treogen ist auch reingeschneit

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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Alys am Di Nov 03, 2015 10:56 pm

@treogen schrieb:
Dabei ging es damals tatsächlich um einen Krieger, der mit einem Plattenpanzer und einem Zweihänder einen Dauerlauf durch den Wald macht (!), im Lauf Gegner schnetzelt (!!), dabei einen zweiten Zweihänder einsammelt und beidhändig weiterschnetzelt (!!!). Das macht er, bis er zum Endgegner kommt (in der Geschichte auch tatsächlich als Endgegner bezeichnet) und ihn dann nach einem Kampf, der stundenlang (!!!!) hin- und herwogt, endlich tötet. Danach ist er, weil er in diesem Kampf Erfahrungspunkte gesammelt (!!!!!) eine höhere Stufe als Zweihänderschwertkämpfer erklommen (das ist wirklich so gewesen - ich lag am Boden und hab mich beim lesen gekringelt, weil das tatsächlich eins aus der Kategorie war: Wenn Powergamer Geschichten schreiben).

Total off-topic, aber ich liebe ja Fantasy-Satiren bzw. Roleplaying-Satiren, und das inspiriert gerade enorm... Laughing

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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Ankh am Di Nov 03, 2015 11:55 pm

@Herzeloyde schrieb:
Ich hab allerdings mal an einer Mittelalterveranastaltung einen Typen im Kettenhemd ein Pferd besteigen sehen. Er hat sich mit einer Hand am Sattelknauf festgehalten und ist in den Sattel gesprungen. Ohne Steigbügel und so. Das war ein grosses Pferd.  Shocked Ich war ja in jungen Jahren im Voltige, aber selbst damals hätt ich das (auch ohne Kettenhemd) nicht hingekriegt.

In einem Kettenhemd ist man durchaus beweglich, und je nachdem, wie viele Muskeln du drunter hast kann man auch viel damit tun. Man darf nur beim Schreiben nie vergessen, dass es eben kein Seidenhemd ist. Es klingelt beim Laufen, es wird in der Sonne heiß, und es ist verdammt hart, wenn man draufliegt. Wenn man sich das vergegenwärtigt, dann sollte einem die Logik sagen, dass man es auszieht, sobald es mehr stört als nützt, wie zum Beispiel beim Schleichen, Schlafen und im See schwimmen. Ich kenne Leute, die auf Larps den ganzen Tag in den Dingern rumlaufen, und die machen das nur als Hobby, nicht beruflich. Einem echten Krieger traue ich daher schon einiges zu. Aber zwischen "Hobbykrieger" und "Heavy Metal Cover" ist ein weites Feld, um im Zweifel sollte man den realistischen Krieger eher am unteren Ende ansiedeln.

Wenn man so gar keine Ahnung hat, dann darf man auf so Mittelalterfestivals auch gerne man einen Typen mit einem Zweihänder ansprechen und das Ding entweder mal selber hochheben oder den Besitzer fragen, für wie realistisch er es hält, zwei davon zu schwingen (wenn man beim Anblick die Idee nicht sowieso gleich verwirft. Die sind nicht nur sauschwer, die sind auch viel zu lang). Jemand, der einen echten Zweihänder mit sich herumträgt, hat mit Sicherheit schonmal mehr Ahnung von der Materie als jemand, der die Dinger nur aus Pixeln kennt.

Bei treogens Beispiel habe ich aber das Gefühl, dass der Schreiber überhaupt keinen Realismus anstrebt. Welcher Mensch lernt denn in Stufen durch Erfahrungspunkte? Shocked Wenn es schon an der grundlegenden Bereitschaft scheitert, Spielprinzipien in ein "realeres" Setting zu übertragen, dann würde ich gar nicht erst anfangen, über das Gewicht von Plattenrüstungen zu diskutieren. Der Autor hat das Medium überhaupt nicht verstanden. Ich kenne Spiele, in denen man mit einem Plattenpanzer schwimmen kann. Ich kenne allerdings kein einziges Buch, in dem das jemand tut.
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Bautsen am Mi Nov 04, 2015 12:47 am

Und dass ein echter Schwertkampf meist nach ein bis zwei Begegnungen entschieden war und nicht stundenlang dauerte, sollte mMn für einen Fantasy-Autoren ebenfalls zur Grundbildung gehören. Eine Erklärung: "Ich schreibe Fantasy, also darf ich das" war mir nie genug.

Das ist krass. Denn in vielen Romanen, die ich gelesen habe, ist genau das der Fall. Und darunter waren nicht nur unbekannte Romane.

Meine beste Erfahrung war noch ein Text, der mit dem klassischen Aufstehen und Schulbesuch begann und ich sagte, das sei absolut kein gutes Fundament. Aber - das muss so, wurde mir dann erklärt, das zeigt sich dann im weiteren Geschichtenverlauf. Damit der Leser nämlich sieht, wie der Prota aus seinem langweiligen Leben ins Abenteuer fällt.

Hm ... das ist, find ich, wieder eine andere Sache. Da könnte man darüber diskutieren, wie ein Roman anfangen sollte, oder nicht.

Die Erfahrung hat mich geleert, dass nicht unbedingt jeder Roman schlecht sein muss, der "langweilig" beginnt.

Das erinnert mich auch an einen Romananfang, den H.P. Roentgen kritisiert hat in einem seiner Schreibratgeber. Das war auch eine "banale" Szene. Der Protagonist steht auf, Frühstück wird zubereitet etc. Es handelte vom 2. Weltkrieg und bei der Frühstücksszene kam die Atmosphäre gut genug rüber und dazu gab es ein spannendes Ende der Szene, was H.P. Roentgen auch gelobt hat.

Die beste Erklärung, die ich mal bekommen habe, wieso etwas absolut unwahrscheinliches so ist: "Das muss so sein, ich brauch es für die Geschichte."
Dabei ging es damals tatsächlich um einen Krieger, der mit einem Plattenpanzer und einem Zweihänder einen Dauerlauf durch den Wald macht (!), im Lauf Gegner schnetzelt (!!), dabei einen zweiten Zweihänder einsammelt und beidhändig weiterschnetzelt (!!!). Das macht er, bis er zum Endgegner kommt (in der Geschichte auch tatsächlich als Endgegner bezeichnet) und ihn dann nach einem Kampf, der stundenlang (!!!!) hin- und herwogt, endlich tötet. Danach ist er, weil er in diesem Kampf Erfahrungspunkte gesammelt (!!!!!) eine höhere Stufe als Zweihänderschwertkämpfer erklommen (das ist wirklich so gewesen - ich lag am Boden und hab mich beim lesen gekringelt, weil das tatsächlich eins aus der Kategorie war: Wenn Powergamer Geschichten schreiben). 
Ich daraufhin: "Wenn du so etwas für die Geschichte brauchst, dann ist wohl die Geschichte einfach nur Scheiße." 
Für diesen Kommentar bin ich damals geflogen 

Das ist echt kaum zu glauben. Ich musste mich beim Lesen doch schon sehr zurückhalten, um nicht in schallendes Gelächter auszubrechen.

So hängt alles miteinander zusammen. Härte - auch bei der Kritik - schafft Qualität. Weichheit bringt niemanden weiter.

Das seh ich nicht ganz so, auch wenn ich dir größtenteils zustimme.

"Weichheit" wie du sie nennst, kann einem auch weiterbringen.

Ich bin ein ehrlicher Testleser und formuliere die Kritik auch so, wie ich sie meine. Aber ich finde es auch wichtig, das hervorzuheben, was mir am Text gefallen hat. Deswegen ist es für mich wichtig, den Schreiber auch mit positiver Kritik zu motivieren, damit er genügend Ansporn hat, das Negative, das ich angemerkt habe, umzusetzen. Denn was nützt es mir, wenn ich jemanden gänzlich demotiviere? Das würde ich für mich auch nicht wollen, es sei denn, ich bin tatsächlich so schlecht, dass man nichts Positives finden kann.

Und wenn etwas schon in der Basis Mist ist, hilft eben der schönste Anstrich nichts ...

Jap, das sind dann die "Ausnahmen", bei denen man wirklich nichts verherrlichen kann.

Solch einen Text hatte ich bisher 1x. Da gab es tatsächlich nichts, das man positiv hervorheben konnte. Seit meiner Kritik kam nix mehr zurück, und das ist mittlerweile fast 1 Jahr her.

Wenn man seinen Text herzeigt, muss man damit rechnen, dass er kritisiert wird, sei es in einem Schreibforum, in einem Lektorat oder am Ende vom Leser.

Wohl wahr ... Und ich kann nicht behaupten, dass ich mich vor dem Moment nicht fürchten würde. Wink


Ich hab allerdings mal an einer Mittelalterveranastaltung einen Typen im Kettenhemd ein Pferd besteigen sehen. Er hat sich mit einer Hand am Sattelknauf festgehalten und ist in den Sattel gesprungen. Ohne Steigbügel und so. Das war ein grosses Pferd.   Ich war ja in jungen Jahren im Voltige, aber selbst damals hätt ich das (auch ohne Kettenhemd) nicht hingekriegt.

Das war ich, Noemi. Ich kann so einiges, was du dir nicht vorstellen kannst, musst mich nur mal in Aktion sehen.  Laughing

Welcher Mensch lernt denn in Stufen durch Erfahrungspunkte?

Ein Rollenspielmensch.

Ha! Durch den Post hab ich wieder Erfahrungspunkte gesammelt und bin eine Stufe gestiegen! Jetzt kann ich schon drei Zweihänder auf einem Mal schwingen.  cheers
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  SabrinaQ am Mi Nov 04, 2015 1:06 am

@Bautsen schrieb:
Und dass ein echter Schwertkampf meist nach ein bis zwei Begegnungen entschieden war und nicht stundenlang dauerte, sollte mMn für einen Fantasy-Autoren ebenfalls zur Grundbildung gehören. Eine Erklärung: "Ich schreibe Fantasy, also darf ich das" war mir nie genug.

Das ist krass. Denn in vielen Romanen, die ich gelesen habe, ist genau das der Fall. Und darunter waren nicht nur unbekannte Romane.
Wobei man gerade im historischen Bereich oft erstaunt wird. Gerade im Lektorat zu meinem neuesten Roman hat meine Lektorin nicht nur einmal kommentiert: "Ist das nicht unrealistisch?"
Da stellen sich zB. 40 Männer einem Heer von 2.000. Und sie gewinnen. Später noch einmal: Hundert Männer haben dreitausend besiegt und so viele Gefangene genommen, dass die Gefangenen mehr waren als ihre eigene Truppe. Und das ist wirklich so gewesen (zumindest so überliefert, dabei waren wir natürlich nicht Smile ). Da werden Schlachten von Sonnenauf - bis Sonnenuntergang ausgefochten, mit nur wenigen Männern gegen eine Überzahl, sodass es da bestimmt nicht viel Zeit für Pausen gab. Pfeile haben dicke Eichentüren durchschlagen, Männer in Rüstungen haben einen ganzen Tag gekämpft, ...
Keiner behauptet, dass es angenehm oder bequem war, aber da ist man in voller Rüstung auf ein Schiff, auch wenn man damit im Fall der Fälle ertrinkt, im Lager haben sich viele damit schlafengelegt, denn im feindlichen Gebiet machte man ohnehin nur kurz die Augen zu und war in Alarmbereitschaft, ...
Vielleicht waren die Männer damals einfach noch robuster als heute? Laughing

Jedenfalls findet man nicht mehr so schnell etwas lächerlich und unrealistisch, wenn man sich mit dem beschäftigt, was vor tausend Jahren wirklich getan worden ist.
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Ankh am Mi Nov 04, 2015 1:11 am

Welcher Mensch lernt denn in Stufen durch Erfahrungspunkte?

Ein Rollenspielmensch.

Ha! Durch den Post hab ich wieder Erfahrungspunkte gesammelt und bin eine Stufe gestiegen! Jetzt kann ich schon drei Zweihänder auf einem Mal schwingen. 

Genau, du musst nur das richtige Kästchen ankreuzen, dann wirst du sofort Experte mit dem Ding, ohne es auch nur einmal in der Hand gehabt zu haben. Die Erfahrungen, die du beim Blümchensammeln und Leute-durch-den-Wald-begleiten machst, wirken sich direkt positiv auf deine Waffenfähigkeiten aus. Deswegen sind Botaniker und Fremdenführer auch immer so gut mit dem Morgenstern.
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Ankh am Mi Nov 04, 2015 1:17 am

@SabrinaQ schrieb:
Da stellen sich zB. 40 Männer einem Heer von 2.000. Und sie gewinnen. Später noch einmal: Hundert Männer haben dreitausend besiegt und so viele Gefangene genommen, dass die Gefangenen mehr waren als ihre eigene Truppe. Und das ist wirklich so gewesen (zumindest so überliefert, dabei waren wir natürlich nicht Smile ). Da werden Schlachten von Sonnenauf - bis Sonnenuntergang ausgefochten, mit nur wenigen Männern gegen eine Überzahl, sodass es da bestimmt nicht viel Zeit für Pausen gab. Pfeile haben dicke Eichentüren durchschlagen, Männer in Rüstungen haben einen ganzen Tag gekämpft, ...
Keiner behauptet, dass es angenehm oder bequem war, aber da ist man in voller Rüstung auf ein Schiff, auch wenn man damit im Fall der Fälle ertrinkt, im Lager haben sich viele damit schlafengelegt, denn im feindlichen Gebiet machte man ohnehin nur kurz die Augen zu und war in Alarmbereitschaft, ...
Vielleicht waren die Männer damals einfach noch robuster als heute? Laughing

Jedenfalls findet man nicht mehr so schnell etwas lächerlich und unrealistisch, wenn man sich mit dem beschäftigt, was vor tausend Jahren wirklich getan worden ist.

Redest du jetzt von mittelalterlicher Literatur? Denn dass da übertrieben wurde heißt ja nicht, dass man es heute auch tun sollte, wenn man über die gleiche Zeit schreibt. Feirefitz hatte eine schwarze Mutter und einen hellhäutigen Vater, und war deswegen natürlich gescheckt. Wenn du das heute in einen Roman schreibst, haut man dir den um die Ohren.
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  SabrinaQ am Mi Nov 04, 2015 2:04 am

@Ankh schrieb:Redest du jetzt von mittelalterlicher Literatur? Denn dass da übertrieben wurde heißt ja nicht, dass man es heute auch tun sollte, wenn man über die gleiche Zeit schreibt. Feirefitz hatte eine schwarze Mutter und einen hellhäutigen Vater, und war deswegen natürlich gescheckt. Wenn du das heute in einen Roman schreibst, haut man dir den um die Ohren.

Ja, ich spreche von zeitgenössischen Berichten, Chroniken etc., die natürlich immer eine Sache zu ihrem eigenen Gunsten auslegen, aber wenn zB. mehrere Quellen (also beide Seiten) dasselbe sagen, kann man das guten Gewissens als gegeben hinnehmen. Man sieht sich ja nicht nur eine Seite an, man durchforstet zu einer Situation alles, was man finden kann, und macht sich dann ein Bild. Denn wenn man das, was überliefert ist, nicht mehr hernimmt, wie kommt man dann auf die Idee, überhaupt irgendetwas der damaligen Zeit wissen zu wollen bzw. darüber zu schreiben?
Wenn mehrere zeitgenössische Autoren unabhängig voneinander Ähnliches beschreiben, was zB. den Alltag betrifft, das Kriegswesen, etc. setze ich das nicht auf eine Stufe mit einem gescheckten Kind.

Und wie ja schon gesagt wurde: Ringpanzer waren nicht so extrem schwer und unhandlich, wie man glaubt. Da ist eine Bundsheerausrüstung heutzutage sehr viel schwerer. Ich habe neulich meinen Kleinen (15kg) eine Stunde lang beim Spazieren getragen und sein Gewicht verteilt sich bei Weitem nicht so gut wie ein Kettenhemd). Und ich bin eine Frau mit etwas über 50kg, die hauptsächlich am Schreibtisch sitzt. Einem ausgewachsenen Krieger, der sein erwachsenes Leben nicht viel anderes gemacht hat, als dieses Gewicht zu tragen und sich körperlich zu betätigen, traue ich schon mehr zu. Auch habe ich schon mal ein Kettenhemd anprobiert und obwohl es im ersten Moment schon ein kleiner Schock war, kann ich mir schon vorstellen, dass ein Mann, der das nicht zum ersten Mal anhat und deutlich stärker und robuster ist als ich, sich darin einigermaßen gut und lange bewegen kann. Man kann nicht immer von sich selbst auf andere schließen, schon gar nicht, wenn die Lebensumstände damals noch völlig anders waren. Ich kann mir ja nicht mal vorstellen, wie mein Mann stundenlang Bleche schleift, während mir selber nach einer Minute die Arme abfallen würde.

Was aber nicht heißen soll, dass treogens Beispiel nicht wirklich überzogen - und lustig - war.
Ich meine einfach nur grundsätzlich, dass die Fähigkeiten mancher und die grandiosen Taten der Geschichte einen auch mal überraschen können und nicht Unsinn sind, nur weil wir uns das in unserer begrenzten Erfahrung nicht vorstellen können.
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Ankh am Mi Nov 04, 2015 3:00 am

Bei mittelalterlichen Quellen musst du trotzdem trennen zwischen Fiktion und Bericht. Vieles, was als "Bericht" daherkommt ist stark ausgeschmückt und idealisiert, gerne auch von unterschiedlichen Quellen, denn man hat gerne voneinander abgeschrieben. Wenn da ein Pfeil (nicht ein Bolzen) eine Tür durchschlägt, dann wäre ich vorsichtig, denn auch noch so starke, fähige Profis konnten damals die Physik nicht ignorieren. Suspect
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  summergirl am Mi Nov 04, 2015 3:30 am

Zu diesem Thema hat Titus Müller, ein deutscher HiRo-Autor, mal was Interessantes in einem Workshop gesagt: Nämlich, dass es manchmal schwieriger ist, die Tatsachen zu schreiben, als sich was auszudenken. Er hat das selbst erlebt, dass ihm historische Tatsachen um die Ohren gehauen wurden, während Sachen, die er sich ausgedacht hat, ohne zu murren akzeptiert wurden.
Die Recherche ist auf jeden Fall extrem wichtig.
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  treogen am Mi Nov 04, 2015 4:59 am

@Bautsen schrieb:
So hängt alles miteinander zusammen. Härte - auch bei der Kritik - schafft Qualität. Weichheit bringt niemanden weiter.

Das seh ich nicht ganz so, auch wenn ich dir größtenteils zustimme.

"Weichheit" wie du sie nennst, kann einem auch weiterbringen.

Ich bin ein ehrlicher Testleser und formuliere die Kritik auch so, wie ich sie meine. Aber ich finde es auch wichtig, das hervorzuheben, was mir am Text gefallen hat. Deswegen ist es für mich wichtig, den Schreiber auch mit positiver Kritik zu motivieren, damit er genügend Ansporn hat, das Negative, das ich angemerkt habe, umzusetzen. Denn was nützt es mir, wenn ich jemanden gänzlich demotiviere? Das würde ich für mich auch nicht wollen, es sei denn, ich bin tatsächlich so schlecht, dass man nichts Positives finden kann.

Ich hab mich vielleicht nicht ganz deutlich ausgedrückt.
Ich habe nichts dagegen, etwas zu loben, was gut ist. Das sehe ich auch nicht als Weichheit.
Ich habe aber etwas dagegen, auf Zwang positives finden zu müssen, nur damit ich gleich viel positive Dinge habe wie negative. Es gab vor Jahren Foren, die genau das verlangt hatten. Und es gab auch in diversen Foren immer wieder Diskussionen darüber, ob man überhaupt mehr Kritik äußern sollte, als man positive Anmerkungen hat.
Positive Anmerkungen und negative Kritik sollen sich bitteschön die Waage halten Shocked
Ich habe auch was dagegen, zu sagen: "Also deine Recherche läßt ganz schön zu wünschen übrig, aber die Schriftart, die du verwendet hast, die ist supa. Die solltest du in allen deinen Geschichten verwenden. Das mach deine Geschichte gleich viel Wertvoller. Bei all den Kringeln an den Buchstaben vergesse ich nämlich die Plotlöcher, die so groß sind, dass man eine komplette Panzerkompanie durchschicken könnte. Deswegen 5 Sterne für die Schriftart, 1 Stern für die Geschichte - macht zusammen 3 Sterne. Weiter so!".
So was finde ich lächerlich.
Und so sind in "Kuschelforen" die Diskussionen teilweise gelaufen.

@SabrinaQ schrieb:Und wie ja schon gesagt wurde: Ringpanzer waren nicht so extrem schwer und unhandlich, wie man glaubt. Da ist eine Bundsheerausrüstung heutzutage sehr viel schwerer. Ich habe neulich meinen Kleinen (15kg) eine Stunde lang beim Spazieren getragen und sein Gewicht verteilt sich bei Weitem nicht so gut wie ein Kettenhemd). Und ich bin eine Frau mit etwas über 50kg, die hauptsächlich am Schreibtisch sitzt. Einem ausgewachsenen Krieger, der sein erwachsenes Leben nicht viel anderes gemacht hat, als dieses Gewicht zu tragen und sich körperlich zu betätigen, traue ich schon mehr zu. Auch habe ich schon mal ein Kettenhemd anprobiert und obwohl es im ersten Moment schon ein kleiner Schock war, kann ich mir schon vorstellen, dass ein Mann, der das nicht zum ersten Mal anhat und deutlich stärker und robuster ist als ich, sich darin einigermaßen gut und lange bewegen kann. Man kann nicht immer von sich selbst auf andere schließen, schon gar nicht, wenn die Lebensumstände damals noch völlig anders waren. Ich kann mir ja nicht mal vorstellen, wie mein Mann stundenlang Bleche schleift, während mir selber nach einer Minute die Arme abfallen würde.

Da hast du schon recht, dass wir wohl verweichlicht sind. Und auch damit, dass die Krieger damals damit quasi aufgewachsen sind.
Wobei ein Ringpanzer mit ca.15 kilo und ein Plattenpanzer mit 25-30 kilo nicht wirklich miteinander zu vergleichen sind. Dazu kommt jedoch noch ein anderer Punkt, weswegen ein Dauerlauf in der "Blechdose" unrealistisch ist. In diesen Dingern staute sich die Wärme, so dass mancher während einer Schlacht mal nen Hitzeschlag bekam.

Wobei ich auch sagen muss, dass man sich schnell an gewisse Sachen gewöhnen kann. Wir haben 2008 den Wintermarkt "Weltentor" mitgemacht. Wir haben als "Buchbinder und sein Weyb" ein Zelt auf dem Markt betrieben. Bei -18 Grad. Und wir haben dort im Zelt geschlafen.
Da kann man sich schnell dran gewöhnen, glaubt mir.
Als es nach den Wochenenden draußen an Silvester wärmer wurde, saßen wir bei 2 Grad plus mit T-Shirts in der Einfahrt, weil uns einfach warm war Laughing
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Bautsen am Mi Nov 04, 2015 6:00 am

Ich habe aber etwas dagegen, auf Zwang positives finden zu müssen, nur damit ich gleich viel positive Dinge habe wie negative. Es gab vor Jahren Foren, die genau das verlangt hatten. Und es gab auch in diversen Foren immer wieder Diskussionen darüber, ob man überhaupt mehr Kritik äußern sollte, als man positive Anmerkungen hat.
Positive Anmerkungen und negative Kritik sollen sich bitteschön die Waage halten

Wo nichts Positives zu finden ist, kann man auch nichts Positives anmerken Wink

Das sehe ich genauso.

Ich habe auch was dagegen, zu sagen: "Also deine Recherche läßt ganz schön zu wünschen übrig, aber die Schriftart, die du verwendet hast, die ist supa. Die solltest du in allen deinen Geschichten verwenden. Das mach deine Geschichte gleich viel Wertvoller. Bei all den Kringeln an den Buchstaben vergesse ich nämlich die Plotlöcher, die so groß sind, dass man eine komplette Panzerkompanie durchschicken könnte. Deswegen 5 Sterne für die Schriftart, 1 Stern für die Geschichte - macht zusammen 3 Sterne. Weiter so!". 

Klingt fast wie so manche Rezensionen, die ich auf Amazon gelesen habe.  Laughing

Ich muss erstmal wieder vom Boden aufstehen, auf den ich gefallen bin, weil ich mich nicht mehr halten konnte.  cheers
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Ankh am Mi Nov 04, 2015 6:13 am

@treogen schrieb:
Ich habe aber etwas dagegen, auf Zwang positives finden zu müssen, nur damit ich gleich viel positive Dinge habe wie negative. Es gab vor Jahren Foren, die genau das verlangt hatten. Und es gab auch in diversen Foren immer wieder Diskussionen darüber, ob man überhaupt mehr Kritik äußern sollte, als man positive Anmerkungen hat.
Positive Anmerkungen und negative Kritik sollen sich bitteschön die Waage halten Shocked
Sowas finde ich auch bescheuert. Als ob man nur durch die positiven Anmerkungen dem Autor einen Gefallen tut. ich schreib das alles doch nicht, weil es mir Spaß macht irgendwen zu zerreißen (also meistens nicht Embarassed ), sondern weil ich dem Autor helfen will, was zu verbessern. Verbessern kann an aber nur schlechte Dinge, nicht die, die alle superdupergeil finden.
Ich gehe einfach davon aus, dass jemand, der seinen Text in eine "Textwerkstatt" hochläd, daran arbeiten will, und nicht einfach nur bewundert werden will. Wenn ich mein Auto in die Werkstatt bringe, dann will ich *alle* Probleme daran gefunden haben, nicht nur zwei oder drei, weil dem Mechaniker auch nur drei positive Sachen zu meinem Auto einfallen. Wer das nicht vertragen kann, der soll sein Werk eben auf einer Entsprechenden Seite hochladen, sich dann aber bitte nicht wundern, wenn es trotz ganz vieler netter "das ist ja ne schöne Geschichte strauß " Kommentare nie einen Verleger dafür findet.
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  SabrinaQ am Mi Nov 04, 2015 6:35 am

@summergirl schrieb:Zu diesem Thema hat Titus Müller, ein deutscher HiRo-Autor, mal was Interessantes in einem Workshop gesagt: Nämlich, dass es manchmal schwieriger ist, die Tatsachen zu schreiben, als sich was auszudenken. Er hat das selbst erlebt, dass ihm historische Tatsachen um die Ohren gehauen wurden, während Sachen, die er sich ausgedacht hat, ohne zu murren akzeptiert wurden.
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Das kann ich mir gut vorstellen bzw. habe ich das in Rezensionen auch schon oft bemerkt.

Und was die mittelalterliche Literatur betrifft: Ich denke nicht, dass da bei Chroniken abgeschrieben wurde, Ankh, sondern jede Seite hat seine besonders gut dastehen lassen. zB. Der Feldzug von Henry II nach Wales, wurde von walisischen Chronisten als große Blamage dargestellt, der König hätte eine totale Niederlage eingefahren, während die englische Seite ihn für seinen Triumph feierte. Die grundsätzlichen Eckdaten hatten beide gleich, nur wurden sie einfach anders ausgelegt.
Und wenn zwei Gegner mal ausnahmsweise dasselbe schreiben und gerade auch bei Eckdaten übereinstimmen, übernehme ich das guten Gewissens. So auch wenn diejenigen, die zahlenmäßig so stark überlegen waren, in etwa dieselben Zahlen nennen und ihre Niederlage zugeben (weil die anderen einfach besser ausgerüstet waren - und Dämonen aus der Hölle Smile ).

Ich denke, wenn man sich eingehend mit der Materie befasst, kann man schon Fiktion und Wahrheit unterscheiden, dafür recherchiert man ja - gründlich. Das ist ja kein Neuland, man ist ja monate- wenn nicht jahrelang mit diesem Thema unterwegs.

Und treogen, ich weiß, dass ein Platten- und ein Ringpanzer ein Unterschied sind, ich hatte auch geschrieben, dass dein Beispiel eher lustig ist. Ich meinte nur generell, dass man oft etwas für unrealistisch oder lächerlich haltet, weil man es sich für sich persönlich nicht vorstellen kann, die Vergangenheit aber grandiose Geschichten geschrieben hat, die man sich wohl gar nicht ausdenken könnte. Wie ja schon gesagt wurde: Oft wird in Rezensionen etwas als unrealistisch oder falsch bemängelt, was aber klar überliefert ist, einfach weil es so phantastisch ist Smile

Und das mit der Kälte hatten wir auch: Ich war ja im Juli auf Recherchereise in Wales, zu Hause 35°, in Wales 15° und die eisige Atlantikbrise, die einem bis auf die Knochen fuhr. Meine Kinder und ich also mit Mützen, Halstuch, Softshell-Jacke, Zähne klappernd, die Einheimischen in Badehosen und sonst nichts in den 12° kalten Fluten. Wir wurden so eingemummt auch ziemlich schief angesehen. Meine Stiefschwester lebte auch ein paar Monate in Kanada und meinte, wenn es da mal die Plusgrade erreichte, gingen alle in kurzen Hosen und T-Shirt raus Smile
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Kelpie am Mi Nov 04, 2015 10:03 am

Dabei ging es damals tatsächlich um einen Krieger, der mit einem Plattenpanzer und einem Zweihänder einen Dauerlauf durch den Wald macht (!), im Lauf Gegner schnetzelt (!!), dabei einen zweiten Zweihänder einsammelt und beidhändig weiterschnetzelt (!!!). Das macht er, bis er zum Endgegner kommt (in der Geschichte auch tatsächlich als Endgegner bezeichnet) und ihn dann nach einem Kampf, der stundenlang (!!!!) hin- und herwogt, endlich tötet. Danach ist er, weil er in diesem Kampf Erfahrungspunkte gesammelt (!!!!!) eine höhere Stufe als Zweihänderschwertkämpfer erklommen (das ist wirklich so gewesen - ich lag am Boden und hab mich beim lesen gekringelt, weil das tatsächlich eins aus der Kategorie war: Wenn Powergamer Geschichten schreiben). 

Oh Mann ... daher immer mein Tipp: Auf keinen Fall, wirklich auf GAR KEINEN FALL vorm Fantasy-Schreiben stundenlang ein Videospiel spielen. Da verliert man jeglichen Bezug zur Realität und plötzlich hängt es nicht mehr vom richtigen Hieb ab, bis man jemanden umbringt, sondern von der Dauer, wie lange man auf den Gegner einhackt.

Solange man den Text kritisiert und nicht den Autor geht das meiste in Ordnung. Ich gebe zu über einen "Wenn du das brauchst, dann ist die Geschichte Scheiße"-Kommentar würde ich mich sicherlich auch nicht freuen, aber letztendlich ist die Botschaft ja auch überdeutlich und spricht genau das Problem an. Insofern, von außen betrachtet, auch wiederum in Ordnung.



Zu der Positiv-Negativ-Diskussion: Für den Autor ist es sicherlich angenehm, wenn Positives herausgehoben wird und bestimmt, kann er auch damit viel anfangen. Aber zwingend danach suchen, würde ich definitiv nicht. Mir sind auch schon einige Texte untergekommen, wo ich höchstens hätte anmerken können, dass ich die Namen hübsch finde oder die Kleiderkonstellation. Aber warum sollte ich darauf ein Augenmerk legen, wenn es nicht eine größere Rolle spielt?
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  ESchen am Mi Nov 04, 2015 11:13 am

@SabrinaQ schrieb:Da stellen sich zB. 40 Männer einem Heer von 2.000. Und sie gewinnen. Später noch einmal: Hundert Männer haben dreitausend besiegt und so viele Gefangene genommen, dass die Gefangenen mehr waren als ihre eigene Truppe. Und das ist wirklich so gewesen (zumindest so überliefert, dabei waren wir natürlich nicht ). Da werden Schlachten von Sonnenauf - bis Sonnenuntergang ausgefochten, mit nur wenigen Männern gegen eine Überzahl, sodass es da bestimmt nicht viel Zeit für Pausen gab. Pfeile haben dicke Eichentüren durchschlagen, Männer in Rüstungen haben einen ganzen Tag gekämpft, ...
Keiner behauptet, dass es angenehm oder bequem war, aber da ist man in voller Rüstung auf ein Schiff, auch wenn man damit im Fall der Fälle ertrinkt, im Lager haben sich viele damit schlafengelegt, denn im feindlichen Gebiet machte man ohnehin nur kurz die Augen zu und war in Alarmbereitschaft, ...
Vielleicht waren die Männer damals einfach noch robuster als heute?

Nur so am Rande, weil ich das da oben aufgeschnappt habe und was dazu senfen muss.

Da wäre z.Bsp. die Schlacht bei Näfels ein gutes Beispiel, Sabrina, als ca. 650 Schweizer das Habsburger Heer von 6000 Mann besiegt/vertrieben haben tongue
Solche eher unbekannte Schlachten, kann man gut als Vorlage oder Inspiration für Fantasy Schlachten nehmen. Auf die Gefahr hin, dass jemand sagt: Unrealistisch, weil zu unausgewogen...hm scratch

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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Kelpie am Mi Nov 04, 2015 7:53 pm

Um das Thema auch mal aufzunehmen: Für meine ganzen epischen Schlachten ( Laughing ) habe ich Sun Tzus "Die Kunst des Krieges" gelesen oder auch mal bei Clausewitz "Vom Krieg" reingeschnuppert. Wenn da all die Umstände geschildert werden, die den Ausgang einer Schlacht bestimmen, dann kann man plötzlich sehr gut mit Heeresgrößen spielen. Was mich damals z.B. richtig erstaunte, war, dass Sun Tzu aus einigen Schlachtausgängen wertete, dass eine Kavallerie einer Infanterie meist unterlegen ist.
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Bautsen am Mi Nov 04, 2015 8:53 pm

Um mal wieder Offtopic zu kommen:

@Treogen

Was ich dich schon die Tage fragen wollte, aber immer wieder vergessen habe: Schreibst du eigentlich noch selber?
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Ankh am Do Nov 05, 2015 7:16 am

@Treogen: Darf ich dich auch nochmal was berufliches fragen?  Embarassed Ich hab nächste Woche ein Bewerbungsgespräch bei einem Verlag (als Praktikantin). Was könnten die so von mir wissen wollen, bzw wie bereite ich mich da am besten drauf vor? Bin ein bisschen nervös 
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  treogen am So Nov 08, 2015 7:15 pm

@Bautsen schrieb:Um mal wieder Offtopic zu kommen:

@Treogen

Was ich dich schon die Tage fragen wollte, aber immer wieder vergessen habe: Schreibst du eigentlich noch selber?

Du meinst, außer Rechnungen und Verträge? Laughing
Ja, ab und an. Zum Romaneschreiben komm ich nicht mehr. Allerdings erblickt immer mal wieder eine Kurzgeschichte von mir das Licht der Welt. Meist ist es für "Das andere Buch" - das sind mittlerweile auch die einzigen Anthologien, bei denen es etwas von mir zu lesen gibt. Ab und an werde ich auch von Herausgebern für die Anthologien anderer Verlage gefragt, ob ich eine Geschichte zuliefern möchte. Angefragte Geschichten haben natürlich einen Vorteil: Sie landen nicht im Pool der Einsendungen, sondern werden seperat gelesen. Eine Veröffentlichung ist dann natürlich relativ wahrscheinlich. Da kann ich mich dann eher mal durchringen, mir ein paar Stunden abzuzwacken - vor allem, wenn mir das Thema zusagt.
Aber es ist mittlerweile wirklich selten geworden - das gebe ich zu.


@Ankh schrieb:@Treogen: Darf ich dich auch nochmal was berufliches fragen?  Embarassed Ich hab nächste Woche ein Bewerbungsgespräch bei einem Verlag (als Praktikantin). Was könnten die so von mir wissen wollen, bzw wie bereite ich mich da am besten drauf vor? Bin ein bisschen nervös 

Puh, das ist eine schwere Frage.
Sie könnten dich natürlich fragen, was der Hintergrund deiner Bewerbung ist, worin deine Affinität zu Büchern besteht - und klar, da kannst du dein eigenes Schreiben mit anbringen und durchaus auch dazu sagen, dass du dich in Schreibforen im Internet bewegst.
Es könnte auch gut sein, dass man dir die Frage stellt - das hab ich zumindest bei meinen beiden Praktikantinnen bislang gemacht - was du dir vom Praktikum erwartest und was du dort lernen bzw. kennenlernen möchtest.
Wenn du tatsächlich vorhast, in der Richtung beruflich tätig zu werden, könntest du natürlich auch darüber sprechen, wenn du gefragt wirst.
Ansonsten natürlich die Klassiker, die bei jedem Job kommen können: Wieso du ausgerechnet bei der Firma anfangen willst, deine Vorstellungen vom Gehalt (gut, beim Praktikum wohl eher nicht so ergiebig), was deine Stärken und Schwächen sind.
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Ankh am Mo Nov 09, 2015 11:31 pm

@treogen: Dankeschön! strauß Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, was ich auf die Frage mit meinen Schwächen sage...
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Anjana am Di Nov 10, 2015 1:15 am

Such dir zwei, die auch positiv sind und erwähn gleichzeitig, inwiefern du schon an ihnen arbeitest. Wink
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Bautsen am Fr Nov 13, 2015 6:39 am

Du meinst, außer Rechnungen und Verträge?

Jap! "Kreatives Schreiben". Wink Obwohl man Rechnungen und Verträge ja auch sehr kreativ ausarbeiten kann^^

Zum Romaneschreiben komm ich nicht mehr.

Würdest du es denn wieder, wenn du die Zeit dazu hättest?
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  treogen am Fr Nov 13, 2015 8:28 am

@Bautsen schrieb:
Zum Romaneschreiben komm ich nicht mehr.

Würdest du es denn wieder, wenn du die Zeit dazu hättest?

Ganz ehrlich?
Wenn ich Zeit hätte, würde ich lieber 2 oder 3 Buchprojekte mehr mit meinen Autoren gemeinsam reißen, als dass ich einen Roman schreibe.
Einfach weil das Verlegen und Werben und Vermarkten mir weitaus mehr Befriedigung bringt.
Und weil ich, wenn ich schreibe, mir nur einen meiner Traum erfülle. Aber wenn ich mit einem Autoren zusammen an einem Buchprojekt arbeite, dann erfülle ich einen meiner Träume UND einen der Träume meines Autors.

Bei mir hat einfach die Erkenntnis eingesetzt, dass ich zwar gut schreibe - aber viele meiner Autoren viel besser sind als ich. Und ich kann im Bücher machen richtig aufgehen. Das kann ich richtig gut. Bilde ich mir zumindest ein Wink
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Re: treogen ist auch reingeschneit

Beitrag  Kelpie am Fr Nov 13, 2015 9:58 pm

Irgendwie wird mir jetzt einiges klarer. Weil ich mich ehrlich gesagt immer gefragt habe, treogen, warum zur Hölle du dir eigentlich diese Arbeit machst. Bestimmt spannend, aber gerade weil du da ja deinen Feierabend reininvestieren musst, fand ich das bisher immer recht unverständlich.

Nach dem Beitrag habe ich jetzt verstanden, dass da weit mehr dahinter steht.  thumbsup
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Re: treogen ist auch reingeschneit

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