Julia

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Julia

Beitrag  H.Polta am Di Nov 24, 2015 7:57 pm

Hier wieder eine Personenbeschreibung vom Übungsplatz, verpackt in eine Kurzgeschichte. Hauptziel der Beschreibung: Julia.
Dazu allerlei knappere Darstellungen von Nebenfiguren.

Ich freue mich über Anregungen und Verbesserungen. Haut rein und,

viel Vergnügen beim lesen!

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Julia: ein cremiges Jot, ein schmachtendes U(h), ein glattes L und am Ende das klingende, singende Ja. J u l i a. Sie ist die Tochter des Kaiser-Wirtes in der Inneren Münchener Straße; alle lieben sie, kommen nur wegen ihr. Julia-Tourismus im Kaiser’s.
 
Sie hat keine schöne Stimme; sie gleicht der eines stimmbrüchigen Knaben; da etwas quakend, manchmal ziemlich schrill, oft auch nervtötendes Kichern. Aber das verzeiht man ihr, jeder verzeiht ihr das wegen ihrer unvergleichlichen Schönheit; einer sehr natürlichen Schönheit.
 
Gibt man in einer Internetsuchmaschine den Namen Julia ein, so erscheinen die schönsten Frauen der Erde. Ja, man will meinen, dass dieser Name nur an wahre Wandelsterne vergeben wird, und das Sternchen, das am schönsten funkelt, ist die Kaiserin aus der Inneren Münchener.
 
Beginnen wir bei ihrem Kopf, so fällt uns bei ihr weizenblondes Haar auf; nicht sonderlich dick, eher fein und seidig. Manchmal macht sie am Hinterkopf einen Knoten und hält ihn mit bunten Bändern zusammen, ein anderes Mal trägt sie einen Pferdeschwanz, wiederum ein anderes Mal einen Dutt und immer dazu die richtige Kleidung. Julia hat Geschmack.
 
Ihre Ohren sind klein und stehen etwas ab; alle schönen Frauen haben etwas abstehende Ohren, ein Beispiel dafür: Kate Bush. Der alte Bogner, er sitzt meistens am Tisch nahe der Garderobe, sagte mir einmal, dass er bei Frauen als erstes auf die Ohren schaue. Ja, der eine schaut auf die Hände, der andere auf den Gang einer Frau, aber der Bogner schwört auf Ohren, auf kleine abstehende Ohren mit flimmerndem Flaum daran; genau wie bei Julia.
Die dümmsten Männer, sagt Bogner, und auch ich sage das, schauen bei einer Frau als erstes auf den Busen. Nur die einfachsten Männer mit den einfachsten Vorstellungen, dem einfachsten Gehirn und dem kleinsten Pimmel, so Bogner, so auch ich, sehen einer Frau als erstes rücksichtslos auf die Titten. Wie recht er hat, der gute alte Säufer Bogner, der früher einmal ein so schöner Mann gewesen sein soll. „Damals hätte ich mir die geschnappt“, hat er einmal zu mir gesagt und mit seiner roten Nase auf die mit einem Tablett vorbeiwischenden Julia gezeigt.
 
Ihre Augen sind groß und blaugrau und ihre Pupillen klein wie Stecknadelköpfe; das verleiht ihrem Blick irgendwie etwas Stechendes. Die hellen Brauen darüber sind dicht und Mondsichel-förmig. Das Näschen geht leicht in die Breite und steht stupsig nach oben.
Darüber bin ich mir mit dem Maier, der meistens neben mir an der Theke sitzt und sein Herrengedeck trinkt, einig, dass Frauen sehr wohl eine kleine Nase haben sollten, weil Frauen mit kleinen Stupsnasen sehr, sehr hübsch aussehen. Frauen sollten keinen Zinken haben. Sie dürfen zwar gerne einen Haken im Gesicht tragen - gar kein Problem – aber das müsse ja nicht sein, so Maier, so ich.
Zinken sollten, da sind der Maier und ich uns ebenfalls einig, lediglich Männersache sein, denn Männer mit großen Nasen wirken markanter als Kerle mit Näschen. Ist doch albern, wenn ein Mann eine kleine Nase trägt; das geht so nicht!
Ihre Lippen sind füllig und rosafarben, ihr Mund klein und herzförmig und wenn sie, Julia, lächelt, dann drückt ihr Schnäbelchen Grübchen in ihre süßen Pausbacken. Die Zähne sind gerade und erinnern an geschälte Mandeln und ihr Kinn ist rund, rund, rund.
Wir, das heißt der Koller von der Theken-Ecke und ich, wir mögen es nicht, wenn Frauen ein zu spitzes Kinn besitzen. Natürlich kann man nicht allgemein sagen, dass Frauen mit einem spitzen Kinn von vornherein verloren haben, aber schöner sind die Damen mit dem runden Kinn; da sind wir uns, der Koller und ich – aber auch der Maier! – ziemlich einig. Aber das ist ja schließlich alles Geschmackssache – nicht wahr? Da gibt es tausende Männer, die sagen: „Für mich nur ein spitzes Kinn!“, sicher, aber der Koller und ich – und auch der Maier! – Wir sind uns einig: ein rundes Kinn ist ein Muss für jede schöne Frau!
 
Jeder hat ja so seine Eigenarten. Drüben am Spielautomaten zum Beispiel, sitzt der Herr Kräpl; zugezogen aus Passau. Seine Vorlieben sind Wodkagetränke gemischt mit süßen Zuckerlimonaden und natürlich – Julia. Kräpl hat die komische Angewohnheit die Haut an seinem Hals immerzu hinauf Richtung Kinn zu ziehen. Wie der das macht, weiß keiner; die Hände benutzt er dazu jedenfalls nicht. Wahrscheinlich zuckt er mit irgendwelchen Muskeln im Hals oder so. Koller hingegen knackst immerzu mit seinem Genick; biegt sein Kopf nach links, nach rechts, und dann – knack, knack – krachts im Nacken. Und Maier popelt.
Unsere süße Julia zappelt gern; das ist ihre dumme Angewohnheit. Wenn sie zwischen der Kellnerei etwas Zeit hat, setzt sie sich zu uns an die Theke auf den Barhocker, schlägt ihre Beine übereinander und zappelt. Nicht nur das. Außerdem fummelt sie immerzu an ihren Fingern herum und gerade sitzen kann sie auch nicht. Sie macht einen Buckel. Und manchmal – man darf es ja gar nicht erzählen – knabbert sie sogar an den Fingernägeln.
Aber trotz alledem sind ihre Hände schön: schlanke Finger und so weiter. Sie beißt ja die Nägel nicht bis zum Fleisch ab; scheinbar säubert sie sie nur etwas mit den Zähnen oder so.
 
Eines jedenfalls ist für uns alle klar; für Bogner, Kräpl, Maier, Koller und auch mich: Frauen, die uns gefallen, haben eine schmale Taille und eine breite Hüfte; genau wie die Kaiserin. Wir meinen, und darüber haben wir schon oft beim Bier gesprochen, aber auch bei Schnaps und Wein, dass eine schöne Frau einen reizenden Arsch haben sollte. Wie ein Kontrabass, wie eine Amphore oder eine bauchige Weinflasche darf sie aussehen, das dralle Weibsstück; und ganz toll wäre es, wenn sie eine Birnenfigur hat; genau wie Julia.
 
Kräpl hatte ja recht damit, als er eines Abends laut durch die Gaststube lallte, dass Männer, die auf schmale Frauen stünden, eigentlich schwul seien… Zugegeben – eine drastische Behauptung das - aber recht hatte er, und wir übrigen, der Maier, der Koller und auch Bogner, haben daraufhin laut „Genau!“ gesagt und einen tiefen Schluck genommen! Und Julia lächelte und ihr Vater, der Kaiser-Wirt, stand mit seinem feisten Mondgesicht hinter dem Tresen und drehte ein Trockentuch in eines der gespülten Biergläser.

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Re: Julia

Beitrag  magico am Mi Nov 25, 2015 3:21 am

Sehr feine Beschreibung/Beobachtung. Dabei geht es hier eigentlich gar nicht um Julia, sondern um die Trunkenbolde von der Theke. Am lustigsten finde ich diese Stelle:

Ist doch albern, wenn ein Mann eine kleine Nase trägt; das geht so nicht!

Laughing

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Re: Julia

Beitrag  Herzeloyde am Do Apr 28, 2016 9:00 am

Lieber Heribert Polta

Wie dumm von mir, ich habe diese Beschreibungsgeschichte erst jetzt entdeckt. Aber für ein Geständnis ist es nie zu spät und ich muss gestehen: Ich bin ein Fan.
Das darfst du dir gerne ausdrucken und an die Wand pinnen, denn Beschreibungen haben es bei mir schwer. Man könnte auch sagen, ich bin eine notorische Beschreibungsüberblätterin.

Ich mache mich also mal daran zu analysieren, wie es dir gelungen ist, mich in deinen Bann zu ziehen.

Ein erstes Lächeln hast du mir schon mit dem allerersten Satz entlockt - und zwar über meine eigene Unfähigkeit, das Jot richtig zu deuten. Schon beim U löst sich das Rätsel und ich freue mich über diesen unkonventionellen Einstieg. Besonders gefällt mir das singende, klingende Ja zusammen mit dem schmachtenden Uh; Namenssymbolik der unkonventionellen Art.
Julia ist etwas besonderes, nur schon dem Namen nach, das habe ich sofort verstanden.

Dann, dafür kriegst du ein Like a Star @ heaven -chen, folgt bereits der erste Bruch: Der Touristenmagnet Julia hat keine schöne Stimme. Shocked Aber der Erzähler wiegelt ab; nicht schlimm, dafür ist sie schön, die Julia. Ok, ich schnaufe durch. Damit hast du mich schon halb auf dem Leim, denn ich habe eine Schwäche für solche Erzähler (auf die Spitze treibt es Wolf Haas - einer meiner Lieblingsautoren), die Partei ergreifen und den Leser in ihre Gedankenwelt mitnehmen.

Julias Schönheit soll jetzt aber nicht leere Behauptung bleiben. Der Erzähler bemüht sich, das zu untermauern. Er googelt den Namen und zack, Beweis erbracht. Smile Jetzt weiss ich, dieser Erzähler ist mir sympatisch, für seine Julia lässt er die dünnsten Argumente gelten und kann problemlos aus der Kombination von Haartracht und Kleidung eine Schlussfolgerung ziehen, die manchem Mann schwer fallen würde: Julia hat Geschmack.

Langsam nimmt sie in meinem Kopf Formen an, diese Julia. Ich beschliesse provisorisch, dass ich sie mag.

Dann ein weiterer Dämpfer: abstehende Ohren - in Kombination mit Pferdeschwanz, Dutt und/oder Knoten ... silent . Aber auch hier fängt mich der Erzähler zuvorkommend ab. Nein, nein, das ist normal, Programm quasi und weil ich zweifle, führt er einen Gewährsmann an: Der alte Bogner. Und der alte Bogner, der weiss Bescheid, der schaut genau, der hat sogar den Flaum auf den Ohren gesehen. Und jetzt wird klar, die reden nicht das erste Mal über Julia, die zwei, und auch nicht über Frauen, weder im Allgemeinen noch im Besonderen. Aber meine Zustimmung ist ihnen gewiss, denn auf die Titten schauen, das ist primitiv, jawoll.


„Damals hätte ich mir die geschnappt“, hat er einmal zu mir gesagt und mit seiner roten Nase auf die mit einem Tablett vorbeiwischenden Julia gezeigt.
Schön diese kleinen Überraschungen und auf den Punkt gebrachten Beobachtungen.

Und jetzt öffnet sich der Raum langsam und ich merke, da sitzen ein paar Herren, die wohl ein bisschen zu oft da sitzen, ihre einzige Unterhaltung: Alkohol, Julia und die Gespräche über Alkohol und Julia. Und langsam aber sicher frage ich mich, liegt auch bei Julia die Schönheit in den Augen des Betrachters? Nehmen die Beteuerungen nicht langsam überhand? Und die Gewährsleute? Spätestens beim Herrn aus Passau, muss ich zweifeln. Dieses Ding mit dem Hals ... bäh Aber der Erzähler, der mich inzwischen mit an den Tisch gesetzt hat, ist ja nicht unkritisch. Er sieht ja, dass andere Menschen andere Vorlieben haben. Nur die Herren hier, die sind halt klar für Julia. Das muss man verstehen. Natürlich verstehe ich das. Und bleibe sitzen bei den Herren, deren Unterhaltung immer fideler wird und deren Meinung ich längst nicht mehr in allen Teilen zustimmen kann. Aber sympatisch sind sie und wer wird ihnen ihre Vorlieben schon übel nehmen wollen.

Kurz und gut. Dein Erzähler bezieht mich souverän in die Geschichte ein und involviert mich mit seinen Begründungen, Beteuerungen und Gewährsleuten in ein Gespräch, dem ich Stück für Stück und Häppchen für Häppchen folge, fasziniert von den Details und der Gedankenwelt, die sich wie ein Panorama vor mir auftut. Die Diskrepanz zwischen der Meinung, die ich mir von Julia bilde, und der Meinung der Herren, würzt diese Geschichte auf eine komische Art, die auch leise Untertöne von Tragikkomik hat.


Spoiler:


Der Form halber will ich hier auch ein wenig Kritik anfügen. Reine Lobeshymnen würden sich sonst entsetzlich unkritisch lesen und wer will schon als unkritisch gelten Evil or Very Mad .



Julia: ein cremiges Jot, ein schmachtendes U(h), ein glattes L und am Ende das klingende, singende Ja. J u l i a. Sie ist die Tochter des Kaiser-Wirtes in der Inneren Münchener Straße; alle lieben sie, kommen nur wegen ihr. Julia-Tourismus im Kaiser’s.
An diesen zwei Wörtern hab ich mich gestört - auch beim zweiten Lesen. Sie sind so ... beliebig. In einem anderen Text würde das nicht auffallen, aber inmitten dieses Abschnitts eben schon. Ich würde sie ersatzlos streichen.


Beginnen wir bei ihrem Kopf, so fällt uns bei ihr weizenblondes Haar auf
Naja. Das liest sich jetzt ein wenig umständlich.


das verleiht ihrem Blick irgendwie etwas Stechendes.
Schade, dieses irgendetwas, das ist mir zu unpräzis. Etwas hätt ich problemlos geschluckt.



Darüber bin ich mir mit dem Maier, der meistens neben mir an der Theke sitzt und sein Herrengedeck trinkt, einig, dass Frauen sehr wohl eine kleine Nase haben sollten, weil Frauen mit kleinen Stupsnasen sehr, sehr hübsch aussehen.
Dieser Satz ist mir zu lang geraten und mit dem Herrengedeck ein wenig zu verschachtelt.



und drehte ein Trockentuch in eines der gespülten Biergläser.
Das Bild ist zwischen den feinen Beobachtungen doch ein wenig sehr abgedroschen. Schade, so zum Schluss.


Aber lassen wir die Erbsenklauberei.
So viel Lob ist kein Zufall. Dein Text ist sehr sorgfältig gearbeitet und besticht durch gut beobachtete und perfekt auf den Punkt gebrachte Details. thumbsup Davon werd ich mir eine Scheibe abschneiden.

Liebe Grüsse
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Re: Julia

Beitrag  Kelpie am Do Apr 28, 2016 7:41 pm

Auch ich sehe den Text erst jetzt. Und ich muss meinen Vorrednern zustimmen, ich finde ihn sehr gelungen. 

Satztechnisch habe ich keine Vorschläge zu machen, da sich all das nur auf meinen Geschmack beziehen würde, aber ich habe den Eindruck, dass der Text in sich geschlossen und kongruent ist, sodass Verbesserungen nicht notwendig sind.

Ich weiß nicht, wo in deinem Roman diese Beschreibung steht - auf jeden Fall brauch sie aufgrund ihrer Ausarbeitung eine zentrale Rolle (denkbar der Romananfang?). Aber ich vermute, das hast du schon genau kalkuliert.


Nun, was gefällt mir an der Charakterisierung am besten?

  • Es wird ganz deutlich, dass der Mann auf die Frau mit einem sehr verliebten Blick schaut. An sich scheint Julia gar nicht sooo hübsch zu sein, aber der Mann schafft es sogar, abstehende Ohren, eine breite Nase und ein rundes Kinn in höchsten Tönen zu loben. Muss zwar keinesfalls hässlich sein, aber interessant ist ja, dass Schönheitsideale eigentlich ganz anders aussehen. Besonders gut gefallen hat mir in der Hinsicht die Bemerkung, dass sie ihre Fingernägel nicht bis zum Fleisch abbeißt, sondern mit den Zähnen reinigt. Faszinierend, wie man eine so schlechte Angewohnheit schön reden kann  Laughing
  • Die Miteinbeziehung der anderen Männer an der Bar. Das finde ich auch sehr gelungen und leicht vorstellbar. Zum einen ist es interessant, wie dein Protagonist nur selten die Anfangsmeinung heraushaut, sondern die meistens von einem anderen zu kommen scheint, aber er (mit Rufezeichen!) stimmt immer zu. Wie gesagt, ich kann mir das richtig vorstellen, wie diese leicht angetrunkenen Kerle an der Theke sitzen und weinselig über Schönheit philosophieren. Habe das selbst schon einige Male beobachten dürfen, insofern weiß ich, dass auch durchaus ein Beispiel aus der Praxis ist  Laughing
  • Was ich - als Frau - paradox fand, vielleicht gar nicht so paradox ist, aber in jedem Fall ein weiterer Schmunzler in deinem Text ist, ist die Bemerkung, dass nur oberflächliche Männer auf den Busen schauen - während kurz darauf das prächtige Hinterteil gelobt wird. Mir war nie bewusst, dass das eine oberflächlich ist und das andere von großer Kenntnis zeugt, daher hat sich der Protagonist hier in meinen Augen leicht widersprochen, was aber im Schwall seiner verliebten Worte hervorragend passt (Schwächen - den kleinen Busen - unter den Tisch fallen lassen, aber Stärken - das gewaltige Hinterteil - hervorheben).


So viel erst mal dazu. Jetzt lese ich noch kurz, was Herzeloyde geschrieben hat, vielleicht fällt mir dazu ja noch etwas ein. Insgesamt jedenfalls ein sehr starker Text, ganz besonders, weil es ja eigentlich "nur" eine trockene Beschreibung wäre. In dem Fall aber eben nicht.  thumbsup
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Re: Julia

Beitrag  Herzeloyde am So Mai 01, 2016 2:45 am

Ich war so angetan von dem Text, dass ich ihn meiner Schreibgruppe vorgelesen habe. (Da er im offenen Bereich steht, fühlte ich mich dazu berechtigt ) Die Reaktionen waren durchwegs positiv und lobend. Alle haben fest damit gerechnet, dass ich aus dem Werk eines veröffentlichten Autors vorlese. Smile 

Allerdings sind mir beim Vortragen drei Passagen aufgefallen, die ein bisschen lang werden.

Die erste ist diese hier:

Manchmal macht sie am Hinterkopf einen Knoten und hält ihn mit bunten Bändern zusammen, ein anderes Mal trägt sie einen Pferdeschwanz, wiederum ein anderes Mal einen Dutt und immer dazu die richtige Kleidung.

Die zweite hier:

Ihre Augen sind groß und blaugrau und ihre Pupillen klein wie Stecknadelköpfe; das verleiht ihrem Blick irgendwie etwas Stechendes. Die hellen Brauen darüber sind dicht und Mondsichel-förmig. Das Näschen geht leicht in die Breite und steht stupsig nach oben.

Und hier:

Ihre Lippen sind füllig und rosafarben, ihr Mund klein und herzförmig und wenn sie, Julia, lächelt, dann drückt ihr Schnäbelchen Grübchen in ihre süßen Pausbacken. Die Zähne sind gerade und erinnern an geschälte Mandeln

Erst jetzt fällt mir auf, dass das alles rein beschreibende Passagen sind, mit eher wenig Wertung durch den Erzähler. Wahrscheinlich entsteht die Länge aber durch die Reihung von verschiedenen Eigenschaften. Ich frage mich, ob es sinnvoll wäre, hier noch ein wenig auszukürzen.

Was mich beim ersten Lesen ein wenig irritiert hat; das gehäufte , so auch ich, liest sich im Vortrag jedoch ausserordentlich gut und hat für einige Lacher gesorgt. thumbsup

Das nur als klitzekleiner Nachtrag.

Lg
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Re: Julia

Beitrag  DrJones am Di Mai 03, 2016 4:49 am

Hallo Lieber Heribert,

Lange nichts mehr voneinander gelesen.   Smile 
Irgendwie sind Deine Texte für mich wie eine Art literarisches Refugium, das sich zugleich wie "Heimat" anfühlt. Ja, ich fühle mich in Deinen Texten immer so geborgen. Smile

Steigen wir auch gleich ein in Deinen "Julia" Text. Es ist eher eine Charakterstudie des Beschreibenden als der Beschriebenen. Bestimmte Signale sagen mir, dass wir es mit einem geselligen und recht oberflächlichen Zeitgenossen zu tun haben. Ich tippe auf einen Sanguiniker.


HP schrieb:Julia: ein cremiges Jot, ein schmachtendes U(h), ein glattes L und am Ende das klingende, singende Ja. J u l i a.

Als ich beim "L" angelangt war, dachte ich, jetzt kommt "I-A, wie bei einer störrischen Eselin!" Das hätte ich erwartet. Anstattdessen das lebensbejahende "ja". Die Überraschung ist Dir geglückt! Smile

HP schrieb:Sie ist die Tochter des Kaiser-Wirtes in der Inneren Münchener Straße; alle lieben sie, kommen nur wegen ihr. Julia-Tourismus im Kaiser’s.

Bei Kaiser's musste ich an den Supermarkt denken, was mich ein paar Zeilen verwirrte. "Inneren" hat etwas von Nervenheilanstalt. Ich erwarte durch diese Vorausdeutung Subversives - und werde nicht enttäuscht. Aber weiter…
 

HP schrieb:Sie hat keine schöne Stimme; sie gleicht der eines stimmbrüchigen Knaben; da etwas quakend, manchmal ziemlich schrill, oft auch nervtötendes Kichern. Aber das verzeiht man ihr, jeder verzeiht ihr das wegen ihrer unvergleichlichen Schönheit; einer sehr natürlichen Schönheit.

Er steigt gleich ein mit einer Kritik an ihrer Stimme (= Inneres), um dann zum schönen Äußeren zu kommen. Das Äußere ist ihm also wichtiger als das Innere. Er ist ein "Augenmensch".
 

HP schrieb:Gibt man in einer Internetsuchmaschine den Namen Julia ein, so erscheinen die schönsten Frauen der Erde. Ja, man will meinen, dass dieser Name nur an wahre Wandelsterne vergeben wird, und das Sternchen, das am schönsten funkelt, ist die Kaiserin aus der Inneren Münchener.

Jetzt philosphiert er über ihren Namen. Okay: Inneres, Äußeres und dann ihr Name. "Der Typ ist verschroben!", schreit mir der Text entgegen. Warum ergoogelt er Julias Namen? Seltsam … eine bis jetzt schlüssige Zeichnung des Erzählers.
 

HP schrieb:Beginnen wir bei ihrem Kopf, so fällt uns bei ihr weizenblondes Haar auf; nicht sonderlich dick, eher fein und seidig.

Ich fühle mich schon wie in Monty Pythons Flying Circus. Er sagt: "nicht sonderlich dick, eher fein". Ich frage mich: Was denn nun? Okay, er meint fein und seidig. Der Protagonist hangelt sich an seinen Gedanken entlang, um zu einem Urteil zu kommen.


HP schrieb:Manchmal macht sie am Hinterkopf einen Knoten und hält ihn mit bunten Bändern zusammen, ein anderes Mal trägt sie einen Pferdeschwanz, wiederum ein anderes Mal einen Dutt und immer dazu die richtige Kleidung. Julia hat Geschmack.

Dutt und richtige Kleidung? Was ist die richtige Kleidung zu Dutt? Graue Strickjacke? Du spielst mit Gegensätzen: dick <--> fein,
Dutt <--> passende Kleidung. Dann gibt es keine eindeutige Frisur: Knoten, dann Pferdeschwanz, dann Dutt. Was ist der Unterschied zwischen Dutt und Knoten? Kennt der Erzähler diesen? Genauso verschroben wie: nicht dick -- fein. Ich schmunzele ordentlich.
 


HP schrieb:Ihre Ohren sind klein und stehen etwas ab; alle schönen Frauen haben etwas abstehende Ohren, ein Beispiel dafür: Kate Bush. Der alte Bogner,

Da denke ich sofort: Was kommt er mir jetzt mit Kate Bush? Ich ergoogel "Kate Bush ears". Sie hat wirklich abstehende, süße Ohren! Du präsentierst mir einen extremen Kate Bush Fan, der sein Idol bis zu den Ohren kennt.
Dann: "Bogner"!! OMG, Heribert! Wo möchtest Du hin? Willy Bogner? Kennt er Willy Bogner? Welcher Bogner? Ich habe die ganze folgende Passage den Willy Bogner im Kopf. Kate Bush --> Willy Bogner. War das Absicht? Lustig. Laughing


HP schrieb:"er sitzt meistens am Tisch nahe der Garderobe, sagte mir einmal, dass er bei Frauen als erstes auf die Ohren schaue. Ja, der eine schaut auf die Hände, der andere auf den Gang einer Frau, aber der Bogner schwört auf Ohren, auf kleine abstehende Ohren mit flimmerndem Flaum daran; genau wie bei Julia."

Du machst schöne Bilder auf: "flimmerndem Flaum". Ich habe so etwas noch nie zuvor gelesen. Du beschäftigst meinen Sprachsinn. Jefällt ma! Laughing

HP schrieb:Die dümmsten Männer, sagt Bogner, und auch ich sage das, schauen bei einer Frau als erstes auf den Busen. Nur die einfachsten Männer mit den einfachsten Vorstellungen, dem einfachsten Gehirn und dem kleinsten Pimmel, so Bogner, so auch ich, sehen einer Frau als erstes rücksichtslos auf die Titten. Wie recht er hat, der gute alte Säufer Bogner, der früher einmal ein so schöner Mann gewesen sein soll. „Damals hätte ich mir die geschnappt“, hat er einmal zu mir gesagt und mit seiner roten Nase auf die mit einem Tablett vorbeiwischenden Julia gezeigt.

Du machst hier gleich eine kleine Milieustudie zu des Erzählers Umfeld. Darüber charakterisierst Du auch den Erzähler. Gut gelöst! Die Männer sind in meinen Augen Jäger bzw. Wölfe.

Dann das hier: "dem einfachsten Gehirn und dem kleinsten Pimmel, so Bogner, so auch ich,"

Er hat also einen kleinen Pimmel und sagt das auch offen? Sehr lustig! Laughing
 

HP schrieb:Ihre Augen sind groß und blaugrau und ihre Pupillen klein wie Stecknadelköpfe; das verleiht ihrem Blick irgendwie etwas Stechendes. Die hellen Brauen darüber sind dicht und Mondsichel-förmig. Das Näschen geht leicht in die Breite und steht stupsig nach oben.

Er spricht von der Frau wie von einem niedlichen Kätzchen. Sehr interessant … Passt auch zum Thema Jäger. Der Wolf macht sich auf die Jagd?

HP schrieb:
Darüber bin ich mir mit dem Maier, der meistens neben mir an der Theke sitzt und sein Herrengedeck trinkt, einig, dass Frauen sehr wohl eine kleine Nase haben sollten, weil Frauen mit kleinen Stupsnasen sehr, sehr hübsch aussehen. Frauen sollten keinen Zinken haben. Sie dürfen zwar gerne einen Haken im Gesicht tragen - gar kein Problem – aber das müsse ja nicht sein, so Maier, so ich.
Zinken sollten, da sind der Maier und ich uns ebenfalls einig, lediglich Männersache sein, denn Männer mit großen Nasen wirken markanter als Kerle mit Näschen.

Ich finde das sehr gut, wie penetrant Du hier weiter mit dem Thema "Nase" fortfährst. Der Erzähler erscheint ja geradezu besessen davon! Für mich ist dieses Auswalzen von Details wie verbales Kitzeln. Laughing

HP schrieb:
Ist doch albern, wenn ein Mann eine kleine Nase trägt; das geht so nicht!

Sehr, sehr lustige Stelle!! Laughing Laughing Laughing


HP schrieb:Ihre Lippen sind füllig und rosafarben, ihr Mund klein und herzförmig und wenn sie, Julia, lächelt, dann drückt ihr Schnäbelchen Grübchen in ihre süßen Pausbacken.

Die tierischen Verniedlichungen gehen weiter. Ich habe ein bestimmtes Bild im Kopf durch "Schnäbelchen Grübchen in ihre süßen Pausbacken", was ich bei Frauen mit Grübchen schon mal gesehen hatte. Manche können diesen sehr niedlichen Mund machen, und die Grübchen kommen raus. Du hast mich schon angesteckt mit diesem Irrsinn! Laughing Laughing


HP schrieb:Die Zähne sind gerade und erinnern an geschälte Mandeln und ihr Kinn ist rund, rund, rund.

Du hast unglaubliche Sprachkonstruktionen! "Geschälte Mandeln" als Zähne! Sehr schön … Smile Smile


HP schrieb:Wir, das heißt der Koller von der Theken-Ecke und ich, wir mögen es nicht, wenn Frauen ein zu spitzes Kinn besitzen.

Der Typ braucht für sein Ego seine Leute. Er hängt seine Meinung immer an anderen auf.


HP schrieb:Natürlich kann man nicht allgemein sagen, dass Frauen mit einem spitzen Kinn von vornherein verloren haben, aber schöner sind die Damen mit dem runden Kinn; da sind wir uns, der Koller und ich – aber auch der Maier! – ziemlich einig. Aber das ist ja schließlich alles Geschmackssache – nicht wahr? Da gibt es tausende Männer, die sagen: „Für mich nur ein spitzes Kinn!“, sicher, aber der Koller und ich – und auch der Maier! – Wir sind uns einig: ein rundes Kinn ist ein Muss für jede schöne Frau!

Dieses Auswalzen bis zum Abwinken ist sehr wirkungsvoll, in dem Sinne, dass ich den Erzähler förmlich vor mir sehe. Er ist ne Type.
 

HP schrieb:Jeder hat ja so seine Eigenarten. Drüben am Spielautomaten zum Beispiel, sitzt der Herr Kräpl; zugezogen aus Passau. Seine Vorlieben sind Wodkagetränke gemischt mit süßen Zuckerlimonaden und natürlich – Julia.

Herr Kräpl! Das sagt mir: Rumkrepeln.  Laughing Das ganze Kneipen-Habitat ist absolut stimmig.


HP schrieb:Kräpl hat die komische Angewohnheit die Haut an seinem Hals immerzu hinauf Richtung Kinn zu ziehen. Wie der das macht, weiß keiner; die Hände benutzt er dazu jedenfalls nicht. Wahrscheinlich zuckt er mit irgendwelchen Muskeln im Hals oder so. Koller hingegen knackst immerzu mit seinem Genick; biegt sein Kopf nach links, nach rechts, und dann – knack, knack – krachts im Nacken. Und Maier popelt.

Du zeigst mir sehr viel über den Erzähler. Wo bleibt Julia? Du zeichnest den Herrn Kräpl als alten Puter, der vergeblich versucht die Folgen der Schwerkraft durch verschämtes Glattziehen seiner Halsfalten zu kaschieren. Eine lächerliche Figur. Du arbeitest viel mit Tier-Metaphern, nicht? Wir hatten das Kätzchen, den Wolf (meine Interpretation), Ente ("Schnäbelchen"), Pferd ("Pferdeschwanz") und jetzt noch den Puter (meine Interpretation). Das ist für mich schon ein ganzer Zoo, den Du da hast!  Smile Meine Augen sind nass vor Lachen, bin gut unterhalten. Das ist es nicht. Aber das Ziel der Beschreibung war doch … Julia?

Okay, wieder Julia:

HP schrieb:Unsere süße Julia zappelt gern; das ist ihre dumme Angewohnheit. Wenn sie zwischen der Kellnerei etwas Zeit hat, setzt sie sich zu uns an die Theke auf den Barhocker, schlägt ihre Beine übereinander und zappelt. Nicht nur das. Außerdem fummelt sie immerzu an ihren Fingern herum und gerade sitzen kann sie auch nicht. Sie macht einen Buckel. Und manchmal – man darf es ja gar nicht erzählen – knabbert sie sogar an den Fingernägeln.

Warum ist sie denn so nervös? Charakter oder dominante Umgebung? Das würde mich schon interessieren. Steht das im Subtext? Mag sie die Typen einfach nicht, muss aber diese Stammkunden bei Laune halten? Ich schätze Julia auf etwa 19, 20.

HP schrieb:Aber trotz alledem sind ihre Hände schön: schlanke Finger und so weiter. Sie beißt ja die Nägel nicht bis zum Fleisch ab; scheinbar säubert sie sie nur etwas mit den Zähnen oder so.

Iiiih! Ist das nur eine Projektion vom Erzähler auf Julia, oder macht sie das wirklich? Was ist Julia für eine Frau? Ist sie etwas primitiv?
 

HP schrieb:Eines jedenfalls ist für uns alle klar; für Bogner, Kräpl, Maier, Koller und auch mich: Frauen, die uns gefallen, haben eine schmale Taille und eine breite Hüfte; genau wie die Kaiserin.

Ich brauche keine Erklärung mehr für "Kaiserin". Finde das wunderbar unverständlich und akzeptiere vollends das seltsame Habitat, in das Du mich da geworfen hast. Wer ist die Kaiserin? Julia? Laughing


HP schrieb:Wir meinen, und darüber haben wir schon oft beim Bier gesprochen, aber auch bei Schnaps und Wein, dass eine schöne Frau einen reizenden Arsch haben sollte. Wie ein Kontrabass, wie eine Amphore oder eine bauchige Weinflasche darf sie aussehen, das dralle Weibsstück; und ganz toll wäre es, wenn sie eine Birnenfigur hat; genau wie Julia.

Männer, nur bedacht auf das Äußere und den Sexualtrieb. Unterste Stufe.
 

HP schrieb:Kräpl hatte ja recht damit, als er eines Abends laut durch die Gaststube lallte, dass Männer, die auf schmale Frauen stünden, eigentlich schwul seien… Zugegeben – eine drastische Behauptung das - aber recht hatte er, und wir übrigen, der Maier, der Koller und auch Bogner, haben daraufhin laut „Genau!“ gesagt und einen tiefen Schluck genommen! Und Julia lächelte und ihr Vater, der Kaiser-Wirt, stand mit seinem feisten Mondgesicht hinter dem Tresen und drehte ein Trockentuch in eines der gespülten Biergläser.

So, jetzt stehen sie alle nebeneinander. Sind alle aus demselben Holz geschnitzt, wie mir scheint. Ich frage mich, warum der Erzähler sagt: "feistes Mondgesicht". Kann er den Wirt nicht leiden? Warum geht er auf dieses körperliche Detail ein? Warum gerade hier? Klingt leicht nach Exposition für den Leser. Das wäre jetzt sowieso meine Frage gewesen: Wem erzählt er das eigentlich? Kann ich mir das so vorstellen, dass er vor seinem Kumpel sitzt und ihm mal das Kaiser's beschreibt? Warum geht dieser Kumpel nicht auch dahin? Was ist die Erzählsituation?

Heribert, vielen Dank für diese Entführung in die skurrile Welt des "Kaiser's".
Hat mir ausgesprochen gut gefallen!! Smile Smile Smile
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