreker wäre, macht auch keinen Sinn.
avatar
Ankh
Tintenklecksmagier
Tintenklecksmagier

Anzahl der Beiträge : 2115
Anmeldedatum : 19.10.15
Alter : 38

Nach oben Nach unten

Re: hypothetische Zukunftspläne im Präteritum

Beitrag  Herzeloyde am Sa Jan 30, 2016 2:25 am

Ich hab ja auch die letzten zwei Tage dutzende von Plusquamperfekte zugunsten von Präteritum gelöscht, weil es angenehmer zu lesen ist, obwohl formal nicht korrekt. Jetzt an diese Stelle irgendwelche "würde werden" Verben reinzuwürgen, nur weil es formal vielleicht korreker wäre, macht auch keinen Sinn.

Das seh ich auch so sunny
avatar
Herzeloyde
Tintenklecksmagier
Tintenklecksmagier

Anzahl der Beiträge : 3387
Anmeldedatum : 27.06.13
Alter : 37
Ort : Schweiz

Nach oben Nach unten

Re: hypothetische Zukunftspläne im Präteritum

Beitrag  Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten